»Andor« ist vorbei. Nach zwei Staffeln ging die Vorgeschichte zum Prequel von Episode IV zu Ende. Damit haben wir ein schönes Dreiergespann aus der Andor-Serie, dem Film »Rogue One« (welcher eigentlich das Serienfinale ist, wenn man es genau nimmt) und eben Episode IV. Die Serie rekontextualisiert sehr viel, was in den Filmen passiert. Charaktere bekommen Hintergrundgeschichten, die man sich nie erwartet hätte, und man spürt förmlich den Druck, den Kampf und die Opfer, die für den ersten Sieg der Rebellion vonnöten waren. Andor ist aber nicht nur eine gute Star-Wars-Serie. Für mich ist sie auf gleichem Niveau wie »Breaking Bad« oder die besten Staffeln von »Game of Thrones«. Man muss sie gesehen haben, wenn man an Serien interessiert ist.
Leider wird es für lange Zeit das Beste sein, was Star Wars unter der Herrschaft von Disney zu produzieren weiß. So etwas wird es nicht mehr geben. Ich hatte die Hoffnung auf gutes Star Wars schon aufgegeben, doch dann kam die zweite Staffel Andor. Die Serie hat gezeigt, was in dem Franchise steckt, wenn man es ernst nimmt und gute Geschichten erzählen möchte. Sie hat auch gezeigt, dass keine Lichtschwerter oder billiger Fan-Service notwendig sind. Es reichen gut geschriebene Charaktere, ein spannender Plot – eine gute Geschichte eben. Seitdem hat es mich wieder unter den Fingern gejuckt, mal wieder etwas tiefer in dieses Universum einzutauchen. Die Frage ist nur: Wo fängt man an?
Ich habe über die Jahre viel Star Wars gelesen und geschaut. Seien es die tollen Animationsserien »Clone Wars« oder »Rebels«. Oder die unzähligen Comics, die über die Jahrzehnte erschienen sind. Auch Bücher habe ich so einige gelesen. Sowohl in der mittlerweile als »Legends« betitelten alten Zeitlinie, bevor Disney Star Wars übernommen hat, als auch im neuen Kanon. Deshalb ist die Frage, wo man anfangen bzw. weitermachen soll, nicht so einfach zu beantworten. Wohin geht man also? Richtig, zurück zu den Anfängen. Ins Jahr 1991, als das erste Star-Wars-Buch von Timothy Zahn erschien (»Heir to the Empire«). Es ist das erste Buch seiner Thrawn-Trilogie und bildete mehr oder weniger den Auftakt für eine jahrelange und durchaus erfolgreiche Publikationsgeschichte von Star-Wars-Büchern.
Ich habe zwar die ersten beiden Bücher vor Jahren schon einmal gelesen, aber nie das dritte Buch. Deshalb wollte ich mein Gedächtnis etwas auffrischen und die Trilogie von neuem starten. Beim ersten Mal habe ich es auf Englisch gelesen, jetzt habe ich mir die deutschen Versionen zugelegt. Vom ersten Band gibt es sogar eine kommentierte Fassung. Diese kann ich sehr empfehlen. Man erfährt so einige Hintergründe zum Buch von Timothy Zahn selbst. Vor allem finde ich die Kommentare gut, um das Buch zeitlich besser einordnen zu können. Star Wars gibt es nun schon so lange und es gibt so viele mediale Erzeugnisse, dass man manchmal vergisst, dass 1991 nichts davon existierte. Manche Planeten, Spezies oder Techniken gab es entweder noch nicht oder hatten noch keine Namen. Deshalb finde ich es so spannend, die Kommentare zu lesen. Man taucht in eine andere Ära des Franchise ein.
Ich habe aktuell gerade einmal das erste Buch durch, hatte aber wieder eine tolle Zeit damit. Die Schlachten sind anschaulich beschrieben und die Charaktere wahnsinnig gut ausgearbeitet. Man hat von den bekannten Charakteren rund um Luke, Leia, Han und Chewie die Gesichter und Stimmen der Schauspieler*innen im Kopf. Doch auch die neuen Zugänge sind mit Leben gefüllt und wirken echt. Ihre Beweggründe und Hintergrundgeschichte sind nachvollziehbar und offenbaren sich Stück für Stück. Erneut begeistert mich Timothy Zahn mit diesem Buch und ich freue mich, demnächst mit dem zweiten Teil weiterzumachen.