Mittlerweile ist es knapp fünf Jahre her, dass ich mir die Dachgeschosswohnung ausgebaut habe. Die Küche war das Letzte, das eingebaut wurde. Immerhin war Corona und manche Lieferungen benötigten etwas länger. Wobei ich noch gut davongekommen bin. Für die Zwischenzeit hatte ich mir auf einem alten Schränkchen eine Heißluftfriseuse aufgestellt, damit ich zumindest manche Dinge aufwärmen konnte. Die Fritteuse von DeLonghi, die ich mir ausgesucht hatte, war im Prinzip ein kleiner Ofen und hat einen guten Job gemacht. Als die Küche später eingebaut und fertig war, ging es daran, sie entsprechend auszustatten. Es wurde Geschirr, Besteck, Töpfe, Pfannen und was man eben so benötigt, bei Ikea gekauft. Über die Jahre haben sich aus verschiedensten Quellen Schüsseln, Schälchen, Tassen und andere Behältnisse zusammengesammelt.
Auch wenn dieses Sammelsurium seinen Reiz hatte, wollte ich schon seit längerer Zeit etwas Einheitlicheres. Ich finde es schön, wenn Teller, Tassen und Schüsseln aus einer Designfamilie kommen. Sie passen zusammen und machen etwas her. Vor allem, wenn man Besuch hat und „normale“ Tassen verwenden kann, statt Merchtassen von Bitsundso, Assassin’s Creed und dem Held der Steine auszuteilen.
Deshalb kam es ganz gelegen, dass ich am Samstag in einem gewissen rot bestuhlten Möbelhaus unterwegs war. Eigentlich hatte ich nur vor, Dauerbackpapier zu kaufen. Seitdem ich treuer Kunde von Bofrost bin, benötige ich viel Backpapier. Im Sinne der Nachhaltigkeit und damit nicht allzu viel Müll zusammenkommt, wollte ich so ein Dauerbackpapier mal testen. Wie so oft fand allerdings noch mehr den Weg in den Einkaufswagen. Unter anderem eine neue Duschmatte, denn die alte würde gewisse Hygienevorschriften wahrscheinlich nicht mehr erfüllen. Und eben auch ein Geschirrset, Tafel-Service oder wie man es auch nennen möchte.
Das 62-teilige Set war mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt. Große und kleine Teller, Suppenschüsseln, kleine Schüsseln, Eierbecher, Espresso- und mittlere Tassen (inklusive Untertassen), große Tassen, Zucker- und Milchbehältnisse – einfach alles, was man benötigen könnte. Sie haben ein schönes Design aus schlichtem weiß mit grau-schwarzen Akzenten. Für knapp 90 € konnte ich dazu einfach nicht nein sagen. Eingepackt, bezahlt, mitgenommen und durch Spüli den Geschirrspüler fleißig gewaschen, ging es nun zur nächsten Herausforderung: Das Ganze irgendwie passend einzuräumen.
Während Spüli damit beschäftigt war, das Geschirr zu reinigen, nutzte ich den Karton, um das alte einzupacken. Manchmal muss man radikal ausräumen, was ich in diesem Fall gemacht habe. Bei allem, wo ich mir auch nur im Ansatz „brauche ich das“ dachte, habe ich eingepackt. Wie viele Tassen und Schüsseln benötigt man wirklich? Alles fein säuberlich für die Entsorgung vorbereitet, konnte ich das neue, inzwischen saubere Geschirr einräumen. Es sieht nicht nur gut aus, nach der Ausräumaktion hatte es mehr als genug Platz in der Schublade und im Schrank. Nach fünf Jahren darf man sich, denke ich, durchaus neues Geschirr leisten. Ich weiß etwas besser, was ich wirklich benötige und was es für mich machen soll. Auf dass es mir erneut viele Jahre gute Dienste erweist.

