Noch mehr Indie-Games

Ich nutze weiterhin gerne mein Playstation-Plus-Extra-Abo, um diverse Indie-Spiele zu testen. Ich möchte nicht schon wieder mit »Elden Ring« oder »Lies of P« meine Zeit verbringen. Auch wenn ich diese tollen Meisterwerke sicherlich wieder aus der digitalen Schublade herausholen werde, gibt es so viel mehr zu entdecken. Vor allem im Indie-Bereich gibt es tolle Perlen. Eine wichtige Regel oder einen Punkt, den ich beachten möchte: Wenn mir ein Spiel nicht gefällt, dann zwinge ich mich nicht, es zu beenden. Selbst wenn es nur ein paar Stunden dauert. Umgekehrt: Wenn mir ein Spiel gefällt, muss ich es nicht platinieren. Es ist in Ordnung, einfach nur ein Spiel zu genießen oder es eben wegzulegen, wenn es genug ist. Heute habe ich zwei Spiele, die ich kurz anreißen möchte.

Zum ersten »Somerville«. Die Geschichte fängt putzig an. Man sieht eine Familie, die in ein neues Haus einzieht. Ein Vater, eine Mutter und ein kleines Kind, das gerade mal laufen kann. Sie richten sich etwas ein und schlafen dann alle gemeinsam vorm Fernseher ein. Das Spiel versucht nun insofern, uns mit den Figuren vertraut zu machen, als dass man alle einmal steuert. Erst das Kind, dann die Mutter, dann den Vater. Es ist nett gemacht.

Somerville hat eine Perspektive wie ein Side-Scroller, allerdings kann man sich mit den Figuren nicht nur links und rechts bewegen, sondern auch ein paar Schritte in die Tiefe wagen. Diese dreidimensionale Steuerung, verbunden mit der fixen Kameraperspektive von der Seite, ist gewöhnungsbedürftig. Es ist nicht immer klar, wo man langlaufen kann oder was ein Interaktionspunkt ist. Manches ist auch nicht deutlich zu erkennen. Jedenfalls geschieht irgendwann, was geschehen muss: eine Alieninvasion. Der Vater wird ohnmächtig und als er wieder aufwacht, sind Frau und Kind weg. Wir begeben uns wie in einer zerstörten Welt auf die Suche nach unserer Familie.

Bei Somerville handelt es sich um ein Rätselspiel. Man kämpft nicht direkt gegen Aliens, sondern bahnt sich einen Weg durch die zerstörte Welt und die Siedlungen, die die Menschen errichtet und wieder verlassen haben. Wie lange waren wir eigentlich ohnmächtig? Die Rätsel sind unterhaltsam und gut gemacht. Wir begegnen nicht nur feindseligen Aliens, sondern auch freundlichen Wesen. Ich habe die ersten zwei Stunden wirklich gerne in dieser Welt verbracht. Das Design und der Stil des Spiels gefallen mir sehr gut. Nur habe ich es dann abgebrochen.

Nach zweieinhalb Stunden war die Story für mich nicht mehr greifbar und ich kannte das Ziel nicht. Die Figuren reden nicht. An sich kein Problem, wenn mir deutlich gemacht wird, was das Ziel ist. Dazu zählen auch Gestik der Charaktere und »environmental storytelling«. An sich nichts Schlechtes, nur wenn die Geschichte und das Ziel nicht klar werden, frustriert das. Vor allem wenn die Steuerung nicht so präzise ist, wie es manche Hindernisse von mir verlangen. Somerville ist eine nette Idee, scheitert aber letztlich an seinen eigenen Ambitionen.

Dann wollte ich noch »Mystic Pillars« testen. Auch ein Rätselspiel. Jedes Level hat eine bestimmte Anzahl an Säulen. Jede Säule ist mit Slots für Diamanten ausgestattet. Manche sind befüllt, manche nicht. Ziel ist es, die Diamanten so zwischen den Säulen zu verteilen, bis sie einem vorgegebenen Schema entsprechen. Man hat allerdings nur eine gewisse Anzahl an Zügen pro Versuch. Nach den ersten Versuchen habe ich schnell festgestellt, dass das kein Spiel für mich ist. Es gibt eine Pseudo-Geschichte, die den Grund für die Säulen erklärt und warum man die Rätsel lösen soll, aber wirklich packend ist das nicht. Eher ablenkend.

Nach »GRIS« und »Cat Quest«, die mich wirklich beeindruckt haben, also eher zwei enttäuschende Erfahrungen. Trotzdem bin ich ganz froh, den Spielen eine Chance gegeben zu haben. Mal sehen, was ich als Nächstes entdecke. Es wird Zeit, wieder die Steam-Bibliothek zu durchforsten.