Vor ein paar Monaten habe ich mit der Praxis »Homework for Life« aufgehört. Ja, ich weiß, das ist etwas kontraintuitiv. Ich habe Bullet Journaling mehr in den Fokus meiner täglichen Rituale gerückt und es fühlte sich für einige Zeit gut und richtig an. Doch ich vermisse es. So gut Bullet Journaling an sich ist und so gut es grundsätzlich funktioniert, so genial und einfach ist das Prinzip von »Homework for Life«. Matthew Dicks hat damit etwas Wunderbares geschaffen und ich möchte es nicht mehr aus meinem Leben missen.
Natürlich kann ich meine Notizbücher durchgehen und darin schmökern, was ich an diesem Tag vor drei Jahren gedacht oder getan habe. Eine Liste mit mindestens 365 Einträgen ist jedoch um einiges praktikabler. Also habe ich wieder damit angefangen. Es dauert vielleicht eine Minute, die Liste jeden Tag zu pflegen und ein Ereignis einzutragen. Diese Minute ist allerdings so viel wert. Ich mache es in einer Tabelle. Jeder Tag bekommt eine Zeile. Spalte 1 beinhaltet das Datum. In Spalte 2 trage ich das Ereignis ein, das mir am wichtigsten ist.
Manche würden jetzt wahrscheinlich sagen, dass es nicht jeden Tag etwas einzutragen gibt. Das stimmt aber nicht. Mit etwas Übung findet man jeden Tag etwas. Manchmal sogar mehr. Dann füge ich entsprechend viele Zeilen zu dem Tag hinzu. Matthew Dicks stellt die einfache Frage: Wenn ich jemandem für 5 Minuten von meinem Tag berichten müsste, was würde ich erzählen? Manchmal sind es tiefgreifende Gedanken, Gespräche oder Ereignisse, genauso oft aber etwas Alltägliches, das an diesem Tag aus irgendeinem Grund besonders war. Und so befüllt man die Tabelle. Zeile für Zeile, Tag für Tag.
Ich habe für mich gemerkt, dass es eine Praxis ist, die ich sehr gerne mache. Die Jahresübersicht zu haben, ist beeindruckend. Man überfliegt die Liste immer mal wieder und erinnert sich an Dinge, die man schon wieder vergessen hat. Die Zeit fliegt nicht mehr so schnell an einem vorbei, sondern verlangsamt sich. Man wird sich bewusst, was an einem Tag alles passieren kann. Ich kann »Homework for Life« nur empfehlen. Wer es lieber analog machen möchte: Es gibt von Leuchtturm ein 5-Jahres-Journal »Some lines a day«. Das eignet sich ebenfalls sehr gut für »Homework for Life«. Wie man es macht, ist nebensächlich. Es zählt die tägliche Praxis. Es ist die beste Hausaufgabe, die man bekommen kann.
