Kopflos?

Am Wochenende bin ich endlich dazu gekommen, mir die Köpfe in Salzburg anzuschauen. Erst musste natürlich die Aussicht vom Stieglkeller aus genossen werden. Im Sommer ist es Pflicht, eine Tour durch die Stadt dort zu starten. Wobei das Wetter hier nicht allzu sehr mitspielte. Deshalb suchten Freund J. und ich unter einer mit Wein überwachsenen Bank Platz. Doch der Regen wich schnell und so konnten wir uns auf den Weg über den Domplatz hin zum Residenzplatz bahnen. Natürlich pflasterten so einige Touristen den Weg, aber es war weniger los als befürchtet.

Nach dem leckeren (für mich alkoholfreien) Bier im Stieglkeller gingen wir also an den Köpfen vorbei. Man kommt aktuell ja kaum an einer Zeitung vorbei, in der nicht darüber berichtet wird. Anders als für die sonstigen modernen Kunstwerke, die in der Stadt verteilt sind, handelt es sich hierbei nur um eine temporäre Installation. Die Stadt hat dies scheinbar aus eigener Hand bezahlt und es war nicht gerade billig. Jedoch ist ihnen mit dieser Aktion durchaus etwas Eindrucksvolles gelungen. Die Fotos werden den tatsächlichen Köpfen nicht gerecht.

Sie sind sehr schmal, wenn man direkt davor steht. Die Dreidimensionalität erreichen sie durch eine gewisse verzerrte Darstellung der Gesichter, sodass sie beim Betrachten wieder normal aussehen. Es hat etwas Surreales an sich. Aber wieder einmal hat es die Stadt geschafft, dass man über sie spricht, und das nicht nur im Kontext des Jedermanns. Dessen Aufführungen finden aktuell ebenfalls statt. Aber mit den Köpfen können die Texte, die darüber geschrieben werden, einen neuen Spin erhalten. Großartig. Schade nur, dass sie ab Ende August wieder weg sind. Ich hätte sie gerne in der Stadt verteilt gesehen.