Alkoholfrei

Im Februar diesen Jahres habe ich einen Dry January gemacht. Freund J. hat dies initiiert und ich habe mich solidarisch angeschlossen. Es fiel uns beiden nicht schwer, auf Alkohol zu verzichten. Es ist ein Genussmittel und genauso behandle ich es auch. Ich trinke nicht jeden Tag. Ein klassisches Feierabendbier ist mir fremd. Gelegentlich gibt es ein Glas Wein zum Abendessen, aber das ist auch schon das Höchste der Gefühle. Üblicherweise habe ich nur in Restaurants oder (Wein-)Bars Alkohol getrunken. Mir sind auch keine negativen Auswirkungen durch den Verzicht auf Alkohol aufgefallen. Keine Entzugserscheinungen oder ein permanentes unterschwelliges Verlangen danach. Bis ich meine Einstellungen zu diesem Experiment geändert habe.

Mir sind zwar keine negativen Effekte durch meinen Verzicht auf Alkohol aufgefallen, aber sehr wohl positive. Es reichen schon ein oder zwei Gläser Weißbier und dann vielleicht noch ein Glas Rotwein, um den Effekt von Alkohol zu spüren. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Schlaf. Wenn ich mal länger unterwegs war, Freitagabend etwa, und am Samstag trotzdem früh aufstehen wollte, hat sich der Alkohol durchaus bemerkbar gemacht. Ich mag auch das Gefühl, angetrunken zu sein, nicht. Das bedeutet nicht, dass ich mich zugeschüttet habe. Wie gesagt, der Effekt von Alkohol kann sich schon nach ein oder zwei Gläsern Bier bemerkbar machen. Je nachdem, wie viel man verträgt, was man gegessen hat oder wie die Tagesverfassung ist. Dieses Gefühl habe ich nicht vermisst.

Diese positiven Auswirkungen haben mir gefallen. So ist aus einem trockenen Februar ein trockenes halbes Jahr geworden. Meinen letzten Tropfen Alkohol habe ich im März getrunken. Das war ein Gläschen Rotwein an einem lauen Frühlingstag in Salzburg. Ich schreibe immer wieder, dass ich gerne in den Stieglkeller gehe oder eine Weinbar besuche. Doch in diesen Etablissements gibt es auch alkoholfreie Getränke. Ich mag die Sportweiße von Stiegl und in der Weinbar gibt es Eistee oder gute Fruchtsäfte.

Ich hatte immer wieder Befürchtungen, dass es mir schwerfallen würde, keinen Alkohol zu trinken. Weniger aus einem inneren Verlangen heraus, sondern mehr aus gesellschaftlichem Druck, wenn man es so bezeichnen möchte. Doch diese Befürchtungen haben sich bisher nicht eingestellt. Bei Grillfeiern fragt man einfach nach alkoholfreien Alternativen oder bringt eigene mit. In Bars kann man sich durch die alkoholfreien Cocktails und Biere testen, was ich mittlerweile äußerst genieße und immer wieder erstaunlich köstliche Getränke zum Vorschein bringt. Mir fehlt der Alkohol nicht und ich schätze die positiven Auswirkungen, die durch den Verzicht darauf zum Vorschein gekommen sind. Ich habe nicht vor, wieder mit dem Trinken von Alkohol anzufangen. Im Zweifel bediene ich mich eben beim Wasser. Dem besten aller Getränke.