Geek-Planet | The Walking Dead: Book 10

Es ist Donnerstag. Das heißt, wir sehen uns einen alten Text von mir an. Der folgende stammt vom 23. November 2016 und erschien auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«. Da es diesen nicht mehr gibt, suche ich mir jeden Monat einen alten Text von mir aus, redigiere diesen und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.

Die Einführung von Kingdom ging in den Comics wohl relativ schnell. Hat sich Staffel sieben Zeit gelassen und jeder Partei im kommenden Konflikt eine volle Episode gewidmet, so geht es in den Comics relativ schnell. Zumindest kommt das in meinem Text so rüber. An die Geschichte an sich kann ich mich nicht mehr im Detail erinnern. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Auch wenn die schönen Hardcover-Editionen von TWD weiterhin im Regal stehen. Sie sehen wirklich toll aus. Das physische Medium hat eben doch nichts an seinem Reiz verloren.


In einer Welt voller Zombies bricht ein Krieg zwischen den Menschen aus. Denn warum sollte man versuchen, friedlich zusammenzuarbeiten und die Zivilisation wieder aufzubauen, wenn man als Tyrann herrschen und andere Unterdrücken kann, ohne dass einem jemand etwas anhaben kann. Außer natürlich man trifft auf Rick Grimes. Den letzten Polizisten auf diesem gottverdammten Planeten. Der Letzte, der versucht, etwas Großes und Dauerhaftes aufzubauen. Und dieser Cop will nun Krieg, also wird es auch Krieg geben. Blutig, brutal und erbarmungslos.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2014
  • Ausgaben: #109 – #120

“We’re starting down a path… and I don’t know how long it is, or where it goes along the way… but I know it ends in a good place.” – Rick

Nach der Vorstellung von Ezekiel keimt Hoffnung auf in unserem rechtschaffenen Polizisten. Er lässt die fähigsten Leute aus Alexandria, The Kingdom und Hilltop zusammenkommen, um für den bevorstehenden Krieg zu trainieren. Er muss nicht nur herausfinden, wen es sich lohnt mitzunehmen, sondern auch eine Strategie festlegen, die am besten zur Truppe passt, die ihm zur Verfügung steht. Dabei hat er wirklich Glück, denn Ezekiel hat eine fantastische Mannschaft zusammengestellt, auch wenn seine Anführerqualitäten etwas zu Wünschen übrig lassen. Wie wir in der zweiten Story-Arc des Buches sehen werden.

Es stimmt sehr zuversichtlich, dass so viele Männer und Frauen zusammengekommen sind, um der tyrannischen Herrschaft von Negan ein Ende zu bereiten und dass diese auch gut trainiert sind. Dies kombiniert mit der Munitionsfabrik von Eugene und einem erfolgreichen Erstschlag sollte einem Erfolg eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Wäre da nicht Ricks impulsive Ader.

Worin Rick ziemlich gut ist und in den vergangenen Tagen oder Wochen auch war, ist die Tatsache, dass es ihm tatsächlich gelungen ist, die meisten davon zu überzeugen, er würde gemeinsame Sache mit Negan machen. Als wäre er davon überzeugt, dass es das Beste ist, sich nicht mit ihm anzulegen. Dass er ihn quasi gebrochen hat. Darin ist er so gut, dass Spencer, der Sohn des ehemaligen Alexandria Chefs, einen Versuch unternimmt, die Führung Rick abzunehmen – hinter dessen Rücken. Denn Negan macht mal wieder einen seiner Opferungsbesuche persönlich. Doch Rick ist noch nicht von dem Lebensmittel-Trip zurück. Die Unterhaltung, die sich zwischen Spencer und Negan entfaltet, ist ziemlich interessant und man kann nicht wirklich einschätzen, wie diese enden wird. Jedenfalls wird es nicht schön.

Als Rick dann schließlich zurückkommt und darüber informiert wird, was vorgefallen ist, spielt er kurze Zeit noch mit, bevor er spontan beschließt, Negan auf dem Weg nach Hause zu überfallen. Direkt vor den Toren Alexandrias. Dies ist die wohl dümmste Entscheidung, die er seit langem getroffen hat. Nicht nur unterschätzt er Negan gewaltig und denkt nicht einmal daran, dass dieser eventuell irgendwo Verstärkung versteckt hält, er wirft damit ihren bisherigen Plan über den Haufen. Mit viel Glück kommen sie relativ glimpflich aus dieser Sache wieder heraus und sind nun gezwungen, schnell zu handeln.

Der eigentliche Krieg wird überraschenderweise in zwei Teile aufgeteilt, so umfangreich ist der Schauplatz, indem sich das alles abspielt. „all out war (Part 1)“ beginnt mit einer frontalen Gegenüberstellung und damit einer Machtdemonstration vonseiten Ricks. Er stellt seine gesamte Armee gegenüber den Eingangstoren Negans auf. Erst war ich mir nicht sicher, was sie sich dabei gedacht haben, doch eigentlich ist es ziemlich clever. Sie schießen, was das Zeug hält, und wenn sie dabei noch ein paar Männer ausschalten können, umso besser. Doch primär geht es darum, Fester einzuschießen und einfach viel Lärm zu veranstalten, um damit Walker anzulocken, mit denen sie Negan in seine Fabrik einsperren. Doch jemand muss sich opfern, um den Zaun niederzureißen. Es fällt auf Abrahams ehemalige Freundin zurück, die sich für diese Mission freiwillig meldet, da sie glaubt, nichts mehr verlieren zu können.

Als Nächstes sind die Außenposten an der Reihe und diese fallen sehr unterschiedlich aus, was deren Übernahme anbelangt. Während Rick relativ erfolgreich ist und nur wenige Männer verliert, büßt Ezikiel seine gesamte Belegschaft ein und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Leider wird aus den dargestellten Ereignissen nicht ganz klar, was der Grund für seine Niederlage ist. Allerdings schätze ich eher, dass er die falsche Strategie gewählt und sich zu sehr auf den Überraschungseffekt verlassen hat.

Diese Niederlage bekommen sie dann noch ziemlich stark zu spüren, da die Mannschaft aus dem Stützpunkt Negan dabei hilft, die Zombies vor seiner Tür zu vertreiben und einen harten Gegenschlag auf Alexandria durchführt.

Es war irgendwie klar, dass Negan doch Waffen versteckt hält. Bedauerlicherweise sind darunter viele Granaten, die gut dazu geeignet sind, die Häuser niederzureißen. Aarons langjähriger Freund verliert dabei sein Leben, was ich ziemlich schade finde, da die beiden ein gutes Paar abgegeben haben. Ganz knapp entrinnen sie dem Untergang, da es Maggie in Hilltop gelingt, die Kontrolle von Gregory an sich zu reißen. Mit einer Mannschaft eilt sie den Bewohnern von Alexandria zu Hilfe. Außerdem erweist sich ihr Maulwurf unter Negans Reihen, Dwight, als äußerst nützlich.

Im Prinzip hat der erste Teil des Krieges zwischen den vier Parteien niemand gewonnen. Auf allen Seiten wurden schwere Verluste und Schäden erlitten. Das Einzige, was nun zwischen Sieg und totaler Niederlage steht, ist die Frage, wer sich am schnellsten erholen kann und einen Gegenschlag ausführt. The Walking Dead entwickelte sich in den letzten drei großen Story-Arc zu einem Kriegsschauplatz und drehte sich weniger um das Überleben in der Zombieapokalypse. Ich finde diesen Aspekt der Erzählung grundsätzlich spannend. Zu sehen, wie sich solche Konflikte lösen könnten. Vor allem liegt es aber auch an der atemberaubenden Umsetzung, dass die Story-Arcs so mitreißend sind. Doch ich freue mich auch wieder auf die einfacheren Aspekte. Quasi ein bisschen back to the roots.

Eine große Frage, die schon länger in mir herumgeistert, ist, ob wir noch länger in Alexandria bleiben oder ob Rick und Co. dieses Gebiet verlassen. Immerhin haben sie noch Hilltop und The Kingdom als alternative Möglichkeiten übrig. Außer natürlich, wenn sie im zweiten Teil von „all out war“ vernichtet werden.

Schade, dass nur mehr drei Bücher übrig sind, die ich lesen kann (11 bis 13). Aber das Positive ist, dass ich die Reihe dann monatlich verfolge und in einen dauerhaften Genuss von Cliffhangern komme. Doch erst einmal ist Book Eleven an der Reihe.