Supernatural | S01E03 | Dead in the Water

In dieser Folge bekommen es Sam und Dean mit einem rachsüchtigen Geist zu tun, der im Lake Manitoc sein Unwesen treibt. Dieser Geist ist ziemlich umtriebig und tötet im Laufe der Folge vier Menschen. Was man eben so tut, wenn man als Kind aus Versehen in einem See von Freunden ertrunken wurde, diese den Unfall vertuschen und mit ihrem Leben weitergemacht haben, als wäre nichts gewesen. Diesen vertuschten Mord müssen leider die Familien der heute erwachsenen Männer ausbaden, die in diesen übernatürlichen Konflikt reingezogen werden.

Allen voran Andrea und ihr Sohn Lucas. Seit Lucas seinen Vater beim Ertrinken zusehen musste, spricht er nicht mehr. Er hat gesehen, wie etwas in dem See seinen Vater nach unten gezogen hat, was verständlicherweise eine äußerst traumatische Erfahrung war. Besonders charmant an Dead in the Water ist Deans gefühlvoller Umgang mit Lucas. Er spricht über seine eigene Vergangenheit und wie er seiner eigenen Mutter dabei zusehen musste, wie sie von etwas Unnatürlichem getötet wird. Das entspricht zwar nicht ganz dem, was wir bisher in den Rückblicken gesehen haben, gibt aber noch einmal mehr Kontext und Motivation für Dean. Selbst Sam scheint während dieses Falls seinen Bruder von einer neuen Seite kennenzulernen.

Dieser Fall ist auch das erste Mal, dass wir erfahren, wie man gegen Geister vorgeht. Man muss die Überreste ausgraben, mit Salz bestreuen und verbrennen. Dann sollten die Geister wohl endlich zu ihrer Ruhe finden. Bei einem Fall, bei dem das Opfer allerdings ertrunken ist und der Körper nie geborgen wurde, stellt sich das als nicht ganz so trivial heraus. Wie ich dann noch in einem Wiki-Eintrag von einem der vielen Supernatural-Seiten gelesen habe, lässt das darauf schließen, dass der See nicht sehr salzhaltig sein kann. Denn das würde die Arbeiten des Geistes äußerst schwierig machen, wenn sie doch empfindlich dem Gewürz gegenüber sind. Ich mag solche Schlussfolgerung und Argumentationen sehr gerne. Es gibt der Welt mehr Daseinsberechtigung, in gewisser Weise. Man nimmt die Welt in ihrem Kontext ernst und spekuliert, welche Schlüsse sich aus den vorhandenen Informationen ziehen lassen.

Den Aufbau der Episode könnte man schon fast als klassisch bezeichnen. Sam und Dean gehen systematisch dabei vor, geben sich als offizielle Ermittler irgendeiner Organisation aus und gehen dem Fall auf die Spur. Lucas als vertrauenswürdige Quelle funktioniert hervorragend, vor allem im Kontext mit Dean und dass dieser ihn ernst nimmt. Das color grading ist erneut sehr interessant. Die Farben werden blass dargestellt, der Look wirkt überbelichtet. Es passt zur Serie und der gesamten Atmosphäre des Falls. Mir war offen gestanden gar nicht mehr bewusst, dass die frühen Folgen einen solch signifikanten Look für sich etabliert hatten. Ich bin sehr gespannt, wie lange dieser bestehen bleibt und wann er sich ändert.

Kommen wir zur Strecke, die Sam und Dean in dieser Episode zurückgelegt haben. Ich finde es tatsächlich spannend zu recherchieren, ob die Orte wirklich existieren oder sie fiktive Entsprechungen von realen Orten sind. Auch habe ich so herausgefunden, dass scheinbar einige Episoden in Wisconsin gedreht wurden und sie deshalb dahin immer wieder zurückkommen. Ob das so ist, können wir sicherlich in den kommenden Folgen herausfinden. In Dead in the Water haben wir es wieder mit einem fiktiven Ort zu tun, der an einem Lake Manitoc liegt. Da es ähnlich klingende Seen in Wisconsin gibt, die eher im Norden des Bundesstaats zu finden sind, gehe ich mal von den Manitowish Waters aus. Dorthin sind es gut 2.100 km, also etwa eine ähnliche Strecke, die sie auch in der letzten Folge zurückgelegt haben. Insgesamt also schon 5.140 km.