MCU Rewatch | Thunderbolts*

Wer hätte das gedacht? Ein Film über die Thunderbolts. Oder zumindest eine Version davon. Ich bin mit der Comic-Geschichte dieses Teams nicht im Detail vertraut. Im Film besteht das Team jedenfalls aus folgenden Mitgliedern: Yelena Belova (Florence Pugh), John Walker (Wyatt Russell), Bucky Barnes (Sebastian Stan), Alexei Shostakov (David Harbour) und Ava Starr (Hannah John-Kamen). Nicht zu vergessen Bob (Lewis Pullman). Und für kurze Zeit Antonia Dreykov (Olga Kurylenko). Kann das funktionieren?

Erstaunlicherweise ist die Antwort auf diese Frage: Ja. Und zwar überraschend gut sogar. Ich hatte nicht wirklich Erwartungen an den Film. Yelena und Bucky sind zwei großartige Charaktere, die ich gerne im MCU sehe. Von den anderen hat man bisher nicht viel mitbekommen. Außer von Red Guardian, von dem man zu viel mitbekommen hat. Meine Befürchtung, dass er zu dominant, nervig und unlustig sein würde, hat sich jedoch nicht bestätigt. Alle Charaktere machen eine tolle Figur und werden hier noch einmal mehr ausgebaut. Natürlich bleiben manche im Hintergrund, aber diese ungewöhnliche Zusammenstellung funktioniert.

Die Rückkehr von Julia Louis-Dreyfus als Valentina Allegra de Fontaine passt ebenso gut zum Film wie ihre Assistentin Mel, gespielt von Geraldine Viswanathan. Louis-Dreyfus gelingt es stets, eine unterschwellige Boshaftigkeit auszustrahlen, von der man nie weiß, in welche Richtung diese sich entladen wird. Sie spielt de Fontaine sehr ruhig, aber dennoch wirkt sie bedrohlich. Eine tolle Gegenspielerin und Louis-Dreyfus hat sichtlich Freude an der Rolle. Ich bin gespannt, wann wir sie wiedersehen.

Ich will ehrlich gesagt gar nicht allzu viel mehr über den Inhalt des Films verraten. Ich würde sogar davon abraten, einen Trailer zu schauen oder sich sonst irgendwie mit dem Film zu beschäftigen, bevor man ihn sich ansieht. Es hat mir wirklich große Freude bereitet, komplett unvoreingenommen und ohne Vorwissen den Film anzuschauen. Ich habe ihn mir einfach auf Apple TV+ ausgeliehen und angeschaut. Und je länger der Film lief, desto mehr wurde ich in die fesselnde Geschichte hineingezogen. Ich bin überrascht, wie mühelos es Thunderbolts* gelingt, dass mir die Charaktere am Herzen liegen. Die Dialoge sind on-point geschrieben. Witzige Sprüche sind tatsächlich komisch und nicht übertrieben. Es gibt sogar herzerweichende, gefühlvolle Momente, die mir fast eine Träne abgerungen hätten.

Ich weiß nicht, was bei Marvel passiert ist. Nach den ganzen katastrophalen Filmen, die seit Endgame herausgekommen sind, ist Thunderbolts* einer der seltenen Lichtblicke. In der Post-Endgame-Ära würde ich ihn sogar auf dem zweiten Platz einordnen, gleich hinter dem dritten Teil von »Guardians of the Galaxy«. Schaut Thunderbolts*, ihr werdet es nicht bereuen. Ich kann es selbst kaum glauben, diese Zeilen zu schreiben. Der Film ist großartig. Ich hoffe, es geht bei den nächsten Filmen in dieser Qualität weiter.