Spiritfarer

Ich bin wieder auf einem kleinen Indie-Trip. Ich brauche eine kleine Pause von Soulslikes. Zumindest brauche ich eine Abwechslung, bevor ich mich in Spiele wie Lords of the Fallen stürze oder endlich Hollow Knight angehe. Deshalb habe ich nach Cozy Games und spannenden Indie-Games gesucht. So habe ich nicht nur Sword of the Sea entdeckt, über das ich bereits berichtete, sondern auch Spiritfarer.

Die Geschichte ist recht einfach. Der Fährmann Charon, der die Geister Verstorbener gegen einen Obolus in die Unterwelt begleitet, geht in Rente. Deshalb muss eine Nachfolgerin her. Die Wahl ist unsere Protagonistin Stella mit ihrer Katze. Denn natürlich muss eine Katze in dem Spiel sein. Sie bekommt ein eigenes Boot und muss sich fortan um die letzten Wünsche der Geister kümmern. Man kocht ihnen Essen, versorgt sie mit einer Behausung auf dem Boot, erledigt Aufträge für sie und macht so einiges mehr. Denn diese Geister, die die Gestalt verschiedener Tierwesen annehmen, bleiben durchaus länger auf dem Schiff. In den paar Stunden, die ich bisher gespielt habe, habe ich noch keinen dieser Geister zum Tor in die Unterwelt gebracht.

Das ist keine Kritik. Ich bin gespannt, wohin die Reise dieses Spiels führen wird. Aktuell macht es Freude, sich um die Passagiere zu kümmern. Besonders die ersten Gäste stehen in einem besonderen Verhältnis zu unserer Protagonistin, kennen sie aus ihrem früheren Leben. Sie zeigen uns diverse Fähigkeiten, die uns helfen, ihren Wünschen nachzukommen. Sie geben uns Reiseziele vor, wodurch wir die Welt kennenlernen, Händler finden und mehr. So steigern sich langsam die Verantwortungen, die man übernimmt. Es ist ein angenehmes Tempo, das das Spiel vorlegt. Man steht unter keinem Zeitdruck, kann sich um die Felder und den Garten kümmern, zwischendurch angeln und mehr. Spiritfarer entspricht genau dem, was ich mir unter einem Cozy Game vorgestellt habe.

Manche Bereiche der Spielwelt sind noch nicht erreichbar, da man spezielle Upgrades für das Schiff benötigt. Denn mit der Zeit wird das Schiff größer, bekommt Upgrades und mehr Gebäude, die neue Gegenstände freischalten. Zwischendurch bereist man schön gestaltete Inseln und erkundet sie nach Aufträgen bzw. neuen Passagieren. Man erfährt im Laufe der Zeit so einiges über die Geschichte dieser Welt, wie sie funktioniert und was den Bewohner*innen wichtig ist. Ich mag es, wenn sich nach und nach eine Spielwelt öffnet. Nicht nur in ihrem Umfang, sondern vor allem in ihrer Tiefe.

Spiritfarer taucht zu Recht in Bestenlisten auf und im Sale habe ich es für wenige Euros bekommen. Man kann dem Spiel seine volle Aufmerksamkeit schenken oder immer mal wieder ein paar Stunden das Schiff pflegen und sich um die Passagiere kümmern. Eine klare Empfehlung für alle, die mal etwas anderes, ruhigeres spielen wollen.