Supernatural | S01E04 | Phantom Traveler

In dieser Episode bekommen es die Sam und Dean Winchester mit ihrem ersten Dämonen zu tun. Dean beschreibt sie als Wesen, die kein wirkliches Ziel verfolgen, außer Tod und Zerstörung zu verbreiten. In gewissem Sinne sagt er also, dass Geister und andere übernatürliche Wesen einen Grund haben, warum sie die Dinge tun, die sie anrichten, und warum sie noch auf der Erde verweilen. Dämonen wollen nur Chaos. Außerdem wird beschrieben, dass sie nur Menschen in Besitz nehmen können, die eine Schwäche haben und sich nicht dagegen wehren können. Dies wird später nicht mehr so sein, da sich Dean und Sam extra mit Tattoos und anderem Zeug vor Dämonen schützen müssen, um nicht besessen zu werden.

Was jedoch bleibt, sind die schwarzen Augen, auch wenn sie später komplett schwarz sind und selbst das weiße nicht mehr zu sehen ist. Schwefelrückstände weisen natürlich ebenso auf einen Dämon hin. Etwas modifiziert wird der Rauch, der die pure Essenz eines Dämons darstellt – mehr oder weniger ein normaler Entwicklungsschritt einer Serie. Ein kleiner Fehler oder etwas, das die Macher später korrigiert haben, ist, dass man Dämonen mithilfe des EMF-Geräts nachweisen kann. Das gilt nur für Geister. Interessant ist auch, dass die beiden unsicher sind, ob sie es mit einem Dämon überhaupt aufnehmen können oder das doch etwas zu groß für sie ist. Ein erster Hinweis darauf, dass sie immer wieder über sich hinauswachsen müssen.

Die Nebencharaktere sind in dieser Episode durchaus gelungen. Vor allem deshalb, weil sie in dieser Geschichte viel der erzählerischen Last tragen, als es normalerweise der Fall ist. Viel dreht sich um die Flugzeugabstürze, gewisse Arbeitsabfolgen und wie es den Opfern, genauer gesagt den Überlebenden geht. Zum einen sei hier Max Jaffey genannt, der den Dämon gesehen hat und die Winchesters auf diese Spur bringt. Amanda Walker, die Stewardess, die gleich wieder arbeiten geht und einen sehr robusten Eindruck macht. Und natürlich Jerry, der die Brüder anruft und während ihres Aufenthalts in Kittanning betreut, wenn man so will. Aber auch der Rest baut die Erzählung gut aus und rundet sie ab.

In der Episode sieht man ebenso die typische Recherchewand recht prominent, die Sam und Dean im Motel aufbauen. Zum einen Frage ich mich, wo sie das ganze Zeug immer ausdrucken und warum. Benötigen sie das wirklich? Natürlich ist es ein rein filmisches Stilmittel, doch es muss ebenso eine intrinsische Motivation geben, dies zu tun. Und was machen die beiden mit den angehäuften Informationen, Zeitungsausschnitten, Ausdrucken und sonstigem Material? In meinem eigenen Kanon schicken sie das alles immer an Bobby, der irgendwo einen Keller voller Akten hat, mit all den Fällen, die die beiden lösen. Vielleicht schreibt er darüber, wie Watson es bei Sherlock Holmes tut.

Wie schon in den vergangenen Episoden haben Sam und Dean dieses Mal ebenso ihre eigenen Momente. Seien es die eher lustigen, wenn sie sich wie die Blues Brothers kleiden, um wie Homeland-Security-Agenten auszusehen oder die Neckereien im Flugzeug bei der Diskussion, wie Gott auf Lateinisch ausgesprochen wird. Es ist im Übrigen nicht Christo (wenn dann wäre es Christus), sondern »Deus«. Wie dem auch sei, im Motel der beiden, bevor sie den Job von Jerry bekommen, finden wir heraus, dass Sam kaum schläft. Ihn plagen Albträume. Nicht nur über den Tod von Jess, sondern ebenso in Bezug auf die Fälle, die sie bearbeiten. Dean scheint das eher weniger zu kümmern oder zumindest nicht zu belasten. So hebt diese kurze Unterhaltung einen weiteren Unterschied zwischen den beiden hervor und vielleicht, warum sie sich so gut ergänzen. Dean und ihr Vater sind aus dem gleichen Holz geschnitzt, Sam bringt eine andere, empathische Komponente hinein, wenn man so will.

Nachdem es die letzten Male eher schwierig war, die Orte zu finden, wo sich Sam und Dean herumtreiben, ist es dieses Mal etwas einfacher. Sowohl den Ort Kittanning gibt es in Pennsylvania, wo Dean mit seinem Vater einen Poltergeist bekämpft und so das Leben von Jerry gerettet hat. Außerdem gibt es den Ort Nazareth ebenso in Pennsylvania. Zwischen den beiden Orten liegen schon einmal knapp 500 km. Dann kommen noch einmal 1.900 km für die Strecke von den Manitowish Waters in Wisonsin hinzu, wo sich die Brüder in der letzten Folge mit dem rachsüchtigen Wassergeist angelegt haben. Damit sind wir insgesamt bei knapp 7.540 km in nur vier Folgen. Und sie haben sich einmal quer durch die USA gearbeitet.