Nur eine Phase

Es war nur eine unglückliche Verkettung von Ereignissen. Oder Steve Jobs wollte es so. Wer kann schon sagen, was wirklich passiert ist?

In den vergangenen Wochen habe ich mich ausführlich mit Android und eReadern beschäftigt. Monate eigentlich, wenn man ehrlich ist. Seit etwa einem Jahr habe ich den Boox Palma 2 in Gebrauch und es ist ein wirklich tolles Gerät. Zwei Geräte waren mir aber zu mühsam, also musste ein Smartphone mit eink-ähnlichem Bildschirm her. Nach langer Recherche bin ich auf das neue TCL 60 NXTPAPER SE gestoßen, das zu einem guten Preis erhältlich ist. Das hat meinen Boox für unterwegs abgelöst. Für zu Hause wollte ich einen richtigen eReader, also habe ich erneut recherchiert und verschiedene getestet, aber nur wenige sind wirklich gut. Die 300-€-Variante von Boox mit Farbbildschirm ist es nicht wert. Das Gerät wurde wieder zurückgeschickt. Also bin ich bei einem Kindle geblieben. Es ist und bleibt (leider) der beste eReader, den man kaufen kann. Offene Geräte, die die Installation von Apps erlauben, gibt es leider keine, die es mit einem Kindle aufnehmen könnten. Der Boos Palma 2 ist dem noch am nächsten gekommen.

Dann habe ich vor Kurzem mein TCL-Smartphone zerschmissen. Es funktioniert zwar noch, aber der Bildschirm hat zwei Sprünge und ein paar Ecken sehen alles andere als gut aus. Der Wechsel zu Android war eine Herausforderung. Für manche Apps brauchte ich eine Alternative, die Bedienung ist durchaus anders und es gibt Eigenheiten, an die man sich gewöhnen muss. Die Kamera des TCL ist natürlich auch nicht gerade berauschend. Abstriche, von denen ich dachte, damit leben zu können. Spoiler: Nein. Denn nach der anfänglichen Honeymoon-Phase stellte sich die Ernüchterung ein. Und eine Frage breitete sich in meinem Gehirn aus: Was habe ich mir dabei nur gedacht?

Je länger ich das Gerät in Verwendung habe, desto mehr Defizite fallen mir auf. Mir fehlt ein knalliger, guter Bildschirm. Die Kamera ist eine Katastrophe, wenn man ehrlich ist. Die Lautsprecher klingen nicht gut. Ganz zu schweigen von der langsameren Reaktionszeit bei manchen Gesten oder Aktionen, die man ausführen möchte. Die Apps sind nicht so knackig schnell wie bei iOS. Am Ende fühlt sich alles nach einem Kompromiss an, den ich nicht bereit bin, einzugehen. Vor allem was die Fotos anbelangt. Ich mache kaum mehr Fotos und schaue auch nicht in die Fotos-App. Dabei mache ich das gerne. Es sind Erinnerungen, in denen man schwelgt, und wenn ich mich durch meine 50.000 Fotos am Mac scrolle, entdecke ich immer wieder Highlights, die ich schon wieder vergessen hatte. Fotos, Videos, Screenshots, alles Zeugen und eine andere Art des Tagebuchs. Eine Ergänzung zum Blog, zu Homework for Life, zu meinen Journals. Ich mag das.

Wer weiß schon, ob es an Android oder am TCL-Smartphone liegt. Natürlich kann und wird es bei höherpreisigen, wenn nicht sogar sauteuren Geräten mit Android anders sein. Aber wenn ich mir ein solches Gerät zulegen sollte, dann sehe ich keinen Grund, warum es nicht ein iPhone sein sollte. Immerhin sind meine anderen Geräte, die ich seit Jahren verwende, Apple-Geräte und der Komfort des Ökosystems ist durchaus praktikabel und lässt sich nicht von der Hand weisen. Ähnlich wäre es, wenn ich nur Google-Geräte hätte. Wie es der Zufall so wollte, erschienen dieses Jahr die neuen iPhones an meinem Geburtstag. Mir waren also die Hände gebunden. Nun habe ich mir also am 12.9. ein iPhone 17 in Lavendel vorbestellt. Zwischen 19. und 22. September wird es angekommen sein – ich schreibe diese Zeilen hier zeitsouverän etwas vorher. Auf jeden Fall ist die Vorfreude so groß wie schon lange nicht mehr.

Für den Umstieg zurück zu iOS werde ich erst einmal nicht alles von Hand einzeln installieren. Das habe ich in den letzten Monaten zu oft gemacht. Stattdessen nutze ich die Apple-eigene App, die einem den Wechsel erleichtern soll. Wenn dadurch etwas nicht stimmig sein soll, kann ich das 17er nochmal plattmachen und alles manuell erledigen. Ich bin aber neugierig, wie einfach es einem wirklich gemacht wird, um von Android zu iOS zu wechseln. Der Blick über den Tellerrand war durchaus spannend. Ich hätte mir nur gerne gewünscht, dass es etwas länger dauern würde und das Experiment nicht in Frust endet. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Und diese unglückliche Verkettung an Ereignissen in den vergangenen Wochen und die Zufälle konnte ich leider nicht ignorieren.