Wenn ich Bilder für Texte verwende, habe ich aktuell zwei Quellen. Entweder ich habe die Fotos (manchmal auch Screenshots) selbst gemacht und stelle diese bei einem Text zur Verfügung. Oder aber ich greife auf Stockfotos zurück. Hierzu habe ich schon vor einer Weile ein Jahresabo bei Unsplash abgeschlossen, da mir die Auswahl sehr gut gefällt und man zu den meisten Themen etwas findet. Nicht alle Texte bekommen allerdings ein Bild oder eine Grafik. Es kommt hauptsächlich auf das Geschriebene an sich an. Wenn mir aber gerade etwas im Kopf herumschwebt, versuche ich, eine entsprechende Grafik bei Unsplash zu finden.
Ich glaube, ich kann an einer Hand abzählen, wie viele KI-generierte Bilder ich für Texte verwendet habe – wenn überhaupt. In der Vergangenheit habe ich schon des Öfteren mit derlei Programmen gespielt und experimentiert. Besonders Midjourney fand ich ansprechend, was die Bedienung und die Qualität der Resultate anbelangt. Bis vor kurzem hatte ich sogar eine Galerie mit ein paar der Bilder, die ich mithilfe von Midjourney erzeugt hatte. Diese habe ich allerdings vor langer Zeit wieder gelöscht. Denn meine Meinung zu generativer KI hat sich seitdem geändert.
Meine frühere Argumentation war, dass ich ja niemandem einen Job wegnehme, wenn ich mithilfe von KI ein Bild generiere. Das ist so weit richtig, denn ich hätte nie jemanden engagiert, um für einen Text ein Bild zu erzeugen. Richtig ist aber auch, dass ich nicht weiß, welche Daten verwendet wurden, um die KI zu trainieren. Immerhin kann ich der KI sagen, an welchem Stil sie sich bei der Erstellung des Bildes orientieren soll. Sind die entsprechenden Daten eingekauft und die Künstler*innen entlohnt worden? Oder wurden die Daten gestohlen bzw. sucht sich die KI die Daten aus einem Sammelsurium an Quellen heraus, das niemand so recht überblicken kann, geschweige denn hinterfragt?
Aktuell laufen viele Rechtsstreite, was die Quellen für KI anbelangt. Besonders wenn es um Schriftsteller*innen geht. Tausende Bücher wurden angeblich illegalerweise für das Training diverser KI-Varianten verwendet. Erste Urteile fallen eindeutig zugunsten der Autor*innen aus. Das finde ich gut. Ein Autor, dessen Name mir leider entfallen ist, hat in einem Vortrag oder Verfahren (ich bin mir nicht mehr sicher) es sehr gut formuliert. Er meinte, dass er über Jahre und Jahrzehnte das schriftstellerische Handwerk gelernt und verfeinert hat. Er ist immer wieder gescheitert, bis er endlich Erfolg hatte. Gut schreiben zu können, egal was es ist, braucht sehr viel Übung, Zeit, Fleiß und auch Aufopferung. Manchmal ist es mit Erfolg gekrönt, manchmal schreibt man ein tägliches Blog über Jahre nur für sich, weil es eben Spaß macht.
Wenn nun eine KI mit den Büchern, die man geschrieben hat, trainiert wird, ist das schlicht und ergreifend Diebstahl. Ich möchte auch nicht, dass eine KI mit meinen Texten trainiert wird. Ich stelle die Texte zwar gratis zur Verfügung und mache das gerne, trotzdem sind es meine Texte, mein Stil, meine Zeit, die ich dafür aufbringe. Wenn eine KI damit trainiert werden soll, will ich gefragt und dafür entlohnt werden, sollte ich dem zustimmen. Denn ich weiß nicht, wofür die Daten verwendet werden. Welche Texte damit generiert werden.
Generativer KI stehe ich äußerst skeptisch gegenüber. Genauso wie den ganzen Rechenzentren, die aktuell gebaut werden. Und all die hunderten Millionen und Milliarden, die investiert werden. Es schreit danach, dass dies eine Blase ist, die nur darauf wartet, zu platzen. KI kann nützliche Aspekte haben, keine Frage. Sie kann uns in Teilbereichen weiterhelfen, bei Analysen Arbeit abnehmen und beim Programmieren unterstützen. Es ist ein Werkzeug. Aber es bedarf Regulierung, Kontrolle und klarer Grenzen. Soziale Medien und Videoplattformen werden mit KI-generierten Inhalten überflutet. Was echt ist und was nicht, ist längst nicht mehr zu unterscheiden. Trotzdem werden darauf Meinungen aufgebaut und politische Ansichten geprägt. Eine äußerst skeptische Haltung wäre angebracht.
Es ist ein spannendes Feld, keine Frage. Doch Daten zu stehlen, damit KI zu trainieren und das Internet zu fluten, politische extreme und Debatten aufzuheizen und anzustacheln, klingt nicht gerade nach der utopischen Science-Fiction-Zukunft, die ich im Sinn habe, wenn ich an diese Technologie denke. Ich möchte gerne mehr in Richtung Star Trek und nicht Warhammer 40k.
