Supernatural | S01E06 | Skin

Es ist schon fast ein klassischer Einstieg in eine Krimi-Serie, den wir in »Skin« bekommen. In-A-Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly begleitet einen beinahe-Mord an einer jungen Frau. Es ist dunkel, düster, eine unheimliche Stimmung kommt auf. Ein SWAT-Team macht sich auf, die junge Frau zu retten, stürmt leise und vorsichtig das Haus. Schließlich stellen sie den Verbrecher. Das Gesicht von Dean wird groß in der Kamera eingefangen. Wie wurde er zu dieser Tat getrieben? Ist es wirklich Dean? Ein toller Beginn für eine der wohl spannendsten und unheimlichsten Folgen von Supernatural.

Die »Shapeshifter« oder »Skinwalker« (mal sehen, ob wir nochmal den genauen Unterschied in der Serie erfahren) sind tolle Monster für eine Mystery-Serie. Sie können die Gestalt von allem und jedem einnehmen. Wie weiß man, wem man vertrauen kann, wenn sie sich sogar die Erinnerungen und Gedanken derjenigen Personen aneignen können, die sie duplizieren? Sam erkennt es aufgrund dessen, dass Dean eigentlich Rechtshänder ist. Ansonsten ist es nur schwer zu durchschauen.

Doch dieser Gedankentransfer, den der Shapeshifter hier durchführt, bringt einige neue Informationen ans Tageslicht. Wir bekommen mehr Einblicke in die Gedankenwelt von Dean, wie es ihm geht und was er durchmachen musste, ohne Sam. Bisher war Sams Perspektive dominant, insofern ist dieser Wechsel sehr willkommen. So erfahren wir, dass Dean Angst hat, zurückgelassen oder verlassen zu werden. Erst ist die Mutter gestorben, dann ist Sam nach Stanford gegangen und schließlich ist sein Dad abgehauen. Er ist etwas neidisch auf Sam, dass er gehen konnte; Dean allerdings musste bleiben und den Job weitermachen; ihr Dad brauchte ihn. Insofern ist es ein bittersüßes Ende, wenn Sam Dean versichert, dass er gerne mit ihm unterwegs ist, dieses Leben mag und in Stanford nie wirklich hineingepasst hat. Ob dies wahr ist oder nicht, alleine es zu sagen und Dean etwas von seiner Angst und Last zu nehmen, finde ich eine nette Geste. Die beiden haben tolle Szenen in dieser Episode, die ihre Bande erneut stärkt.

Darunter fällt auch, dass Sam noch in Kontakt mit seinen ehemaligen Kommilitonen ist. Sie schreiben mehr oder weniger regelmäßig Mails. Sam ist noch nicht bereit, dieses Leben völlig loszulassen, da dies bedeuten würde, endgültig mit seinem temporären Ausstieg abzuschließen – seine Hoffnungen auf ein normales Leben. Dean versteht das nicht so ganz, genauer gesagt ist er der Meinung, dass Sam die Kontakte abbrechen sollte. Sie werden ihn nie ganz kennenlernen. Ihr beider Leben nicht nachvollziehen können. Das ist mit Sicherheit zum Teil wahr, doch zumindest Rebecca versteht am Ende der Episode, was die Brüder leisten und vielleicht auch welche Opfer mit einem Leben als Jäger einhergehen.

Die Effekte in »Skin« sind wieder einmal hervorragend. Die Maskenbildner und Co. haben exzellente Arbeit geleistet und der Übergang zu CGI ist beinahe nahtlos. Die Häutungen des Shapeshifters sind grausam und ekelerregend, die Haut, die überall herumliegt, schimmert und glänzt vor Schleim oder anderen Sekreten. Eine Transformation, die wir quasi vollständig erleben, gehört zu den Höhepunkten der Folge. Ebenso, dass Dean sich selbst erschießt und sie so vielleicht etwas weniger Beachtung von Polizei und FBI bekommen. Ein Thema, das sich in den nächsten Staffeln, wenn ich mich recht erinnere, durchzieht. Immer wieder kommen sie mit dem Gesetz in Berührung und müssen erst ihr Netz an Verbündeten aufbauen. Aktuell sind sie unter sich und kommen mit der größeren Welt der Jäger kaum in Berührung. Diese Welt öffnet sich nur langsam. Das Leben von Jägern ist ein einsames.

Wenn ich mich nicht irre, dann kommen mit »Skin« knapp 3.500 km auf das Konto der Winchester Brüder. Am Anfang der Folge erwähnt Dean einen Ort namens Bixby und dass sie nach St. Louis 400 Meilen (ca. 644 km) zurückfahren müssen. Daher gehe ich davon aus, dass sie Bixby in South Dakota meinen. Dann geht es sich ganz gut aus. Was ich allerdings nicht ganz verstehe, ist, dass Sam in Kontakt mit Freunden seiner Stanford Zeit ist und die ist an der Westküste. Es könnte allerdings sein, dass die Freundin von Sam ihrem des Mordes beschuldigten Freund in der Heimat beistehen will. Jedenfalls ist es ein ziemliches hin und her in dieser Folge. Damit hätten wir aktuell insgesamt 11.780 km. Der Impala muss ganz schön arbeiten.