Was esse ich da eigentlich?

Am 1. Januar dieses Jahres habe ich ein Jahresabo von MyFitnessPal abgeschlossen. Nicht unbedingt, um ein gewisses Abnehmziel oder Gewichtsziel zu erreichen (wobei das ganz nett wäre), sondern um immer mal wieder ohne Einschränkungen meine Ernährung tracken zu können. Ich mache das nicht seit einem Jahr durchgehend, sondern immer mal wieder für ein paar Tage oder manchmal auch Wochen. Es gibt mir eine Übersicht über das, was ich mir jeden Tag in den Mund stopfe. Außerdem bekommt man eine gute Zusammenstellung über die Makro- und Mikronährstoffe.

Beim Tracken des täglichen Essens geht es mir nicht nur um die reine kcal-Zahl, sondern auch darum, was konkret in dem Essen drin ist, das ich zu mir nehme. Enthält es genügend Eiweiß? Esse ich zu fettig oder kohlenhydratreich? Wie sieht es mit Ballaststoffen aus? Zudem weist die App immer wieder darauf hin, wenn ein Lebensmittel gut, mittel oder schlecht ist, was die eingetragenen Ziele an Nährstoffen betrifft. So kann man mit dem Wissen entweder etwas nachjustieren oder auch nicht. Was man mit den Informationen macht, bleibt wie immer einem selbst überlassen. Das ist das Schöne an Apps wie MyFitnessPal: Man wird nicht beschimpft und es werden keine Vorwürfe gemacht. Neutrale Informationen werden präsentiert. Der Rest liegt an mir.

Eine Sache, bei der ich mir weiterhin sehr unsicher bin, sind die verbrannten Kalorien beim Sport. Die Apple-eigene Fitness-App gibt immer wieder Zahlen aus, bei denen ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie korrekt sind. Manchmal sind es aber auch astronomisch hohe Angaben oder welche, die mir zu niedrig erscheinen. Dadurch bin ich dazu übergegangen, die verbrannten Kalorien nicht in das tägliche Ziel einzubeziehen. Ich denke, und habe das auch schon von mehreren Fitness- und Sport-YouTubern gehört, dass die Anzahl konsequent überschätzt wird. Ich fahre bisher damit sehr gut und fühle mich wohl. Aber je nachdem, welchen Sport man treibt und wie intensiv, und auch welche Ziele man hat, kann es natürlich sinnvoll sein, die Zahlen entsprechend anzupassen.

Ernährung ist und bleibt eine äußerst individuelle Sache. Jede und jeder muss für sich herausfinden, was am nachhaltigsten funktioniert. Es gibt unzählige Ernährungsweisen, von denen man sich inspirieren lassen kann. Wichtig ist, dass man experimentierfreudig an die Sache herangeht. Neue Gerichte auszuprobieren kann ein spannendes Hobby sein. Vor allem, wenn man unterwegs in Restaurants oder anderen Lokalitäten isst und Speisen entdeckt, die man sich nicht unbedingt selbst machen würde. Immer nur dasselbe zu essen, ist doch langweilig.

Lily Banse | Unsplash