Ich kann ja auch nichts dafür. Manchmal kann man aus der eigenen Haut einfach nicht heraus und muss sich den eigenen Vorlieben hingeben. Einfach akzeptieren, weitermachen und, wenn möglich, ein bisschen ausbrechen. Natürlich ist die Rede von Soulslikes. Wobei diese Spielekategorie schon seit Jahren sehr schwammig ist. Sobald jemand ein Spiel schwer findet, Gegner immer wieder respawnen, man die gegebene Währung beim Tod zu verlieren droht oder es ein düsteres Setting ist, wird von einem Soulslike gesprochen. Ich möchte nicht behaupten, dass »Cult of the Lamb« eines ist. Es ist weit entfernt davon. Aber ich möchte nur meine Nähe zu diesem Spielegenre klarmachen.
Denn eigentlich wollte ich mir mal die Kategorie von Cozy Games genauer anschauen. Also Spiele, die man zwischendurch zocken kann. Die vielleicht gar kein definiertes Ende haben oder dieses zumindest etwas weiter weg ist. Es geht um das gemütliche Spielen, um Entspannung. Ich habe auch ein paar Spiele gefunden. »Spiritfarer« zum Beispiel. Dieses habe ich gerne gespielt, aber wirklich fesseln konnte es mich am Ende dann doch nicht. Dann gab es auf Steam einen Sale und ich musste mir leider »Cult of the Lamb« zum dritten Mal kaufen (nach Xbox und Playstation jetzt also auch fürs Steam Deck). Das Steam Deck eignet sich für solche Spiele perfekt. Zwischendurch ein bisschen um die eigene Sekte kümmern oder einen Erkundungstrip starten oder ein paar Stunden am Stück zocken. Alles ist mit dem Steam Deck möglich. Na ja, vieles.
Für mich ist »Cult of the Lamb« tatsächlich zu einem Cozy Game geworden. Irrwitzigerweise »Hollow Knight« auch. Dafür habe ich mittlerweile zwar nicht unbedingt eine unendliche Geduld für solche Spiele, aber besonders beim wiederholten Durchspielen gehe ich stets entspannter an die Sache heran. Wie dem auch sei, nicht zuletzt die Accessibility-Einstellungen machen »Cult of the Lamb« zu einem wahren Cozy Game. Man kann das Fischen automatisieren und das Kochen. Man kann einstellen, dass man bei den Erkundungstrips nicht mehr sterben kann und noch ein paar Einstellungen mehr ausprobieren. Ich mag das, wenn Spiele einem mannigfaltige Möglichkeiten bieten. Immerhin muss man sie nicht nutzen, aber allein die Möglichkeit zu haben, macht schon viel aus.
Ich habe mir das Spiel auch zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal gekauft, weil ich vor dem nächsten großen DLC, welcher nächstes Jahr erscheinen wird, noch ein paar Durchgänge starten wollte. Zumindest zwei. Denn man kann sich immer wieder entscheiden, wie man die eigenen Follower und Anhänger behandeln möchte. Zwar empfinde ich es als interessant, einen »bösen« Run zu machen, wenn man das so bezeichnen möchte. Am Ende bin ich aber dann doch (meist) nett und lande auf der guten Seite. So gut man eben als Sektenführer in Form eines anthropomorphisierten Lamms sein kann. Das ist nämlich das Gemeine am »Cult of the Lamb«. Alle haben mehr oder weniger süß aussehende Tierformen. Entsprechend schwer fällt es, ein böser Anführer zu sein. Zumindest geht es mir so.
In »Cult of the Lamb« kann man endlose Stunden verbringen (fast hätte ich »vergeuden« geschrieben). Aber es macht tatsächlich Freude, sich um alle zu kümmern. Besonders die Besorgungstouren machen es abwechslungsreich und wenn man möchte, kann man noch eine absurd düstere Geschichte mitnehmen. Ich freue mich schon sehr auf das nächste DLC. Es verspricht, eine große Erweiterung zu werden.