Es ist wahrlich nicht leicht. Jedoch für die eigene psychische Gesundheit notwendig. YouTuber sind in keiner Welt eine Metrik, die man zum Vergleich heranziehen sollte. Besonders diejenigen, die von ihren Kanälen, Patreon-Unterstützer*innen und Co. leben können. Seien es BookTuber, die Bücher vorstellen, oder diejenigen, die in der Welt von Warhammer und Table-Top-Gaming zu Hause sind. Man darf nie vergessen, dass diese Kanäle ihr Job sind. Sie haben den ganzen Tag Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu beschäftigen. Natürlich kann man da nicht mithalten.
Wenn jemand jeden Tag ein paar Stunden Zeit hat, um zu lesen, dann kommen da in einem Monat einige Bücher zusammen. Wenn jemand den halben Tag zur Verfügung hat, um Figuren zu bemalen und an diesen zu arbeiten, dann hat dieser Mensch rasch eine Armee bemalt. Außerdem müssen sie das machen. Immerhin müssen sie Content produzieren, Videos veröffentlichen. Das ist nicht gerade wenig Aufwand. Ich glaube, manche arbeiten, was die Stunden anbelangt, mehr als einen Vollzeitjob und haben vielleicht nicht immer die größte Freude daran. Wobei das hoffentlich zu den Ausnahmen gehört.
Deshalb ist ein Vergleich mit diesen Content produzierenden Menschen nicht sinnvoll und auch nicht gesund. Wenn jemand ein Buch im Monat liest, ist das doch sehr viel mehr wert, als wenn man durch die Bücher hetzt und sich nichts merken kann. Da beschäftige ich mich lieber intensiver damit, mache mir Notizen, markiere mir Stellen und hebe so die Erfahrung der Geschichte und ihrer Charaktere auf ein anderes Level. Oder ich lasse mir Zeit beim Bemalen von Figuren. Immerhin sollen sie hübsch aussehen, und ich mache das für mich und nicht, um einer künstlichen Frist hinterherzujagen. Ich muss keine Videos produzieren. Oder ich baue nur gelegentlich Klemmbausteinsets. Wer hat schon den Platz für 17 Burgen und 25 Raumschiffe?
Vergleiche sind immer schwierig, und man sollte generell versuchen, sie zu vermeiden. Natürlich gelingt das nicht immer. Doch besonders, wenn es um Influencer oder YouTuber oder all die anderen Menschen geht, die mit ihrem Content ihren Lebensunterhalt verdienen, können Vergleiche schnell problematisch werden. Man redet sich selbst schlecht, weil man nicht genug liest oder macht oder malt oder baut. Für die meisten sind und bleiben es Hobbys, die Freude machen sollen. Immerhin geben wir unser Geld dafür aus und manchmal nicht gerade wenig. Da möchte ich so viel aus dem Erlebnis ziehen, wie nur möglich. Videos darüber dürfen andere machen.