Ich schaue im Moment gerne »Star Trek: The Next Generation«. Ich lasse es nebenbei laufen. Beispielsweise während ich mich durch eine anstrengende Passage in Silksong kämpfe oder Hindernisse überwinden muss. Es lenkt etwas ab. Was vielleicht auch nicht gerade gut ist, aber ich schaue es eben gerne. TNG ist eine zeitlose Serie, die man sich auch heute noch ansehen kann. Oft kommt es vor, dass ich problematische Stellen identifiziere, diese aber später von den Charakteren direkt angesprochen werden. Das ist äußerst erfrischend. Und bedenkt man, dass die Serie Ende der 80er angefangen hat, ein Qualitätsmerkmal, das ich heute manchmal vermisse.
Was mir auch aufgefallen ist: Die Charaktere nehmen einander ernst und ziehen sich nicht gleich auf oder machen sich lustig. Aus der heutigen Mediensicht hatte ich das an manchen Stellen befürchtet, es trat jedoch nicht ein. In einer Episode in der vierten Staffel verschwinden Personen etwa spurlos von der Enterprise. Niemand kann sich an sie erinnern, und ihre digitalen Fußabdrücke sind verschwunden. Nur Dr. Crusher scheint sich an diese Verschwundenen erinnern zu können. Die Crew nimmt das allerdings ernst, schickt Suchtrupps los und versucht, das Mysterium zu lösen. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Doch Dr. Crusher hat ihr Vertrauen. Warum sollten sie sie also nicht ernst nehmen? Alles andere wäre völlig fehl am Platz gewesen.
Eine zweite Beobachtung, die ich gemacht habe, betrifft all die zusätzlichen Leute, die entweder auf der Enterprise vorkommen oder kurze Gastauftritte haben. Sei es als eine Alien-Rasse oder als menschenähnliche Wesen. Die Maskenbildner und Make-up-Artists haben ganze Arbeit geleistet. Die „Nähte“ muss man schon suchen und das selbst, nachdem die Serie noch einmal neu und hochauflösend eingescannt wurde. Es ist erstaunlich. Daran erkennt man die Hingabe und Leidenschaft, die die Leute hatten. Sie standen für die Serie, ihre Prinzipien und die Welt.
Zu den Gastauftritten gehören aber auch die schauspielerischen Leistungen. Das sind zum einen die Crewmitglieder, die einfach nur im Hintergrund Dinge machen oder in den Korridoren am Hauptcast vorbeigehen. Es wirkt stets natürlich und passend für die Welt. Sie beleben die Enterprise buchstäblich. Diejenigen mit Sprechrollen oder größeren Gastauftritten machen ebenso eine gute Figur.
All diese Menschen machen »Star Trek: The Next Generation« zu dem, was es ist. Sie sorgen dafür, dass die Enterprise und die Welt dieser Zukunft lebendig wirken. Ohne Sie würde der Hauptcast nicht so gut aussehen. Seien es die Statisten oder Nebenrollen, die Make-up-Artists im Hintergrund oder all die anderen, die an der Serie mitgearbeitet haben. Man entdeckt immer wieder mit Freude neue Details. So macht es heute, 40 Jahre nach der Erstausstrahlung, immer noch Spaß, die Serie anzuschauen.