Wenn es um die Titel meiner Texte geht, bin ich nicht unbedingt konsequent. Aber bei einem täglichen Blog darf man gerne kreativ sein. Zumindest wähle ich stets kurze Überschriften. Meistens haben diese etwas mit dem Inhalt des Textes zu tun. Dadurch kann man zumindest erahnen, um was es gehen könnte. Etwas anderes ist es bei Nachrichtenportalen. Die Überschrift sollte darüber informieren, was das Thema ist. Es kurz zusammenfassen. Prägnant sein, neugierig machen. Das gilt für sämtliche News-Outlets, auch diejenigen im Gaming-Bereich.
Ich stöbere immer mal wieder bei GameStar durch. Was mich aber jedes Mal aufs Neue abschreckt, sind die grauenvollen Überschriften der Texte. Nicht nur sind diese viel zu lang, sie versuchen auch noch, den Text, dessen Twist oder Thema und die darin vorkommenden Protagonisten zu erklären. Hier ein paar Beispiele:
- „Steam – Ein Holländer hat einfach sein eigenes Mount & Blade gemacht und updatet es seit 3 Jahren, obwohl es kein Mensch spielt“
- „Valve stellt komplette Steam-Bibliothek wieder her, um einem User mit psychischer Erkrankung zu helfen“
- „Als Strategie-Entwickler top, als Publisher ein Flop – dass es so nicht weitergehen kann, hat Paradox inzwischen selbst verstanden“
- „Dieser Handheld löst eines meiner größten Probleme als Gaming-Vater und überzeugt dazu mit einer herausragenden Leistung“
Wieso steht beim ersten Beispiel „Steam“ als Erstes da? Diese Information benötige ich nicht. Meistens, wenn es sich um Videospiele handelt, ist Steam in irgendeiner Weise involviert und sei es nur als Plattform, auf der besagtes Spiel gekauft wurde. Das muss nicht in jeder Überschrift stehen. Beim zweiten Beispiel hätte es ausgereicht, zu schreiben: „Valve hilft User mit psychischer Erkrankung“ oder „Valves Kundendienst zeigt Herz bei Spieler mit psychischer Erkrankung“. Das reicht doch vollkommen aus. Denn jetzt frage ich mich, warum sie Herz zeigen oder wie sie den User unterstützen.
Diese Erklärbär-Überschriften sind nicht nur zu lang, meist hat nicht einmal der komplette Text auf der Webseite Platz. Manche gehen über fünf Zeilen. Dann kommt noch der Anreißer zum Text. Das ist zu viel und führt nur dazu, dass die Webseite überladen wirkt. Gibt es keinen Redaktionsleitfaden oder Richtlinien über die Länge und wie Überschriften formuliert werden sollen? Ich habe drei Jahre bei einem amerikanischen Blog mitgearbeitet, in meiner Freizeit. Jeder hat dort in seiner Freizeit am Blog mitgearbeitet, weil es eine Leidenschaft war. Selbst dort gab es Richtlinien und Leitfäden, an die man sich gehalten hat.
Gibt es Statistiken, dass diese Art, Texte zu betiteln, bei den Klicks hilft? Wann hat sich das eingeschlichen oder hatte GameStar schon immer diese seltsam überbordenden Überschriften? Ich kann mich offen gestanden nicht mehr erinnern, wie diese früher ausgesehen haben. Aber da habe ich meist auch das Magazin gelesen und war weniger auf der Webseite unterwegs. Es kann natürlich nur eine persönliche Anwandlung von mir sein. Jedoch finde ich die GameStar-Seite allgemein weder schön gestaltet noch von der textuellen Aufbereitung ansehnlich oder einladend. Das könnte man moderner und schlichter designen. Vielleicht liegt es aber auch nur an mir.