Ich habe schon so einige Male über Silksong geschrieben. Dass ich das Spiel großartig finde, muss ich also nicht wiederholen. Ich habe mich dazu entschieden, meinen ersten Durchlauf erst einmal für beendet zu erklären. Der finale Boss ist besiegt und das optionale Zeug hole ich später einmal nach. Doch nach knapp 50 Stunden benötige ich nicht nur eine Pause, sondern möchte anderen Spielen die Möglichkeit geben, mich ebenfalls so in den Bann zu ziehen. Ich habe von den letzten Stunden ein paar Eindrücke gesammelt, die ich hier zusammenfasse. Die Punkte sind nicht speziell geordnet, nur habe ich sie in drei Kategorien aufgeteilt: das Finale (was das Finale von Akt 2 meint), die Zeit danach und noch ein paar abschließende Gedanken. Offensichtlich werde ich ungehemmt spoilern.
Finale
- Ich habe knapp über 40 Stunden gebraucht, um ins Finale zu kommen. Wobei ich hier noch Vorbereitungen für das optionale Ende getroffen habe. Für gut 20 € also eine gewaltige Ausbeute und es gibt noch sehr viel mehr zu entdecken.
- Zu diesen Vorbereitungen gehörte unter anderem, den wohl nervigsten Boss des gesamten Spiels zu besiegen. „Optionales Ende“ heißt natürlich, dass man es nicht machen muss, aber dabei lässt man einen großen Teil des Spiels liegen. Und wie auch schon beim Vorgänger heißt das für mich, dass ich es machen möchte.
- Silksong ist wahrlich kein einfaches Spiel. Nicht nur Bosse haben mich Nerven gekostet, in manchen Gebieten jagte ein frustrierender Moment den nächsten. Das Finale hat mich allerdings wieder versöhnt. Es ist episch.
- Wenn man viele optionale Parkour-Passagen, Gebiete und Bosse bestreitet, ist man hervorragend für den Boss von Akt 2 und damit die eigentliche Geschichte vorbereitet. Für das eigentliche Ende habe ich nur einen Versuch benötigt, für das optionale Ende zwei. Das hat mich etwas überrascht. Es fühlte sich aber trotzdem gut an. Hier hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass sich all die hart erlernten Lektionen der vergangenen Stunden wirklich ausgezahlt haben.
- Silksong ist ein Wahnsinnsspiel und wenn das Finale von Akt 2 das Ende gewesen wäre, wäre ich damit mehr als fein gewesen. Doch es gibt noch den „geheimen“ dritten Akt.
Zugabe und Endzeitstimmung
- Den Boss von Akt 2 kann man auf zwei Arten besiegen. Entweder man besiegt das Wesen, das die Bewohner*innen von Pharloom heimsucht, und bindet dessen Kraft und wird selbst zur Herrscherin (die es hoffentlich besser macht). Oder man baut eine Falle und versucht, diesen Zyklus zu durchbrechen. Doch damit macht man es erst einmal für alle schlimmer. Die Falle ruft die Schatten, die wir bereits aus dem Vorgänger kennen, und reißt das gesamte Reich ins Dunkel. Nun muss man Pharloom also erneut befreien, von einem Fluch, den wir quasi verursacht haben.
- Der Start von Akt 3 ist fantastisch gemacht. Mehr sage ich dazu nicht. Man sollte es selbst erleben. Ich hatte Gänsehaut. Team Cherry hat großartige, kreative Ideen, die ich so noch nicht gesehen habe.
- Nach all den Strapazen von Akt 1 und besonders Akt 2 meint man vielleicht, das Spiel verstanden zu haben; es zu kennen. Doch Team Cherry weiß um diesen Hochmut. Augenblicklich wird man auf den Boden der eigenen Unfähigkeit zurückgerissen. Der Schwierigkeitsgrad in Akt 3 zieht noch einmal deutlich an.
- Es gibt eine gewisse, obligatorische Parkour-Passage. Man muss dabei aus dem Abgrund flüchten. Ich musste am ersten Abend mit zitternden Händen das Steam Deck auf die Seite legen, sonst hätte ich es wahrscheinlich zerbrochen. Dafür klappte es am nächsten Tag beim zweiten Versuch. Unfassbar. Aber als Connaisseur von Spielen aus dem Soulslike-Genre kennt man das.
Abschließendes
- Auch wenn man sich viel über den Schwierigkeitsgrad von Silksong aufregen könnte, so ist es nun einmal das Spiel, das uns Team Cherry präsentiert hat. Man muss nicht alles beim ersten Mal sehen, erleben oder schaffen. Es ist okay, zu sagen, dass es fürs Erste genügt. Ich bin froh, Akt 2 beendet und das eigentliche Ende des Spiels erlebt zu haben. Alles Weitere hole ich später nach.
- Bevor ich mich an Silksong herangewagt habe, spielte ich Hollow Knight. Den Vorgänger habe ich lange Zeit außer Acht gelassen, bis er mich vor ein paar Monaten doch gepackt hat. Wenn man die Spiele mehr oder weniger direkt hintereinander spielt, ist der Schwierigkeitsgrad von Silksong nicht überraschend, sondern eine natürliche Entwicklung dieses Gameplays.
- Die Welt von Hollow Knight ist durch Silksong ein großes Stück gewachsen. Ich bin gespannt, ob wir noch mehr Spiele aus dieser Welt, dieser Mythologie bekommen. Vielleicht wird es ja eine Trilogie. Ich würde gerne noch weitere Einträge sehen. Erst einmal schließe ich dieses Spielekapitel und wende mich anderen zu. Es wird aber nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich Hollownest oder Pharloom durchstreift habe.