Was ist das Erste, das man in eine Suchleiste eintippt, wenn man nach einem Gerät im Jahre 2026 sucht? Wahrscheinlich so etwas wie »bestes DAP«, »beste Kaffeemaschine«, »Gaming Monitor Test« und dergleichen. Am Ende landet man bei diversen Bestenlisten und Vergleichsvideos, die das beste und erstrebenswerteste Produkt anpreisen. Die Frage ist nur: Benötige ich wirklich das Beste? Ist nicht ausreichend gut genug? Was sind überhaupt meine Erwartungen an das gesuchte Gerät? Was soll es für mich erfüllen? Ist es ein Hobby, in das ich erst einsteige und bei dem ich noch gar nicht genau weiß, ob ich es länger verfolgen will, oder ist es eine jahrelange Leidenschaft? In beiden Fällen werde ich zu zwei völlig unterschiedlichen Schlüssen gelangen.
Meine Anforderungen an ein MacBook sind beispielsweise eher gering. Ich schreibe hauptsächlich damit und schaue Videos. Trotzdem habe ich mich vor ein paar Jahren für einen M3-Pro-Prozessor entschieden, weil ich es für längere Zeit verwenden möchte. Außerdem hantiere ich mit der Affinity Suite und dippe immer mal wieder einen Zeh in Foto- und Videobearbeitung. Mein letztes MacBook hat fast 10 Jahre durchgehalten, entsprechende Erwartungen habe ich an das Gerät, auf dem ich diese Zeilen schreibe. Ein E-Reader soll Bücher gut darstellen können. Man kann mehrere hundert Euro für einen ausgeben, aber das ist es mir zum einen nicht wert, zum anderen benötige ich die ganzen Features nicht. Ein Kindle im Sale tut es allemal.
Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich etwas mehr mit Musik. Ich habe mir ein paar gebrauchte CDs gekauft, mich mit dem Rippen eben jener CDs auseinandergesetzt und Videos bzw. Texte zum Thema gelesen. Irgendwann landet man bei DAPs. Das ist die moderne Bezeichnung für MP3-Player – Digital Audio Player. Diese gibt es für wenige 10er hin zu ein paar Tausend Euro. Am Ende sollen sie Musik abspielen. Für mein gelegentliches Hören von Musik reicht ein Einstiegsgerät allemal. Dazu in einem anderen Text mehr. Die Frage ist nur: Was ist, wenn das Gerät, welches ich mir ausgesucht habe, nicht gut genug ist?
Man kann sich immer fragen: Hätte ich 50 € mehr ausgeben sollen? Reicht der RAM wirklich aus oder wäre es besser gewesen, die nächste Stufe auszuwählen? Das Gemeine ist ja: Wenn man einmal zu einem Thema recherchiert hat, besonders auf YouTube, bekommt man immer mehr Videos zu dem Thema vor die Füße geworfen. Man sieht sich ein paar davon an und lässt sich verunsichern. Man hört von Features, die nett gewesen wären, oder lässt sich das gekaufte Gerät schlechtreden. F.O.M.O. (Fear of missing out) kommt auf.
Der Vergleich mit anderen, der mithilfe von YouTube, Social Media und dem Internet im Allgemeinen so einfach geworden ist, wird zu einem Problem. Hier muss man die Stärke haben, um abzuschalten – das ist verdammt schwer. Man sollte das Gerät erst einmal genießen und dankbar sein, dass man es sich leisten konnte. Wenn man nach dem besten Gerät einer Kategorie sucht, kommt die Versuchung auf, immer auch das Beste haben zu wollen. Aber entspricht das wirklich meinen Anforderungen? Und einmal entschieden, sollte man tunlichst weitere Vergleiche meiden. Das wäre zumindest mein Ziel. Ich habe eine Entscheidung getroffen und bin damit zufrieden. Darauf kommt es doch an.