Seit ich angefangen habe, Dokumentationen auf YouTube zu schauen, ist mir eine Sendung besonders positiv aufgefallen: »Mit offenen Karten – In Fokus«. Hier handelt es sich um eine knapp drei Minuten dauernde Sendung von Arte. Viermal die Woche nimmt sich die Sendung ein Thema vor und erklärt es auf äußerst anschauliche Weise. Einmal die Woche, wenn ich den Sendungsplan richtig verstanden habe, erscheint eine längere Sendung von knapp 15 Minuten, die ein Thema etwas ausführlicher beleuchtet. Ein Aspekt der Sendung, der hier natürlich der Hauptfokus ist, aber den ich mir auch in anderen Sendungen und Nachrichten wünschen würde, sind die Karten.
Man liest meist täglich Nachrichten. Sei es, man überfliegt die Themen, liest längere Artikel zu einem Thema oder schaut sich Nachrichten und andere Sendungen im Fernsehen oder auf Mediatheken an. Man hört Namen von Ländern und Städten. Manchmal wird gezeigt, wo das liegt, manchmal aber auch nicht. Natürlich kennt man die Namen und kann sie größtenteils zuordnen. Bei den Hauptakteuren des Weltgeschehens, die immer wieder vorkommen, ist das selbstverständlich einfacher als bei anderen Ländern und Städten. Während ich also noch darüber nachdenke, wo Stadt x nun genau liegen mag, ist schon wieder das nächste Thema an der Reihe. Hier würde ich mir etwas mehr Informationen wünschen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen würden.
Bei »Mit offenen Karten« wird stets genau gezeigt, welches Land gemeint ist und wo die Stadt liegt. Es werden Zusammenhänge erklärt und Abhängigkeiten. Ich habe es mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht oder bin aktuell dabei, mir jede dieser Sendungen, wenn eine neue Ausgabe erscheint, anzuschauen. In den wenigen Minuten wird durchaus einiges an Informationen vermittelt. Die Sendung wirkt allerdings nicht gehetzt oder gestresst, sondern es wird in ruhigem Ton und unaufgeregt über das Thema referiert. Etwas, das ich überhaupt an den Arte-Sendungen und Dokumentationen schätzen gelernt habe. Arte entwickelt sich zu meinem liebsten YouTube-Kanal.
Das einzige Problem, das ich damit habe, ist, dass zu viele interessante Sendungen erscheinen, die ich mir unmöglich alle anschauen kann. Meine „später ansehen“-Liste auf YouTube wird immer länger. Ich finde es tatsächlich auch sehr entspannend, am Abend eine oder zwei Dokumentationen (je nach Länge mal mehr oder weniger) anzuschauen. National Geographic macht ebenso tolle Dokumentationen. Aber sie sind mir manchmal zu effekthascherisch. Letztens hat man bei einer Folge von »Drain the Oceans« den Sprecher kaum verstanden, weil die Effekte und die Musik im Vergleich so laut waren. An der Abmischung muss noch etwas optimiert werden.
»Mit offenen Karten« kann ich allerdings ohne Einschränkungen empfehlen. Man sieht die Welt mit anderen Augen. Einordnungen fallen leichter und die allgemeine Geografie der Erde wird einem nähergebracht. Zumindest ergeht es mir so.