DAP

Wer hätte gedacht, dass das Sortieren von Dateien im Jahre des Herrn 2026 tatsächlich ein Problem sein würde? Ich nicht. Seit ein paar Wochen habe ich Musik für mich als Hobby entdeckt. CDs kaufen und rippen oder online nach Alben suchen, kaufen und als hochwertige FLAC herunterladen – mich hat das Hobby im Bann. Ich muss mich in solchen Anfangsphasen, wenn ich in ein Hobby einsteige, immer etwas zurückhalten. Wer weiß schon, wie lange ich es wirklich verfolge oder wie intensiv ich mich damit auseinandersetze? Deshalb gilt das gleiche Prinzip wie bei Lego: Gebrauchte CDs sind gute CDs. Das, was ich mir geleistet habe, sind jedoch neue Kopfhörer (dazu in einem anderen Text mehr, wenn ich sie wirklich testen konnte) und ein DAP (Digital Audio Player).

DAPs ist die moderne Bezeichnung für MP3-Player. Immerhin möchte der Audiophile von heute Musik in guter Qualität hören. Dazu benötigt man Lossless-Dateien, die so viele Informationen der Musik wie möglich enthalten. Das sind beispielsweise FLAC-Dateien. Diese kann ich am MacBook abspielen (dazu ist eine Drittsoftware wie Swinian notwendig) oder ich konvertiere sie in M4A-Dateien und füge sie zu Apple Music hinzu. Dann kann ich diese auch auf dem iPhone abspielen, da sich diese über die Wolke synchronisieren. Schade am iPhone ist, dass es keinen AUX-Anschluss mehr hat. Aber Apple verkauft zum Glück ja Adapter und gibt mir so die Chance, noch mehr Geld auszugeben. Wirklich nett. Immerhin möchte man Musik mit Kabel-Kopfhörern genießen, denn über Bluetooth gehen Informationen verloren und Lossless ist nicht wirklich möglich. Auch deshalb musste ein DAP her.

Ich habe mich für den »Snowsky Echo Mini« entschieden. Der ist kompakt, mit 60 € ein gutes Einsteigergerät und wartet mit einem charmanten Retro-Design auf. Er sieht nämlich aus wie ein Walkman. Wenn man Musik darauf abspielt, sieht man sogar eine Kassetten-Animation auf dem kleinen Bildschirm. Der Echo Mini hat keinen Touchscreen. Deshalb ist die Steuerung über die wenigen Tasten etwas frickelig, aber man gewöhnt sich dran. Große Musikbibliotheken sind sicher schwierig zu handhaben auf dem Echo Mini, aber für meine Bedürfnisse reicht es. Praktisch ist, dass man einfach eine SD-Karte mit der Musik reinsteckt, die Musikbibliothek aktualisiert und schon kann es losgehen. Akkulaufzeit soll etwa 15 Stunden sein.

Es gibt nur ein Problem: Die Musik wird nicht ordentlich sortiert. Ich habe mir Mühe gegeben und die Metadaten meiner FLAC-Files gesäubert und einheitlich gestaltet. Das erkennt der Echo Mini auch. Doch die Sortierung der Songs innerhalb von Alben ist eine Frechheit. Denn die Software nimmt nicht die Bezeichnung der Dateien oder die Songnummern aus den Metadaten. Stattdessen dient irgendeine Information aus dem Kopiervorgang als Grundlage für die Sortierung. Die Dateien werden also komplett durcheinander angezeigt und abgespielt. Ich habe versucht, das Erstelldatum mithilfe eines Terminal-Befehls einheitlich auf den 01.01.2060 einzustellen. Das „geändert“-Datum habe ich auf 2050 gestellt und ebenfalls für alle einheitlich gemacht – beides sollte helfen. Ich habe die Software FatDriveSorter installiert und über die SD-Karte laufen lassen, weil dies das Problem beseitigen soll. Nichts hat geholfen.

Ich kann also die »Media Library« des Echo Mini nicht verwenden. Wenn ich schon Alben anhöre, dann doch bitte in der entsprechenden Reihenfolge, die die Sänger*innen vorgeben. Zum Glück gibt es noch den Dateien-Browser, wo das Problem nicht vorzuherrschen scheint. Trotzdem würde ich gerne die tatsächliche Mediathek nutzen und von den Metadaten profitieren, die ich gepflegt habe. Immerhin muss man FiiO, die Firma hinter dem Snowsky, zugutehalten, dass sie fast monatlich Updates für die Firmware raushauen. Trotzdem haben sie es noch nicht geschafft, das Problem zu lösen. Als Alternative habe ich mir nun noch den »Hifi Walker H2« bestellt. Besonders mit dem Open-Source-Betriebssystem Rockbox soll dieser ein Traum sein. Einer von beiden geht dann auf jeden Fall wieder zurück. Wer hätte schon gedacht, dass das größte Problem an einem DAP die Sortierung der Musik sein würde? Und nicht die Soundqualität oder dergleichen.