Nur ein kleiner Zeh

Warhammer 40k begleitet mich schon mein ganzes Leben. Auf den ersten Blick ist es ein düsteres Science-Fiction-Universum. Und das ist es auch. Es begann als überbordende Satire. Ein Aspekt des Franchise, der mit der Zeit etwas in den Hintergrund gerückt ist, den man jedoch nie außer Acht lassen darf. Manche Fans nehmen das Hobby sehr ernst, vielleicht zu ernst. Dabei sollte man nicht vergessen, wo das Hobby herkommt, wo es seinen Ursprung hatte und dass wir im Grunde nur mit schräg aussehenden Spielzeugsoldaten spielen (um den YouTuber Arbitor Ian zu paraphrasieren). Diese teils extreme Identifikation mit dem Hobby ist durchaus nachvollziehbar.

Immerhin bietet es verschiedenste Aspekte und kann schnell einen Großteil der Freizeit einnehmen. Der wohl größte Block ist das Zusammenbauen und Bemalen der Figuren. Space Marines und die diversen Alienfraktionen sind über die Jahre komplexer und kleinteiliger geworden. Allein das Zusammenbauen kann zu einer Herausforderung werden. Wenn man die Figuren dann noch halbwegs gut bemalen möchte, ist man pro Figur einige Stunden beschäftigt. In diesem Aspekt des Hobbys sollte man jedoch realistische Ansprüche haben. Durch YouTuber, die immer wieder Herausforderungen machen und das Hobby teilweise zu ihrem Beruf machen konnten, sind die eigenen Ansprüche im Zaum zu halten. Wenn man regelmäßig malt, schafft man vielleicht trotzdem „nur“ eine Handvoll Figuren pro Jahr. Wir haben (meistens) Berufe und andere Verpflichtungen, da bleibt am Ende des Tages nicht mehr allzu viel Zeit übrig. Realistische Erwartungen an sich selbst sind nicht nur wichtig, sondern notwendig.

Ein weiterer Aspekt des Hobbys, den ich in meinem langen, langen Leben nur wenige Male ausgelebt habe, ist das tatsächliche Gegenübertreten von zwei Armeen. Das liegt zum einen daran, dass ich kaum eine Armee zusammenbringe, weil ich stets unterschiedliche Fraktionen male. Zum anderen fehlt es an Gelegenheiten und der Lust, mich intensiv mit den Regeln auseinanderzusetzen. Mittlerweile gibt es zu Warhammer 40k auch noch Hunderte Bücher. Sei es in der 40k-Zeitlinie oder dem Prequel-Zeitstrang »The Horus Heresy«. Man findet sicherlich ein passendes Buch zu einem Teilaspekt der Geschichte von Warhammer 40k, das einen interessiert. Schließlich gibt es noch diverse Serien (auf Warhammer+), die man sich ansehen kann, oder YouTuber, die sich damit beschäftigen.

Deshalb begleitet mich Warhammer auch schon mein ganzes Leben. Irgendeinen dieser Aspekte verfolge ich immer. Doch seit ein paar Wochen juckt es mich wieder unter den Fingern. Ich möchte wieder mit dem Malen anfangen, mich etwas mehr mit aktuellen Geschehnissen auseinandersetzen. Deshalb habe ich mir unter anderem die aktuelle Erweiterung rund um »500 Worlds« besorgt und die aktuelle Ausgabe des offiziellen Magazins »White Dwarf«. Außerdem bin ich meinen »Pile of Opportunity« durchgegangen und habe mir Space Marines zum Bemalen herausgesucht. Ich werde über eventuelle Fortschritte selbstverständlich berichten. Mal sehen, ob es bei ein paar Büchern hier und ein paar Pinselstrichen dort bleibt oder ob mich das Hobby wieder mehr in den Bann zieht.