Ich weiß nicht genau, was mich dazu verleitet hat. Vielleicht ist es auch einfach nur eine immer wieder aufkommende Phase, der ich sehr gerne nachgebe. Aber seit ein paar Wochen juckt es mich in den Fingern, endlich mal wieder einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Warhammer 40k und zu einem gewissen Teil auch der Fantasy-Ableger »Age of Sigmar« begleiten mich schon mein ganzes Leben. Sei es durch Bücher, Animationsserien, Lore-Videos auf YouTube oder diverse andere Bereiche des Hobbys, mit denen man sich auseinandersetzen kann. Doch das Bemalen der Figuren ist ein Auf und Ab. Die aktuelle Pause davon dauert mittlerweile schon über ein Jahr, wenn ich mich nicht irre.
Doch letztens hatte ich die Gelegenheit und Zeit, mein Büro und meinen Hobbyraum etwas umzugestalten. Dadurch ist es dort nun gemütlicher, ich fühle mich wohler und es ist ein hübscher Raum geworden. Die Hobbysachen zum Bemalen der Figuren von »Games Workshop« und anderen Firmen befinden sich schon länger dort. Aber im Zuge der Umgestaltung habe ich mir einen guten Überblick verschaffen können. Die Farben sind zum Glück noch nicht eingetrocknet, Pinsel habe ich zur Genüge, nur Grundierungsspray ist mir ausgegangen. Auch Figuren habe ich noch zur Genüge. Der »Pile of Opportunity« wird nicht unbedingt schnell kleiner, wenn man nur gelegentlich malt. Doch das möchte ich ändern.
Zumindest möchte ich es regelmäßiger machen und so meine Fähigkeiten mit dem Pinsel steigern. Erst dachte ich mir, ich bemale einfach ein paar alte Blood-Angels-Figuren, die noch in einer Kiste lagen. Um wieder in das Hobby reinzukommen, quasi. Aber dann habe ich mich für einen Grundkurs entschieden. Ich möchte die Dinge von Grund auf neu lernen. So kann ich Fehler vermeiden und mir schlechte Gewohnheiten abtrainieren. Auf diesen Grundkurs bin ich eher zufällig gestoßen. Ich habe mich auf der Webseite von Duncan Rhodes umgesehen. Allen, die sich mit dem Bemalen von Warhammer-Figuren und anderen Modellen beschäftigen, ist der Name wohl ein Begriff. Duncan Rhodes hat viele Jahre auf dem YouTube-Kanal von Games Workshop Anleitungen präsentiert, wie man unzählige Figuren bemalen kann. Ich schätze, viele Menschen haben mit seinen Videos das Malen gelernt und haben so in das Hobby gefunden. Aus diesen Videos stammt auch das Motto: »Two thin coats.«
Vor ein paar Jahren allerdings hat er sich mit dem Videoproduzenten und Designer Roger Yates unabhängig gemacht. Bereits bei Games Workshop haben sie lange zusammengearbeitet. Auf der Webseite duncanrhodes.com findet man seither die Videos der beiden. Mit meinem neu aufkommenden Interesse und dem Vorhaben, es besser zu machen und das Handwerk zu lernen, habe ich mir ein Abo geklickt. Ausschlaggebend war der Kurs »Fundamentals of Miniature Painting«, der ebenfalls auf der Seite zu finden ist. Man lernt hier alles von Grund auf. Worum geht es in dem Hobby? Was braucht es dazu? Wo fängt man an? Was sind Strategien? Bevor man anfangen kann zu experimentieren, müssen die Grundlagen sitzen – so zumindest mein Gedankengang.
Also habe ich aus der Box der 10. Edition von Warhammer 40k, die noch völlig unbenutzt bei mir herumlag, einen Squad Terminator Space Marines herausgenommen und zusammengebaut. Immer darauf achtend, die Tipps und Hinweise von Duncan zu befolgen. Anschließend habe ich sie grundiert. Der einzige Spray, der noch etwas Inhalt hatte und funktionierte, war braun, aber das sollte dem Unterfangen nicht schaden. Schließlich ging es mit dem Aufbringen der Grundfarben weiter. An diesem Punkt bin ich gerade. Es macht mir wieder Freude, die Figuren zu bemalen. Ich muss mich jedoch immer wieder zurücknehmen, denn Malen ist ein entschleunigendes Hobby. Wir sind instant gratification gewohnt, das bekommt man hier nicht. Fortschritte sind manchmal kaum ersichtlich und dauern etwas. Doch das Endergebnis ist es stets wert. Und wenn man sich Zeit lässt und nicht versucht, etwas unbedingt schnell abschließen zu wollen, kommen wirklich beeindruckende Ergebnisse dabei heraus.
Meine Journey ist noch am Anfang. Ich denke schon an die nächsten Figuren, die ich bemalen möchte, doch erst einmal liegt der Fokus auf diesen Terminator Space Marines. Schön, eins nach dem anderen.



