Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick auf einen alten Text von mir. Wir gehen zu meinem Medienwissenschaftsstudium zurück. Im Zuge des Projektstudiums habe ich eine Textreihe zu den X-Men verfasst. Doch es ging nicht nur darum, die Comics zu analysieren, sondern sich mit Themen rund um diese Comics auseinanderzusetzen. Die Texte habe ich damals auf Englisch geschrieben, präsentiere sie aber heute auf Deutsch. Die initiale Übersetzung habe ich mit DeepL gemacht und die Texte anschließend redigiert.
Heute geht es weiter mit den Comic-Epochen und den Dark Ages sowie dem Extreme Age. Aus heutiger Perspektive hätte ich mir gewünscht, dass ich die einzelnen Epochen detaillierter beschrieben hätte. Ich gebe immer wieder Quellen an, wo man Dinge nachlesen kann oder mehr Informationen findet. Doch es wäre gut für den Text gewesen, manche dieser Dinge einzuarbeiten und zu überprüfen. Mehr Beispiele aus den Comics der damaligen Zeit heraussuchen und so weiter. Aber dafür reichte die Zeit dann doch nicht aus, und ich hatte schon alle Hände voll damit zu tun, die X-Men-Comics zu lesen und zu analysieren. Dann auch noch Essays zu Themen zu schreiben, war vielleicht doch etwas viel.
Ich habe schon lange keine Comics mehr gelesen, aber wenn ich mir diese alten Texte ansehe, juckt es mich doch wieder in den Fingern. Es ist und bleibt das beste Medium. Zumindest für mich. Aber machen wir erst einmal weiter mit den Epochen.
Als Letztes sind erschienen:
- Comic Book Authority
- Thomas & Adams (Teil 1, Teil 2)
- Was ist ein Mutant (Teil 1, Teil 2)
- X-Men First Class v1 (2007)
- Comic-Epochen (Teil 1, Teil 2, Teil 3)
Das dunkle Zeitalter
Das dunkle Zeitalter, manchmal auch als Copper Age bezeichnet, begann 1985. Warum ich dieses Zeitalter nicht als „modernes Zeitalter“ bezeichnen möchte, erkläre ich später genauer. Wie bei unserem realen dunklen Zeitalter ist dieser Begriff nicht wörtlich, sondern bildlich zu verstehen. Charaktere wie Barry Alan als Flash, Clark Kent als Superman, Wonder Woman und viele andere wurden durch düsterere, realistischere und psychologisch komplexere Charaktere ersetzt. Als Ausgangspunkt können wir erneut einen Blick auf DC und ihr Ereignis „Crisis on Infinite Earths“ werfen. Nach 50 Jahren Veröffentlichung mussten sie ihren reichhaltigen und komplexen Mythos vereinfachen. Ihn etwas zugänglicher machen. Die Lösung war eine 12-teilige Miniserie, die das DC-Universum für immer verändern sollte.
Wer sich eingehender mit diesem Event beschäftigen möchte: Ich kann den Artikel „Crisis on Infinite Earths‘ 30 Years On“ von Gregory L. Reece auf popmatters.com wärmstens empfehlen. Zunächst spricht er über die Geschichte von DC und die Idee eines Multiversums. Anschließend geht er darauf ein, warum und wie „Crisis on Infinite Earths“ so ein Erfolg wurde.
DC veröffentlichte auch einen ihrer beliebtesten und meistverkauften Graphic Novels, »Batman: Year One« von Frank Miller und dem Künstler David Mazzucchelli. Frank Miller schrieb auch »The Dark Knight Returns«. Alan Moore und Dave Gibbons schufen »Watchmen«. Ich glaube, ich muss den Wert dieses Comics nicht beschreiben.
Aber „Marvel hatte auch seinen Anteil an dunklen, psychologisch komplexen Geschichten wie dem Morlock-Massaker, Scourge, der Bösewichte ermordet, und dem Punisher, der im Vergleich zu Drecksäcken wie Nuke oder Sabretooth ein Held ist.“ (Grand, 2016)
Extreme Age
Für manche begann das Extreme Age 1991 mit der Veröffentlichung von »X-Force #1« von Rob Liefeld. Meiner Meinung nach passt 1992 jedoch besser, denn in diesem Jahr wurde Image Comics von Todd McFarlane, Jim Lee, Whilce Portacio, Marc Silvestri, Erik Larsen, Jim Valentino und Rob Liefeld gegründet. Ehemalige Mitarbeiter der Big Two. Es war eine kleine Revolution und ein Aufschwung für Indie-Comics.
1993 wurde Milestone Media von einer Koalition afroamerikanischer Künstler und Autoren gegründet, bestehend aus Dwayne McDuffie, Denys Cowan, Michael Davis und Derek T. Dingle. Sie gaben Minderheiten eine Plattform. Das Extreme Zeitalter führte das Bronzezeitalter weiter. Es entstanden düsterere Antihelden. Zum Beispiel einer meiner absoluten Favoriten: Spawn.
„Während ein seltsamer Angreifer die Stadt heimsucht und Menschenherzen herausreißt, taucht ein weiteres Wesen aus einer anderen Welt auf. Als sein Verstand ins Wanken gerät, erinnert sich unser gequälter Held daran, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, um zu seiner geliebten Frau zurückzukehren – fünf Jahre nach seinem Tod.“ (imagecomics; o. J.)
Es ist wichtig, solche Entwicklungen hervorzuheben und ihnen ihre eigene Ära zuzuweisen, egal wie kurz diese auch sein mag. Aber Image spielt nach wie vor eine große Rolle als Comic-Verlag, und Milestone Media hat viele Menschen inspiriert (ihre Geschichte kann man ausführlich in dem großartigen Buch „Black Superheroes, Milestone Comics, and Their Fans“ von Jeffrey A. Brown nachlesen).
Dies war auch die Zeit, in der Taschenbücher populär wurden und DC mit ihrer Storyline „Death of Superman“ begann. Das Wort „extrem“ bezieht sich aber auch auf die Zeichnungen, die nicht immer anatomisch korrekt waren (insbesondere was bestimmte Merkmale des weiblichen Körpers oder die Muskeln von Männern angeht), und wir bekamen viele Gimmicks in den Handlungssträngen präsentiert, wie man in den frühen Comics von Image sehen kann.