40 Tage

Es ist Fastenzeit. Vom 18. Februar bis 4. April wird sechs Tage pro Woche gefastet. Wie ich gelernt habe, sind die Sonntage von der Fastenzeit ausgenommen. Sonst käme man auch auf 46 Tage und nicht auf die versprochenen 40. Man fängt also am Aschermittwoch an. Das ist auch äußerst sympathisch, da man so mit „nur“ vier Tagen Fasten anfängt. Dann kann man sich am Sonntag auch schon wieder alles in den Mund schaufeln, worauf man in den vier Tagen verzichtet hat. Das ist natürlich nur eine Übertreibung. Dieses Jahr reizt es mich allerdings, die Fastenzeit mitzumachen.

Wenn dieser Text erscheint, bin ich zwar schon mittendrin, aber aktuell bin ich mir noch nicht sicher, was die Fastenzeit für mich genau umfassen soll. Sind es einfach nur die gängigen Dinge wie Schokolade, Chips und Mehlspeisen, auf die ich verzichten möchte, oder gibt es speziellere Dinge? Man könnte sich auch überlegen, zusätzlich je eine Woche auf etwas Spezifisches zu verzichten. Beispielsweise Brot oder Erdnussbutter (die ich wirklich sehr gerne esse) oder Käse. So kann man etwas experimentieren. Welche Auswirkungen hat es, wenn ich auf das oder jenes verzichte? Wie fühle ich mich dabei? Und das Schöne ist, man kann alles, was einem angeboten wird, mit „Nein, danke, es ist ja gerade Fastenzeit“ ablehnen, ohne unhöflich zu erscheinen.

YouTube schaue ich gerade ohnehin eher wenig, da ich abends immer male und dabei fast nur Musik höre. Alkohol trinke ich seit Mai 2025 nicht mehr und geraucht habe ich auch noch nie. Auf mein Smartphone will ich nicht verzichten, dafür ist es für alltägliche Belange zu sehr von Bedeutung. Sei es, Finanzen mit Banking-Apps zu verwalten oder mit YNAB im Blick zu haben. Fürs Laufen verwende ich die Nike-Running-App, meine Newsletter, Zeitungen und andere Texte lese ich ebenfalls zum Teil am iPhone. Wie man im Jahr 2026 komplett auf ein Smartphone verzichten kann, ist für mich immer wieder ein Rätsel. Bei Jugendlichen lasse ich mir das noch eher einreden, aber diese Studien und dergleichen sind mir immer zu sehr „mit Kanonen auf Spatzen schießen“. Das Problem ist nicht das Smartphone an sich, sondern wie man es verwendet. Ein kompletter Verzicht erscheint mir utopisch.

Vielleicht fallen mir aber im Laufe der nächsten Woche noch weitere Dinge ein, auf die ich verzichten möchte, und sei es nur für die erwähnte eine Woche als Test. Und darauf kommt es doch am meisten an, in der Fastenzeit: der bewusste Umgang mit dem, was man jeden Tag macht. Reflektieren und bewerten, ob man etwas anders machen kann. 40 Tage sind absehbar und eine definierte Zeitspanne. Worauf verzichtet ihr?