R.E. Requiem

Wenn es um Resident Evil geht, ist TheRadBrad meine erste Anlaufstelle. Der sogenannte King of Walkthroughs postet seit über 10 Jahren äußerst regelmäßig seine Videos auf YouTube. Ich mag seine Videos, auch wenn ich mir natürlich nicht alle Spiele ansehe. Besonders mag ich seinen klassischen Stil. In Zeiten von Twitch und YouTube-Streaming sind sehr viele der größeren Walkthroughs mit Chat-Einblendungen versehen und das Gesicht des Streamers oder der Streamerin hängt in einer Ecke des Bildschirms. An sich nichts Schlimmes und ich mag auch diese Formate. Doch TheRadBrad ist anders. Erfrischend anders, möchte man schon fast behaupten.

Kein Gesicht hängt in der Ecke, er hält die Klappe während der Dialoge und bei Cut-Sequenzen sowieso. Andere plappern unaufhörlich und kommentieren, dass sich die Balken biegen. Dabei geht es doch um die Spiele, um die Spielerfahrung. Genau das ist es, was TheRadbrad auszeichnet. Er möchte seinen Zuschauer*innen die Spiele zeigen und vorführen. Denjenigen dieses großartige Medium per Walkthrough zur Verfügung stellen, die es sich vielleicht nicht leisten können oder wollen. Es lenkt auch kein Chat ab, noch wird permanent irgendwelchen Subscribern gedankt, Super-Chats wird vorgelesen oder auf sonstige externe Reize wird reagiert. So muss das sein.

Ich mag grundsätzlich Horrorspiele gerne, spiele sie aber nur ungern selbst. TheRadBrad ist eine tolle Möglichkeit, diese Spiele trotzdem zu erleben. So mancher Eintrag ins Genre der Horrorspiele hat es durchaus in sich. »Amnesia: The Bunker« war ein Spiel, das ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Vor Jahren habe ich dann angefangen, seine Resident-Evil-Videos zu schauen. So habe ich mit der Zeit fast alles nachgeholt. Natürlich die Remakes von 2, 3 und 4, aber auch neuere wie Village habe ich dank TheRadbrad miterleben können. Zwar würde es mich durchaus reizen, die Spiele selbst zu spielen, aber warum sollte ich das Geld dafür ausgeben, wenn er es unterhaltsam macht und man die Geschichte erleben kann? Außerdem gefallen mir die gelegentlichen persönlichen Anekdoten zu der Reihe. Er kennt die Spiele zudem sehr gut und kann auf Easter Eggs und Charaktere vergangener Teile aufmerksam machen, die ich nicht erkennen würde.

Nun kam also kürzlich der neunte Teil der Reihe heraus: »Resident Evil: Requiem«. Ich musste mir einfach die regelmäßigen Videos von TheRadBrad anschauen, da führte kein Weg daran vorbei. Requiem sieht fantastisch aus und profitiert von den neuesten Technologien und Nvidia-Erfindungen. Ich habe mir kürzlich das sechste oder siebte Video angeschaut, bin also noch lange nicht am Ende. Wenn dieser Text hier erscheint, sollte der Walkthrough durch sein. Es ist ein Genuss, wieder in die Welt von Resident Evil einzutauchen. Leon wiederzusehen ist großartig und bisher ist er ein tolles Highlight im Spiel, ohne von der Protagonistin Grace abzulenken. Es ist ein klassisches Resident Evil und man wird so manches aus den älteren Teilen wiedererkennen. Die Geschichte wird effektiv erzählt und das Pacing passt perfekt.

Besonders gefallen mir auch die Neuinterpretationen von Mister X und dergleichen. Wenn man die neuen, großen Gegner so bezeichnen möchte. Besonders eine Passage hatte richtige Horrorvibes, fühlt sich klaustrophobisch an und ist nie wirklich sicher. Die Zombies werden ebenfalls etwas weiter gedacht, was sie unheimlicher macht. Bisher ist Requiem eine gekonnte Fortsetzung der Reihe, und ich bin sehr gespannt, wo die Reise hingeht. Vor allem, wie das Finale aussehen wird und ob ein weiterer Teil angeteasert wird. Vielleicht muss ich mir die alten Videoreihen noch einmal anschauen. Es sind tolle Spiele, von denen allein schon Walkthroughs Spaß machen, anzuschauen. Die Stimmung und Atmosphäre kommen wunderbar rüber. Und neben dem Bemalen meiner Warhammer-40k-Tyraniden sind Videos ideal anzuschauen. Die nächsten Stunden Unterhaltung, während ich mich an spannenden, experimentellen Farbschemata versuche, sind also gesichert.