Das Praktische an trübem Wetter ist, dass man nicht sieht, wie schmutzig das Auto wirklich ist. Das war einer der wenigen Vorteile im Februar. Doch als Anfang März die Sonne wieder regelmäßig hinter den Wolken hervorkroch, konnte ich die Ausmaße sehen, die es angenommen hatte. Oder besser gesagt nicht sehen, denn wenn die Sonne im richtigen Winkel auf die Seitenfenster traf, konnte ich nicht mehr ungehindert nach draußen schauen. Es blendete sehr und so musste eine Autowäsche her. Das ist im Frühjahr sowieso nicht schlecht, um das Salz und sonstige Reste des Winters loszuwerden.
Also fuhr ich eines Freitags nach der Arbeit zum Lagerhaus. Dort holte ich mir die Komplettwäsche fürs Auto und musste erfreulicherweise nicht lange warten, bis ich an der Reihe war. Eine nicht allzu weit entfernte OMV-Tankstelle stimmte mich pessimistisch, da dort mindestens sechs Autos an der Waschstraße anstanden. Doch hier war es nur eines. Ich bin auch froh, dass man bei uns in den Waschstraßen einfach nur reinfährt, aussteigt, die Karte des Waschprogramms einlegt und dann von außen zuschauen kann, wie das Auto gewaschen wird. In Island hatten wir eine Waschanlage, in der man im Auto sitzen bleibt. Ein sehr unheimliches Gefühl, mit Nahtoderfahrung, wenn ich das ohne Untertreibung so sagen darf. Muss ich nicht unbedingt noch einmal haben.
Das Auto war nun wieder sauber, man konnte problemlos nach draußen schauen und ich war bereit für weitere Abenteuer. Doch zuerst wollte ich noch tanken, wenn ich schon mal dort war. An der Zapfsäule angekommen, wählte ich die entsprechende Säule am Automaten mit meinem Chip aus und begab mich zur Rückseite des Autos. Ich drückte auf den Tankdeckel, doch dieser öffnete sich nicht. Ich drückte auf der anderen Seite des Tankdeckels, es tat sich allerdings wieder nichts. Verunsichert ging ich zur Fahrertür. Ich hatte doch keinen Hebel, um den Tankdeckel zu öffnen, oder? Nein, das war ein anderes Auto, mit dem ich gelegentlich fahre. An diesen zaghaften Überlegungen kann man schon erkennen, dass ich nicht sehr viel mit dem Auto fahre und nur selten tanken muss, ansonsten hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell an meinen Tankfähigkeiten gezweifelt. Ich sperrte das Auto und entsperrte es wieder, schaute im Kofferraum nach, doch es half nichts. Der Zugang zum Tank blieb mir verwehrt.
Zu Hause habe ich recherchierenderweise festgestellt, dass es eventuell am Stellmotor liegt. Es gab zwar (vielleicht) eine Notentriegelung, doch ich hatte keine Ahnung, wie ich zu dieser kommen sollte. Also rief ich bei der Werkstatt an, brachte mein Auto hin und wie sich herausstellen sollte, benötigte ich tatsächlich ein Ersatzteil. Es dauerte zwar ein paar Tage, bis ich mein Auto wieder bekam, da das Ersatzteil nicht sofort verfügbar war, aber das war kein Problem. Zum Glück hielt es sich preislich in Grenzen. Ich hatte auch Glück, dass ich noch frühzeitig tanken wollte und nicht erst, wenn die Anzeige tief im roten Bereich ist. Ich bin ebenso froh, dass es mir nicht auf einer Reise passiert ist. Keine Ahnung, was ich dann getan hätte. Vielleicht kann man den Kofferraum doch irgendwie einfach zerlegen. Jedenfalls kann ich nun wieder tanken, auch wenn die Preise im Moment alles andere als attraktiv sind. Aber das ist ein anderes Problem.