Das Internet ist schon ein gemeiner Ort. Da schaut man ein paar Videos und Shorts zu Maltechniken und Farbschemata, entscheidet sich für eines und dann kommen unzählige weitere Inhalte, die die getroffene Entscheidung infrage stellen. Wie können sie es wagen?! Aber grundsätzlich empfinde ich es ja als toll, wenn der Algorithmus zur Abwechslung nützlich ist, denn durch die vorgeschlagenen Videos habe ich schon die ein oder andere Technik gesehen, die ich für meine Tyraniden verwenden kann.
Seit einem Monat bin ich wieder voll im Warhammer-Hobby drin. Es hat mich eigentlich nie losgelassen, doch beschäftige ich mich wieder eingehender mit dem Zusammenbauen und Bemalen der Figuren. Von den Space Marines oder Adeptus Astartes (was ein sehr viel schickeres Wort für die genetisch modifizierten Supersoldaten des unterdrückenden „Wir-löschen-sicherheitshalber-alles-aus-was-uns-eventuell-gefährlich-werden-kann“-Imperiums ist) bemale ich seither Blood Angels am liebsten. Die rote Rüstung und ihre Lore haben mich schon immer begeistert. Doch seit Kurzem bemale ich außerdem Ultramarines, da ich zu dieser Standardfraktion aus Versehen eine Armee begonnen habe. Doch immer nur Space Marines ist auch langweilig.
Deshalb habe ich mir Tyraniden ausgesucht – unter anderem deshalb, weil sie in der Box der 10. Edition dabei waren und diese Box sich in meiner Sammlung befindet. Tyraniden sind insektenartige Monster, die durch eine Schwarmintelligenz gesteuert werden und vor allem dadurch bestechen, dass sie ganze Planeten einfach nur überrennen und alles töten und fressen, was ihnen in den Weg kommt. Ich möchte aber nicht alle gleich bemalen. Ich brauche Abwechslung. Sei es in den Farben, in denen ich meine Tyraniden-Armee bemale, oder in der Technik, am besten in beidem. Ausgangspunkt meiner Überlegungen war ein älteres Video von »Midwinter Minis«, einem meiner Lieblingskanäle. Die kleineren Tyraniden bemale ich in der Albino-Variante, die darin vorgestellt wird. Das geht halbwegs zügig von der Hand und mit diversen Details kann man diese Technik noch verfeinern.
Mindestens eines der größeren Modelle möchte ich im Alien-Schema bemalen, da das ziemlich cool aussieht, und die Lava-Variante möchte ich ebenfalls unterbringen. Eine einheitliche Armee kommt für mich dann zustande, wenn die Bases der Figuren gleich gestaltet sind, und das möchte ich in diesem Fall definitiv machen. Dafür habe ich eine Mischung aus Leim und zwei Arten künstlichen Grases zusammengemischt und auf den Platten verteilt, bevor ich diese grundiert habe. Diese bemale ich dann in einem giftigen Grün und statte sie noch mit violettfarbenen Tufts aus. Ein schöner Kontrast zu den Farben der Tyraniden, egal ob sie eher hell bemalt sind oder schwarz.
Durch die Vorschläge des Algorithmus bin ich auf weitere Techniken gestoßen, die ich ausprobieren möchte. Eine davon verwendet Malschwämme und eine damit verbundene Tupf-Technik. Ich experimentiere gerne. Es muss am Ende nicht perfekt aussehen, auch wenn das natürlich immer ein Anspruch ist. Doch sich von Perfektionismus zu trennen und einfach nur zu machen, was Spaß macht oder eventuell cool aussehen könnte, ist eine äußerst legitime Herangehensweise. Bevor ich mich allerdings den größeren Modellen widme, übe ich noch bei den kleineren Schwärmen und Trupps. Meine Fertigkeiten mit dem Pinsel sind in den vergangenen Jahren etwas eingerostet – nicht dass sie jemals herausragend gewesen wären. Aber das kann man ja ändern. Um den Umgang mit dem Pinsel zu lernen und besser zu werden, sind verschiedene Maltechniken ebenfalls gut geeignet. Ich bin schon gespannt auf die ersten Ergebnisse.

