The World of Hans Zimmer

Als ich vergangenen Herbst in Stuttgart war und die aktuelle Tour von Hans Zimmer besuchte, lag ein Flyer aus. Darin war zu lesen, dass es eine separate Tour gibt, mit dem sprechenden Titel »The World of Hans Zimmer«. Diese Tour würde nicht mit ihm persönlich sein. Jedoch trägt ein von ihm zusammengestelltes, kuratiertes und entworfenes Orchester seine Musik vor. Natürlich musste ich mir gleich Tickets sichern, habe noch meine Schwester gefragt, ob wir gemeinsam hingehen, und habe sogleich zwei Karten für das nächste Hans-Zimmer-Konzert gebucht, bevor ich das erste gehört hatte. Am 18. März war es schließlich so weit und »The World of Hans Zimmer« trat in der Salzburgarena auf.

Natürlich ist es anders als das „offizielle“ Konzert mit ihm höchstpersönlich, doch ich würde nicht behaupten, dass es diesem in irgendwelchen Aspekten nachstehen würde. Es ist anders, aber trotzdem fesselnd. Manche ikonischen Sounds fehlen, weil in diesem Orchester die Sängerin des Dune-Soundtracks natürlich nicht dabei ist. Allerdings ist es eine hervorragend inszenierte Show. Nicht nur audiotechnisch bekommt man einiges geboten. Die visuelle Inszenierung trägt ihr Übriges dazu bei, dass man in die Soundtracks eintauchen kann. Es ist eine Mischung aus passend zu den Sounds erstellten Visualisierungen, die flüssig in Filmsequenzen übergehen und ein paar Highlights des jeweiligen Streifens zeigen. Von »Man of Steel« über »The Rock« hin zu »Wonder Woman« und »Gladiator« bekommt man einen guten Eindruck der Filme.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle »Kung Fu Panda«. Auch wenn das Orchester stets als Ganzes spielt, stehen vier Personen davon im Zentrum. Diese sind Sängerin Carla Chamoun, Violinistin Maya Levy, Cellist Timothée Berte-Renou und Flötenmeister Josh Plotner. Sie schauspielern auf der Bühne mit ihren Instrumenten, sorgen für eine einzigartige Stimmung und reißen einen mit. Man weiß bei den audiovisuellen Eindrücken gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Bei »Kung Fu Panda« etwa duellieren sich Josh Plotner und Timothée Berte-Renou und bei »Sherlock Holmes« werden Intrigen gesponnen. Alles subtil, aber dennoch sichtbar auf der Bühne präsentiert. Andere Höhepunkte sind natürlich »Interstellar«, ein Soundtrack, der seinesgleichen sucht, und ein beeindruckender Abschluss des ersten Teils der Show.

Den fulminanten Abschluss bildeten »Inception« und »Fluch der Karibik«. Erst als zweite Zugabe und nach einem kleinen eingesprochenen Intro von Johnny Depp (zumindest habe ich das so wahrgenommen) wurde der wohl ikonischste Soundtrack von Hans Zimmer vorgetragen. Und was für ein Abschluss das war. Ein grandioses Konzert, das gerne hätte länger dauern können.