Seuchenkolumne

Ich habe schon peinlich lange gebraucht, um zu verstehen, dass die Seuchenkolumne von Armin Thurnher täglich erscheint. Doch nicht nur seit dieser lang währenden Erkenntnis lese ich die Kolumne des Falter-Gründers und ehemaligen Chefredakteurs sehr gerne. Es ist zudem eine gute Gelegenheit, regelmäßig die Falter-Webseite zu besuchen. Zwar habe ich mittlerweile die Kolumne auch per Newsletter abonniert, aber ich mag den Look des Webauftritts des Falters. Es sieht nicht so aus wie alle anderen »modernen« Zeitungswebseiten, sondern hat etwas Eigenes. Es wirkt klassisch, aber doch zeitlos. Außerdem: Wozu zahle ich mein Falter-Abo, wenn ich es nur für die digitale Version der Printausgabe verwende? Ich möchte schon das vollumfängliche Angebot nutzen.

Sechsmal pro Woche schreibt Armin Thurnher in seiner ausgezeichneten Kolumne über alle möglichen Themen. Aktuell dreht sich natürlich viel um sein neues Buch »Unsternstunden der Menschheit«, welches ich kürzlich erstanden haben werde, wenn diese Zeilen auf meinem Blog erscheinen – zeitsouveränes Schreiben von Texten macht solche Formulierungen möglich und diese Gelegenheiten nutze ich natürlich. Ich empfinde es als großartig, dass der ehemalige Chefredakteur und Mitgründer des Falters so regelmäßig aus dem Nähkästchen plaudert, wenn ich das so formulieren darf. Es sind immer wieder tolle Einblicke, Perspektiven und/oder Sichtweisen auf Themen, die ich übersehe oder nicht auf dem Schirm habe. Ich mag es, wenn sich jemand Gedanken macht und präzise Analysen formulieren kann.

Das ist auch der Grund, warum ich den Falter so gerne lese. Die Recherchen haben Hand und Fuß, in den Meinungsspalten wird nicht polemisch rausgehauen, was gerade durch die Synapsen schießt, sondern es wird argumentiert und mit Fakten gearbeitet. Es macht eben einen Unterschied, ob ein Journalist und Autor eine (Seuchen-)Kolumne schreibt oder ein dahergelaufener Möchtegern-Blogger, wie ich. Auch deshalb lese ich verschiedene Newsletter und die Meinungsseiten des Falters so gerne: Nicht nur mit jedem Text, den ich selbst schreibe, lerne ich dazu, sondern auch mit jedem Text, den ich lese. Und jeden Tag mache ich mir Gedanken, worüber ich schreiben kann und schreiben möchte. Das wandelt sich natürlich ebenfalls mit der Zeit und ändert sich, so wie ich mich inkrementell verändere. Man entwickelt sich ja hoffentlich weiter als Autor und schreibende Person. Armin Thurnhers Kolumne und seine Texte helfen mir dabei.