Das Osterwochenende hat sich wunderbar dafür geeignet, um endlich mit »Lords of the Fallen« anzufangen. Dabei handelt es sich um ein Dark-Fantasy-Spiel mit starken Soulslike-Elementen. Das heißt, man kämpft sich durch harte Bosse und eine düstere Welt, wird aber ebenso mit diesen Herausforderungen belohnt und in eine dichte Atmosphäre gepackt. »Lords of the Fallen« erschien ursprünglich 2023, allerdings befand sich das Spiel in einem katastrophalen Zustand. Das Balancing war völlig aus den Fugen. Nicht nur was die Stärke der Gegner betrifft, sondern auch deren Menge und Platzierung innerhalb der Welt. Die Steuerung war nicht sehr präzise, Bosse zum Teil unfair und noch viele Kleinigkeiten mehr, die die Erfahrung mit dem Spiel sehr getrübt haben.
Ich habe die Disc, ich hatte es mir damals für die Xbox gekauft, die ich mittlerweile nicht mehr besitze, wieder zurückgeschickt, da es keine spaßige Erfahrung war. Stattdessen schaute ich die Videoreihe von Jokerface dazu, der sich bis zum Finale durchgequält hat. Und dieser Ausdruck passt hier wirklich besonders gut. Wenn man Jokerface regelmäßig verfolgt, lernt man seine berühmte Souls-Gelassenheit kennen. Schwere Bosse machen ihm Spaß zu lernen, und es muss schon viel passieren, dass ihn ein Spiel frustriert. Beim Schauen der Videos hat man gemerkt, dass die erste Version von »Lords of the Fallen« eine dieser frustrierenden Erfahrungen war. Doch jetzt, über 2 Jahre später, kann man das Spiel scheinbar tatsächlich genießen. Gut 80 Patches machen dies möglich.
Der Entwickler, CI Games SE, hat auf die Rückmeldungen der Spieler*innen gehört und nochmal kräftig nachgebessert. Wenn ich mich recht erinnere, war nach knapp einem Jahr die Werbekampagne darauf ausgerichtet, dass Version 1.5 die beste Version des Spiels ist (was nicht schwer sein sollte). Gut zwei Jahre nach Erscheinen des Spiels war es dann die Version 2.0, die die ultimative Edition von »Lords of the Fallen« darstellt. Und was soll ich sagen? Ich habe jetzt knapp 5 Stunden im Spiel verbracht und es ist kaum wiederzuerkennen.
Allein schon in den ersten Leveln erkennt man, dass die Gegnerdichte deutlich abgenommen hat. Teils sind sie immer noch zäh, aber man kann sie nun in Ruhe bekämpfen, ohne gleichzeitig von allen Richtungen beschossen zu werden. Man hat tatsächlich auch die Chance, sich in Ruhe umzusehen, wenn man ein Gebiet von den meisten Gegnern freigeräumt hat und nicht permanent gestresst wird. Der inzwischen vorhandene, dedizierte Sprung-Knopf macht die wenigen Parkour-Passagen erträglich, wenn nicht sogar unterhaltsam. Bosse wurden etwas umgestaltet, zumindest diejenigen, an die ich mich noch erinnern kann. Umbral, die Welt der Toten, ist ebenfalls nicht mehr so voller Stress und Chaos, sondern ein passender Teil der Spielwelt. Ich wage zu behaupten, »Lords of the Fallen« macht tatsächlich Spaß zu spielen.
Ich mag weiterhin keine Bosse, die mit Unterstützung kämpfen. Beispielsweise hatte ein Boss Hunde als Gehilfen, die auch immer wiederkamen, egal, wie oft man sie getötet hat. Der Boss schießt allerdings mit den Pfeilen, denen ich nicht ausweichen kann, wenn ich mit Hunden beschäftigt bin. Der Kampf hat keinen Spaß gemacht und war einfach nur frustrierend. »Lords of the Fallen« ist also bei weitem kein perfektes Spiel geworden. Es reicht weder an die Titel von FromSoftware noch an das fantastische »Lies of P« heran. Jedoch ist es um einiges unterhaltsamer geworden. Doch ein Aspekt stört mich, der vielleicht verhindert, dass ich es zu Ende spielen werde: das Color-Grading. Aber darüber reden wir ein anderes Mal.
