Von Anfang bis Ende

Im März bin ich mit Freund J. zum ersten Mal den gesamten Kapuzinerberg abspaziert. Normalerweise geht man bei der Linzergasse hinauf, geht eine Runde und kommt neben dem Platzl wieder herunter. Oder man geht in die umgekehrte Richtung. Wobei es sich bei uns zumindest eingebürgert hat, von der Linzergasse aus zu starten. So hat man den steilen, anstrengenden Teil gleich hinter sich. Es ist immer wieder ein toller Spaziergang. Man ist im Grünen, aber doch mitten in der Stadt. Durch die vielen Bäume und die Höhe merkt man vom Trubel der Stadt nichts. Es ist eine Oase, mitten in Salzburg. Es ist auch nicht mit dem Mönchsberg vergleichbar. Vom Mönchsberg aus sieht man immer wieder in die Stadt hinunter. Aber der Kapuzinerberg ist anders, man ist abgeschiedener.

Dieses Mal haben wir uns entschieden, den Basteiweg entlangzugehen. Ein Stück hinter dem Kloster kann man rechts abbiegen und gelangt durch einen kleinen Weg zur Wehrmauer. Der Anblick der Stadt ist von hier aus wahrlich einzigartig. Die Festung wirkt imposanter, das Gelände flacher und man hat einen herrlichen Blick über die Landschaft. Ich freue mich schon, denselben Weg im Sommer zu gehen, wenn die Bäume saftig grüne Blätter tragen, alles blüht und es warm ist. Nicht, dass es an jenem Tag kalt gewesen wäre, aber der Wind hat doch noch eine gewisse Frische in sich, die im Sommer einem angenehmen Lüftchen weicht.

Leider hat das Schlössl aktuell geschlossen, da scheinbar ein paar zu laute Techno-Partys gefeiert wurden. Es gab auch eine Auktion, bei der man sich ein paar der Dinge hätte ersteigern können, die der nun ehemalige Besitzer hinterlassen hat. Wenn man den Berichten glauben darf, konnte man durchaus ein paar nette Schnäppchen machen. Die Auktion habe ich ungünstigerweise verpasst. Aber man kann trotzdem hinaufwandern und rechts eine metallene Treppe hinabsteigen. Von da aus geht ein Weg weiter zu einer Aussichtsplattform. Diese bietet einen schönen Blick auf den Gaisberg, der mit gerade einmal 3 Stunden Gehzeit zu erreichen wäre. Vielleicht muss man die Angabe des Schildes zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen.

Jedenfalls geht neben der Aussichtsplattform eine Treppe nach unten. Eine schier endlose Treppe, die immer wieder Kurven macht und in mehr oder weniger konstanten Serpentinen nach unten führt. Diesen Weg bin ich noch nie zuvor gegangen. Ich fragte mich, wo wir wohl rauskommen würden. Immerhin startet man von der Linzergasse aus. Ein Stück Altstadt, das sich durchaus sehen lassen kann, vor allem weil man vom Stefan-Zweig-Platz durch ein prächtiges Tor schreitet. Die Ernüchterung war groß, als wir schließlich hinter einer Tankstelle neben dem Einkaufszentrum ZiB (Zentrum im Berg) herauskamen. Wir sind von dort aus schließlich wieder zur Linzergasse zurück und auf die andere Seite der Salzach gegangen, um Futter zu suchen und Erfrischungsgetränke zu uns zu nehmen.

Es ist immer wieder erstaunlich. Jetzt gehe ich schon so lange in Salzburg herum, mache Führungen mit, beschäftige mich mit der Geschichte und erkunde die Stadt. Doch auch Jahre später gibt es immer wieder Neues zu entdecken.