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The World of Hans Zimmer

Als ich vergangenen Herbst in Stuttgart war und die aktuelle Tour von Hans Zimmer besuchte, lag ein Flyer aus. Darin war zu lesen, dass es eine separate Tour gibt, mit dem sprechenden Titel »The World of Hans Zimmer«. Diese Tour würde nicht mit ihm persönlich sein. Jedoch trägt ein von ihm zusammengestelltes, kuratiertes und entworfenes Orchester seine Musik vor. Natürlich musste ich mir gleich Tickets sichern, habe noch meine Schwester gefragt, ob wir gemeinsam hingehen, und habe sogleich zwei Karten für das nächste Hans-Zimmer-Konzert gebucht, bevor ich das erste gehört hatte. Am 18. März war es schließlich so weit und »The World of Hans Zimmer« trat in der Salzburgarena auf.

Natürlich ist es anders als das „offizielle“ Konzert mit ihm höchstpersönlich, doch ich würde nicht behaupten, dass es diesem in irgendwelchen Aspekten nachstehen würde. Es ist anders, aber trotzdem fesselnd. Manche ikonischen Sounds fehlen, weil in diesem Orchester die Sängerin des Dune-Soundtracks natürlich nicht dabei ist. Allerdings ist es eine hervorragend inszenierte Show. Nicht nur audiotechnisch bekommt man einiges geboten. Die visuelle Inszenierung trägt ihr Übriges dazu bei, dass man in die Soundtracks eintauchen kann. Es ist eine Mischung aus passend zu den Sounds erstellten Visualisierungen, die flüssig in Filmsequenzen übergehen und ein paar Highlights des jeweiligen Streifens zeigen. Von »Man of Steel« über »The Rock« hin zu »Wonder Woman« und »Gladiator« bekommt man einen guten Eindruck der Filme.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle »Kung Fu Panda«. Auch wenn das Orchester stets als Ganzes spielt, stehen vier Personen davon im Zentrum. Diese sind Sängerin Carla Chamoun, Violinistin Maya Levy, Cellist Timothée Berte-Renou und Flötenmeister Josh Plotner. Sie schauspielern auf der Bühne mit ihren Instrumenten, sorgen für eine einzigartige Stimmung und reißen einen mit. Man weiß bei den audiovisuellen Eindrücken gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Bei »Kung Fu Panda« etwa duellieren sich Josh Plotner und Timothée Berte-Renou und bei »Sherlock Holmes« werden Intrigen gesponnen. Alles subtil, aber dennoch sichtbar auf der Bühne präsentiert. Andere Höhepunkte sind natürlich »Interstellar«, ein Soundtrack, der seinesgleichen sucht, und ein beeindruckender Abschluss des ersten Teils der Show.

Den fulminanten Abschluss bildeten »Inception« und »Fluch der Karibik«. Erst als zweite Zugabe und nach einem kleinen eingesprochenen Intro von Johnny Depp (zumindest habe ich das so wahrgenommen) wurde der wohl ikonischste Soundtrack von Hans Zimmer vorgetragen. Und was für ein Abschluss das war. Ein grandioses Konzert, das gerne hätte länger dauern können.

Hilfreiche Schilder

Es gibt Schilder, die hilfreich sind. Richtungsweiser, die anzeigen, wie lange man zum gewünschten Ort spazieren muss. Höhenangaben auf Bergen oder diverse Schilder, denen man als Autofahrer begegnet. Wobei man an gewissen Stellen sicherlich von einer Schilderflut sprechen könnte. Man sieht den Baum vor lauter Wäldern nicht mehr – oder so ähnlich. Besonders wenn man in Gegenden unterwegs ist, die man nicht kennt, können Wegweiser helfen, sich nicht zu verlaufen. Als ich vor über zehn Jahren mit Bekanntem M. den West Highland Way in Schottland entlang wanderte, war es durchaus hilfreich, dass der Weg immer wieder ausgeschildert war. Besonders wenn man in kleineren Dörfern landete und nicht immer klar war, wo es entlangging.

Ich will nicht davon sprechen, dass wir fast den Ausgangspunkt des über 150 km langen Wanderweges nicht gefunden hätten. Man startet in Milngavie, außerhalb von Glasgow. Mit analogen Karten ausgestattet, fühlten wir uns sehr gut vorbereitet. Doch am vermeintlichen Startpunkt standen wir da und suchten vergeblich nach dem Weg. Bis eine nette Einheimische ihr Wissen mit uns teilte. Wir müssen wohl sehr verloren und verwirrt gewirkt haben, und das schon bevor wir überhaupt nur einen Schritt auf dem Weg getan hatten. Schließlich traten wir durch einen Bogen, wenn ich mich recht entsinne, der den Startpunkt des Weges markierte, und machten uns auf ins Abenteuer.

Jedenfalls gibt es hilfreiche Schilder. Genauso gibt es aber überflüssige Schilder. Wie letztens am Kapuzinerberg in Salzburg entdeckt. Wenn man den Basteiweg entlangspaziert, findet man das abgebildete Schild. Dreimal wird man auf den Basteiweg hingewiesen, auf dem man sich gerade befindet. Wenn man sich das Schild genau ansieht, erkennt man die Schwierigkeitsgrade der Wege anhand der farblichen Markierungen. Wobei der einzige abweichende, schwarz ausgezeichnete Weg jetzt auch nicht unbedingt schwierig ist. Was will man sich von einem quasi Rundweg auch erwarten? Egal in welche Richtung man geht, es ist der Basteiweg. Ob man das jetzt unbedingt dreimal ausschildern muss, sei dahingestellt.

The power of the sun

Im zweiten Spider-Man-Film mit Tobey Maguire träumte Doc Ock von der Macht der Sonne in seinen Händen. So etwas Ähnliches ist tatsächlich auch notwendig, um die aktuellen Prozessorgenerationen zu produzieren. Letztens habe ich eine spannende Doku entdeckt, die sich mit der wohl wichtigsten Maschine der Welt beschäftigt. Zumindest von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet. Ohne die Maschinen von ASML wäre es nicht möglich gewesen, Moores Law einzuhalten. Es ist erstaunlich, wie sich die Industrie immer wieder an dieser Theorie entlanghangelt und versucht, sie einzuhalten, als wäre es ein Naturgesetz. Doch es verhilft immer wieder zu erstaunlichen Fortschritten. Dabei war es durchaus knapp, und der aktuelle Schritt hat Jahrzehnte gedauert, bis ASML sich durchsetzen konnte und überhaupt die Technologien entwickelt hatte, die notwendig sind, um die Leistungsfähigkeit von Prozessoren weiter zu erhöhen und deren Größe zu reduzieren.

Ich behaupte nicht, alles verstanden zu haben, um was es in der Doku ging, aber dennoch war es spannend, sie anzuschauen. Allein zu sehen, was alles funktionieren muss, damit wir unsere Smartphones, Smartwatches und Computer verwenden können, wie wir es heute tun. Die Präzision ist atemberaubend und faszinierend. Veritasium ist ohnehin ein Kanal, den ich empfehlen kann. Ihre Videos begeistern mich immer wieder und bestechen mit einer hohen Produktionsqualität. Das Video zu ASML ist eines ihrer längeren und behandelt das Thema wirklich vollumfänglich. Trotzdem bleibt es ein komplexes Thema. Wer schon immer wissen wollte, wie die Maschinen, die wir in unserem täglichen Leben verwenden, funktionieren, welche Hürden überwunden werden mussten und mit welcher Präzision gearbeitet wird, sollte sich die Doku nicht entgehen lassen.

„How often do you miss?“
„We don’t“

Schon wieder?

Manchmal frage ich mich, ob ich über bestimmte Themen zu viel schreibe. Aber wenn mich ein Thema interessiert oder ich ein neues Interesse entdecke, dann brenne ich dafür. Ich mache mir Gedanken und überlege, was ich besser, anders oder überhaupt machen kann. Wie kann ich dieses Hobby für mich nachhaltig gestalten? Was motiviert mich und wie kann ich unabhängig vom Motivationslevel mehr für mich herausholen, ohne nach ein paar Wochen auszubrennen und es wieder liegenzulassen?

So habe ich in den vergangenen zweieinhalb Jahren, in denen ich diesen Blog nun schon betreibe, immer wieder solche Interessen begleitet. Etwa Gaming. Es gibt Zeiten, in denen ich sehr viel spiele und darüber entsprechend vermehrt schreibe. Dann lässt dieses Interesse wieder nach und wird durch etwas anderes abgelöst. Filme zum Beispiel. So entstand vergangenes Jahr auch die Idee zum MCU-Rewatch und den daraus resultierenden Samstagstexten, die ich während des zweiten Jahres des Blogs veröffentlicht habe. Aktuell ist dieses wiederkehrende Thema Warhammer. Dieses Hobby bietet unterschiedliche Herangehensweisen, doch im Kern geht es mir im Moment um das Bemalen der Figuren. Entsprechend schreibe ich mehr Texte dazu, wie ich mich dem Hobby nähere, was mich am meisten daran begeistert und welche Fortschritte ich mache.

Ich versuche allerdings stets, dass diese monothematischen Texte, wenn man sie so bezeichnen möchte, nicht zu dominant in den Vordergrund treten. Das erziele ich zum einen, indem ich diese Texte weiter auseinanderziehe. Soll heißen: Es erscheint maximal ein Text pro Woche zum Thema Warhammer (oder auch Gaming, Filme und so weiter). Des Weiteren bin ich stets bemüht, neue Aspekte zu finden. Auch wenn man immer wieder über dasselbe Thema schreibt, müssen die Texte nicht automatisch dieselben Aspekte behandeln. Man kann versuchen, es aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten. Ob mir das gelingt, müssen andere bewerten.

Die Gefahr ist auch, zumindest für mich, dass ich mich zu sehr in ein Thema verbeiße und mich nur mehr dem Warhammer-Hobby widme. Andere Dinge geraten in den Hintergrund oder ich nehme sie nicht mehr so wahr wie zuvor. Das reduziert die Themenvielfalt und Ideen für Texte. Alleine deshalb möchte ich mich nicht zu sehr von einem Thema oder Hobby einnehmen lassen. Dieser Blog ist eben kein Warhammer-, Gaming- oder Film-Blog. Die Themen sollen sich spontan anfühlen, man soll überrascht werden und vielleicht Texte lesen, zu Dingen, die man normalerweise ignorieren würde. Ein Blog über alles und nichts, eben. Das ist es auch, was mich nach zweieinhalb Jahren und über 800 Texten noch immer motiviert, mich regelmäßig hinzusetzen und zu schreiben. Die Spontanität, Abwechslung und mich überraschen zu lassen, was ich wohl heute zu digitalem Papier bringen mag.

Erste Fortschritte bei den Tyraniden.

Ungebrochene Faszination

Es war im Jahre des Herrn 2022, als FromSoftware unter der kreativen Leitung von Hidetaka Miyazaki ihr bisheriges Magnum Opus veröffentlichte: Elden Ring. Ich schreibe bewusst „bisherigen Magnum Opus“, da es immer Luft nach oben gibt und wer weiß, was sich das Studio zukünftig noch ausdenken wird. Als Soulsborn-Spiel eigentlich eher in einer Nische des Gamings beheimatet, wurde Elden Ring zu einem sensationellen Erfolg. Soulslikes waren in aller Munde und für viele stellte Elden Ring die Einstiegsdroge in dieses faszinierende Genre dar. So auch für mich. Elden Ring bleibt mit Abstand das Spiel, in dem ich am meisten Stunden versenkt habe. Und heute, vier Jahre später, ist die Faszination des Spiels weiterhin ungebrochen.

Meine gespielten Stunden kann man mit Sicherheit um ein Vielfaches erhöhen, wenn man die Zeit hinzuzählt, die ich mit Let’s Plays, Walkthroughs und anderen Twitch-Streams oder YouTube-Videos zugebracht habe. Besonders natürlich Challenge-Runs. Dabei stellen sich Spieler*innen besonderen Herausforderungen. Sei es, dass Bosse mit nur einem Hit besiegt werden müssen oder ausschließlich eine bestimmte Waffe verwendet werden darf oder man mit Level 1 durchläuft. Was immer spannend ist: Randomizer. Sei es ein Item-Randomizer, der alle Gegenstände durcheinanderwürfelt, oder ein Gegner- und Boss-Randomizer, der diese zufällig gegeneinander tauscht. Oder gleich ein „Item, Enemy & Boss Randomizer“. Es gibt unzählige Herausforderungen, die man sich anschauen oder denen man sich selbst stellen kann – wenn man einen PC hat, denn für Randomizer benötigt man einen PC.

Aktuell läuft die „Deathless Randomizer League“. Hier wird ein spezieller „Item, Enemy & Boss Randomizer“ verwendet. Der Initiator dieser Herausforderung stellt den Spieler*innen spezielle Seeds zur Verfügung, sodass alle dieselben Zufälligkeiten haben. Dadurch kann man Ergebnisse vergleichen. Spieler*innen haben zwei Stunden Zeit, so viele Bosse wie möglich zu besiegen. Jeder Boss ist ein Punkt. Wenn man stirbt, zählt der dann aktuelle Punktestand. Es gibt noch ein paar zusätzliche Dinge zu beachten und Sonderregelungen, aber das führt hier zu weit. Manche meiner liebsten Streamer machen dabei mit und machen diverse Trainingsruns, bevor sie sich den offiziellen Seeds widmen. Sei es Bushy, Captain Domo oder andere, ich schaue ihnen gerne dabei zu, wie sie ihre perfekte Route planen, welche Strategien sie anwenden, welche Shortcuts und dergleichen verwendet werden. Manche können stundenlang Sport schauen, ich schaue Challenge-Runs.

Diese Videos kann man auch super nebenher laufen lassen, während man Warhammer-Figuren bemalt oder Silksong am Steam-Deck spielt. Natürlich lege ich auch selbst Hand an. Auch wenn mir der Gaming-PC für einen Randomizer fehlt, so hat allein schon das Basisspiel Potenzial für unzählige Stunden Unterhaltung. Außerdem habe ich bei weitem noch nicht alle Bosse gemeistert. Ich nutze alle Mechaniken, die mir das Spiel bietet, um sie zu bezwingen, insbesondere bei den Endbossen. Das ist auch in Ordnung. Es braucht Zeit, die Bosse zu lernen, und manchmal fehlt mir die Geduld dazu.

Vier Jahre später ist Elden Ring noch immer ein unerreichter Meilenstein der Spielegeschichte. Ob es jemals getoppt wird? Wir werden sehen. Doch bis dahin bietet Elden Ring (und natürlich seine Vorgänger) hervorragende Unterhaltung.

Entscheidungen

Das Internet ist schon ein gemeiner Ort. Da schaut man ein paar Videos und Shorts zu Maltechniken und Farbschemata, entscheidet sich für eines und dann kommen unzählige weitere Inhalte, die die getroffene Entscheidung infrage stellen. Wie können sie es wagen?! Aber grundsätzlich empfinde ich es ja als toll, wenn der Algorithmus zur Abwechslung nützlich ist, denn durch die vorgeschlagenen Videos habe ich schon die ein oder andere Technik gesehen, die ich für meine Tyraniden verwenden kann.

Seit einem Monat bin ich wieder voll im Warhammer-Hobby drin. Es hat mich eigentlich nie losgelassen, doch beschäftige ich mich wieder eingehender mit dem Zusammenbauen und Bemalen der Figuren. Von den Space Marines oder Adeptus Astartes (was ein sehr viel schickeres Wort für die genetisch modifizierten Supersoldaten des unterdrückenden „Wir-löschen-sicherheitshalber-alles-aus-was-uns-eventuell-gefährlich-werden-kann“-Imperiums ist) bemale ich seither Blood Angels am liebsten. Die rote Rüstung und ihre Lore haben mich schon immer begeistert. Doch seit Kurzem bemale ich außerdem Ultramarines, da ich zu dieser Standardfraktion aus Versehen eine Armee begonnen habe. Doch immer nur Space Marines ist auch langweilig.

Deshalb habe ich mir Tyraniden ausgesucht – unter anderem deshalb, weil sie in der Box der 10. Edition dabei waren und diese Box sich in meiner Sammlung befindet. Tyraniden sind insektenartige Monster, die durch eine Schwarmintelligenz gesteuert werden und vor allem dadurch bestechen, dass sie ganze Planeten einfach nur überrennen und alles töten und fressen, was ihnen in den Weg kommt. Ich möchte aber nicht alle gleich bemalen. Ich brauche Abwechslung. Sei es in den Farben, in denen ich meine Tyraniden-Armee bemale, oder in der Technik, am besten in beidem. Ausgangspunkt meiner Überlegungen war ein älteres Video von »Midwinter Minis«, einem meiner Lieblingskanäle. Die kleineren Tyraniden bemale ich in der Albino-Variante, die darin vorgestellt wird. Das geht halbwegs zügig von der Hand und mit diversen Details kann man diese Technik noch verfeinern.

Mindestens eines der größeren Modelle möchte ich im Alien-Schema bemalen, da das ziemlich cool aussieht, und die Lava-Variante möchte ich ebenfalls unterbringen. Eine einheitliche Armee kommt für mich dann zustande, wenn die Bases der Figuren gleich gestaltet sind, und das möchte ich in diesem Fall definitiv machen. Dafür habe ich eine Mischung aus Leim und zwei Arten künstlichen Grases zusammengemischt und auf den Platten verteilt, bevor ich diese grundiert habe. Diese bemale ich dann in einem giftigen Grün und statte sie noch mit violettfarbenen Tufts aus. Ein schöner Kontrast zu den Farben der Tyraniden, egal ob sie eher hell bemalt sind oder schwarz.

Durch die Vorschläge des Algorithmus bin ich auf weitere Techniken gestoßen, die ich ausprobieren möchte. Eine davon verwendet Malschwämme und eine damit verbundene Tupf-Technik. Ich experimentiere gerne. Es muss am Ende nicht perfekt aussehen, auch wenn das natürlich immer ein Anspruch ist. Doch sich von Perfektionismus zu trennen und einfach nur zu machen, was Spaß macht oder eventuell cool aussehen könnte, ist eine äußerst legitime Herangehensweise. Bevor ich mich allerdings den größeren Modellen widme, übe ich noch bei den kleineren Schwärmen und Trupps. Meine Fertigkeiten mit dem Pinsel sind in den vergangenen Jahren etwas eingerostet – nicht dass sie jemals herausragend gewesen wären. Aber das kann man ja ändern. Um den Umgang mit dem Pinsel zu lernen und besser zu werden, sind verschiedene Maltechniken ebenfalls gut geeignet. Ich bin schon gespannt auf die ersten Ergebnisse.

Mythen

Ich möchte etwas, das ich in einem vorherigen Text geschrieben habe, etwas relativieren. Genauer gesagt einordnen. Worum geht es? Im Text »Digitale Mündigkeit« habe ich angemerkt, dass Verschwörungstheoretiker*innen gerade Hochkonjunktur feiern, ob der ganzen Erkenntnisse rund um die Epstein-Files und die daraus resultierenden, sehr realen Auswirkungen, die uns noch außerordentlich lange beschäftigen werden. Außerdem habe ich die Konsequenzen, die das neue Twitter auf weltpolitische Ereignisse hat, erwähnt. Zweiteres hervorragend erklärt in einer kürzlich erschienenen Episode von Last Week Tonight.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist eine aktuelle Folge des Podcasts Hoaxilla, in der es um die Epstein-Files geht. Hoaxilla ist einer der Podcasts, die ich wahrscheinlich am längsten verfolge, nur getoppt von »Bits und so«. Jedenfalls haben die Hoaxillas angekündigt, dass sie noch mehr zu den Epstein-Files machen werden, da es kaum in einer einzigen Folge aufzubereiten ist. Die kürzlich erschienene Episode ist auch nur ein Prolog, wenn man so möchte, und beschäftigt sich mit der Figur Epstein und damit, wie es zur Veröffentlichung der Files kam. Dabei haben sie auch erwähnt, dass eine Unterscheidung zwischen Verschwörungen und Verschwörungstheorien wichtig ist.

Ich bin mir über den genauen Wortlaut nicht mehr sicher, habe die entsprechende Stelle auf Anhieb auch nicht gefunden, es ist aber auch zweitrangig. Mir ist es wichtig, die zugrundeliegende Erkenntnis zu betonen. Denn nur weil es eine Verschwörung gibt, die sehr real ist und deren tatsächliche Ausmaße und Auswirkungen wir erst in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren vollumfänglich aufarbeiten können, heißt das nicht, dass andere, scheinbar damit verknüpfte Verschwörungstheorien ebenfalls wahr sind. Epstein hatte ein gewaltiges Netzwerk. Und es tauchen entsprechend viele Namen in den Epstein-Files auf. Doch nur weil ein Name darin auftaucht, sind nicht alle automatisch schuldig. Es geht in den Files auch um Untersuchungen, Befragungen und so weiter – es sind vielschichtige Akten, die von Profis aufgearbeitet werden müssen. Rechtliche Schritte müssen zu gegebener Zeit und mit den entsprechenden Beweisen eingeleitet werden.

Dass diese Gelegenheit von Spinnern genutzt wird, müsste wohl den meisten klar sein. Ein Sänger tut sich dabei besonders hervor, den ich eigentlich schon wieder vergessen hatte und den ich eigentlich nicht noch einmal erwähnt wissen wollte. Es wird von jüdischer Weltverschwörung erzählt und alle möglichen weiteren Fantasien werden gesponnen, die nichts mit der Realität zu tun haben. Der Grat zwischen Fakt und Fiktion mag in Bezug auf die Epstein-Files und Mythen, die scheinbar damit zusammenhängen, schmal sein, doch es gibt ihn. Mythen und Theorien sind und bleiben genau das: Mythen und Theorien. Es gibt sehr reale Netzwerke, die eine ungemeine Macht unter sich vereinen. Fokussieren wir uns doch lieber auf die, arbeiten wir doch lieber die auf, anstatt unsere Zeit mit irgendwelchen Spinnereien von Sänger*innen zu vergeuden, die längst nichts mehr in der Öffentlichkeit zu suchen haben, geschweige denn, denen wir zuhören sollten.

Ach, dieser Neid

Regen sich die Menschen bei Sportlern eigentlich auch auf, wenn diese lukrative Marketingkampagnen angeboten bekommen? Wenn jemand das Gesicht für eine Marke wird, begegnet man diesem stets mit Neid und Eifersucht? Oder könnte, besser gesagt, sollte es einem nicht völlig egal sein? Robert Kratky, die Stimme Österreichs, mit der Millionen Menschen in den vergangenen Jahrzehnten aufgestanden sind und ihre ersten Stunden des Tages verbracht haben, macht seit Kurzem Werbung für Billa. Vergangenes Jahr hat er nach vielen Jahren bei Ö3 aufgehört und sich zurückgezogen. Auch aus gesundheitlichen Gründen. Nun ist er also zurück und das auch noch in der Werbung.

Meine Untersuchungsbasis beschränkt sich auf die Kommentarspalten des Standards, aber das dürfte noch eine zurückhaltende Reaktion sein, die im Internet zu finden ist. Speziell danach suchen werde ich mit Sicherheit nicht. Doch die Kommentare sind voller Abneigung gegen den ehemaligen Moderator. Es fängt schon damit an, dass der Standard einen völlig nichtssagenden Artikel dazu schreibt. Man erfährt in den wenigen Zeilen Text quasi nichts Neues. Es soll einfach nur aufregen. Dass Kratky jetzt für Billa wirbt, ist keine Nachricht. Dass er eine knappe halbe Million Gage pro Jahr bekommen hat, wissen bereits alle. Warum genau muss man darüber berichten? Der Text soll nur aufregen und zu Interaktionen in den Kommentaren führen.

Das hat er auf jeden Fall erreicht. Denn es wird geschimpft und auf eine persönliche Ebene gegangen, die nicht notwendig ist. Dass in ein paar Jahren alle Kratky vergessen haben würden, ist eine dumme, unüberlegte Aussage Getätigt von Leuten, die noch immer nicht darüber hinweg sind, dass er eine halbe Million pro Jahr verdient hat. Dass er wohl eine der bekanntesten Österreicher*innen ist, überall erkannt wird und stets in der Öffentlichkeit stand und steht, ist den Menschen wohl nicht bewusst. Hat er das Geld wirklich „verdient“? Keine Ahnung. Neidisch bin ich ihm darum nicht, denn dieses Geld hat auch seinen Preis. Außerdem hat er das sicherlich nicht während seiner gesamten Ö3-Karriere bekommen, aber das wird wahrscheinlich ebenfalls ignoriert. Wenn man in der Lage ist, sich auch nur annähernd in andere Menschen hineinzuversetzen und andere Lebensrealitäten zu akzeptieren, würde man das begreifen.

Und warum sind die Leute ausgerechnet bei Kratky so neidisch und eifersüchtig? Es verdienen manche sehr viel mehr und haben es sehr viel weniger verdient. Dass er nun Werbung macht, ist ein logischer nächster Schritt. Es ist nachvollziehbar. Und ich werde dasselbe tun, was ich mit aller Werbung mache: versuchen, es zu ignorieren. Es spielt in meiner Lebensrealität keine Rolle. Ich muss mich darüber weder echauffieren noch aufregen, noch muss ich mich darüber freuen oder es groß gutheißen. Es ist mir schlicht egal und gleichgültig. Kümmern wir uns doch lieber um die wirklich wichtigen Dinge.

Digitale Mündigkeit

Zum Schutz der Kinder! Weltweit grassieren gerade Gedanken zum Verbot von sozialen Medien für unter 14-Jährige – entsprechende Gesetze werden in einem Staat nach dem anderen erlassen. Manchmal ist auch 16 Jahre die Grenze, wenn ich mich recht entsinne, aber das Thema bleibt das gleiche: Man möchte Jugendliche vor den Schäden von Social Media bewahren. Dem großen Übel des 21. Jahrhunderts – Gegner und Bedrohung der Demokratie. Es macht süchtig (aktuell laufen entsprechende Klagen und ich bin sehr gespannt auf die ersten Urteile, die wegweisend sein könnten – Vergleiche zur Tabakindustrie werden herangezogen und scheinen gar nicht mal so weiter hergeholt), reduziert die Aufmerksamkeitsspanne und ist ein Zeitfresser, wie wir es wohl in der Menschheitsgeschichte noch nicht erlebt haben. Ganz davon abgesehen, welcher Müll dort teils verbreitet wird. Wobei »Müll« hier sehr viele Definitionen einnehmen kann, je nachdem von welcher Seite oder von welchem Blickwinkel man das Thema betrachtet.

Sehr empfehlenswert zu dem Thema ist die zweite Folge der 13. Staffel von Last Week Tonight. John Oliver und sein Team widmen sich eingehend dem Untergang von Twitter und wie gefährlich die Plattform wirklich ist – egal ob man sich nun darauf herumtreibt oder nicht. Es ist augenöffnend. Verschwörungstheoretiker scheinen zurzeit sowieso Hochkonjunktur zu haben und könnten uns allen sagen: „Wir haben es euch doch gesagt!“ Bei den Epstein Files kratzen wir gerade erst an der Oberfläche und entdecken schon jetzt ein globales Netzwerk, das seinesgleichen sucht. Dann haben wir soziale Medien wie Twitter, das vom reichsten Menschen der Welt betrieben wird und der so in politische Systeme eingreifen kann, wie kaum ein Zweiter. Es ist beängstigend. Für mich hat die Last-Week-Tonight-Episode allerdings auch bestätigt: Kinder und Jugendliche sind nicht das Problem.

Es ist eine Scheindiskussion, auf die man sich eigentlich gar nicht einlassen sollte. Bringen sich Altersbeschränkungen wirklich etwas, solange man nicht seinen Ausweis einreichen muss, um das eigene Alter zu bestätigen? Und will man, weiter gedacht, wirklich seinen Ausweis amerikanischen Plattformen zur Verfügung stellen, nur um das eigene Alter zu verifizieren? Wer hat dann Zugriff auf meine Daten? Die US-Regierung? Will ich das wirklich? Alles ganz große Fragezeichen. Das viel größere Problem von sozialen Netzwerken sind nicht die Jugendlichen, sondern die Erwachsenen. Alle können quasi unmoderiert posten, was sie für richtig und wichtig halten. Fakten gibt es schon lange nicht mehr, da man sich seine eigene Blase zusammenbaut und glauben kann, was man möchte. KI-generierte Inhalte, Bilder und Videos machen die Unterscheidung zwischen Fakt und Fake noch einmal schwieriger. Und ich wage zu behaupten, dass niemand von uns in der Lage ist, wirklich den Unterschied zu erkennen.

Altersbeschränkungen für soziale Medien sind nett. Viel wichtiger wäre es jedoch, wenn die Plattformen endlich für die Inhalte, die mit ihren Mitteln gepostet und verbreitet werden, haften würden. In der Anfangszeit von Social Media war es vielleicht noch okay, so naiv zu sein und den Usern die Moderation der Inhalte zu überlassen – mit ein bisschen Content-Moderation der Betreiber. Doch diese Anfangszeit ist längst überholt. Social Media, egal um welche Plattform es sich handelt, um welchen Betreiber, muss Verantwortung für das übernehmen, was auf ihnen veröffentlicht wird; KI produzierte Inhalte müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Nur so können wir in die Nähe einer brauchbaren Nutzung von sozialen Medien kommen. Alles andere sind Scheindiskussionen und Ablenkungen, auf die man sich eigentlich gar nicht einlassen sollte.

  • YouTube | Last Week Tonight with John Oliver | Twitter

Spaß beim Tanken

Das Praktische an trübem Wetter ist, dass man nicht sieht, wie schmutzig das Auto wirklich ist. Das war einer der wenigen Vorteile im Februar. Doch als Anfang März die Sonne wieder regelmäßig hinter den Wolken hervorkroch, konnte ich die Ausmaße sehen, die es angenommen hatte. Oder besser gesagt nicht sehen, denn wenn die Sonne im richtigen Winkel auf die Seitenfenster traf, konnte ich nicht mehr ungehindert nach draußen schauen. Es blendete sehr und so musste eine Autowäsche her. Das ist im Frühjahr sowieso nicht schlecht, um das Salz und sonstige Reste des Winters loszuwerden.

Also fuhr ich eines Freitags nach der Arbeit zum Lagerhaus. Dort holte ich mir die Komplettwäsche fürs Auto und musste erfreulicherweise nicht lange warten, bis ich an der Reihe war. Eine nicht allzu weit entfernte OMV-Tankstelle stimmte mich pessimistisch, da dort mindestens sechs Autos an der Waschstraße anstanden. Doch hier war es nur eines. Ich bin auch froh, dass man bei uns in den Waschstraßen einfach nur reinfährt, aussteigt, die Karte des Waschprogramms einlegt und dann von außen zuschauen kann, wie das Auto gewaschen wird. In Island hatten wir eine Waschanlage, in der man im Auto sitzen bleibt. Ein sehr unheimliches Gefühl, mit Nahtoderfahrung, wenn ich das ohne Untertreibung so sagen darf. Muss ich nicht unbedingt noch einmal haben.

Das Auto war nun wieder sauber, man konnte problemlos nach draußen schauen und ich war bereit für weitere Abenteuer. Doch zuerst wollte ich noch tanken, wenn ich schon mal dort war. An der Zapfsäule angekommen, wählte ich die entsprechende Säule am Automaten mit meinem Chip aus und begab mich zur Rückseite des Autos. Ich drückte auf den Tankdeckel, doch dieser öffnete sich nicht. Ich drückte auf der anderen Seite des Tankdeckels, es tat sich allerdings wieder nichts. Verunsichert ging ich zur Fahrertür. Ich hatte doch keinen Hebel, um den Tankdeckel zu öffnen, oder? Nein, das war ein anderes Auto, mit dem ich gelegentlich fahre. An diesen zaghaften Überlegungen kann man schon erkennen, dass ich nicht sehr viel mit dem Auto fahre und nur selten tanken muss, ansonsten hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell an meinen Tankfähigkeiten gezweifelt. Ich sperrte das Auto und entsperrte es wieder, schaute im Kofferraum nach, doch es half nichts. Der Zugang zum Tank blieb mir verwehrt.

Zu Hause habe ich recherchierenderweise festgestellt, dass es eventuell am Stellmotor liegt. Es gab zwar (vielleicht) eine Notentriegelung, doch ich hatte keine Ahnung, wie ich zu dieser kommen sollte. Also rief ich bei der Werkstatt an, brachte mein Auto hin und wie sich herausstellen sollte, benötigte ich tatsächlich ein Ersatzteil. Es dauerte zwar ein paar Tage, bis ich mein Auto wieder bekam, da das Ersatzteil nicht sofort verfügbar war, aber das war kein Problem. Zum Glück hielt es sich preislich in Grenzen. Ich hatte auch Glück, dass ich noch frühzeitig tanken wollte und nicht erst, wenn die Anzeige tief im roten Bereich ist. Ich bin ebenso froh, dass es mir nicht auf einer Reise passiert ist. Keine Ahnung, was ich dann getan hätte. Vielleicht kann man den Kofferraum doch irgendwie einfach zerlegen. Jedenfalls kann ich nun wieder tanken, auch wenn die Preise im Moment alles andere als attraktiv sind. Aber das ist ein anderes Problem.