Seit ich »Tron: Legacy« vor mittlerweile 15 Jahren das erste Mal im Kino gesehen habe, bin ich großer Fan des Films. Er zeigte mir eine Welt, die ich so noch nie gesehen hatte. Den alten Tron-Film habe ich bis heute nicht gesehen und weiß auch nicht, ob ich ihn wirklich nachholen sollte oder überhaupt möchte. Vielleicht wäre es ein nettes Experiment, einen Blick in diesen alten Schinken zu werfen. Aber »Tron: Legacy« lässt mich seit seiner Premiere nicht mehr los.
Deshalb war ich umso erfreuter, dass es nun, so viele Jahre später, endlich einen Remaster des Films gibt – in 4K-Auflösung und mit Dolby-Atmos-Abmischung konnte ich nicht anders, als mir die Blu-ray vorzubestellen. Der Film von Visionär Joseph Kosinski und mit Jeff Bridges, Olivia Wilde und Garrett Hedlund in den Hauptrollen hat es mehr als verdient, in voller Pracht genossen zu werden.
Frecherweise könnte man »Tron: Legacy« als das teuerste Musikvideo aller Zeiten bezeichnen. Denn der Soundtrack von Daft Punk knallt von der ersten Minute an. Dabei ist es bezeichnend, dass sie nicht nur die Actionsequenzen mit nuancierter, knalliger Wucht zu untermalen wissen, sondern genauso ruhige Momente beherrschen. 15 Jahre später empfinde ich es noch immer als Frechheit, dass sie keinen Academy-Award bekommen haben. Sie waren noch nicht einmal nominiert. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Dank meiner Dolby-Atmos-Surround-Anlage hat der Soundtrack meine Wohnung gut zum Vibrieren gebracht. Aber auch abseits des Films höre ich den Soundtrack immer wieder gerne.
Die Geschichte an sich ist recht simpel. Aber das heißt nicht, dass sie in irgendeiner Art langweilig wäre. Es sollte auch keine allzu komplexe Geschichte sein. Denn Kern des Films sind die Effekte, die Welt, das Design und der immerwährende, alles umfassende Sound. Die Effekte können sich heute noch sehen lassen. Das ist der Vorteil, wenn man sich zum einen Zeit dafür lässt und zudem einen komplett eigenen Stil entwickelt, der nicht in die Jahre kommt.
Vereinzelt ist der Film natürlich gealtert, wenn es beispielsweise um die Verjüngung von Jeff Bridges geht. Ansonsten finde ich aber nicht wirklich etwas Negatives an dem Film. Das mag die Nostalgie sein, die rosarote Brille, durch die ich den Film betrachte, aber das mache ich äußerst gerne. Für mich ist der Film ein Meisterwerk und ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Noch zwei Details, die mir beim erneuten Anschauen wieder ins Gedächtnis gerufen wurden: Zum einen natürlich Michael Sheen als Zuse/Castor und Inhaber des End-of-Line-Club. Sheen verkörpert den Charakter mit einer Inbrunst, einer Leidenschaft, die ihresgleichen sucht. Er ist zwar nur ein paar Minuten zu sehen, aber zementiert sich damit in der Filmgeschichte. „Unhinged“, wie man im Englischen so schön sagt – auf die positivste Art. Dann hätten wir natürlich noch Cillian Murphy als Softwareentwickler Edward Dillinger Jr. Dass er nicht für die Fortsetzung engagiert und die Geschichte auf diese Weise weitererzählt wurde, finde ich nach wie vor ein großes Versäumnis. Aber ein netter, kleiner Cameo bleibt es allemal.
»Tron: Legacy« – was für ein epischer Film.





