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iOS 26

Mit dem neuen iPhone wurde ich zwangsweise auf die neue iOS-Version upgedatet. Hätte ich ein bestehendes iPhone gehabt, hätte ich mit dem Update sicher noch gewartet. Doch jetzt, da ich knapp zwei Wochen damit verbringen konnte, ist meine klare Empfehlung, noch zu warten. Mindestens bis zur x.1-Version. Es sind einfach noch zu viele Bugs, Ungereimtheiten und Fehler enthalten, die nicht sein müssten. Aber alles der Reihe nach. Was hat sich mit iOS 26 alles geändert, außer dass wir von iOS 18 gleich mehrere Versionen übersprungen haben?

Überall ist von Liquid Glass zu lesen. Dem großen Redesign von iOS. Ein abschließendes Urteil darüber zu machen, ist noch nicht möglich. Denn wie schon in den Beta-Versionen wird sich mit den kommenden Updates noch einiges verändern. Es wird an Stellschrauben gedreht und das Design verfeinert. Das Gleiche passierte mit iOS 7. Damals hat Apple ein sehr viel minimalistischeres Design vorgestellt, als es bisher auf dem iPhone zu sehen war. Auch hier hat sich über die Jahre viel getan. Gleiches wird bei Liquid Glass der Fall sein. Und da Veränderungen ja grundsätzlich schlecht sind, beschweren sich aktuell natürlich viele über das Design. Doch sehr viel gravierender finde ich die bereits genannten Bugs und Unstimmigkeiten in iOS 26.

Es fängt schon damit an, wenn man das iPhone entsperrt. Durch Face-ID muss man lediglich nach oben wischen, um auf den Homescreen zu kommen. Doch für einen kurzen Moment sieht man noch die Eingabe des PIN-Codes. Dieser wird mit Face-ID quasi automatisch eingetragen. Ich denke nicht, dass dies sichtbar sein sollte. Ich arbeite gerne mit verschiedenen Fokus-Modi. Wenn ich im Büro bin, brauche ich den »Always-On-Display« nicht. Also habe ich mir einen Work-Modus eingerichtet. Hier musste ich noch etwas nachschärfen, damit dieser so funktioniert, wie ich es möchte. Zusätzlich habe ich den Hintergrund und die Darstellung der Apps angepasst. Das hat sich von alleine wieder auf die Standardeinstellung zurückgesetzt. Der Work-Modus hat sich an dem Tag auch nicht von allein deaktiviert. Eigentlich ein No-Go. Das muss funktionieren.

Was mir außerdem noch aufgefallen ist, ist der Akkuverbrauch. Das iPhone 17 wird über den Tag sehr schnell leer, obwohl ich es kaum in der Hand habe. Natürlich nutze ich es in der Kaffee- oder Mittagspause, aber deshalb muss es nicht gleich auf 30 % abfallen. iOS 26 muss definitiv noch optimiert werden und hätte eigentlich noch ein paar Monate Entwicklungszeit gebraucht. Natürlich ist es schön, wenn man jedes Jahr ein großes Update vorstellen kann. Aber iOS 26 wäre doch ein schöner Anlass gewesen, diesen Zyklus zu unterbrechen. Warum den Release nicht etwas verschieben, erst den Button zur Veröffentlichung drücken, wenn man so weit ist?

Wer mehrere Geräte nutzt, läuft außerdem in ein Synchronisierungsproblem. Zumindest ist es bei mir der Fall. Ich habe meine Notizen von Google und Apple in Apple Notes zusammengefasst und die Struktur etwas geändert. Aber aktuell habe ich drei verschiedene Notes-Versionen. Einmal die Notizen auf dem Stand des iPhones, des Macs und des iPads. Was am Ende gewinnt, weiß ich nicht. Ich hoffe das vom Mac, denn das wäre die für mich aktuellste Version. Photos syncen nicht richtig und wer weiß, was im Hintergrund noch schiefläuft.

Dass in einer x.0-Version Dinge nicht komplett rund laufen, ist verständlich. Diese kleineren Fehler können und werden meist mit dem ersten x.0.1-Update behoben. Doch in iOS 26 gibt es noch so viele Baustellen, dass es sicherlich noch Monate dauern wird, bis die Software einen ordentlichen Stand erreicht. Einen Stand, der dann auch hätte veröffentlicht werden können. Diese Schlamperei bin ich von Apple nicht gewohnt. Ich hoffe sehr, dass dies eine Ausnahme bleibt. Doch dem Image der Firma hat dies sicher nicht geholfen.

Ein kleiner Neustart

Die vergangene Woche war anstrengend. Auf mehreren Ebenen. Aber was das Ganze wirklich auslaugend gemacht hat, war der wenige Schlaf. Ich bin mir nicht sicher, woran es gelegen hat. Ich hatte mir zu meinem Geburtstag ein verlängertes Wochenende gegönnt und Freitag sowie Montag Urlaub genommen. Es war ein tolles, abwechslungsreiches Wochenende. Doch ab der Nacht von Montag auf Dienstag war es vorbei mit den erholsamen Nächten.

Erst konnte ich in besagter Nacht nicht schlafen und bin immer wieder aufgewacht und habe unruhig geschlafen. In der Nacht darauf war es nicht besser. Ich war sogar so weit, dass ich um drei Uhr morgens aufgestanden bin, ein Glas Wasser getrunken habe und ein paar Zeilen in mein Journal schrieb. Einfach um mich abzulenken, die Gedanken zu fokussieren – sie loszuwerden. Dabei gab es kein wirklich zentrales Thema, das mich wachgehalten hätte. Es kennt vermutlich jeder Nächte, in denen die Gedanken kreisen, man von einem Thema auf das andere kommt oder einen etwas nicht loslässt.

Die restlichen Nächte der Woche waren etwas besser. Ich habe zwar nicht viel geschlafen, ich musste trotzdem unter der Woche um halb sechs aufstehen, aber zumindest bin ich nicht mehr wachgelegen. Das alles machte die Woche sehr anstrengend und psychisch auslaugend. Mit wenig Schlaf ist die Resilienz nicht mehr so groß. Dafür habe ich mich die ganze Woche auf einen schönen Freitagabend in Salzburg gefreut. Das hat mich durch die Woche gebracht. Training war natürlich auch reduziert, jetzt fiel ein Ventil weg, das mir normalerweise sehr gut tut. Jedenfalls war ich sehr froh, als ich Freitagnachmittag mit Freund J. im Stieglkeller saß, den Ausblick auf die laute Stadt genießen konnte und ein kaltes, alkoholfreies Weißbier in Händen hielt.

Den Samstag habe ich dann für einen kleinen Neustart genutzt. Das mache ich zwar jedes Wochenende, aber nach so einer anstrengenden Woche musste es mehr sein als sonst. Ich mag es, am Sonntag die vergangene Woche Revue passieren zu lassen und die kommende vorzubereiten. Doch dieses Mal habe ich das noch etwas weiter ausgebaut. Die komplette Wohnung wollte ordentlichst geputzt, die Bettwäsche gewechselt, Lammfelle ausgeschüttelt und gesaugt werden. Und noch ein paar Kleinigkeiten mehr, die sich die Woche über angesammelt haben. So konnte ich das restliche Wochenende genießen und alte »Jack-Fromsoft«-Streams schauen, während ich mein neues iPhone eingerichtet habe.

Immer mal wieder kleinere bzw. größere Resets, Neustarts oder wie auch immer man es nennen möchte, finde ich eine hervorragende Art, sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Es gibt Wochen, da schiebt man gewisse Arbeiten und To-dos immer wieder vor sich her. Aber irgendwann wollen sie erledigt werden. Das mache ich dann gerne in einem Aufwasch. Das dauert dann zwar etwas länger, aber am Ende bin ich froh, es gemacht zu haben. Es sind kleine Erfolge, die man im Alltag feiern kann. Sie motivieren und treiben an. So kann man umso besser in die nächste Woche starten.

Supernatural | S01E04 | Phantom Traveler

In dieser Episode bekommen es die Sam und Dean Winchester mit ihrem ersten Dämonen zu tun. Dean beschreibt sie als Wesen, die kein wirkliches Ziel verfolgen, außer Tod und Zerstörung zu verbreiten. In gewissem Sinne sagt er also, dass Geister und andere übernatürliche Wesen einen Grund haben, warum sie die Dinge tun, die sie anrichten, und warum sie noch auf der Erde verweilen. Dämonen wollen nur Chaos. Außerdem wird beschrieben, dass sie nur Menschen in Besitz nehmen können, die eine Schwäche haben und sich nicht dagegen wehren können. Dies wird später nicht mehr so sein, da sich Dean und Sam extra mit Tattoos und anderem Zeug vor Dämonen schützen müssen, um nicht besessen zu werden.

Was jedoch bleibt, sind die schwarzen Augen, auch wenn sie später komplett schwarz sind und selbst das weiße nicht mehr zu sehen ist. Schwefelrückstände weisen natürlich ebenso auf einen Dämon hin. Etwas modifiziert wird der Rauch, der die pure Essenz eines Dämons darstellt – mehr oder weniger ein normaler Entwicklungsschritt einer Serie. Ein kleiner Fehler oder etwas, das die Macher später korrigiert haben, ist, dass man Dämonen mithilfe des EMF-Geräts nachweisen kann. Das gilt nur für Geister. Interessant ist auch, dass die beiden unsicher sind, ob sie es mit einem Dämon überhaupt aufnehmen können oder das doch etwas zu groß für sie ist. Ein erster Hinweis darauf, dass sie immer wieder über sich hinauswachsen müssen.

Die Nebencharaktere sind in dieser Episode durchaus gelungen. Vor allem deshalb, weil sie in dieser Geschichte viel der erzählerischen Last tragen, als es normalerweise der Fall ist. Viel dreht sich um die Flugzeugabstürze, gewisse Arbeitsabfolgen und wie es den Opfern, genauer gesagt den Überlebenden geht. Zum einen sei hier Max Jaffey genannt, der den Dämon gesehen hat und die Winchesters auf diese Spur bringt. Amanda Walker, die Stewardess, die gleich wieder arbeiten geht und einen sehr robusten Eindruck macht. Und natürlich Jerry, der die Brüder anruft und während ihres Aufenthalts in Kittanning betreut, wenn man so will. Aber auch der Rest baut die Erzählung gut aus und rundet sie ab.

In der Episode sieht man ebenso die typische Recherchewand recht prominent, die Sam und Dean im Motel aufbauen. Zum einen Frage ich mich, wo sie das ganze Zeug immer ausdrucken und warum. Benötigen sie das wirklich? Natürlich ist es ein rein filmisches Stilmittel, doch es muss ebenso eine intrinsische Motivation geben, dies zu tun. Und was machen die beiden mit den angehäuften Informationen, Zeitungsausschnitten, Ausdrucken und sonstigem Material? In meinem eigenen Kanon schicken sie das alles immer an Bobby, der irgendwo einen Keller voller Akten hat, mit all den Fällen, die die beiden lösen. Vielleicht schreibt er darüber, wie Watson es bei Sherlock Holmes tut.

Wie schon in den vergangenen Episoden haben Sam und Dean dieses Mal ebenso ihre eigenen Momente. Seien es die eher lustigen, wenn sie sich wie die Blues Brothers kleiden, um wie Homeland-Security-Agenten auszusehen oder die Neckereien im Flugzeug bei der Diskussion, wie Gott auf Lateinisch ausgesprochen wird. Es ist im Übrigen nicht Christo (wenn dann wäre es Christus), sondern »Deus«. Wie dem auch sei, im Motel der beiden, bevor sie den Job von Jerry bekommen, finden wir heraus, dass Sam kaum schläft. Ihn plagen Albträume. Nicht nur über den Tod von Jess, sondern ebenso in Bezug auf die Fälle, die sie bearbeiten. Dean scheint das eher weniger zu kümmern oder zumindest nicht zu belasten. So hebt diese kurze Unterhaltung einen weiteren Unterschied zwischen den beiden hervor und vielleicht, warum sie sich so gut ergänzen. Dean und ihr Vater sind aus dem gleichen Holz geschnitzt, Sam bringt eine andere, empathische Komponente hinein, wenn man so will.

Nachdem es die letzten Male eher schwierig war, die Orte zu finden, wo sich Sam und Dean herumtreiben, ist es dieses Mal etwas einfacher. Sowohl den Ort Kittanning gibt es in Pennsylvania, wo Dean mit seinem Vater einen Poltergeist bekämpft und so das Leben von Jerry gerettet hat. Außerdem gibt es den Ort Nazareth ebenso in Pennsylvania. Zwischen den beiden Orten liegen schon einmal knapp 500 km. Dann kommen noch einmal 1.900 km für die Strecke von den Manitowish Waters in Wisonsin hinzu, wo sich die Brüder in der letzten Folge mit dem rachsüchtigen Wassergeist angelegt haben. Damit sind wir insgesamt bei knapp 7.540 km in nur vier Folgen. Und sie haben sich einmal quer durch die USA gearbeitet.

Spiritfarer

Ich bin wieder auf einem kleinen Indie-Trip. Ich brauche eine kleine Pause von Soulslikes. Zumindest brauche ich eine Abwechslung, bevor ich mich in Spiele wie Lords of the Fallen stürze oder endlich Hollow Knight angehe. Deshalb habe ich nach Cozy Games und spannenden Indie-Games gesucht. So habe ich nicht nur Sword of the Sea entdeckt, über das ich bereits berichtete, sondern auch Spiritfarer.

Die Geschichte ist recht einfach. Der Fährmann Charon, der die Geister Verstorbener gegen einen Obolus in die Unterwelt begleitet, geht in Rente. Deshalb muss eine Nachfolgerin her. Die Wahl ist unsere Protagonistin Stella mit ihrer Katze. Denn natürlich muss eine Katze in dem Spiel sein. Sie bekommt ein eigenes Boot und muss sich fortan um die letzten Wünsche der Geister kümmern. Man kocht ihnen Essen, versorgt sie mit einer Behausung auf dem Boot, erledigt Aufträge für sie und macht so einiges mehr. Denn diese Geister, die die Gestalt verschiedener Tierwesen annehmen, bleiben durchaus länger auf dem Schiff. In den paar Stunden, die ich bisher gespielt habe, habe ich noch keinen dieser Geister zum Tor in die Unterwelt gebracht.

Das ist keine Kritik. Ich bin gespannt, wohin die Reise dieses Spiels führen wird. Aktuell macht es Freude, sich um die Passagiere zu kümmern. Besonders die ersten Gäste stehen in einem besonderen Verhältnis zu unserer Protagonistin, kennen sie aus ihrem früheren Leben. Sie zeigen uns diverse Fähigkeiten, die uns helfen, ihren Wünschen nachzukommen. Sie geben uns Reiseziele vor, wodurch wir die Welt kennenlernen, Händler finden und mehr. So steigern sich langsam die Verantwortungen, die man übernimmt. Es ist ein angenehmes Tempo, das das Spiel vorlegt. Man steht unter keinem Zeitdruck, kann sich um die Felder und den Garten kümmern, zwischendurch angeln und mehr. Spiritfarer entspricht genau dem, was ich mir unter einem Cozy Game vorgestellt habe.

Manche Bereiche der Spielwelt sind noch nicht erreichbar, da man spezielle Upgrades für das Schiff benötigt. Denn mit der Zeit wird das Schiff größer, bekommt Upgrades und mehr Gebäude, die neue Gegenstände freischalten. Zwischendurch bereist man schön gestaltete Inseln und erkundet sie nach Aufträgen bzw. neuen Passagieren. Man erfährt im Laufe der Zeit so einiges über die Geschichte dieser Welt, wie sie funktioniert und was den Bewohner*innen wichtig ist. Ich mag es, wenn sich nach und nach eine Spielwelt öffnet. Nicht nur in ihrem Umfang, sondern vor allem in ihrer Tiefe.

Spiritfarer taucht zu Recht in Bestenlisten auf und im Sale habe ich es für wenige Euros bekommen. Man kann dem Spiel seine volle Aufmerksamkeit schenken oder immer mal wieder ein paar Stunden das Schiff pflegen und sich um die Passagiere kümmern. Eine klare Empfehlung für alle, die mal etwas anderes, ruhigeres spielen wollen.

Charmed | S01E02 | I’ve got you under my skin

Wie wäre es, wenn man plötzlich Kräfte bekommt, die man nicht kontrollieren kann? Woher kommen sie? Was macht man damit? Sind sie inhärent gut oder inhärent böse? Es ist eine Diskussion, die immer wieder aufkommt, wenn es darum geht, dass Personen Fähigkeiten bekommen; besonders wenn sie diese im jugendlichen bis erwachsenen Alter erhalten. Sei es in Superhelden-Comics oder eben in TV-Serien. Wir als Zuschauer*innen wissen, dass sie sich schlussendlich selbstlos für das Gute einsetzen. Doch müssen sie selbst ebenfalls zu dieser Erkenntnis kommen. Erst dann werden die darauffolgenden Geschichten glaubhaft.

In Charmed ist es Piper, die sich fragt, was diese Kräfte bedeuten. Phoebe ist mehr oder weniger furchtlos und nimmt die Dinge, wie sie kommen. Sie macht sich scheinbar wenig Gedanken darüber und geht davon aus, dass sie ihre Kräfte für das Gute nutzen. Prue ist mit anderen Dingen beschäftigt und möchte eher ignorieren, dass sie Hexen mit mächtigen Kräften geworden sind, deshalb das Dekret, dass sie diese nicht einsetzen, solange sie sie nicht kontrollieren können. Wobei sich die Frage stellt, wie die drei Schwestern lernen sollen, ihre Kräfte zu kontrollieren, wenn sie diese nicht einsetzen. Aber das Dekret hält sowieso nicht lange, deshalb erübrigt sich die Frage.

Piper steigert ihre Angst vor den Kräften noch weiter, in dem sie eine Dokumentation schaut, wo ihr erklärt wird, dass Hexen böse sind und von Gott bestraft werden. Sie fragt sogar ihren Pastor, ob Hexen böse sind, und der kommt mit einem sehr unhilfreichen Bibel-Zitat. An dieser Stelle möchte ich die Absichten und Fähigkeiten des Pastors infrage stellen. Denn ein Mitglied seiner Gemeinde ist sichtlich verstört, zweifelt an sich und projiziert ihre Sorgen dadurch, dass sie sich als Hexe versteht (aus der Sicht des Pastors gesprochen). Dass ihr dann auch noch sagt, man solle Hexen töten, ist wohl der schlechteste Ratschlag, den man geben kann. Eigentlich eine Frechheit. Später streiten sich dann noch Phoebe und Prue um den Einsatz ihrer Kräfte, was nicht gerade zuträglich ist.

Doch es geht auch anders. Piper und Phoebe haben später eine rührende Szene auf dem Dachboden. Piper liest im Buch der Schatten, um herauszufinden, was ihre Kräfte bedeuten, ob sie dazu auserkoren sind, böse zu sein. Doch Phoebe beruhigt sie und versichert ihr, dass es keinen besseren Menschen gibt als sie. Die Szene lebt vom gut geschriebenen Dialog und den schauspielerischen Fähigkeiten der beiden Frauen, allen voran Holly Marie Combs. Geschickt transportiert sie die Verzweiflung und Angst, die Piper gerade durchmacht. Natürlich könnte eine solche Szene durch mehr Tiefgang und längere Dialoge profitieren, doch wir befinden uns in den 90ern und da wurden sämtliche Probleme in 40 Minuten gelöst. Trotzdem mag ich die Szene sehr.

Von den Bösewichten her ist es eine dicht gepackte Folge. Prue trifft ihren zukünftigen Chef Rex Buckland und seine Assistentin Hannah Webster. Ich kann mich zwar nicht mehr im Detail an sie erinnern, weiß aber noch, dass sie später wichtig werden. Außerdem sagt Hannah mit bösem Blick, dass Prue wohl eine Hexe ist und damit wohl zu denjenigen mit weniger guten Absichten gehört. Monster der Woche ist Javna, der sich als Fotograf ausgibt. Javna saugt jungen Frauen die Lebensenergie aus, um selbst unsterblich zu werden. Dadurch altern diese rapide. Hier kommen wunderbare Überblendungen zum Einsatz, die diese Kraft unterstreichen sollen. Dazu noch rote Laser-Augen und eine schwebende Prue; großartig. Natürlich können die Halliwells Javna durch eine Zauberformel (incantation) besiegen. Ich frage mich, warum Javna im Buch der Schatten vorkommt. Gibt es mehrere von ihm, kommt er immer wieder? Muss er regelmäßig durch die »Hand of Fatima« verbannt werden oder brauchte es die Macht der Drei, um ihn endgültig zu besiegen?

Darryl und Andy haben es unterdessen ebenfalls nicht leicht. Sie jagen mittlerweile den zweiten potenziellen Mörder von jungen Frauen und müssen am Ende feststellen, dass die Serie an Verbrechen einfach aufhört, ohne dass jemand geschnappt wurde. Offiziell müssten das also weiterhin Cold Cases sein, die nie aufgeklärt werden. Zum Glück können sich die Opfer nicht an die Strapazen erinnern, wobei das verunsichernd sein muss, wenn einfach ein paar Tage fehlen. Sie verwandeln sich jedoch, nachdem Javna besiegt wurde, zurück in ihr junges Ich. Darryl und Andy bleiben im Dunkeln. Wobei Andy weiterhin skeptisch ist, was die drei Schwestern und Zufälle anbelangt.

Schließlich liefert uns Andy noch ein nettes, als er mit Prue auf einem Date ist. Die beiden haben sich scheinbar sieben Jahre nicht mehr gesehen, wie wir in dieser Folge herausfinden, und schliefen bei ihrem ersten Date gleich miteinander. Sie zählen das allerdings noch zu ihrer alten Beziehung und möchten diese neue Phase etwas langsamer angehen – ob das wohl gut geht? Wir werden es sehen. Jedenfalls werden sie bei ihrem zweiten Date rude unterbrochen: Prue durch ihr enormes, unförmiges Mobiltelefon und Andy durch seinen Pager. Was dieser kommentiert mit: „Dating in the 90s“. Wenn du nur wüsstest, Andy.

MCU Rewatch | Thunderbolts*

Wer hätte das gedacht? Ein Film über die Thunderbolts. Oder zumindest eine Version davon. Ich bin mit der Comic-Geschichte dieses Teams nicht im Detail vertraut. Im Film besteht das Team jedenfalls aus folgenden Mitgliedern: Yelena Belova (Florence Pugh), John Walker (Wyatt Russell), Bucky Barnes (Sebastian Stan), Alexei Shostakov (David Harbour) und Ava Starr (Hannah John-Kamen). Nicht zu vergessen Bob (Lewis Pullman). Und für kurze Zeit Antonia Dreykov (Olga Kurylenko). Kann das funktionieren?

Erstaunlicherweise ist die Antwort auf diese Frage: Ja. Und zwar überraschend gut sogar. Ich hatte nicht wirklich Erwartungen an den Film. Yelena und Bucky sind zwei großartige Charaktere, die ich gerne im MCU sehe. Von den anderen hat man bisher nicht viel mitbekommen. Außer von Red Guardian, von dem man zu viel mitbekommen hat. Meine Befürchtung, dass er zu dominant, nervig und unlustig sein würde, hat sich jedoch nicht bestätigt. Alle Charaktere machen eine tolle Figur und werden hier noch einmal mehr ausgebaut. Natürlich bleiben manche im Hintergrund, aber diese ungewöhnliche Zusammenstellung funktioniert.

Die Rückkehr von Julia Louis-Dreyfus als Valentina Allegra de Fontaine passt ebenso gut zum Film wie ihre Assistentin Mel, gespielt von Geraldine Viswanathan. Louis-Dreyfus gelingt es stets, eine unterschwellige Boshaftigkeit auszustrahlen, von der man nie weiß, in welche Richtung diese sich entladen wird. Sie spielt de Fontaine sehr ruhig, aber dennoch wirkt sie bedrohlich. Eine tolle Gegenspielerin und Louis-Dreyfus hat sichtlich Freude an der Rolle. Ich bin gespannt, wann wir sie wiedersehen.

Ich will ehrlich gesagt gar nicht allzu viel mehr über den Inhalt des Films verraten. Ich würde sogar davon abraten, einen Trailer zu schauen oder sich sonst irgendwie mit dem Film zu beschäftigen, bevor man ihn sich ansieht. Es hat mir wirklich große Freude bereitet, komplett unvoreingenommen und ohne Vorwissen den Film anzuschauen. Ich habe ihn mir einfach auf Apple TV+ ausgeliehen und angeschaut. Und je länger der Film lief, desto mehr wurde ich in die fesselnde Geschichte hineingezogen. Ich bin überrascht, wie mühelos es Thunderbolts* gelingt, dass mir die Charaktere am Herzen liegen. Die Dialoge sind on-point geschrieben. Witzige Sprüche sind tatsächlich komisch und nicht übertrieben. Es gibt sogar herzerweichende, gefühlvolle Momente, die mir fast eine Träne abgerungen hätten.

Ich weiß nicht, was bei Marvel passiert ist. Nach den ganzen katastrophalen Filmen, die seit Endgame herausgekommen sind, ist Thunderbolts* einer der seltenen Lichtblicke. In der Post-Endgame-Ära würde ich ihn sogar auf dem zweiten Platz einordnen, gleich hinter dem dritten Teil von »Guardians of the Galaxy«. Schaut Thunderbolts*, ihr werdet es nicht bereuen. Ich kann es selbst kaum glauben, diese Zeilen zu schreiben. Der Film ist großartig. Ich hoffe, es geht bei den nächsten Filmen in dieser Qualität weiter.

Komfortzone

»Komfortzone«, »über den eigenen Schatten springen«, den »Schweinehund überwinden« – es gibt viele Bezeichnungen dafür, Hindernisse zu überwinden. Besonders wenn eines dieser Hindernisse wir selbst sind. »Die Komfortzone verlassen« wird oft damit verwechselt, dass man buchstäblich von der Couch aufstehen und raus in die Welt gehen soll. Das ist natürlich an sich kein schlechtes Vorhaben und immer zu unterstützen, doch jeder und jede von uns hat eine eigene mentale Komfortzone. Es tut uns gut, diese gelegentlich zu verlassen, neue Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Denn erst mit diesen neuen Erfahrungen kann ich es mir (durchaus auch buchstäblich) zu Hause wieder gemütlich machen und es noch mehr genießen.

Sei es, zu einer Party oder Feier zu gehen, die man normalerweise meidet, eine Runde spazieren zu gehen oder endlich die eine Wand im Wohnzimmer auszumalen und neu zu gestalten. Es kann auch bedeuten, etwas sein zu lassen und es anders zu machen, als es normalerweise der Fall ist. Was auch immer es ist, es ist sehr individuell. Grenzen austesten heißt auch immer, sich selbst besser kennenzulernen. Vielleicht ist aber auch das das Verlassen der Komfortzone: einen Bereich unseres Lebens, unserer Psyche, etwas, das uns belastet, genauer zu betrachten. Sich trauen hinzuschauen; zu Reflektieren, warum es so ist, wie es ist.

Es zahlt sich immer wieder aus, sich selbst zu überwinden. Selbst wenn man scheitert oder die Erfahrung doch nicht so gut ist wie erhofft – man kann immerhin behaupten, es versucht zu haben. Und damit hat man schon vielen etwas voraus. Beim nächsten Mal ist man bereits eine Erfahrung reicher und kann entsprechend agieren.

Der tägliche Text

Jeden Tag einen Text zu schreiben, ist nicht so einfach. Und in den vergangenen Wochen war mein Schreibverhalten sehr unregelmäßig. Nicht jeder Tag hat einen neuen Text hervorgebracht. Manchmal habe ich eine ganze Woche lang nichts geschrieben. Dafür sammelte ich die Woche über Ideen und habe dann an einem Tag fünf oder gar sieben Texte geschrieben. Das kann man kurzfristig machen, wenn es eine hektische Woche ist, aber auf Dauer möchte ich wieder zu der Regelmäßigkeit, täglich zu schreiben, zurückkehren.

Es muss nicht jeder Text einer für das Blog werden. Es können Experimente mit Geschichten sein, etwas, das ich für mich selbst schreibe, oder etwas ganz anderes. Vor kurzem habe ich einen Text veröffentlicht, der genau 100 Tage vor Weihnachten veröffentlicht wurde: am 15. September. Als ich den Text vor ein paar Wochen schrieb, wusste ich bisher nicht, was ich mit diesen 100 Tagen anfangen soll. Ich wollte mir aber ein Ziel setzen. Und 100 Tage täglich zu schreiben, so banal es klingen mag, wenn man ein tägliches Blog betreibt, ist genau das, was ich machen möchte. Dabei ist es egal, was es ist. Hauptsache, es wird Text zu analogem oder digitalem Papier gebracht.

Eine andere Sache, die mir am täglichen Schreiben so gut gefällt, ist die Idee, dass man sich jeden Tag verbessern kann. Wenn man jeden Tag etwas veröffentlicht, wird nicht alles ein brillanter Geisteserguss sein. Manches ist besser, manches ist schlechter. Aber man hat jeden Tag, Woche für Woche und Jahr um Jahr die Chance, es besser zu machen. Das motiviert mich. Tägliches Schreiben macht etwas mit einem selbst. Es verändert, wie man über die Welt denkt; Man läuft mit offeneren Augen herum. Ständig schreibe ich mir Ideen auf, trage sie mit mir herum, lasse sie reifen oder aber ich schreibe einfach darauf los (mein favorisiertes Vorgehen), eben das, was mir gerade in den Sinn kommt.

Bald neigt sich das zweite Jahr des Blogs dem Ende zu und ich habe noch keinen Tag verpasst. Ich denke auch nicht daran, aufzuhören. Und selbst wenn zwischendurch die Lust daran etwas durchhängt, so motiviert es doch, sagen zu können, dass man seit Jahren einen Blog betreibt und noch kein Tag vergangen ist, an dem man nichts veröffentlicht hat. Das treibt mich an, motiviert und inspiriert mich. Es wird zum Selbstläufer, zur Routine, und doch ist jeder Tag erneut spannend, interessant und lädt ein, Neues zu entdecken.

Supernatural | S01E03 | Dead in the Water

In dieser Folge bekommen es Sam und Dean mit einem rachsüchtigen Geist zu tun, der im Lake Manitoc sein Unwesen treibt. Dieser Geist ist ziemlich umtriebig und tötet im Laufe der Folge vier Menschen. Was man eben so tut, wenn man als Kind aus Versehen in einem See von Freunden ertrunken wurde, diese den Unfall vertuschen und mit ihrem Leben weitergemacht haben, als wäre nichts gewesen. Diesen vertuschten Mord müssen leider die Familien der heute erwachsenen Männer ausbaden, die in diesen übernatürlichen Konflikt reingezogen werden.

Allen voran Andrea und ihr Sohn Lucas. Seit Lucas seinen Vater beim Ertrinken zusehen musste, spricht er nicht mehr. Er hat gesehen, wie etwas in dem See seinen Vater nach unten gezogen hat, was verständlicherweise eine äußerst traumatische Erfahrung war. Besonders charmant an Dead in the Water ist Deans gefühlvoller Umgang mit Lucas. Er spricht über seine eigene Vergangenheit und wie er seiner eigenen Mutter dabei zusehen musste, wie sie von etwas Unnatürlichem getötet wird. Das entspricht zwar nicht ganz dem, was wir bisher in den Rückblicken gesehen haben, gibt aber noch einmal mehr Kontext und Motivation für Dean. Selbst Sam scheint während dieses Falls seinen Bruder von einer neuen Seite kennenzulernen.

Dieser Fall ist auch das erste Mal, dass wir erfahren, wie man gegen Geister vorgeht. Man muss die Überreste ausgraben, mit Salz bestreuen und verbrennen. Dann sollten die Geister wohl endlich zu ihrer Ruhe finden. Bei einem Fall, bei dem das Opfer allerdings ertrunken ist und der Körper nie geborgen wurde, stellt sich das als nicht ganz so trivial heraus. Wie ich dann noch in einem Wiki-Eintrag von einem der vielen Supernatural-Seiten gelesen habe, lässt das darauf schließen, dass der See nicht sehr salzhaltig sein kann. Denn das würde die Arbeiten des Geistes äußerst schwierig machen, wenn sie doch empfindlich dem Gewürz gegenüber sind. Ich mag solche Schlussfolgerung und Argumentationen sehr gerne. Es gibt der Welt mehr Daseinsberechtigung, in gewisser Weise. Man nimmt die Welt in ihrem Kontext ernst und spekuliert, welche Schlüsse sich aus den vorhandenen Informationen ziehen lassen.

Den Aufbau der Episode könnte man schon fast als klassisch bezeichnen. Sam und Dean gehen systematisch dabei vor, geben sich als offizielle Ermittler irgendeiner Organisation aus und gehen dem Fall auf die Spur. Lucas als vertrauenswürdige Quelle funktioniert hervorragend, vor allem im Kontext mit Dean und dass dieser ihn ernst nimmt. Das color grading ist erneut sehr interessant. Die Farben werden blass dargestellt, der Look wirkt überbelichtet. Es passt zur Serie und der gesamten Atmosphäre des Falls. Mir war offen gestanden gar nicht mehr bewusst, dass die frühen Folgen einen solch signifikanten Look für sich etabliert hatten. Ich bin sehr gespannt, wie lange dieser bestehen bleibt und wann er sich ändert.

Kommen wir zur Strecke, die Sam und Dean in dieser Episode zurückgelegt haben. Ich finde es tatsächlich spannend zu recherchieren, ob die Orte wirklich existieren oder sie fiktive Entsprechungen von realen Orten sind. Auch habe ich so herausgefunden, dass scheinbar einige Episoden in Wisconsin gedreht wurden und sie deshalb dahin immer wieder zurückkommen. Ob das so ist, können wir sicherlich in den kommenden Folgen herausfinden. In Dead in the Water haben wir es wieder mit einem fiktiven Ort zu tun, der an einem Lake Manitoc liegt. Da es ähnlich klingende Seen in Wisconsin gibt, die eher im Norden des Bundesstaats zu finden sind, gehe ich mal von den Manitowish Waters aus. Dorthin sind es gut 2.100 km, also etwa eine ähnliche Strecke, die sie auch in der letzten Folge zurückgelegt haben. Insgesamt also schon 5.140 km.

100 Tage

Ein Arbeitskollege hat mich letztens auf eine Idee gebracht. Immerhin war der 25. August und Weihnachten damit nur mehr vier Monate entfernt. Da hat sich natürlich die Frage aufgedrängt: Ab wann sind es nur mehr 100 Tage bis Weihnachten? Kurz ChatGPT konsultiert und die Antwort verifiziert, war die Antwort: heute, der 15. September. In 100 Tagen ist Weihnachten. Ab da neigt sich das Jahr langsam aber sicher dem Ende zu. Die ominöse Zeit zwischen den Jahren steht an. Man trifft sich mit Familie und Freunden. Man reflektiert über das Jahr. Eine schöne Zeit.

Allerdings haben wir noch 100 Tage bis dahin. Was machen wir also damit? Nutzen wir doch diese Zeit, um fallen gelassene Vorhaben wieder aufzugreifen. Um Vorsätze, die wir am Ende des letzten Jahres hatten, mit neuem Elan anzugehen. Warum warten, bis das Jahr zu Ende ist? Man muss für den Start eines Projektes, Vorsatzes, Zieles oder wie auch immer man es nennen möchte, nicht bis zum ersten Januar warten. 100 Tage sind eine fantastische Zahl und sehr viel Zeit. Es muss nichts Großes sein. Etwas, das man schon immer machen wollte, kann man in diesen 100 Tagen wunderbar testen.

Vielleicht eine neue Sportart oder eine Sprache lernen. Jeden Tag ein Kapitel in einem Buch lesen. Jeden Tag spazieren gehen und dabei einen interessanten Podcast oder ein Hörbuch hören. Ich weiß noch nicht genau, was ich mit dieser Zeit anfangen möchte, immerhin schreibe ich diese Zeilen ein paar Tage vorher; Somit habe ich noch Zeit, mir etwas zu überlegen. Jeden Tag einen Text zu veröffentlichen, mache ich schon seit fast zwei Jahren, aber wirklich jeden Tag schreiben tue ich nicht. Vielleicht ist das ein schönes Ziel.

Für was auch immer man sich entscheiden mag: Nutzen wir diese 100 Tage. Und wenn wir dann in den Weihnachtsfeiertagen auf das Jahr zurückblicken, können wir dies umso stolzer tun. Immerhin haben wir etwas versucht, etwas Neues ausprobiert. Wir sind um eine Erfahrung reicher geworden.

Ahmed | Unsplash