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Charmed | S01E01 | Something Wicca this way comes

Die komplette erste Folge war ein einziger Trip. Ich bin aus dem Lachen und Klatschen nicht mehr herausgekommen. Ja, ich habe alleine im Wohnzimmer eine Serie beklatscht. Soweit ist es schon gekommen. Ich weiß nicht, wie lang es her ist, dass ich eine Folge von dieser wunderbaren Serie Charmed gesehen habe. Es sind auf jeden Fall unzählige Monde seither vergangen. Ich habe in der Zwischenzeit die HTL mit Matura abgeschlossen, zweimal den Job gewechselt und zwischendurch drei Jahre in Tübingen Medienwissenschaften bis zum Bachelor studiert. Nicht zu reden von all den privaten Entwicklungen. Will sagen: Es ist wirklich viel passiert, seit ich den Song How soon is now von Love Spit Love gehört, geschweige denn die Einblendungen von Prue, Piper und Phoebe gesehen habe.

Diese Erfahrung als surreal zu bezeichnen, trifft es nicht. Vielleicht interpretiere ich zu viel in das Ganze hinein oder mache mir zu viele Gedanken darüber, aber so habe ich mich eben dabei gefühlt. Die ersten drei Staffeln habe ich definitiv am häufigsten gesehen und konnte mich an jeden einzelnen Shot erinnern, sobald er über den OLED-Fernseher in überraschend gestochener Schärfe flimmerte. Das ist wohl der größte Unterschied: Es ist kein Röhrenfernseher mehr, der mir die Serie zeigt, und mit der Dolby Atmos Soundanlage ist der Sound kristallklar. Soweit man etwas anhand von nur einer Folge beurteilen kann, muss ich sagen, dass es durchaus gelungen ist, diese mittlerweile 27 Jahre alte Episode ins Jahr 2025 zu holen. Nur an den »establishing shots« von San Francisco merkt man das Alter der Serie, da diese nicht neu aufbereitet wurden. Was ich hervorragend finde, da es San Francisco von damals zeigt. Moderne Aufnahmen wären hier fehl am Platz.

Ich frage mich, ob die erste Szene damals schon das stereotypische Bild einer „modernen“ Hexe war oder ob das erst in den nächsten Jahren etabliert wurde. Wir sehen eine junge Frau, die natürlich eine Katze besitzt und sich vor einen kleinen Tisch kniet. Darauf sind verschiedene Kerzen und eine Schale mit Kräutern oder ähnlichen Darbietungen. Die Kerzen werden nicht mit einem Feuerzeug angezündet, sondern mit den Fingern und es wird eine Gottheit angebetet, selbstverständlich mit Referenz auf den Mond. Es ist fantastisch. Leider wird die gute Dame ermordet, da ein Hexen-Jäger oder auch Warlock genannt, in der Stadt sein Unwesen treibt.

Die erste Halliwell-Schwester, die wir sehen ist Piper, die gerade durch die Haustür hereinkommt. Als Zweites sehen wir Prue. Die beiden sind wohl gerade dabei, das Haus auf Vordermann zu bringen, nachdem ihre Großmutter verstorben ist und es allen drei Schwestern vermacht hat. Prue und Piper sind wieder in das alte Haus eingezogen. Ohne es vorher Prue zu sagen, zieht allerdings auch Phoebe, die jüngste Schwester, wieder ins Haus ein. Prue geht eigentlich davon aus, dass sie in New York lebt, doch Piper weiß, dass sie wieder zurück nach San Francisco kommt. Und dann steht sie auch schon vor der Tür. Die Spannung zwischen Prue und Phoebe ist deutlich zu spüren. Scheinbar hat Phoebe mit dem Ex-Verlobten von Prue geschlafen, was diese allerdings leugnet. Durch diese kleine Szene, doch auch durch die Unterhaltungen davor sind sofort die Fronten klar und man versteht das Verhältnis zwischen den dreien.

Das ist etwas, das dieser ersten Episode exzellent gelingt: das Etablieren der drei Schwestern, wo sie im Leben stehen, welche Beziehung sie zueinander haben. Es lässt sich erahnen, wie ihre Kindheit hier ausgesehen haben mag, und man fängt vielleicht selbst an, etwas zu spekulieren. Die drei erhalten an diesem Abend gleich ihre Kräfte, als Phoebe laut die erste Seite des Buchs der Schatten vorliest. Ich habe mich schon immer gefragt, wer alleine für sich etwas laut vorliest, aber das bricht nicht mein »suspension of disbelief« und funktioniert für mich. Man bekommt hierbei einen Eindruck der Effekte der Serie. Etwas Licht, Dinge wackeln und so weiter. Es sind einfache, aber effektive Wege, die Magie in Erscheinung treten zu lassen. Und wir befinden uns im Jahr 1999, das darf man dabei nicht außer Acht lassen.

Es ist schön, zu beobachten, wie die drei ihre Kräfte entdecken. Phoebe, die ihre Macht, in die Zukunft zu schauen, gleich nutzt, um Teenagern das Leben zu retten. Piper, die aus Versehen die Zeit einfrieren lässt und damit einen Job in der Küche bekommt, aber später diese Macht nutzt, um vor ihrem bösartigen Freund Jeremy zu flüchten, der insgeheim ein Warlock ist. Und schließlich Prue, die unbewusst Dinge in Bewegung setzt, um ihren misogynen Boss und Ex zu bestrafen. Die Serie sprüht dabei geradezu 90er-Energie, und es macht Freude, erneut in diese Zeit einzutauchen.

Natürlich dürfen die Nebencharaktere nicht unerwähnt bleiben. So sehen wir Andy, den Inspektor, der vor allem Prue schon länger zu kennen scheint und die beiden verstehen sich auf Anhieb sehr gut. Und Andys Partner Darryl, der äußerst skeptisch ist, wenn Andy vorschlägt, dass sie es mit einem Hexen-Jäger zu tun haben, der Frauen tötet. Was die beiden wohl sagen würden, wenn sie wüssten, dass der Warlock den sie suchen, im Dachboden der Charmed Ones explodiert ist? Andy ist auf jeden Fall durch seine offene Natur aufmerksam und so fällt ihm gleich auf, dass eine spezielle Katze (die, die wir bei der Hexe im Intro gesehen haben) mit einem besonderen Halsband bei den Halliwells auftaucht. Was hat das wohl zu bedeuten?

Ich weiß nicht, ob ich die Folge und damit die Serie als cheesy bezeichnen würde. Das wird Charmed nicht gerecht, jedoch wirkt es in der Rückschau natürlich so. Supernatural, das erst sechs Jahre später starten wird, wirkt ab der ersten Folge ernsthafter und erwachsener, wenn man den Unterschied so beschreiben kann. Nicht, dass sich Charmed nicht ernst nimmt, das tut es und es tut der Serie gut. Es fällt mir schwer, die Atmosphäre konkret zu beschreiben. Vielleicht finden wir es noch heraus. Vielleicht ist es nur die Mischung aus Nostalgie, den Erinnerungen an die Serie und sie nach vielen Jahren mit anderen Augen wiederzusehen. Was auch immer es ist, ich finde es großartig und freue mich auf die weiteren Folgen.

»The power of three will set you free.«

MCU Rewatch | Captain America: Brave New World

Die fünfte Phase des MCU ist – gemischt. Um es positiv auszudrücken. Ich bin froh, dass ich mit meinem Rewatch Anfang April fertig war und die Texte soweit vorbereitet hatte. Seitdem erscheint jeden Samstag ein Text dazu. So konnte ich etwas Abstand gewinnen. Nun war es also an der Zeit, mich den neueren Einträgen des Marvel Cinematic Universe zu widmen.

»Captain America: Brave New World« verlangt von seinen Zuschauer*innen, dass man sich nicht nur mit den Filmen des MCU auseinandersetzt. Im Idealfall schaut man noch die Serie »Falcon & the Winter Soldier«. Als die Serie vor ein paar Jahren erschien, habe ich sie mir angeschaut. Ich kann mich an kaum etwas erinnern. Spricht jetzt entweder gegen die Serie oder gegen mein Gedächtnis. Was auch immer es ist, mit einem Abstand von mehreren Monaten zu den anderen Filmen und mehreren Jahren zur Serie fühlte ich mich, als würde ich frisch in das Universum einsteigen. Ich konnte mich gut darauf einlassen. Was also bietet »Brave New World«?

Ich hätte gerne gesagt, dass Anthony Mackies Premiere als Captain America und erste Hauptrolle in einem MCU-Film der beste Film von Phase 5 ist. Stattdessen ist es enttäuschendes Mittelmaß. Die Geschichte an sich finde ich durchaus interessant und sie hätte Potential gehabt für mehr. Aber die Cinematographie und die CGI-Effekte reißen mich immer wieder aus dem Film. Genauso wie das Sounddesign nicht überzeugend ist. Und wenn ich während des Films über das Sounddesign nachdenke, dann läuft wirklich viel schief.

Aber von vorne: Der neue Präsident der USA, Thaddeus Ross (nach dem Tod von William Hurt hier porträtiert von Harrison Ford), ist verstrickt in so einige Machenschaften. Gefängnisse, von denen niemand weiß, Deals, die keiner kennt, verfeinert mit dem typischen Hauruck-Patriotismus, den man von Ross kennt. Feingefühl wie ein Panzer. Wie dieser Mann Präsident wurde, ist mir ein Rätsel. Nebenbei erledigt der neue Captain America ein paar Missionen für den Präsidenten. Aber diese tolle Freundschaft geht schnell den Bach runter und wir sind bei den alten, verhärteten Fronten angelangt. Jeder macht, was er will. Am Ende tun aber dann doch alle das Richtige und reiten glücklich in den Sonnenuntergang.

Was mir gefällt, sind die Rückgriffe auf »Incredible Hulk«. Es ist schön zu sehen, dass das MCU die Existenz dieses Films anerkennt. Genauso wird der Celestial im Meer angesprochen (wir erinnern uns an »Eternals« zurück). Warum der da rein muss? Keine Ahnung. Irgendjemandem im Autor*innenteam ist wohl eingefallen, dass da was Größeres im Meer liegt, und hat diesen mit der Brechstange in die Geschichte geschrieben. Nebenbei hat man Lunte gerochen und die Chance genutzt, mehrmals das Wort »Adamantium« unterzubringen. Fans erinnern sich dann an die Fox-X-Men-Filme und an Wolverine. Denken an Hugh Jackman und sind für ein paar Minuten abgelenkt und haben ein wohliges Gefühl im Bauch. Vielleicht soll das die X-Men sehr unsubtil ankündigen oder einfach nur ablenken. Ich bin mir nicht sicher. Es hätte aber sehr viel besser untergebracht werden können.

Wie kann ein Studio für einen fantastischen Spionage-Thriller à la »Winter Soldier« verantwortlich sein und sich gleichzeitig, ein paar Jahre später, an »Brave New World« die Zähne ausbeißen? Ich mag die Performances der Schauspieler*innen sehr gerne. Mackie ist Falcon/Captain America, Harrison Ford ist sowieso grandios und die neuen bzw. alten Ergänzungen sind klasse gewählt. Danny Ramirez hat eine tolle Chemie mit Mackie und ich hätte gerne mehr von den beiden als Team gesehen. Shira Haas ist einfach nur ein Badass und hat eine gewaltige Bildschirmpräsenz. Und dann natürlich noch Giancarlo Esposito als Handlanger des wahren Bösewichts. Ich verrate hier mal nicht mehr. Das ist ein Cast, der seinesgleichen sucht. Aber die Geschichte ist zu seltsam erzählt. Mal mäandert sie vor sich hin, dann geht wieder alles furchtbar schnell und politische Verhandlungen bzw. manche Charaktermotivationen und -einstellungen bleiben undurchsichtig.

Nicht so undurchsichtig ist leider das CGI. Ich weiß nicht, was beim Dreh oder der Postproduktion schiefgelaufen ist, aber manche Szenen sehen aus, als wären sie von Filmstudenten gedreht worden. Es gibt Szenen, in denen die Charaktere so viel Weichzeichner verpasst bekommen haben, als wäre es eine Traumsequenz. Deshalb fiel mir der Einstieg in den Film so schwer. Es sah surreal aus. Auf der anderen Seite wirken manche Einstellungen unscharf. Nicht zu sprechen von den Szenen, die im »Volume« gedreht wurden. Der wohl höllischsten Erfindung in Hollywood der letzten Jahre. Wenn dort gedreht wird, sieht es meistens einfach nur falsch aus. Die Beleuchtung funktioniert nicht mit dem Rest des Films. Fahrt mit den Schauspieler*innen doch einfach in einen Wald oder baut ein Set. Aber das »Volume« muss einfach verschwinden. Es hatte seinen Höhepunkt in »The Mandalorian«, wo es eingeführt wurde, aber seither ging es nur bergab.

Kommen wir zum Sounddesign. Was ich an »Winter Soldier« so mochte, war unter anderem das Sounddesign. Vor allem wenn Cap das Schild geworfen hat. Es hatte eine Wucht, die man gespürt und gehört hat. Wenn jemand damit getroffen wurde, tat es weh beim Zuschauen. Die Bahnen des Schilds waren, wenn auch übertrieben (wir sind immer noch in einer Comicverfilmung), nachvollziehbar. Doch diese Wucht und Präzision sucht man hier vergebens. Manchmal gelingt es, aber öfter oft verpufft ein Aufprall im Nichts. Genauso wie bei manchen Schlägen oder wenn jemand brachial zu Boden geworfen wird. Mir kommt es so vor, als würden manche Soundeffekte fehlen. Mir wurde in den vergangenen 17 Jahren MCU-Filme eingetrichtert, dass Schläge eine Wucht, einen Wumms hinter sich haben. Wenn das dann fehlt oder nicht so stattfindet, reißt es mich aus dem Film.

Ich mochte den Bösewicht auch nicht wirklich. Das alles war nur eine Ausrede, damit sie Harrison Ford in den Red Hulk verwandeln konnten. Ross ist doch immer ein aufbrausender Charakter gewesen. Das alles penibel zu planen und abzuschätzen, funktioniert für mich nicht.

Ich hätte den Film gerne gemocht. Aber je länger ich darüber nachdenke, und jetzt, wo ich diesen Text schreibe, fallen mir immer mehr Fehler auf. Inkompetenzen und Unzulänglichkeiten, die nicht hätten sein müssen. Daran ist auch »Black Widow« am Ende gescheitert. Marvel kann nicht einfach nur einen guten Spionage-Thriller machen. Es muss immer grandios und episch werden. Aber das spürt man in diesem Film nicht. Als in »Eternals« der Celestial angefangen hat, sich aus dem Meer zu erheben, war das ein gewaltiges Schauspiel. Die schiere Größe dieses Monstrums wurde gekonnt eingefangen. Wenn man denselben Celestial in »Brave New World« sieht, wirkt das bei weitem nicht so imposant. Dazu ist die Cinematographie hier leider nicht in der Lage. Sie scheitert schon an kleinen Szenen. Wie sollte sie einen Celestial einfangen können, den es gar nicht gibt?

Schade. Ich hätte es Anthony Mackie gewünscht, dass sein erster Filmauftritt als Captain America etwas Großartiges wird. Ich hoffe, sie geben ihm noch eine Chance. Mackie und Ramirez sind ein tolles Duo. Bitte mehr davon. Aber mit einer schlüssigen Story, einem angsteinflößenden Bösewicht, nachvollziehbaren Charakterentwicklungen und CGI-Effekten, die gut aussehen. Marvel scheitert wiederholt an ihrem eigenen Erfolg. Mal sehen, ob »Thunderbolts*« es besser hinbekommt.

Special Edition

Vor Kurzem war ich mal wieder zu einer Hochzeit eingeladen. Die große Frage dahinter ist nicht nur: „Was ziehe ich an?“, sondern auch: „Was schenke ich den frisch Vermählten?“ Es gibt die typischen Hochzeitsgeschenke mit den Namen des Brautpaars, und dagegen ist auch nichts einzuwenden. Doch ich wollte noch etwas Besonderes, Einzigartiges schenken. Zuerst hatte ich überlegt, mein Blogbuch noch einmal drucken zu lassen, nur mit einer neuen Einleitung versehen. Doch dann kam mir die wahnsinnige Idee einer Special Edition.

Diese Special Edition sollte die ersten eineinhalb Jahre des Blogs beinhalten. Das war allein schon vom Layout her eine Herausforderung, wie sich herausstellen sollte. Denn über 350.000 Worte in einem Buch zusammenzufassen, ist nicht leicht. »Wir-Machen-Druck«, bei denen ich meine Bücher stets bestelle, können im DIN-A5-Hochformat maximal 600 Seiten drucken. Das hört sich erst einmal viel an. Jedoch musste ich so einige Tricks anwenden und mit Zeilenabständen experimentieren, bis ich alle Texte auf diese Seitenzahl zusammengestaucht bekam. Manches ist vielleicht etwas zu klein geraten, wie etwa das Inhaltsverzeichnis, aber die Texte an sich lassen sich noch gut lesen.

Ich habe auch wieder Neues gelernt, wenn ich zukünftig Bücher drucken lasse. Zum einen gefällt mir das Design des Covers von der Special Edition um einiges besser als das von der Softcover-Ausgabe von Jahr 1. Hier werde ich bei Jahr 2 mehr recherchieren und experimentieren müssen, damit es etwas besser aussieht. Außerdem sollen die ersten Seiten etwas mehr Freiraum bieten, um das Buch einzuleiten. Bei herkömmlichen Büchern startet nicht gleich das Inhaltsverzeichnis oder der Text. Es gibt Widmungen, Daten über das Buch, noch einmal werden Titel und Name des Autors oder der Autorin genannt. Das war hier leider nicht möglich, aufgrund des Limits der Seitenzahl, aber bei anderen Projekten kann ich das berücksichtigen.

Zunächst hatte ich ein spezielles Vorwort der Special Edition im Kopf. Wie schon das vorherige Vorwort sollte es fix im Buch abgedruckt sein. Doch bei der Bestellung des Buches habe ich bemerkt, dass 5 Stück zu bestellen so einige Vorteile bietet. Etwa die bessere Fadenbindung und ein Zierbändchen. Der Preis von zwei Stück unterschied sich nur marginal von der Auflage von fünf. Also habe ich die Seite des Vorworts für die Special Edition einfach leer gelassen. So ist es mir möglich, diese besonderen Exemplare jeweils mit einer speziellen Widmung zu versehen. So haben diese Versionen noch einen persönlicheren Touch.

Ich bin sehr zufrieden. Das ist das erste Mal, dass ich ein Hardcover-Buch erstellt und designt habe. Es fühlt sich schon sehr viel wertiger an als ein einfaches Softcover. Trotzdem werden die nächsten Jahresbücher keine Hardcover. Das wird den Special Editions vorbehalten sein. Mal sehen, welche mir noch einfallen.

Charakterentscheidungen in Alien: Earth

Jeden Mittwoch erscheinen aktuell neue Folgen von der Serie »Alien: Earth«. Ich bin etwas später in die Serie eingestiegen und habe mir letzte Woche vier Folgen am Stück angeschaut. Der Look und die dichte Atmosphäre erinnern stark an die klassischen Filme. Der erste Teil ist immerhin 46 Jahre alt und mehr oder weniger nahtlos an das alte Design anzuschließen, ist ein Erfolg an sich. Hinzu kommen die grandiosen Schauspieler*innen, die durch die Bank perfekt in ihre Rolle passen. Man sieht ihnen einfach gerne zu und weiß, es wird kein gutes Ende nehmen – für niemanden.

Interessant finde ich den Aufbau der Serie. Denn sie ist nicht nur eine reine Horrorserie, die geschickt den Xenomorph im Set versteckt, sondern besticht außerdem durch politische Intrigen. Jede und jeder verfolgt eigene Ziele, ist den Megacorporations und ihren unendlich reichen CEOs auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Aber bedeutet Geld wirklich Macht oder verblasst das alles im Angesicht des Xenomorphs? Ist ein einfaches Alien in der Lage, sie alle auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, oder scheitern sie an ihren Ambitionen? Feinde lauern überall.

Nicht nur der Xenomorph ist eine Bedrohung. Die kürzlichen Kreationen des Emporkömmlings und treffend benannten Boy Kavalier scheinen nicht ganz so zu funktionieren wie erhofft. Wie fatal Fehlfunktionen sein können, wird sich erst noch herausstellen – ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Die kreativen Köpfe hinter der Serie wissen, wie man Spannung erzeugt. Das sollte man selbst erleben. Dann haben wir natürlich noch andere Spezies, die neben dem Xenomorph eine Bedrohung darstellen. Es ist schön, wenn der Name »Alien« breiter gefasst wird und nicht nur den Xenomorph meint. Man kann so viele schöne, abscheuliche Kreaturen kreieren, die das Leben der Charaktere äußerst schwer machen.

Nur eines hat mich bislang gestört an der Serie und das hat mit dem Charakter Hermit zu tun. Er ist der Bruder einer unserer Protagonistinnen und arbeitet als Medic bei einer – nennen wir es – Sicherheitseinheit. Hermit hat einen großen Beschützerinstinkt und würde alles für seine Schwester tun. Ich mag den Charakter. Er wirkt etwas nahbarer als die anderen. Durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse bekommt er vom Unternehmen von Boy Kavalier eine neue Lunge. Über diverse Subfirmen arbeitet er für den Boy Genius. Und es gibt nur fünf große Konzerne, die die Welt unter sich aufgeteilt haben. Ihre Krieger sind Anwälte. Alles ist eine Bedrohung.

Um Hermit herum entspinnen sich die bereits erwähnten Intrigen. Alles und jeder hat eine eigene Agenda, versucht, diese mal mehr, mal weniger subtil umzusetzen und die eigenen Ziele zu verfolgen. Nuancen sind wichtig und ein gewisses Fingerspitzengefühl. Hermit ist neu in diesen Sphären der Welt, aber er lebt in ihr und unbekannt dürfte ihm dies nicht sein. Immerhin wird er als intelligent und clever dargestellt, sonst hätte er die ersten Folgen nicht überlebt. Doch irgendwann denkt er, dass er einfach kündigen und gehen kann. Mit seiner neuen Lunge und der Schwester in der Hand. Diese ist allerdings in gewisser Weise das Eigentum von Boy Kavalier.

Es ist eine etwas stumpfsinnige Szene. Denn Hermit muss doch wissen, dass er nicht einfach gehen kann. Und seine Schwester schon dreimal nicht. Sie beide haben zu viel gesehen, wissen zu viel und sind nun einmal in diese Machtspiele verstrickt. Ich hoffe sehr, dass sich dieser offensichtliche Aufstand, der sich anbahnt, etwas subtiler darstellt. Bisher ist mir Hermit zu sehr mit der Brechstange unterwegs und untergräbt damit etwas die Atmosphäre, in der die anderen Charaktere unterwegs sind. Es passt nicht zu hundert Prozent dazu, noch nicht zumindest.

Leider war die fünfte Folge etwas unterwältigend. Insofern, als dass es ein einziger Rückblick war und zeigt, was vor dem Absturz des Raumschiffes passiert ist. Vieles war bereits bekannt und es fühlte sich teils wie ein Déjà-vu an. Ich hoffe, die letzte Handvoll an Episoden kehrt qualitativ und erzähltechnisch zu den ersten vier zurück. Es steckt viel Potenzial in »Alien: Earth«. Das sähe ich nur ungern verschwendet. Und jede Folge ohne Timothy Olyphants Kirsh ist ohnehin verschwendet.

Олег Мороз | Unsplash

Sword of the Sea

Vor ein paar Wochen habe ich mal wieder einen Durchgang in Elden Ring beendet. Doch die letzten Bosskämpfe waren eher frustrierend. Um nicht der Soulslikes überdrüssig zu werden, musste also etwas Abwechslung her. Zum Glück hole ich mir immer die monatlichen PS-Plus-Spiele. Dort war im August unter anderem das erfrischende Sword of the Sea enthalten. Dabei handelt es sich um ein kurzweiliges Indie-Game mit durchdachtem, visuell beeindruckendem Design. Und wenn ich etwas mag, dann sind das genau solche Indie-Games.

Sword of the Sea begeistert auf vielen Ebenen. Was sofort ins Auge sticht, sind die grandios designten Level. Obwohl die Entwickler*innen auf einen simpleren Comic-Look (wenn man diesen so bezeichnen möchte) setzen, ist jedes Level immer wieder beeindruckend gestaltet. Man erkennt die Liebe zum Detail und dass das Studio einen Sinn für Epik hat. Je höher oder tiefer man in die Welt vordringt, desto ausgefeilter und auch herausfordernder werden die Level.

Doch worum geht es eigentlich? Das muss man sich tatsächlich selbst zusammenreimen und im Laufe des Spiels herausfinden. Viel erklärt wird nicht, es ist aber auch nicht allzu komplex. Das Spiel kommt ohne Dialoge aus. Das Einzige, was einen Hinweis liefert, sind die Interaktionen des Protagonisten und ein paar Obelisken, die kurze Texte über die Mythologie und Geschichte dieser Welt beinhalten. Besagter Protagonist ist eine Art Geist des Wassers, der erweckt wird, um die austrocknende Welt wieder in eine florierende Landschaft zu verwandeln. Dabei steigt er auf sein Schwert und verwendet dieses als Surfboard. Man schwebt über Sand, Wasser, springt über Hindernisse und löst diverse Rätsel.

Mein erster Durchlauf hat 3 Stunden gedauert und hat mir viel Freude bereitet. Man erkundet verschiedene Biome, die sehr unterschiedlich gestaltet sind und mit jeder Menge toller Ideen daherkommen. Allerdings sind die Rätsel oder Herausforderungen in den späteren Leveln etwas repetitiv. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man eher noch ein Biom mehr zum Erkunden hat, statt manches immer wieder dreimal machen zu müssen.

Für ein 3 Stunden dauerndes Spiel hat Sword of the Sea auf der Playstation erstaunlich viele Achievements. Diese werde ich mir sicher nicht alle holen. Allerdings gibt es ein New Game Plus und das Spiel motiviert durchaus dazu, es mehrmals durchzuspielen. Immerhin schaltet man immer wieder neue Fähigkeiten frei und ein Durchgang reicht niemals, um sich alle davon zu holen.

Sword of the Sea ist ein tolles, kurzweiliges Indie-Spiel. Die Rätsel in den späteren Abschnitten könnten etwas besser bzw. abwechslungsreicher sein, trotzdem verbringt man tolle Stunden in dieser toll inszenierten Welt.

Kiloware

Wer kann schon abschätzen, wie viel 5+ Kilogramm Klemmbausteine wirklich sind? Ich meine, es kommt ja immer auf die Größe der Teile an. Und ein gutes Angebot kann man nun einmal nicht ausschlagen. So hatte BlueBrixx letztens einen Sale. Bei diesem war unter anderem die Box mit eineinhalb Kilogramm gemischten Klemmbausteinen im Angebot. Darin werden beliebige sortenreine Tüten in einen Karton geworfen, bis die genannten eineinhalb Kilogramm erreicht sind. Diese kosteten statt knapp 25 € nur knapp über 7 €. Also habe ich mir drei davon bestellt. Und dann noch eine andere gemischte Box, die ebenfalls deutlich vergünstigt war.

Das Resultat dieses Einkaufs war, dass ein paar Tage später ein äußerst großer Karton vor der Haustür stand. Darin befanden sich (überraschenderweise) sehr viele Klemmbausteine. Mir wurde nun auch klar, warum diese so günstig waren. Immerhin befanden sich in den drei Boxen sehr ähnliche bis gleiche Teile wieder. Bausteine, die wahrscheinlich nicht so oft gekauft wurden und deshalb weg mussten. Aber mir fällt sicherlich ein Verwendungszweck dafür ein. Wenn ich mich an die Arbeit meines Mittelalterdioramas mache, kann ich einiges an Füllmaterial benötigen. Da eignen sich solche bunten Steine sehr gut.

Einem guten Angebot kann ich nun einmal nicht entkommen. Und wenn es sich um Klemmbausteine handelt, ein geliebtes Hobby von mir, dann schon gar nicht. Nun habe ich eben ein paar Kilogramm mehr davon. Die Frage ist nur: Wie und wo sortiere ich das Ganze? Mein aktuelles System gerät langsam an seine Grenzen. Aber das soll das Problem meines Zukunfts-Ichs sein. Mein Gegenwarts-Ich freut sich nur ob der schieren Menge und findet es äußerst witzig, diesen großen Karton im Wohnzimmer stehen zu haben.

Charmed Rewatch | Die Macht der Drei

Was ist besser als ein Rewatch? Richtig, zwei Rewatches. Rewatchen? Ein Rewatch und dann noch einer. Zwei Dinge parallel noch einmal anzuschauen – ich vermisse eine schöne deutsche Variante des englischen Begriffes »Rewatch«, aber ich denke, wir kommen zurecht. Jedenfalls ergatterte ich, nachdem ich Supernatural auf Blu-ray erworben hatte, kurz darauf die neue, erschwingliche Komplettbox von Charmed. Also schaue ich gleich beide Serien parallel und begleite das durch entsprechende Texte. Zwei Mystery-Serien, die direkt hintereinander erschienen. Die eine von 1998 bis 2006 und die andere von 2005 bis 2019. Ein schönes Experiment, wie ich finde. Und eines, das uns lange begleiten wird. Immerhin sind es insgesamt 505 Episoden über 23 Staffeln und zwei Serien.

Wie genau ich diese Texte veröffentliche und wann, weiß ich zwar noch nicht, aber man kann sich ja vorbereiten. Außerdem ist die Welt gerade etwas, na ja, spannend, wenn man es so bezeichnen will. Ich bleibe zwar gerne informiert und habe diverse journalistische Angebote abonniert, trotzdem tut es zwischendurch ganz gut, sich mit guten Serien abzulenken. Vor allem, wenn es Serien aus der eigenen Kindheit und Jugend sind. Wichtig ist nur, sich nicht zu sehr in diese Welten hineinzusteigern oder sich nur mehr mit diesen Dingen zu beschäftigen. Ich sehe es als genau das: eine Ablenkung. Nicht mehr und nicht weniger. Ich mochte beide Serien ausgesprochen gerne und habe jeder Staffel mit Spannung entgegengefiebert.

Supernatural habe ich zwar immer mal wieder angeschaut, aber einen kompletten Durchlauf durch alle Staffeln schon seit mehreren Jahren nicht mehr gemacht. Charmed dagegen sah ich, seit die letzte Folge vor vielen Monden über den Röhrenfernseher geflimmert ist, nicht. Die Neugier, wie ich die Serie mit den Halliwell-Schwestern nach knapp 20 Jahren finden werde und ob die Serie weiterhin Freude macht, werden wir gemeinsam herausfinden. Ich hoffe nicht, dass ich mir eine Kindheitserinnerung damit zunichtemache oder die Erfahrungen damit trübe. Davon gehe ich allerdings nicht aus.

Außerdem ist es etwas komplett anderes und eine neue Erfahrung, solche Serien als Erwachsener und mit entsprechend mehr Lebenserfahrung erneut anzuschauen. Man nimmt nicht nur die Geschichten anders wahr, sondern identifiziert sich mit den Charakteren auf einer völlig neuen Ebene. Sie stehen mitten im Leben, genau wie man selbst, und machen vielleicht ähnliche Probleme oder Erfahrungen durch. Nur eben mit einem übernatürlichen Touch. Mitnehmen kann man sich, denke ich, durchaus etwas. Vielleicht kommt auch ein Subtext zum Vorschein, den man als Kind gar nicht reflektiert, geschweige denn wahrgenommen hat.

Offen gestanden bin ich mir noch nicht ganz sicher, was ich mir von dem Rewatch der beiden Serien erhoffe oder erwarte. Ich starte diese beiden Projekte oder dieses Projekt, weil es mir gerade Spaß macht und ich diese Serien noch einmal erleben möchte. Um zu sehen, was sie mit mir machen und ob sie mich weiterhin begeistern können. Die Texte werden eine Mischung aus Zusammenfassung, was geschieht, recherchierten Themen, Anekdoten, Beobachtungen und sonstigen Gedanken, die mir während des Anschauens der Episoden kommen. Es gibt kein spezielles Konzept, keine größere Idee – genau wie es in diesem Blog eben sein soll.

MCU Rewatch | Deadpool & Wolverine

Ich mag den Film nicht. Es war nun das zweite Mal, dass ich mir diesen Film antue. Wenn ich schon einen Rewatch mache, dann richtig. Deshalb habe ich The Marvels und Deadpool & Wolverine auch an einem Tag geschaut. Wie ein Pflaster, muss man es in einem Rutsch machen. Nur dass der Rutsch in diesem Fall fast vier Stunden gedauert hat. Die Enttäuschung von The Marvels lässt sich kaum in Worte fassen. Dass das Drehbuch so durchging, wird mich wohl noch länger verfolgen. Bei Deadpool & Wolverine sieht es allerdings nicht viel anders aus.

Dieser Film wird nicht besser, wenn man sich zuvor die X-Men-Filme angesehen hat. Logan war das perfekte Ende einer unfassbaren Reise, eines perfekten Charakters. Natürlich waren nicht alle Filme stets mit der hohen Qualität gezeichnet, die sie verdient hätten, aber wirklich schlecht war keiner davon. Hugh Jackman hat das etwas geschafft, was nur Robert Downey Jr. mit Iron Man ebenfalls gelang. Sie haben jeweils einen Charakter über mehrere Filme gespielt, sich den Charakter zu eigen gemacht und ihm ein würdiges Ende gegeben. Dass Downey nun als Dr. Doom zurückkommt, finde ich einen durchaus cleveren Schachzug. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mit der Rückkehr von Wolverine ebenfalls so sorgfältig umgegangen wären.

Zum einen verstehe ich das »20th Century Fox«-Bashing nicht. Ein Witz, okay, aber es sind zu viele. Fox hat Superheldenfilme gemacht, da wagten wir noch nicht einmal von einem MCU zu träumen. Und sie haben Deadpool erst die Chance gegeben, zu etwas Großartigem zu werden. Das hat wiederum zu Logan geführt. Dass Deadpool nun in der ersten Szene buchstäblich auf dem Grab von Logan herumtanzt und seine Knochen als Waffen verwendet, finde ich nicht nur unpassend, es ist beschämend. Überhaupt ist der Einstieg in den Film alles andere als gut geschrieben. Es ist einfach nur Mittel zum Zweck, um von A nach B zu kommen.

Dass sich Wade und Vanessa trennen, ist alles andere als glaubhaft, vor allem nach dem, was sie in den letzten beiden Filmen durchgemacht haben. Warum trennen sie sich? Weil Wade nicht bei den Avengers aufgenommen wird. Eine völlig überflüssige Szene, die nichts macht, außer Mittel zum Zweck zu sein. Dann kommt auch noch die TVA ins Spiel. Ich hätte es sehr viel besser gefunden, wenn Deadpool am Anfang so etwas gesagt hätte wie »F*ck Marvel, wir ziehen unser eigenes Ding durch«. Mit Cables Zeitreise-McGuffin hätte er in die Vergangenheit reisen können und Wolverine als Unterstützung für etwas holen. Ich finde es schade, dass die tollen Charaktere, die in den letzten Filmen eingeführt wurden, nichts zu tun bekommen. Colossus, N.T.W. und ihre Freundin, Domino; Und wo zur Hölle sind Cable oder Russell?

Alles, was bisher aufgebaut wurde, wird fallengelassen, um ein paar mehr Witze über Fox zu machen. Es werden alte Charaktere hervorgeholt, die besser in Vergessenheit geraten (looking at you, sexist Torch), und welche verwendet, die ich lieber in einer richtigen X-Men-Version des MCU gesehen hätte. Dass Elektra, Blade, Gambit und Laura/X-23 auftauchen, finde ich durchaus großartig. Sie können so ihre ikonischen Charaktere aufleben lassen oder sie überhaupt zum ersten Mal spielen. Es hätte viel Potenzial gehabt, schöne Szenen zwischen Laura und Logan zu schreiben, davon gibt es aber nur Andeutungen.

Der Film hat durchaus seine Momente. Sei es der Kampf im Auto zwischen Wolverine und Deadpool oder die Szene am Lagerfeuer mit Logan und Laura. Ich fand auch ein paar der Gags ganz lustig. Doch es ist so viel falsch an der Geschichte und wie das Ganze aufgebaut wird. Gar nicht erst davon zu sprechen, dass Logan hauptsächlich neben Wade steht und dieser einfach nicht die Klappe halten kann. Logan bekommt den halben Film über weder etwas zu sagen noch wirklich etwas zu tun. Er ist hauptsächlich reaktiv. Natürlich ist es eine andere Version des Charakters, den wir die vergangenen Jahrzehnte gesehen haben, trotzdem sollte er nicht nur dastehen. Es fehlt der ernste Unterton in der Geschichte. Etwas, das die Vorgänger gut gemacht haben. Wenn man nichts mehr ernst nimmt, wieso soll ich mich um das Schicksal der Charaktere scheren?

Schön habe ich allerdings die Einspieler während der Credits gefunden. Making-of-Szenen aus der Entstehung der X-Men-Filme. Wenigstens das haben sie hinbekommen. Ich bin sehr gespannt, ob und wie wir diese Charaktere wiedersehen. Aber von einem Deadpool & Wolverine habe ich mir mehr erwartet. Eine verpasste Chance.

Supernatural | S01E02 | Wendigo

In der zweiten Episode wird das Mission-Statement von Supernatural zementiert. Zuvor war es das erklärte Ziel von Sam und Dean ihren Vater zu finden. Besonders ist Sam darauf erpicht, nicht nur ihn, sondern damit auch den Mörder seiner Freundin Jess aufzuspüren. Doch wie sich am Ende herausstellt, ist das nicht ganz so einfach. Denn ihr Vater manipuliert sie dahingehend, für ihn Jagd auf Monster zu machen, die er nicht machen kann oder will. So äußert Dean am Ende wohl eines der berühmtesten Zitate aus Supernatural: »I think he wants us to pick up where he left off, you know, saving people, hunting things. The family business.«

Was die Serie und damit natürlich ihre Autor*innen besonders gut hinbekommen haben, ist die Beziehung der Winchester-Brüder zu etablieren und zu pflegen. Dean sagte zwar in der ersten Folge, er mag keine Chick-Flick-Momente, also keine Unterhaltungen über Gefühle und dergleichen. Doch Sam wird sichtlich von seinem Zorn und seiner Ungeduld, ihren Vater zu finden, aufgefressen. So äußert Dean ausgezeichnete Ratschläge, dass dies weder gesund für ihn ist, noch auf Dauer förderlich. Ihr Vater sucht das Monster immerhin schon über 20 Jahre, da werden sie es nicht innerhalb weniger Wochen schaffen. In der Zwischenzeit können sie Menschen helfen, wie Tommy Collins und seinen Geschwistern.

Das Monster der Woche ist in dieser Folge wieder ausgezeichnet umgesetzt. Die ganze Episode sieht man den Wendigo kaum. Nur in Andeutungen, schemenhaft und unscharf. Erst am Ende gibt es den Money-Shot, wenn Dean das Monster mit einer Leuchtpistole erledigt. Die Szenen im Wald sehen ebenso gut aus. Das Color-Grading in den Aufnahmen am Tag hat etwas Unheimliches und Unnatürliches an sich. So als ob die Bilder überbelichtet werden. Die Farben sind entsättigt und blass, geradezu trostlos. Das trägt zu einer unbehaglichen Stimmung bei. Es ist etwas, das man vielleicht gar nicht so sehr bewusst wahrnimmt, allerdings weiß man, etwas stimmt nicht.

Witzig, finde ich, dass Sam und Dean keine Verpflegung mitnehmen? Dean hat zwar seine obligatorischen M&Ms dabei und Sam trägt ein Duffelbag, aber da sind wohl hauptsächlich Waffen und andere Dinge drin, um Monster zu töten. Brauchen die beiden kein Wasser oder dergleichen? Aber das ist nur ein Detail am Rande. Es könnte ja alles im Duffelbag drin sein. Außerdem wird ihnen das Zeug sowieso vom Wendigo geklaut. Interessant, bei ihrer Wanderung durch den Wald und als noch nicht klar ist, dass es sich bei dem Monster um einen Wendigo handelt, sind die Spekulationen von Sam und Dean. Sie reden über Skinwalker, schwarze Hunde und andere Wesen. Sie behandeln alles mit einer Ernsthaftigkeit und eruieren, was es sein könnte. Das unterstreicht noch einmal, dass sich die Serie selbst in ihrer Mythologie und Welt ernst nimmt und nicht ins Lächerliche zieht. Zudem ist es ein netter Teaser, über das, was noch kommen könnte.

Zum Schluss müssen wir natürlich noch herausfinden, wie weit die beiden Winchester dieses Mal gefahren sind. Wenn wir davon ausgehen, dass sie von Stanford mehr oder weniger direkt nach Lost Creek in Colorado gefahren sind, einen Ort, den es tatsächlich gibt, dann sind es rund 2.100 km. Sam war, wie eine Rückblende, genau gesagt einer Traumsequenz zwar noch bis zur Beerdigung in Palo Alto, aber das ist ja scheinbar alles mehr oder weniger in der Umgebung. Somit wären es in zwei Folgen schon stolze 3.040 km.

Burg Steinemark

Ich unterstütze gelegentlich Projekte auf Crowdfunding-Plattformen. Das waren in der Vergangenheit meist Comics. Die Kosten sind für die digitalen Inhalte (die ich bei solchen Projekten bevorzuge) äußerst überschaubar und man bekommt außergewöhnliche Geschichten zu lesen. Doch vor einigen Monaten kam mir ein Projekt unter, welches genau in meine Interessen passte: Klemmbausteine, Mittelalter und Burgen. Die Burg Steinemark sollte eine Burg von überschaubarer Größe werden (etwa 900 Teile) und noch dieses Jahr erscheinen. Letztens kam tatsächlich ein entsprechendes Paket bei mir an.

Ich bin schon positiv überrascht, dass überhaupt ein Paket angekommen ist. Vor einigen Jahren habe ich eine Kameradrohne unterstützt, von der ich nie etwas gesehen oder gehört habe. Das ist einer der Gründe, warum ich digitale Inhalte bevorzuge. Diese sind günstiger (vor allem die Versandkosten) und Comics bzw. allgemein kreativ erzählte Geschichten haben eine größere Chance, realisiert zu werden. Aber zurück zur Burg.

Der Karton macht einen guten Eindruck. Das Design ist ansprechend und er ist prall gefüllt mit Inhalt. Zum einen wären die eigentlichen Teile der Burg, die Anleitung, eine spezielle Minifigur des Herausgebers, ein kleines Trebuchet-Set und eine unterzeichnete Postkarte. Auf der Innenseite des Kartons befindet sich eine fantastisch geschriebene Hintergrundgeschichte der Burg und ein gedruckter Hintergrund, der zur Burg passt, wenn man diese mit dem Karton gemeinsam ins Regal stellen möchte.

Der Bau selbst geht rasch und angenehm von der Hand. Es gibt keine Bauschrittunterteilung, aber bei unter tausend Teilen ist das nicht unbedingt notwendig. Die gesamte Burg ist auf einer Grundfläche von 16 × 16 Noppen gebaut. Das hat zur Folge, dass viele kleine Teile verwendet werden. Dadurch sind schöne angedeutete und teils gebaute Details sichtbar. Die Qualität der Steine passt wunderbar und ich hatte keine Probleme. Was den Bau zu einer Herausforderung machte, war die Anleitung.

Die Ansichten der zu verbauenden Teile und die einzelnen Bauschritte waren kein Problem. Allerdings ließ die Farbtreue der Anleitung äußerst zu wünschen übrig. Eine Unterscheidung zwischen den Farben braun, dunkelbraun und Nougat war quasi kaum vorhanden. Aufgrund der vorhandenen Teile kann man nach dem Ausschlusskriterium vorgehen, aber das ist nicht immer möglich oder für einen spaßigen Bau förderlich. Mir sind auch einige (teils größere) Teile übrig geblieben. Das ist bei so manchen Herstellern üblich. Besonders dass zusätzliche 1 × 1-Steine quasi als Reserve beiliegen. Trotzdem machte mich der kleine Haufen stutzig. Da die Burg aber an sich keine offenen Noppen hat, die störend oder komplett out of place wirken, gehe ich davon aus, alles richtig gemacht zu haben.

Das Design gefällt mir äußerst gut und es ist eine toll gestaltete Burg. Für Backer des Projektes gibt es ein nettes Easter Egg, welches man verbaut. Solche Kleinigkeiten sehe ich immer wieder gerne. Zwar passt sie vom Maßstab her nicht zu den Gebäuden von BlueBrixx, aber grundsätzlich kann man ja nie genug Burgen haben. Eine nette Ergänzung für jeden Schreibtisch oder ein kleiner Hingucker im Regal.