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darf vs. soll

Fast 25 Jahre nach dem ersten Teil erschien vor kurzem »Das Kanu des Manitu« in den Kinos. Ich weiß nicht genau, warum jetzt dieser Film erscheint oder warum sich Bully so lange Zeit gelassen hat, um eine Fortsetzung in die Kinos zu bringen, aber hier sind wir nun einmal. Braucht es das? Die Zeiten haben sich doch sehr verändert und sich über schwule Indianer und komisch sprechende Griechen lustig zu machen, wirkt sehr aus der Zeit gefallen. Wir sind ein bisschen politisch korrekter geworden und eine Fortsetzung eines Abklatsches einer ausgedachten Version von amerikanischen Ureinwohnern wirkt nicht mehr zeitgemäß.

Ich kann mir kein Urteil über den Film erlauben, da ich ihn noch nicht gesehen habe. Vielleicht gebe ich ihm eine Chance, wenn er im Heimkino erscheint. Aber als ich vor ein paar Jahren »Der Schuh des Manitu« mal wieder ansehen wollte, tat es schon etwas weh. Was man der Fortsetzung allerdings scheinbar zugute halten kann, ist, dass Bully nicht bösartig lustig ist. So wie man es beispielsweise von so manchen Comedians kennt. Über die Jahre habe ich immer wieder gerne Netflix-Comedy-Specials geschaut. Doch es wurden immer weniger. Denn die Ricky-Gervaises haben es sich nicht verkneifen können, auf der „Woke-Culture“ herumzutrampeln und sich für ihre vergangenen Verfehlungen und Witze unter der Gürtellinie rechtfertigen zu müssen. Man könnte sich auch einfach entschuldigen oder weitermachen. Nicht alles muss kommentiert werden. Aber in so einer Zeit leben wir wahrscheinlich nicht mehr.

Jetzt habe ich in nur zwei Absätzen sehr viele Fässer aufgemacht. Die meisten davon machen wir aber für heute schnell wieder zu. Ich werde sicherlich noch des Öfteren über solche Themen schreiben. Sie liegen mir durchaus am Herzen. Besonders als queerer Mensch, der in der heutigen Zeit lebt. Jedenfalls geht es mir um so manche Formulierungen, die aktuell in Besprechungen rund um »Das Kanu des Manitu« auftauchen. Beispielsweise, dass man „Indianer“ nicht mehr sagen darf oder sich über schwule Indianer lustig machen darf. Das Wort „dürfen“ stört mich bei solchen Diskussionen schon immer. Denn es suggeriert ein Verbot. Jemand hat entschieden, wir bezeichnen Indianer nun als amerikanische Ureinwohner und man „darf“ sonst nicht mehr sagen. Ich würde es allerdings bevorzugen, es als „sollen“ zu deklarieren.

Man darf sehr vieles sagen. Die Frage ist nur: Sollte man es? Denn amerikanische Ureinwohner, Schwarze oder schwule Menschen als eben genau das zu bezeichnen oder Trans-Personen mit dem für sie richtigen Pronomen anzureden und keine diskriminierenden Begriffe zu verwenden, hat etwas mit Respekt zu tun. Man sollte sie nicht anders anreden. Es kostet mich quasi keine Kraft oder Energie und ist nicht gerade schwer. Im Zweifel fragt man einfach. Ich höre immer wieder gerne Podcasts mit Diskussionen über gesellschaftspolitische Themen, am liebsten die WildMics-Specials. Egal welche Menschen dort zu Besuch sind (letztens war das Thema, wie man mit behinderten Menschen in Medien umgeht), der Konsens ist stets: Wenn man sich unsicher ist, frag nach.

Natürlich sollte das mit dem notwendigen Respekt passieren. Aber man kann nicht alles wissen. Auch wenn einem manchmal scheinbare Vorwürfe gemacht werden, warum man jetzt nicht weiß, wie man diese oder jene Gruppe an Menschen am besten anspricht. Einfach nachfragen. Man darf vieles. Doch ob ich diskriminierende Begriffe verwenden soll oder muss, hat etwas mit Respekt zu tun. Respekt den anderen gegenüber, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Es war noch nie in Ordnung, Menschen zu diskriminieren, nur hat man früher weggeschaut und es „akzeptiert“. Die Zeiten ändern sich. Wenn sich andere besser und verstanden fühlen, ich sie glücklich machen kann, weil ich das für sie korrekte Pronomen verwende, warum sollte ich es dann nicht machen?

500 Jahre Bauernaufstände

Am Wochenende, genauer gesagt am Freitag, fand auf der Burg eine kleine Theateraufführung statt. Anlass war der 500. Jahrestag der Bauernaufstände, die jedoch niedergeschlagen wurden. Vor ein paar Wochen sind Freund J. und ich auf diese Veranstaltung getroffen und haben uns Tickets reserviert. Die Preise waren erstaunlich günstig, jedoch ohne Platzreservierung – es war freie Platzwahl. Veranstaltet wurde das Ganze vom kleinen Theater. Wir wussten nicht, was das werden würde, gingen allerdings mit eher konservativen Erwartungen an die Sache heran.

Nach einer Stärkung im Stieglkeller machten wir uns mit der Festungsbahn auf den Weg in die Burg. Es war unfassbar schwül und drückend, ein Besteigen der Burg per pedes war nicht drin. Wir holten uns die Karten und begutachteten den Schauplatz. Bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn saßen die ersten Zuschauer*innen auf ihren Plätzen. Manche Touristen hat man deutlich erkannt, da sie ihre Plätze mit Schleiern und Schals reservierten, um sich dann irgendwo auf einen Kaffee oder sonstige Getränke zurückzuziehen. Dass niemand ein Handtuch mithatte, erstaunte. Wir reservierten uns keine Plätze, unter anderem aus Ermangelung eines mitgebrachten Schleiers, gingen aber trotzdem erst einmal koffeinhaltige Getränke suchen.

Der Ausblick von der Festung ist immer wieder beeindruckend und ein kleiner Spaziergang rund um die Anlage musste sein, bevor wir uns einen Platz suchten. Als wir zurückkamen, waren die besten Plätze natürlich schon belegt. Zuerst war die Überlegung, sich ganz hinten hinzusetzen. Die Sicht war nicht gerade ideal, trotz des leicht abfallenden Geländes. Da machte eine Bank leicht abseits auf sich aufmerksam. Niemand hatte sich bisher dort niedergelassen. Wir hatten unsere Tickets und es hieß „freie Platzwahl“. Es sprach nichts dagegen, sich also dort hinzusetzen. Die bessere Sicht, leicht von der Seite, wurde allerdings mit der bescheidenen Sitzqualität des parkbankähnlichen Konstrukts bezahlt. Es war alles andere als gemütlich.

Geneigte Leser*innen fragen sich wahrscheinlich, wie lange so eine Vorstellung dauern könnte. Eineinhalb, vielleicht zwei Stunden? Das war auch meine Vermutung, bis uns die nette Dame an der Kasse aufklärte, dass es bis etwa halb elf dauern wird, inklusive Pause. Also mehr als zweieinhalb Stunden. Befürchtungen bezüglich der Qualität der Produktion machten sich erneut breit. Mit ein paar Minuten Verspätung begann schließlich das historische Stück.

Es dauerte etwas, bis ich mich an die Produktion, die Dialoge, Dialekte und die Aufmachung des Stücks gewöhnte. Doch die Schauspieler*innen sind mit einer sichtlichen Leidenschaft bei der Sache und geben sich die größte Mühe. Die meisten machen auch einen guten bis hervorragenden Job. Ein Charakter, der so etwas wie einen Running Gag versuchte, scheiterte aber leider daran. Es war mir nicht ganz klar, was das soll. Aber der Rest war erstaunlich gut. Zwischendurch gab es diverse Gesangseinlagen, welche ebenso mit einer Leidenschaft und einigem an Talent wiedergegeben wurden.

Jedoch war das Stück zu lang. Nach knapp eineinhalb Stunden waren die Bauern vor den Toren Salzburgs angelangt und wir wussten nicht so recht, was noch großartig kommen könnte, was noch einmal eine Stunde beanspruchen würde. Deshalb haben wir uns frühzeitig verabschiedet und die Aussicht des Stieglkellers zum ersten Mal bei Nacht bewundert. Das soll aber nicht an der Qualität des Stücks rütteln. Es war einfach nur zu lang.

Einige der Musikstücke hätte man streichen können. Oder es wie bei Musicals arrangieren, sodass sie die Handlung vorantreiben. Denn meist wurde die Handlung pausiert und mit der Musik wurden mehr Hintergründe und sogar eine Liebesgeschichte erzählt. Das ist an sich nett und das Stück verstand es, den Fokus immer wieder auf einzelne Schicksale zu richten, doch es war zu viel des Guten. Etwas straffer hätte es eine ausgezeichnete Erfahrung werden können. Trotzdem war die kleine Bühne mit der beeindruckenden Kulisse der Burg äußerst sehenswert.

Mini Burg Blaustein

Was ist besser als eine Burg Blaustein? Richtig, zwei Burg Blausteine (Burgen Blaustein? Burgen Blausteinen?). Noch besser ist es allerdings, wenn diese zweite Burg mit Mini-Blocks gebaut wird. Mini-Blocks sind im Unterschied zu normalen Klemmbausteinen ein Drittel kleiner. Das hört sich erst einmal nach wenig an, macht aber einen großen Unterschied. Das Bauen der Burg ist sehr viel kleinteiliger und feinmotorischer, als es beim Original der Fall ist.

BlueBrixx hat vor ein paar Monaten in einem Preview-Video diese Version von Burg Blaustein angekündigt. Ich fand das eine sehr nette Idee. Nicht jeder hat den Platz, um eine über 40.000 Teile umfassende Burganlage aufzustellen. Auch wenn es sehr beeindruckend aussieht, ist der Platzbedarf nicht gerade gering. Und so eine kleinere Burg Blaustein ist perfekt für Schreib- oder Esstisch. Ich hatte mir schon überlegt, die Grundburg noch einmal zu kaufen, einfach um darstellen zu können, wo diese lange Reise durch das Mittelalter einmal angefangen hat. Nach all den bisherigen Erweiterungen ist die Grundburg kaum mehr zu erkennen. Nun die Mini-Version daneben stellen zu können. Macht das alles noch einmal beeindruckender.

Wenn man dann wieder die gewohnten Klemmbausteine in die Hand nimmt, wirken diese plötzlich immens groß. Es ist ein bisschen surreal, zwischen diesen beiden Formaten zu wechseln. Ich denke, im Laufe der Zeit wird BlueBrixx diese Mini-Version ebenfalls mit den Erweiterungen ausstatten. Je nachdem, wie gut sie sich natürlich verkauft. Aber wieso sollte es kein Verkaufsschlager werden? Die erste Version von Burg Blaustein ist sicher eines ihrer meistverkauften Sets und ist zum Markenzeichen von BlueBrixx geworden. Eine kleinere Version davon zu machen, war ein logischer Schritt.

Die Mini-Version hat sogar etwas mehr Teile als das Original. Das liegt aber daran, dass nicht alle Teile in Mini-Blocks vorhanden sind. Diese müssen dann nachgebaut werden. Zum Beispiel die großen Gesteinsteile. Ansonsten ist der Bau bisher allerdings sehr identisch mit dem größeren Vorbild. Ich weiß tatsächlich noch nicht, ob ich mir alle Erweiterungen zulegen werde, wenn diese in den nächsten Jahren dafür erscheinen. Der Bergfried muss auf jeden Fall noch her. Der gehört einfach dazu. Der Rest muss sich noch herausstellen. Empfehlen kann ich das Set auf jeden Fall. Für „nur“ 100 € bekommt man immerhin über 5.500 Steine und kann eine neue Sammlung an Mini-Bricks beginnen.

Analog oder Digital

Wenn es um Bücher und/oder um Comics geht, ist die Frage relativ einfach zu beantworten: Was auch immer dazu führt, dass man gerne liest. Einen E-Reader in die Tasche zu werfen und immer dabei zu haben, ist sehr viel einfacher, als ein 1000-seitiges Taschenbuch mitzuschleppen. Geschweige denn, dass man sich ein Hardcover-Buch kauft und dieses tatsächlich lesen möchte. Insofern gibt es vielleicht noch eine dritte Kategorie: diejenigen Bücher, die man im Bücherregal ausstellt.

Hier kann es sich um schöne Hardcover-Bände handeln, die vielleicht sogar in einem schön verzierten Schuber daherkommen. So wie etwa meine Ausgabe vom Hobbit, mit Illustrationen von Tolkien. Die Ausgabe habe ich tatsächlich auch in diesem Format gelesen, weil ich die Zeichnungen zur Geschichte haben wollte. Einfach zu lesen war das allerdings nicht. Zwar ist der Hobbit ein vergleichsweise kurzes Buch, doch mit dickem Papier, schwerem Umschlag und der sonstigen Gestaltung kann ein solches Buch zu einem Schmöker werden.

Meine Einstellung hat sich in letzter Zeit etwas geändert. Ich hatte immer das Bedürfnis, dass die Bücher, wenn ich sie gelesen habe, schön aussehen. Das ist bei Taschenbüchern nicht immer so einfach, da sich der Rücken schnell durchbiegt oder Knicke aufweist. Aber wie ein YouTuber vor Kurzem in einem Video meinte: Bücher sind ein Werkzeug. Wenn man ein Buch das erste Mal liest, sollte es nicht als dickes, schweres Hardcover sein. Lieber auf das Taschenbuch warten. Darin kann man Passagen unterstreichen, sich Notizen machen, Ecken zur Markierung umknicken – es verwenden. Sich mit dem Inhalt, der Geschichte, auseinandersetzen.

Aktuell lese ich viel auf meinem E-Reader (einem Boox Palma 2). Hier lassen sich Passagen markieren und Notizen machen. Außerdem habe ich ein eigenes Notizbuch, wo ich mir Passagen und Zitate herausschreibe, Inhalte zusammenfasse und mir Gedanken mache. Es ist ein anderes Erlebnis, wie ich finde. Analog oder digital ist gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass man Freude am Lesen hat, sich gerne mit einem Buch hinsetzt und sich damit auseinandersetzt.

Das Einzige, was ich raten würde, ist, sich keinen Kindle zu kaufen. Ebenso keinen Tolino oder Kobo oder wie sie alle heißen. Stattdessen würde ich zu einem Boox Go greifen oder anderen offenen E-Readern. Geräte, die mit einem Android-Betriebssystem daherkommen. Darauf kann man die Lese-Apps installieren, die man möchte. Sei es Amazons Kindle, die Tolino-App oder eine Lese-App wie der KOReader für Bücher, die man sonst wo digital erworben hat. Per HumbleBundle zum Beispiel. Ich mag es nicht, eingeschränkt darin zu sein, wo ich meine Bücher und Comics und Inhalte kaufe. Allerdings muss man sich damit auseinandersetzen wollen. Erneut gilt, das zu machen, was für einen selbst am einfachsten und komfortabelsten ist.

Supernatural Rewatch | The Family Business

Zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen zu digitalem Papier bringe, ist es beinahe 20 Jahre her, dass Supernatural das erste Mal über unsere Bildschirme flackerte. Da war ich 15 Jahre alt. Unfassbar. Es gab viele Serien, die mich lange begleitet haben, aber wohl keine so intensiv und stetig, wie es Supernatural getan hat. Charmed und Stargate SG-1 kommen dem wohl noch am nächsten, genauso wie Criminal Minds. Eigentlich eine sehr interessante und abwechslungsreiche Auswahl, wenn man es sich genau ansieht. Neben Criminal Minds ist Supernatural aber die Serie, die ich am längsten während ihrer Laufzeit verfolgt habe. Immerhin lief sie 15 Jahre lang. Und auch wenn ich zwischendurch mal nicht geschaut habe und ein paar Jahre pausierte, so komme ich doch immer wieder zu ihr zurück. Man könnte es als »comfort food«, »guilty pleasure« oder Ähnliches bezeichnen. Doch ich mag diese Begriffe nicht. Sie sind für mich zu negativ behaftet, als wäre es etwas Schlechtes, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen.

Supernatural ist einfach eine gut gemachte, spannende Serie. Waren die ersten 5 Jahre der Höhepunkt? Wie haben sich die folgenden Staffeln in den Gesamt-Mythos eingearbeitet? Was entwickelte sich überhaupt erst in den späteren Staffeln, das man eigentlich für ein Markenzeichen der Serie hält? Alles Fragen, denen ich im Laufe dieser Textreihe nachgehen möchte. Manche Episoden werde ich nur kurz besprechen, manche etwas länger. Es ist ein Experiment. Vielleicht breche ich es auch nach nur wenigen Folgen oder Staffeln ab. Doch will ich dieses Experiment wagen. Der MCU-Rewatch hat mir sehr viel Freude bereitet. Warum es nicht auch mit einer Serie versuchen. Wenn wir jede Woche eine Folge besprechen, dauert es immerhin nur sieben Jahre, bis alle Texte dazu veröffentlicht sind.

Auf jeden Fall hatte ich Lust, mich eingehender mit der Serie zu beschäftigen. Erneut in die Welt von Dean und Sam einzutauchen. Ihren brüderlichen Querelen, ihren Familien-Dramen und ihren Kämpfen gegen das Böse zu folgen. Vor vielen Jahren habe ich für den Blog Rogues Portal eine Retrospektive geschrieben, bevor ich dazu übergegangen bin, mir die Serie anzuschauen und Staffelbesprechungen zu machen. Sechs Staffeln weit bin ich gekommen. Vielleicht streue ich eine Übersetzung der Texte zwischendurch in diese Textreihe ein. Allerdings scheint es nur ein logischer Schritt, dass ich mich nun mit den einzelnen Episoden auseinandersetze.

Mal sehen, wo diese Reise hinführt. Es ist alleine schon daran zu erkennen, wie alt die erste Staffel von Supernatural ist, weil die erste Folge schlicht »Pilot« genannt wird. Keine großartige Bezeichnung, wie es ab Folge zwei sein wird. Einfach nur »Pilot«. So wie es sich eben gehört hat. Fangen wir also an, mit unserem wahrscheinlich längeren Unterfangen, die Welt von Supernatural en détail zu besprechen.

MCU Rewatch | Ant-Man and the Wasp: Quantumania

Mittlerweile bin ich bei MCU-Filmen stets skeptisch. Thor: Love and Thunder hat mich zu sehr schockiert, mit seiner unterirdischen Story, wankelmütigen Atmosphäre und abstrusen Charakteren. Doch Black Panther: Wakanda Forever war hervorragend und ein Testament dafür, was Marvel-Filme erreichen können. Ant-Man and the Wasp: Quantumania liegt irgendwo zwischen den beiden Vorgängern. Mit Quantumania starten wir in die fünfte Phase des MCU, die im Mai dieses Jahres, mit den Thunderbolts auch schon wieder zu Ende geht.

Grundsätzlich erzählt Quantumania eine interessante Geschichte. Janet van Dyne (Michelle Pfeiffer) war immerhin 30 Jahre in der gleichnamigen Welt, die sich quasi unter oder in unserer befindet, gefangen. Dann wurde sie von ihrem Mann Hank (Michael Douglas) und Tochter Hope (Evangeline Lilly) gerettet. Es war nur logisch, im dritten Film zu dieser Welt zurückzukehren. Zwei Filme lang wurde der Quantum-Realm als gefährlich eingestuft und angeteasert. Es wurde Zeit, in zu besuchen.

Das Kernthema des Films bleibt weiterhin Familie. Scott (Paul Rudd) gönnt sich eine Auszeit nach den Strapazen mit Thanos, hat ein Buch geschrieben und genießt sein Leben. Doch seine Tochter Cassie (Kathryn Newton) hält ihn ganz schön auf Trab. Sie macht bei Demonstrationen mit, engagiert sich sozial und wird regelmäßig verhaftet. Sie macht ihrem Vater sogar vorwürfe, dass er nichts macht. Eine steile These und nicht ganz nachvollziehbar. Wenn man das Universum gerettet hat, darf man sich mal eine Auszeit gönnen und mit dem eigenen Buch auf Tour gehen. Zudem hat Cassie mit Hank und Hope am Quantum-Realm geforscht (ohne Janet zu fragen, da diese nicht darüber reden will, was in den 30 Jahren passiert ist). Das Ergebnis ist, dass sie alle in diese winzige, doch ausufernde Welt gezogen werden und nun einen Ausweg finden müssen.

Wie gesagt, die Geschichte an sich ist toll. Die Dialoge zwischen Scott und Cassie gefallen mir, mit den Ausnahmen am Anfang des Films, recht gut. Sie kommen zwar nicht an den Charme der ersten beiden Filme heran, doch man spürt eine Verbindung zwischen den beiden. Genauso die Familie van Dyne. Es sind drei tolle Charaktere und von Schauspielgrößen gespielt, die keine Wünsche offen lassen. Die Welt des Quantum-Realms ist ebenso kreativ und reichhaltig gestaltet. Die Wesen strotzen nur so vor Fantasie, sehen überzeugend aus und die (digitalen) Kulissen wirken imposant. Marvel hat es geschafft, eine neue Welt zu erschaffen und uns näherzubringen, wäre da nicht ein kleines Problem namens The Volume.

Beim Volume dreht man Szenen auf einer Soundstage, die im Hintergrund mit hochauflösenden LED-Wänden ausgestattet ist, auf denen alles Mögliche projiziert werden kann. Am besten selbst einmal googeln. Es ist eine faszinierende Technologie, um CGI-generierte Welten direkt beim Dreh zu erfassen. Diese Technik wurde zum ersten Mal für The Mandalorian entwickelt und eingesetzt. Seitdem verbreitet es sich wie die Pest in anderen Produktionen. Denn so toll es sein mag, als Drehtechnik, so sehr sieht man es den Szenen an, dass sie im Volume gedreht wurden. Die Beleuchtung ist irgendwie falsch, die Charaktere passen nicht so recht zum Hintergrund und heben sich zu sehr davon an. Besonders am Anfang von Quantumania tat ich mir sehr schwer, in den Film reinzukommen.

Dann taucht auch noch M.O.D.O.K. auf. Ein Charakter, der mehr oder weniger ein schwebender Kopf ist. In den Comics mag ich ihn zwar auch nicht sonderlich, doch die Umsetzung dort ist einfacher. Er wirkt besser in einem Comic. In Live-Action sieht es lächerlich aus und reißt mich jedes Mal aus dem Film. Ja, ich bin tatsächlich irgendwann über die Offensichtlichkeit des Volumes hinweggekommen. Das ist aber weniger der guten Integration der realen und digitalen Welt zu verdanken als den schauspielerischen Leistungen. Trotzdem hat es eine Dreiviertelstunde gedauert, bis sich der »suspension of disbelieve« einstellen konnte. Bis ich also dem Film seine Welt abkaufte und mich auf die Erzählung richtig einlassen konnte.

Die schauspielerischen Leistungen, die durch die Bank fantastisch sind, inkludieren auch Jonathan Majors als Kang, The Conquerer. Er ist ein gewaltiger, Furcht einflößender Gegner und hätte der nächste große Bösewicht des MCU werden sollen. Wenn Majors nicht ein dummes, feiges, gewalttätiges Arschloch (bitte verzeiht die Wortwahl) wäre, das seine Freundin schlägt und misshandelt hat. Marvel hat ihn zu Recht gefeuert. Scheinbar haben sie nach Ersatz gesucht, aber es war schwer, ihn zu ersetzen, genauer gesagt jemanden zu finden, der den Charakter stattdessen verkörpern wollen würde. Ich finde es schade, dass die Handlungen eines Menschen solchen Einfluss auf das MCU haben können. Ein neuer Schauspieler hätte den Charakter sein eigen machen können. Es hätte sich mit Sicherheit jemand gefunden. Dafür kommt jetzt Robert Downey Jr. als Dr. Doom zurück. Man kann es noch so drehen, dass es zur Geschichte von Quantumania passt, nur die Mid-Credit-Szene muss man ignorieren.

Quatumania erzählt eine mitreißende Geschichte. Man merkt allerdings, dass die Effekte zu schnell gemacht wurden und The Volume ist kein Ersatz für gebaute Kulissen, das sieht man deutlich. Der Film hat scheinbar knappe 400 Millionen Dollar gekostet. Das ist doch absurd. Für dieses Geld erwarte ich mehr. Da kann man doch zwei Filme von Ant-Man and the Wasp drehen. Die Charaktere stehen für mich nicht unbedingt für solche Mega-Produktionen. Hier möchte ich etwas Kleineres, Intimeres erleben, so wie es die Vorgänger geschafft haben. Das gelingt Quantumania nur zum Teil. Auch wenn das Finale einiges wettmacht.

Android

Seit 14 Jahren bin ich begeisterter Apple-Benutzer. Mit dem iPhone 4 hat alles angefangen. Wobei es eigentlich etwas früher war. Meine Einstiegsdroge in das Apple-Universum war ein weißes MacBook. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte das noch ein Kunststoffgehäuse. Doch es fühlte sich wertig an. Die Verarbeitung war toll und das Betriebssystem, im ersten Moment noch befremdlich, funktionierte einfach. Man musste sich keine großen Gedanken machen, sondern konnte es ohne Probleme nutzen. Windows Vista hat mich damals von Microsoft weggedrängt und in die Welt von Steve Jobs geführt.

Zehn iPhones habe ich seither besessen. Für 15 Jahre sehr viel, eigentlich. Es gab Zeiten, da habe ich fast jährlich gewechselt, dann wieder drei Jahre dasselbe benutzt. Wie es mir eben gerade hineinpasste bzw. ich es mir leisten konnte und wollte. Ich war stets zufrieden. Vor allem, weil das Ökosystem in sich hervorragend synergierte. MacBook, iPhone, iPad und Watch bilden ein gemeinsames Ganzes. Es ist bequem, unkompliziert und so lange es funktioniert und man mit den Geräten zufrieden ist, die Apple einem vor die Nase wirft, ist alles in Ordnung. Jedoch haben sich in letzter Zeit meine Anforderungen etwas geändert. Und alles begann mit einem kleinen eReader: dem Boox Palma 2.

Diesen habe ich mir vor einigen Monaten gekauft, weil ich einen offenen eReader wollte. Der Boox Palma 2 kommt mit Android ausgestattet daher. Das heißt, man kann sich beliebige Apps installieren. So bin ich in der Lage, nicht nur meine Kindle-Bücher zu lesen und den Kindle-Unlimited-Service zu nutzen. Tolino, Kobo oder auf HumbleBundle gekaufte Bücher sind kein Problem. Die Reader-App von Boox ist fantastisch und für die eigene Bibliothek mehr als ausreichend. Zudem kann ich darauf meine Zeitungen installieren (Falter und Salzburger Nachrichten) sowie in Instapaper gespeicherte Artikel laden. Es ist ein tolles Gerät. Doch für den alltäglichen Einsatz gab es ein Problem: Ich hatte nun immer zwei smartphoneförmige Geräte bei mir. Da musste es etwas Besseres geben.

Also habe ich gesucht, ob es nicht vollwertige Smartphones mit einem E-Ink-Display gibt. Der Boox Palma 2 hat keine Mobilfunk-Ausstattung, sondern nur WLAN. Doch ein reines E-Ink-Display wollte ich auch nicht. Wer schon einmal mit einem eReader hantierte, wird wissen, was ich meine. Zum Lesen sind sie großartig, aber die flüssigste Bedienung ist darauf nicht unbedingt möglich. Schließlich bin ich nach so einigen YouTube-Videos und Artikeln zum Thema auf die Marke TCL gestoßen. Die machen nicht nur Fernseher, sondern auch Smartphones. Eine Reihe ist mit ihrem NXTPAPER genannten Display ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine angeätzte, matte Displaytechnologie, die E-Ink zu imitieren versucht. Das scheint sehr gut zu funktionieren, wie diverse Rezensionen und Tests berichten. Und es kostet „nur“ 250€; Mal mehr, mal weniger, je nachdem, wo man es gerade lagernd findet.

Bislang bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Das Einrichten und Übertragen der Daten hat einige Zeit in Anspruch genommen. Ich weiß nicht, wie viele Passwörter ich eingegeben habe im Laufe der ersten zwei Tage, aber es waren viele. Zum Glück sind nun die wichtigsten in meinem Passwort-Manager der Wahl gespeichert, sodass ich immer und überall Zugriff darauf habe. Die meisten Apps konnte ich im Google Play Store finden und musste nur wenige Alternativen heraussuchen. Natürlich muss ich mich erst an die Bedienung von Android und dem TCL im Speziellen gewöhnen, doch das sollte ich hinbekommen. Immerhin dauert es ein bisschen, bis vierzehn Jahre Muskelgedächtnis überwunden sind.

Am meisten bin ich vom Display begeistert. Dieses hat drei Modi: Normal, Ink-Paper-Mode, Colour-Paper-Mode und Max-Ink-Mode. Es ist wirklich erstaunlich, was TCL in der Lage ist, aus dem Display herauszuholen. Die Ink-Modi sehen E-Ink zum Verwechseln ähnlich. Der Max-Ink-Mode ist nicht nur eine schwarz-weiße E-Ink-Imitation, sondern beschränkt die Nutzung auf acht Apps, die man frei wählen kann. Dann bekommt man nur mehr von diesen acht Apps Benachrichtigungen. Der Rest wird unterdrückt und Hintergrundaktivitäten werden auf ein Minimum reduziert. Das erhöht die Akku-Leistung gewaltig. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das Smartphone eingehend testen. Jedoch bin ich gewillt, ins kalte Wasser zu springen und es für mindestens ein Jahr zu verwenden. Dann kann ich wirklich sagen, ob es etwas taugt oder nicht. Das iPhone 16 Pro wird verkauft.

iOS hinter mich zu lassen bedeutet das Ende einer Ära. iPhones und Apple Watches haben mich durch viele Situationen hindurch begleitet. Aber es ist an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Google und Apple sind beides amerikanische Firmen. Am Smartphone-Markt gibt es aktuell und auf absehbare Zeit nur diese beiden Player. Android oder iOS war viele Jahre eine fast schon religiöse Frage. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Jetzt schaue ich mir eben die andere Seite an.

Fachrizal Maulana | Unsplash

Kopflos?

Am Wochenende bin ich endlich dazu gekommen, mir die Köpfe in Salzburg anzuschauen. Erst musste natürlich die Aussicht vom Stieglkeller aus genossen werden. Im Sommer ist es Pflicht, eine Tour durch die Stadt dort zu starten. Wobei das Wetter hier nicht allzu sehr mitspielte. Deshalb suchten Freund J. und ich unter einer mit Wein überwachsenen Bank Platz. Doch der Regen wich schnell und so konnten wir uns auf den Weg über den Domplatz hin zum Residenzplatz bahnen. Natürlich pflasterten so einige Touristen den Weg, aber es war weniger los als befürchtet.

Nach dem leckeren (für mich alkoholfreien) Bier im Stieglkeller gingen wir also an den Köpfen vorbei. Man kommt aktuell ja kaum an einer Zeitung vorbei, in der nicht darüber berichtet wird. Anders als für die sonstigen modernen Kunstwerke, die in der Stadt verteilt sind, handelt es sich hierbei nur um eine temporäre Installation. Die Stadt hat dies scheinbar aus eigener Hand bezahlt und es war nicht gerade billig. Jedoch ist ihnen mit dieser Aktion durchaus etwas Eindrucksvolles gelungen. Die Fotos werden den tatsächlichen Köpfen nicht gerecht.

Sie sind sehr schmal, wenn man direkt davor steht. Die Dreidimensionalität erreichen sie durch eine gewisse verzerrte Darstellung der Gesichter, sodass sie beim Betrachten wieder normal aussehen. Es hat etwas Surreales an sich. Aber wieder einmal hat es die Stadt geschafft, dass man über sie spricht, und das nicht nur im Kontext des Jedermanns. Dessen Aufführungen finden aktuell ebenfalls statt. Aber mit den Köpfen können die Texte, die darüber geschrieben werden, einen neuen Spin erhalten. Großartig. Schade nur, dass sie ab Ende August wieder weg sind. Ich hätte sie gerne in der Stadt verteilt gesehen.

Lesen, statt Scrollen

Mein E-Reader, ein handlicher Boox Palma 2, hat das Format eines Smartphones. Nur eben mit einem E‑Ink-Display. Das macht es leicht, ihn überallhin mitzunehmen oder einfach in die Hosentasche zu stecken. Auch wenn ich weder bei Instagram noch bei Ex-Twitter oder einem anderen sozialen Netzwerk angemeldet bin, ist die Versuchung des Smartphones groß. Sei es, kurz mal eben etwas zu googeln, auf YouTube herumzusuchen und Shorts anzuschauen oder zu kontrollieren, ob nicht doch ein Newsletter eingetrudelt ist, den man nicht lesen möchte. Alles Ablenkungen und kurzfristige Stimulationen für das Gehirn.

In den vergangenen Wochen bin ich nun dazu übergegangen, meine Taktik etwas zu wechseln. Wenn ich mit dem Zug in die Arbeit fahre, habe ich einen Rucksack dabei. Für Ausflüge nach Salzburg eine kleine Umhängetasche. Normalerweise werfe ich den E-Reader in diese Taschen hinein und habe das iPhone in der Hosentasche. Das ist insofern praktisch, als meine go-to-Unterhaltung, wenn ich unterwegs bin, Podcasts sind. Aber ich will mehr lesen und nicht ständig das iPhone in der Hand haben und auf den Bildschirm starren. Nun werfe ich also das iPhone in den Rucksack und habe den E-Reader in der Hosentasche. Eine kleine Änderung mit großer Wirkung.

Der Zugang zum iPhone ist so etwas umständlicher. Ich nehme stattdessen den E-Reader raus, wenn ich irgendwo warten muss oder ein paar Minütchen Zeit habe, und lese ein paar Seiten eines Buches oder einen Artikel, den ich mir auf Instapaper gespeichert habe. Ein E-Ink-Display ist eben etwas anderes als die OLED-Screens von Smartphones und Co. Manchmal liest man dadurch natürlich Seiten oder Absätze doppelt, wenn man sich nicht mehr genau erinnert, was zuletzt passiert ist, aber das verstärkt nur das Gelesene und somit das Erlebnis der Geschichte.

Lesen ist nichts, wofür man sich speziell Zeit nehmen oder ein elaboriertes Ritual daraus machen muss. Man kann natürlich beispielsweise abends eines daraus machen. Um runterzukommen und zu entspannen. Aber ansonsten kann man quasi immer und überall lesen. eReader machen das äußerst einfach. Aber selbst Taschenbücher lassen sich leicht mitnehmen. Wobei ich das noch genauer testen muss. In den vergangenen Monaten habe ich durch die äußerst einfache und komfortable Handhabung des Boox Palma 2 nur E-Books gelesen.

Mit der Zeit lernt man, schneller und intensiver in die Welten einzutauchen. Durch weniger Ablenkungen von Google, Social Media und anderen tollen Dingen, die das Internet einem bietet, denkt man länger über das Gelesene nach. Es kann nachwirken. Ich mag das. Natürlich haben die Tools des Internets ihren Platz, aber zwischendurch und nur als Ablenkung, weil man zwei Minuten Zeit hat, ist vielleicht nicht der richtige. Stattdessen lieber ein paar Seiten lesen. »Dungeon Crawler Carl« von Matt Dinniman zum Beispiel. Großartige Fantasyliteratur wie diese Reihe macht es umso leichter, das iPhone liegenzulassen und stattdessen weiter die Welt von Carl und Donut zu erkunden.

Homework for Life

Vor ein paar Monaten habe ich mit der Praxis »Homework for Life« aufgehört. Ja, ich weiß, das ist etwas kontraintuitiv. Ich habe Bullet Journaling mehr in den Fokus meiner täglichen Rituale gerückt und es fühlte sich für einige Zeit gut und richtig an. Doch ich vermisse es. So gut Bullet Journaling an sich ist und so gut es grundsätzlich funktioniert, so genial und einfach ist das Prinzip von »Homework for Life«. Matthew Dicks hat damit etwas Wunderbares geschaffen und ich möchte es nicht mehr aus meinem Leben missen.

Natürlich kann ich meine Notizbücher durchgehen und darin schmökern, was ich an diesem Tag vor drei Jahren gedacht oder getan habe. Eine Liste mit mindestens 365 Einträgen ist jedoch um einiges praktikabler. Also habe ich wieder damit angefangen. Es dauert vielleicht eine Minute, die Liste jeden Tag zu pflegen und ein Ereignis einzutragen. Diese Minute ist allerdings so viel wert. Ich mache es in einer Tabelle. Jeder Tag bekommt eine Zeile. Spalte 1 beinhaltet das Datum. In Spalte 2 trage ich das Ereignis ein, das mir am wichtigsten ist.

Manche würden jetzt wahrscheinlich sagen, dass es nicht jeden Tag etwas einzutragen gibt. Das stimmt aber nicht. Mit etwas Übung findet man jeden Tag etwas. Manchmal sogar mehr. Dann füge ich entsprechend viele Zeilen zu dem Tag hinzu. Matthew Dicks stellt die einfache Frage: Wenn ich jemandem für 5 Minuten von meinem Tag berichten müsste, was würde ich erzählen? Manchmal sind es tiefgreifende Gedanken, Gespräche oder Ereignisse, genauso oft aber etwas Alltägliches, das an diesem Tag aus irgendeinem Grund besonders war. Und so befüllt man die Tabelle. Zeile für Zeile, Tag für Tag.

Ich habe für mich gemerkt, dass es eine Praxis ist, die ich sehr gerne mache. Die Jahresübersicht zu haben, ist beeindruckend. Man überfliegt die Liste immer mal wieder und erinnert sich an Dinge, die man schon wieder vergessen hat. Die Zeit fliegt nicht mehr so schnell an einem vorbei, sondern verlangsamt sich. Man wird sich bewusst, was an einem Tag alles passieren kann. Ich kann »Homework for Life« nur empfehlen. Wer es lieber analog machen möchte: Es gibt von Leuchtturm ein 5-Jahres-Journal »Some lines a day«. Das eignet sich ebenfalls sehr gut für »Homework for Life«. Wie man es macht, ist nebensächlich. Es zählt die tägliche Praxis. Es ist die beste Hausaufgabe, die man bekommen kann.