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MCU Rewatch | Dr. Strange in the Multiverse of Madness

Ich weiß nicht, ob ich langsam betriebsblind werde, aber wiederholt muss ich feststellen, dass mich ein MCU-Film der vierten Phase positiv überrascht. Dr. Strange in the Multiverse of Madness ist ein äußerst unterhaltsames, mehrere Universen umspannendes Abenteuer. Sam Raimi gelingt es, einen vergleichsweise ernsten Film zu erzählen. Natürlich gibt es den ein oder anderen lässigen Spruch. Doch es dürfen Momente für einen Augenblick verweilen und für sich stehen. Es wird nicht alles sofort relativiert oder ins Lächerliche gezogen. Der Score von Danny Elfman untermalt das Geschehen gekonnt, ohne zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

In den vergangenen Tagen habe ich so einige Marvel-Filme geschaut. Ich bin länger krank gewesen, konnte aber zum Glück Filme schauen. So habe ich nicht nur die X-Men-Filme in wenigen Tagen beendet, sondern auch die Phase vier vom MCU relativ zügig vorangetrieben. Wenn dieser Text erscheint, ist das schon einige Monate her. Doch ich finde, dass es den Filmen nicht schadet, sie in so kurzen Zeitabständen zu schauen. Auch vermisse ich bisher den Kontext der Serien nicht. Die Motivation von Wanda aka Scarlet Witch ist nachvollziehbar. Sie hat Vision verloren, davor ihren Bruder; es ist verständlich, dass sie ein normales Leben leben möchte.

America Chavez (Xochitl Gomez) ist ein toller Charakter und wird hier gut eingeführt. Ihre Hintergrundgeschichte ist schnell erklärt, wobei hier eine Art Erinnerungsmaschine in einem der Universen, die sie mit Dr. Strange besucht, hilft, es uns Zuschauer*innen einfach und schnell zu erläutern. Den Rest kann man sich selbst dazu denken. Es muss nicht alles ausformuliert werden. Mit ihr haben wir in Dr. Strange in the Multiverse of Madness nun drei Arten von Magie, wenn man Americas Fähigkeiten so bezeichnen möchte. Die »mystic arts« von Strange und Wong, die Hexerei von Wanda und Americas multidimensionale Reisefähigkeiten. Doch alle drei sind visuell klar voneinander zu trennen und es wird deutlich, dass sie jeweils anders funktionieren. Das erleichtert es, den Überblick zu behalten.

Visuell ist Dr. Strange in the Multiverse of Madness erneut ein Testament für die Fähigkeiten von CGI-Künstler*innen. Dieser zweite Teil übertrumpft den ersten, was abgefahrene, kreative und waghalsige Kulissen, Effekte und Monster anbelangt. Es ist ein wahrer Augenschmaus. Ebenso sind die Doppelgänger der bekannten Charaktere leicht anders und man kann sie stets dem Universum, dem sie entstammen, zuordnen. Raimi und sein Team schaffen es stets, dass man trotz der vielen Ortswechsel den Überblick behält.

Die Cameos in Form der Illuminaten finde ich ebenso gelungen. Vor ein paar Wochen habe ich mich noch etwas davor gedrückt, diese gut finden zu wollen. Es missfiel mir, dass ein Charles Xavier, eine Peggy Cater oder ein Reed Richards dermaßen verbraten werden. Doch die Inhumans hatten ihre Chance und sind kläglich gescheitert. Genauso wie die vergangenen Versionen der Fantastic Four bald durch eine »offizielle« MCU-Version abgelöst werden. Patrick Stewart in dem aus der Zeichentrickserie entliehenen, gelben Rollstuhl zu sehen, war erfreulich. Es passt und ist kurz genug, dass man ihre Auftritte feiern kann. Ob es in unserem Marvel-Universum (Kennzahl 616) ebenfalls eine Form der Illuminati geben wird, wage ich zu bezweifeln. Deshalb ist es schön, dieses Konzept aus den Comics zumindest in dieser Form verarbeitet und erwähnt zu sehen.

Zu Benedict Cumberbatch als Strange, Elizabeth Olsen als Wanda Maximoff oder Benedict Wong als Wong muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Die drei (und ein paar der Nebendarsteller*innen) haben ihren Charakter über Jahre und in so manchen MCU-Einträgen gespielt. Die Charaktere liegen ihnen, passen zu ihnen und sie verkörpern sie perfekt. Es ist schön zu sehen, dass sie sich weiterentwickeln dürfen. Das ist Charakteren in Filmreihen nicht immer gegönnt. Egal in welche Richtung es gehen mag, ob sie mir gefällt oder nicht, Stagnation fände ich viel schlimmer. Und wir sind hier in einer Comicverfilmung, das heißt, eine »redemption arc« ist immer möglich. Besonders, wenn die nächste Multiversum umspannende Katastrophe bevorsteht.

Ursprünglich sollte Nightmare der nächste Bösewicht werden. Ich hoffe, dass dieser Charakter im nächsten Film seinen Auftritt feiern darf. Raimi einen Horrorfilm im MCU drehen zu lassen, mit einem Charakter wie Nightmare wäre episch. Wenn dann noch Hans Zimmer als Komponist für den Soundtrack engagiert werden würde, blieben keine Wünsche mehr offen. Dass dies alles so eintritt, ist zwar relativ unwahrscheinlich, aber man darf träumen. Und wie wir in Dr. Strange in the Multiverse of Madness gelernt haben, sind Träume Fenster in andere Universen. Und irgendwo wird es sicherlich so einen Film geben. Vielleicht also auch bald bei uns.

Déjà-Deck

Es hat auch einen Nachteil, wenn man einen täglichen Blog betreibt. Man kann beispielsweise suchen, ob und wann man über ein gewisses Thema geschrieben hat. Bei einer Suche auf der eigenen Webseite stößt man dann eventuell auf einen Artikel vom 5. Januar dieses Jahres. Dieser hat vielleicht den Titel »Noch ein Steam Deck«. Darin berichtet der Autor darüber, wie er sich nach langem hadern ein Steam Deck (OLED-Version) zugelegt hat. Der Titel des Textes rührt daher, dass besagter Autor über ein Jahr davor ein Steam Deck (LCD-Version) gekauft hat. Dieses verkaufte der Autor allerdings wieder, nachdem er es kaum nutzte. Die OLED-Variante hatte aber dennoch ihren Reiz.

Dieses zweite Steam Deck, welches ich also seit fünf Monaten besitze, liegt derweil im Regal herum und bettelt darum, benutzt zu werden. Zwischendurch wird es gelegentlich aufgeladen, upgedatet und gepflegt. Aber wirklich gespielt habe ich damit nie. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum das so ist. Ich hatte erneut mit dem Gedanken gespielt, es zu verkaufen, sah aber dann davon ab. Nein, dieses Mal gebe ich mich nicht geschlagen. Ich habe es mir gekauft, es ist ein tolles Gerät (laut sehr vielen YouTube-Videos, die ich mir als Motivationsfaktor die letzten Tage über angesehen habe) und ich werde es benutzen.

Das Erste, was ich gemacht habe, war, es mal wieder aufzuladen, da der Akku mehr als leer war. Ich hatte schon kurzzeitig die Befürchtung, es möchte gar nicht mehr starten. Aber das tat es und funktioniert weiterhin einwandfrei. Spiele wurden aktualisiert, das System auf den neuesten Stand gebracht. In meiner Wallet von Steam befanden sich noch 5 €, welche gleich für den Summer Sale eingesetzt wurden (zum einen die Crash Bandicoot Trilogie und ein Indie-Titel, der nett aussah). Dann habe ich mich daran gemacht, Emu Deck zu installieren. Das ist nicht ganz einfach, aber auch nicht überaus kompliziert. Es gibt hervorragende Videos, die einen an der Hand nehmen und durch den Installationsprozess führen. So kann ich diverse alte Spiele erneut erleben.

Ich habe schon ein paar Ideen. »Armored Core« würde mich reizen und ein paar andere Playstation-Titel, die ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen oder aber nie erlebt habe. Doch erst einmal fokussiere ich mich auf die tollen Titel in meiner Steam-Bibliothek. Da warten ebenfalls ein paar nette Spiele darauf, entdeckt und erlebt zu werden.

Mal was Neues

Mittlerweile ist es knapp fünf Jahre her, dass ich mir die Dachgeschosswohnung ausgebaut habe. Die Küche war das Letzte, das eingebaut wurde. Immerhin war Corona und manche Lieferungen benötigten etwas länger. Wobei ich noch gut davongekommen bin. Für die Zwischenzeit hatte ich mir auf einem alten Schränkchen eine Heißluftfriseuse aufgestellt, damit ich zumindest manche Dinge aufwärmen konnte. Die Fritteuse von DeLonghi, die ich mir ausgesucht hatte, war im Prinzip ein kleiner Ofen und hat einen guten Job gemacht. Als die Küche später eingebaut und fertig war, ging es daran, sie entsprechend auszustatten. Es wurde Geschirr, Besteck, Töpfe, Pfannen und was man eben so benötigt, bei Ikea gekauft. Über die Jahre haben sich aus verschiedensten Quellen Schüsseln, Schälchen, Tassen und andere Behältnisse zusammengesammelt.

Auch wenn dieses Sammelsurium seinen Reiz hatte, wollte ich schon seit längerer Zeit etwas Einheitlicheres. Ich finde es schön, wenn Teller, Tassen und Schüsseln aus einer Designfamilie kommen. Sie passen zusammen und machen etwas her. Vor allem, wenn man Besuch hat und „normale“ Tassen verwenden kann, statt Merchtassen von Bitsundso, Assassin’s Creed und dem Held der Steine auszuteilen.

Deshalb kam es ganz gelegen, dass ich am Samstag in einem gewissen rot bestuhlten Möbelhaus unterwegs war. Eigentlich hatte ich nur vor, Dauerbackpapier zu kaufen. Seitdem ich treuer Kunde von Bofrost bin, benötige ich viel Backpapier. Im Sinne der Nachhaltigkeit und damit nicht allzu viel Müll zusammenkommt, wollte ich so ein Dauerbackpapier mal testen. Wie so oft fand allerdings noch mehr den Weg in den Einkaufswagen. Unter anderem eine neue Duschmatte, denn die alte würde gewisse Hygienevorschriften wahrscheinlich nicht mehr erfüllen. Und eben auch ein Geschirrset, Tafel-Service oder wie man es auch nennen möchte.

Das 62-teilige Set war mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt. Große und kleine Teller, Suppenschüsseln, kleine Schüsseln, Eierbecher, Espresso- und mittlere Tassen (inklusive Untertassen), große Tassen, Zucker- und Milchbehältnisse – einfach alles, was man benötigen könnte. Sie haben ein schönes Design aus schlichtem weiß mit grau-schwarzen Akzenten. Für knapp 90 € konnte ich dazu einfach nicht nein sagen. Eingepackt, bezahlt, mitgenommen und durch Spüli den Geschirrspüler fleißig gewaschen, ging es nun zur nächsten Herausforderung: Das Ganze irgendwie passend einzuräumen.

Während Spüli damit beschäftigt war, das Geschirr zu reinigen, nutzte ich den Karton, um das alte einzupacken. Manchmal muss man radikal ausräumen, was ich in diesem Fall gemacht habe. Bei allem, wo ich mir auch nur im Ansatz „brauche ich das“ dachte, habe ich eingepackt. Wie viele Tassen und Schüsseln benötigt man wirklich? Alles fein säuberlich für die Entsorgung vorbereitet, konnte ich das neue, inzwischen saubere Geschirr einräumen. Es sieht nicht nur gut aus, nach der Ausräumaktion hatte es mehr als genug Platz in der Schublade und im Schrank. Nach fünf Jahren darf man sich, denke ich, durchaus neues Geschirr leisten. Ich weiß etwas besser, was ich wirklich benötige und was es für mich machen soll. Auf dass es mir erneut viele Jahre gute Dienste erweist.

Immer, alles

Es dürfte wohl kein Geheimnis sein, dass ich gerne schreibe. Und das in allen möglichen Formen und Varianten. Auch wenn das kreative Schreiben gerade etwas pausiert. Allerdings macht es mir stets Freude, Text auf digitales oder analoges Papier zu bringen. Den Blog nutze ich gerne als Ventil, um über alle möglichen Themen zu schreiben, die mir im Kopf herumgeistern. Mich über alles Mögliche äußern zu können, ohne ein Limit, wie lang etwas sein muss oder darf. Und die Herausforderung, täglich etwas zu veröffentlichen, trainiert ebenfalls die kreativen Muskeln.

Was ich allerdings ebenfalls sehr schätze, ist das analoge festhalten von Gedanken. Man kann es Tagebuch oder Journal nennen. Grundsätzlich geht es für mich darum, einen Überblick zu behalten, was so in einer Woche, einem Monat, einem Jahr passiert. Das Leben hat manchmal die Tendenz, zu schnell an einem vorüberzuziehen, ohne dass man es so richtig begreift. Ein Jahr ist vorbei und man weiß gar nicht mehr so genau, was man eigentlich getan hat. Deshalb begrüße ich alles, was mein Gefühl für Zeit verlangsamt. Für dieses Festhalten von Vergangenem, aber auch für das Planen dessen, was noch kommen mag, gibt es verschiedene Techniken. Ich habe viele davon getestet. Doch manche sind hängengeblieben.

»Bullet Journal« ist eine dieser Techniken. Es ist eine einfache, unkomplizierte und schnelle Methode, um einen Überblick über Aufgaben zu behalten und das festzuhalten, was einem wichtig ist. Ich verwende dafür gerne ein A6 Notizbuch, weil ich das überallhin mitnehmen kann. Der Kern von Bullet Journal sind unterschiedliche Symbole. Punkte, Bindestriche, =-Zeichen und so weiter haben alle eine dedizierte Bedeutung. So ist es einfach schnell etwas zu finden und die verschiedenen Dinge, die täglich passieren oder getan werden, festzuhalten, zu finden und zu unterscheiden. Ich kann nur wärmsten empfehlen, sich damit zu beschäftigen. Ryder Caroll, Erfinder der Bullet-Journal-Methode, hat einen informativen YouTube-Kanal und eine tolle Webseite, wo er die Grundlagen verständlich erklärt.

Ergänzend dazu habe ich ein A5-Notizbuch, um in Langform über Dinge nachzudenken. Manchmal reicht es nicht, nur kurz die Dinge aufzulisten. Man muss sie für sich ausformulieren. Mal mache ich das täglich, mal ein paar Wochen gar nicht. Je nachdem, wie es mir gerade geht und ob ich Lust dazu habe. Ich mag jedoch das Entschleunigende dahinter, per Hand nachzudenken. Es zwingt das Gehirn abzubremsen, innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und seit Kurzem habe ich wieder mit »Homework for Life« angefangen. Es ist eine Methode von Matthew Dicks, zu der es einen wunderbaren Ted-Talk gibt. Man benötigt nicht mehr als eine Tabelle am Computer. Jeder Tag bekommt eine Zeile. In dieser trägt man das Wichtigste des Tages ein. Die Frage dahinter lautet: Wenn ich jemandem 5 Minuten über meinen Tag erzählen müsste, was wäre das? Nur eines. Nur ja, mit etwas Übung findet man jeden Tag etwas. Das ist mittlerweile Teil meiner täglichen Bullet-Journal-Praxis. Kurz das MacBook aufgeklappt, etwas in die Tabelle eingetragen und fertig. Es dauert nur wenige Minuten, ist aber so wertvoll. Am Ende des Jahres habe ich eine Liste mit 365 Momenten, die mir wichtig waren. Man kann sie jederzeit durchschauen und sich erinnern. Man vergisst so schnell, da ist solch eine Liste Gold wert.

Die Gefahr ist nur, wenn man mehrere Systeme bedient, dass das Gefühl aufkommt, immer alles bedienen zu müssen. Aber das ist nicht der Fall. Jedes dieser drei Methoden erfüllt seinen ganz eigenen Zweck. Bullet Journal und Homework for Life reichen vollkommen aus für das alltägliche, schnelle Festhalten und Aufschreiben. Alles andere ist eine nette Ergänzung, die ich mache, wenn ich Lust habe, es brauche, oder über etwas genauer, tiefgreifender nachdenken möchte. Oder ich schreibe einen Blog-Eintrag darüber. Beispielsweise um mir klar darüber zu werden, wie ich wann verschiedene Techniken verwenden kann. Nur um ein hypothetisches Beispiel zu nennen. Diese Systeme und Techniken sollen immerhin mir dienen und helfen, nicht umgekehrt.

Joshua Hoehne | Unsplash

Das Palisadentor

Die Stallungen wurden errichtet, der Rüstmeister in die Palisade der Vorburg integriert. Was fehlt also noch? Genau, ein imposantes Tor, durch das man in die Vorburg hineinkommt und durch das auch der Streitwagen, der beim Rüstmeister dabei war, passt. Das Palisadentor ist mit seinen knapp 1.500 Teilen und für gut 60 € ein erschwingliches Set. Allerdings wertet es die Vorburg im Ganzen deutlich auf. Ohne die großen Gebäude wie die Stallungen oder nun auch das Tor war die Burg sehr dominant. Das visuelle Gewicht lag voll und ganz auf dieser Seite. Nun ist das deutlich ausgeglichener. Die Verhältnisse wirken besser.

Der Bau an sich geht leicht von der Hand. Es kommen keine abenteuerlichen Bautechniken zum Vorschein. Auch ist das Palisadentor nicht modular gestaltet. Warum auch? Es ist durchaus offen und man kommt überall gut hin. Das Dach kann man natürlich abnehmen und erreicht so den Gang, der die beiden Seiten verbindet und von dem aus diverse Dinge auf ungebetene Gäste geworfen und gegossen werden können. Das einzig Fragwürdige am Set ist die Platzierung von vier Bauplatten im ersten Stock auf der linken und rechten Seite. Diese hätte man durchaus noch etwas abstützen können. Aber es funktioniert und sieht am Ende gut aus.

Natürlich kann man das Tor verriegeln. Geöffnet wird es durch zwei imposante Konstruktionen, die so aussehen, als könnten sie nicht von einfachen Menschen bewegt werden. Vielleicht kommen irgendwann noch Trolle zum Einsatz. Mir gefällt das Palisadentor erstaunlich gut. Es bringt Abwechslung in die Vorburg und stattet sie mit einem ordentlichen Zugang aus. Natürlich gibt es noch zwei andere Zugänge: das frühere, kleinere Tor und den Durchgang bei den Stallungen für die Pferde. Ob das sicherheits- und belagerungstechnisch richtig ist, sei einmal dahingestellt. Ich könnte mir vorstellen, dass es in einer echten Vorburg aber eher weniger Zugänge gab. Allerdings mag ich die Idee der kleinen Tore für den Pöbel. Die Bosse kommen selbstverständlich mit ihrer Entourage durch das Palisadentor.

Als Star Wars noch gut war

»Andor« ist vorbei. Nach zwei Staffeln ging die Vorgeschichte zum Prequel von Episode IV zu Ende. Damit haben wir ein schönes Dreiergespann aus der Andor-Serie, dem Film »Rogue One« (welcher eigentlich das Serienfinale ist, wenn man es genau nimmt) und eben Episode IV. Die Serie rekontextualisiert sehr viel, was in den Filmen passiert. Charaktere bekommen Hintergrundgeschichten, die man sich nie erwartet hätte, und man spürt förmlich den Druck, den Kampf und die Opfer, die für den ersten Sieg der Rebellion vonnöten waren. Andor ist aber nicht nur eine gute Star-Wars-Serie. Für mich ist sie auf gleichem Niveau wie »Breaking Bad« oder die besten Staffeln von »Game of Thrones«. Man muss sie gesehen haben, wenn man an Serien interessiert ist.

Leider wird es für lange Zeit das Beste sein, was Star Wars unter der Herrschaft von Disney zu produzieren weiß. So etwas wird es nicht mehr geben. Ich hatte die Hoffnung auf gutes Star Wars schon aufgegeben, doch dann kam die zweite Staffel Andor. Die Serie hat gezeigt, was in dem Franchise steckt, wenn man es ernst nimmt und gute Geschichten erzählen möchte. Sie hat auch gezeigt, dass keine Lichtschwerter oder billiger Fan-Service notwendig sind. Es reichen gut geschriebene Charaktere, ein spannender Plot – eine gute Geschichte eben. Seitdem hat es mich wieder unter den Fingern gejuckt, mal wieder etwas tiefer in dieses Universum einzutauchen. Die Frage ist nur: Wo fängt man an?

Ich habe über die Jahre viel Star Wars gelesen und geschaut. Seien es die tollen Animationsserien »Clone Wars« oder »Rebels«. Oder die unzähligen Comics, die über die Jahrzehnte erschienen sind. Auch Bücher habe ich so einige gelesen. Sowohl in der mittlerweile als »Legends« betitelten alten Zeitlinie, bevor Disney Star Wars übernommen hat, als auch im neuen Kanon. Deshalb ist die Frage, wo man anfangen bzw. weitermachen soll, nicht so einfach zu beantworten. Wohin geht man also? Richtig, zurück zu den Anfängen. Ins Jahr 1991, als das erste Star-Wars-Buch von Timothy Zahn erschien (»Heir to the Empire«). Es ist das erste Buch seiner Thrawn-Trilogie und bildete mehr oder weniger den Auftakt für eine jahrelange und durchaus erfolgreiche Publikationsgeschichte von Star-Wars-Büchern.

Ich habe zwar die ersten beiden Bücher vor Jahren schon einmal gelesen, aber nie das dritte Buch. Deshalb wollte ich mein Gedächtnis etwas auffrischen und die Trilogie von neuem starten. Beim ersten Mal habe ich es auf Englisch gelesen, jetzt habe ich mir die deutschen Versionen zugelegt. Vom ersten Band gibt es sogar eine kommentierte Fassung. Diese kann ich sehr empfehlen. Man erfährt so einige Hintergründe zum Buch von Timothy Zahn selbst. Vor allem finde ich die Kommentare gut, um das Buch zeitlich besser einordnen zu können. Star Wars gibt es nun schon so lange und es gibt so viele mediale Erzeugnisse, dass man manchmal vergisst, dass 1991 nichts davon existierte. Manche Planeten, Spezies oder Techniken gab es entweder noch nicht oder hatten noch keine Namen. Deshalb finde ich es so spannend, die Kommentare zu lesen. Man taucht in eine andere Ära des Franchise ein.

Ich habe aktuell gerade einmal das erste Buch durch, hatte aber wieder eine tolle Zeit damit. Die Schlachten sind anschaulich beschrieben und die Charaktere wahnsinnig gut ausgearbeitet. Man hat von den bekannten Charakteren rund um Luke, Leia, Han und Chewie die Gesichter und Stimmen der Schauspieler*innen im Kopf. Doch auch die neuen Zugänge sind mit Leben gefüllt und wirken echt. Ihre Beweggründe und Hintergrundgeschichte sind nachvollziehbar und offenbaren sich Stück für Stück. Erneut begeistert mich Timothy Zahn mit diesem Buch und ich freue mich, demnächst mit dem zweiten Teil weiterzumachen.

MCU Rewatch | Spider-Man: No Way Home

Ich freue mich, wenn ich Unrecht habe. Es bedeutet, ich habe etwas dazugelernt. Besonders, wenn ich eine Meinung revidieren muss, die hauptsächlich auf derjenigen von anderen beruht hat. Wenn ich mich zu sehr habe beeinflussen lassen. Halte ich wirklich etwas für richtig oder falsch oder plappere ich einfach nur das nach, was mir gerade in den Kram passt und denke nicht weiter darüber nach? Habe ich mir die Mühe gemacht, meine Meinung zu hinterfragen? Das gilt für die großen Dinge im Leben, wie für die kleinen. Denn wenn man nicht bereit ist, im Kleinen zu hinterfragen und die eigene Meinung soweit flexibel zu halten, dass, wenn sich neue, bessere Informationen auftun, diese Meinung revidiert werden kann, wie sollte es dann im Großen funktionieren? No Way Home ist ein Beispiel dafür.

Als ich Ende 2021 aus dem Kino kam, lebte der Film von den Reaktionen des Publikums. Die Auftritte von Tobey Maguire und Andrew Garfield sind nun schon fast legendär. Später, als ich den Film zu Hause erneut geschaut habe, war ich in der Trotz-Phase des MCU. Ich dachte mir, der Film verlässt sich zu sehr auf die beiden ehemaligen Spider-Man-Schauspieler und dass die Szenen absichtlich so gedreht sind, dass das Publikum Zeit hat, zu reagieren. Mit etwas mehr Abstand und mit diesem Rewatch denke ich anders darüber. Der Auftritt der beiden ist allgemein ruhig gedreht, langsam und lässt sich Zeit, aber es ist auch gerade eine schwierige Phase für unsere Protagonisten. Es passt in das Gesamtkonzept des Films.

Spider-Mans Identität wurde verraten. Der eigentliche Bösewicht aus dem letzten Teil, Quentin Beck aka Mysterio, steht als Held da. Spider-Man als Mörder. Peter Parker steht im Rampenlicht, wird von der Presse und überhaupt von allen Menschen verfolgt. Es zerstört das Leben seiner Freunde und Familie. Natürlich wendet man sich dabei an den wohl mächtigsten Magier, den man kennt. Dass es Wong ist, der unabsichtlich die ausschlaggebende Idee liefert, die Welt vergessen zu lassen, dass Peter Parker Spider-Man ist, ist gut gemacht. Dass Dr. Strange so schnell einwilligt und bereit ist zu helfen, mag etwas verwundern, aber die beiden haben viel miteinander durchgemacht. Er sieht Peters Verzweiflung und dass es nicht nur um ihn geht. Nur unterbricht Peter ständig die Prozedur, weil ihm neue Ausnahmen in den Sinn kommen. Die folgende Auseinandersetzung ist das Einzige, was mich an No Way Home wirklich massiv stört.

Denn zum einen war es nicht Peters Idee, die Welt vergessen zu lassen, sondern die von Dr. Strange. Allerdings wirft der Zauberer es Peter an den Kopf. Außerdem hätte er Peter vorher fragen können, ob es Ausnahmen geben soll. Immerhin ist er in dieser Situation der Erwachsene. Er hat die Erfahrung mit Magie und welche Konsequenzen sie hat. Den noch sehr jungen Peter etwas anleiten, wäre durchaus machbar gewesen. Mir ist durchaus bewusst, dass der Film hier versucht, Peter im Lauf der Handlung immer mehr Schuld aufzuhalsen, doch diese eine Szene widerspricht sich selbst und das stört mich. Es hätte nicht viel gebraucht und sie hätte sehr viel besser funktioniert. Einfach ein paar Sätze anders formuliert würden die ganze Unterhaltung besser machen. Doch der Rest macht dieses Manko mehr als wett.

Die berühmtesten und besten Bösewichte aus den vergangenen Spider-Man-Filmen feiern eine gebührende Rückkehr. Dock Ock, Green Goblin, Elektro, Sandman, Lizard – sie alle werden von dem fehlgeleiteten Zauber in dieses Universum gezogen. Mir gefällt es auch, dass es Tante May ist, die das Zünglein an der Waage ist und Peter eintrichtert, dass es selbst diese Menschen verdient haben, dass ihnen geholfen wird. Es ist eine schöne Szene und fast kauft man Norman Osborn es ab. Er sieht bedauerlich aus, doch Willem Dafoe ist ein dermaßen guter Schauspieler, er spielt den Charakter stets so, dass man nicht weiß, was er als Nächstes macht. Sehr unheimlich.

Mir gefällt es auch, dass Ned und MJ sofort bei dem Plan dabei sind. Sie sind nicht sauer auf Peter oder machen ihm Vorwürfe. Schlechtere Filme würden sofort wieder ein Drama daraus machen. Doch nicht No Way Home. Es zeigt das Vertrauen und die Freundschaft, die die drei verbindet. Sie kennen sich nun schon so lange, sind in das Geheimnis eingeweiht und wollen nur das Beste. Dass sie zusammenarbeiten wollen, um den Menschen zu helfen, die sie eigentlich töten wollen, ist beeindruckend. Sie wollen sie aber auch vor dem Tod retten und ihnen eine Chance geben, ihrem ursprünglichen Schicksal zu entkommen. Es ist eine nette Botschaft, die in No Way Home immer wieder zu finden ist; Zusammenarbeit, Vergebung, zweite Chancen.

Ich muss wohl nicht sagen, dass die Schauspieler, die hier erneut ihre Bösewichte mimen, hervorragend in ihren Jobs sind. Ich bin sehr froh, dass ich die Spider-Man-Filme in diesem Rewatch mitgenommen habe. So sind die Charaktere noch frischer im Gedächtnis. Es macht Freude, sie hier wiederzusehen. Sie aber auch anders zu sehen, in neuen Kontexten. Die Charaktere werden mit Respekt behandelt und ihnen wird ein neuer Pfad gezeigt. Ich bin gespannt, ob Marvel und Sony daraus nochmal etwas machen. Doch es sind nicht nur sie, die hier eine tolle Performance abliefern. Der gesamte Cast agiert auf höchstem Niveau. Sie wissen wohl, dass es zum Teil ihre letzte Performance im MCU sein könnte und geben alles. Es ist das Ende Home-Trilogie und das Ende von Spider-Man, so wie wir ihn kennen. Der kommende vierte Teil muss einiges anders machen.

Besonders hat mich eine ganz einfache Szene berührt. Nachdem die Bösewichte aus dem Apartment ausgebrochen und verschwunden sind, ist Peter gebrochen. Er ist verletzt, doch das alles tut nicht so weh, wie der Verlust, den er hat erleiden müssen. Dass May es ist, die dieses Mal die berühmten Worte zu Peter spricht, ist einfach nur schön, aber genauso tragisch. Marisa Tomei und Tom Holland spielen hier alle an die Wand und zeigen, was sie können. Es ist eine wahnsinnig traurige, ausgezeichnet gemachte Szene. Doch Peter muss flüchten und hat keine Zeit, lange zu trauern. Schließlich findet man ihn auf dem Dach der Schule. Ich mag die Szene, die sich dann abspielt. Zuerst die Unterstützung von MJ und Ned. Ganz ohne Worte. Dann die Unterhaltung mit den anderen Spider-Men. Es zeigt, dass Peter nicht alleine ist. Ein toll geschriebener Dialog, der so wichtig für die Charaktere ist. Hut ab.

Die darauffolgende Zusammenarbeit der drei Peters gefällt mir außerordentlich gut. Zuerst im Labor, dann beim Kampf gegen die Bösewichte. Sie teilen Geschichten aus ihrer Vergangenheit, helfen sich beim Einrenken steifer Rücken und lernen echte Zusammenarbeit. Es ist eine Genugtuung für Spider-Man-Fans, und ich hätte mir nie gedacht, dass ich sie einmal so sehen würde. Einfach großartig. Der ganze Film ist voller beeindruckender Auseinandersetzungen und gut geschriebener Dialoge. Wie der Kampf in der Spiegel-Dimension zwischen Strange und Peter. Es gibt so viele Höhepunkte, es sind zu viele für einen Text. Irgendwie haben Texte über Spider-Man bei mir immer die Tendenz, sehr lang zu werden.

Doch ich mag den Charakter unfassbar gerne. Er begleitet mich schon mein Leben lang. Ihn in Filmen zu sehen, die dann auch noch mit so viel Liebe zum Detail gemacht sind, lassen mein Herz höher schlagen. No Way Home ist eine Kulmination aus allem, was bisher geschehen ist. Tobey Maguire, Andrew Garfield und Tom Holland haben jeweils ihre eigene Version von Peter Parker und Spider-Man gespielt. Das hier ist eine Ehrung für sie und diejenigen, die sie auf diesem Weg begleitet haben. Es ist episch, tragisch und hat alles, was ein guter Superheldenfilm braucht.

Für den vierten Teil würde ich mir wünschen, dass er etwas ruhiger wird. Keine Multiversum umspannende Erzählung. Vielleicht wieder etwas kleiner, bodenständiger, mit der Tendenz zu mehr. Aber ich lasse mich gerne überraschen und eines Besseren belehren. Wenn das Drehbuch stimmt und die Effekte so toll aussehen wie hier, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu ändern.

eBoox mal anders

Digitale Bücher sind ja so eine Sache. Kauft man sich einen Kindle von Amazon, ist man quasi gezwungen, dort die Bücher zu erwerben. Kauft man sich einen Tolino, ist man zwar etwas offener unterwegs, aber bleibt wahrscheinlich auch bei einem Anbieter. Beispielsweise Thalia, wie in meinem Fall. Natürlich lassen sich auf beiden woanders erworbene eBooks lesen. Zumindest zu einem gewissen Grad. Doch meist bleibt man im Ökosystem des Herstellers. Soweit zumindest meine Unterstellung. PDF-Dateien darauf zu lesen, ist nicht angenehm, außer auf den großen und damit auch teuren Geräten, würde ich vermuten. Doch gibt es eine Alternative dazu?

Von Smartphones und Tablets sind wir es gewohnt, Apps zu installieren. Jede erfüllt einen bestimmten Zweck. Auf dem iPad kann ich nicht nur meine Bücher von Kindle und Tolino lesen, sondern auch Apps für Comics installieren. Es gibt unzählige Apps für DRM-freie eBooks, die mir viele Optionen und Einstellungsmöglichkeiten bieten. Warum gilt das also nicht für meine ePaper-Geräte? Schon vor längerer Zeit habe ich sämtliche eReader verkauft. Das hört sich jetzt nach sehr viel an, tatsächlich waren es nur ein älterer Kindle und ein bereits gebraucht erworbener Tolino Shine (ich glaube Version 3). Zum Mitnehmen waren sie mir zu groß und wirklich verwendet habe ich sie nicht, wenn ich ehrlich bin. Dann bin ich auf ein Gerät gestoßen, das sehr viel mehr Optionen bietet als diese: den Boox Palma 2.

Dabei handelt es sich um einen eReader in der Größe eines Smartphones. Wie ein Kindle oder Tolino verfügt er über einen ePaper-Display. Nur ist darauf Android installiert. Das heißt, ich kann darauf alle möglichen Apps installieren. Daher kann ich nicht nur Apps wie KOReader oder Instapaper verwenden, sondern auch den Falter darauf lesen. Es ist großartig und das ePaper-Display erfüllt seinen Zweck hervorragend. Man kann auch zwischen verschiedenen Modi wechseln. Je nachdem, was man machen möchte. Scrollt und sucht man im Moment mehr, kann man einen Modus mit mehr FPS, aber geringerer Auflösung aktivieren. Liest man stattdessen und möchte gestochen scharfe Buchstaben haben, wechselt man in den HD-Modus. Es gibt vier unterschiedliche Modi und diese lassen sich zum Glück pro App einstellen, sodass man nicht immer manuell wechseln muss.

Ich bin vom Boox Palma 2 wirklich begeistert. Ich habe immer gerne eine kleine Umhängetasche dabei, damit ich nicht alles in die Hosen- oder Jackentaschen stecken muss und es dann verliere. Der Palma 2 hat noch ganz leicht Platz darin. Seitdem lese ich im Zug vermehrt und nehme ihn einfach überallhin mit. Ich lese generell wieder mehr und das handliche Format ist einfach toll. Praktisch ist auch, dass man mit den Lautstärketasten die Seiten umblättern kann. Zwar kostet der Palma 2 knapp 300€, aber dadurch, dass ich die anderen Geräte verkauft habe und meine Apple Watch losgeworden bin, sowie einige Bücher und Blu-rays verkauft habe, die ich nicht mehr benötigt habe, war das Gerät leicht im Budget drin. Ich denke, der Boox Palma 2 wird mich noch längere Zeit gute Dienste leisten.

Von Stadtfesten und Leuchttürmen

Eigentlich wollte ich aus mannigfaltigen Gründen am Wochenende nicht nach Salzburg. Feucht, schwül, heiß und dazu ein paar tausend Menschen, die sich am Stadtfest goutieren (kann man das so sagen?). Das ergibt eine Mischung, zu der ich mich nicht unbedingt gesellen muss. Hinzu kommt, dass die Fahrt mit der Lokalbahn nach Salzburg im Sommer nicht gerade angenehm ist. Von Klimaanlagen hat da noch niemand etwas gehört; von den unzähligen, schwitzenden Menschen, die sich während des Sommers jeden Tag auf den Sitzen niederlassen, gar nicht erst zu sprechen. Was für ein wunderbares mentales Bild. Also schnell weiter.

Alles gute Gründe, nicht nach Salzburg zu fahren, aber es zog mich dann doch hin. Hauptsächlich deshalb, weil mein aktuelles Leuchtturm1917-Notizbuch (A5, gepunktet, Softcover) sich dem Ende nähert und nun ein neuer Monat begonnen hat. Es musste also ein neues her. Zwar habe ich vor ein paar Wochen welche direkt beim Hersteller geordert, aber der Versand ist alles andere als schnell und es war absehbar, dass die Bestellung nicht mehr rechtzeitig ankommen wird. Zum Glück habe ich vergangene Woche beim Schlendern durch die Straßen gesehen, dass es eine Papeterie in der Grießgasse gibt, die Notizbücher von Leuchtturm1917 verkauft. Also machte ich mich vor neun Uhr morgens auf den Weg in die Stadt, um noch vor den Menschenmassen wieder zu Hause zu sein.

Freund J. hatte ebenfalls Zeit, also konnte man noch genüsslich einen Spaziergang durch die Stadt machen, bevor das Geschäft um 10 Uhr seine Pforten öffnete. Natürlich durfte etwas Kaffee nicht fehlen. Nach der – etwas ausgearteten – Shoppingtour durch das kleine Geschäft gab es noch Eis und einen weiteren Kaffee. Das Coffeehouse bietet zudem sehr leckeren, selbst gemachten Eistee an. Sehr empfehlenswert.

Es war durchaus seltsam, vor dem Beginn des Stadtfestes an diesem Tag durch die Stadt zu gehen. Viele Straßen waren gesperrt und man musste den inneren Instinkt unterdrücken, sich ausschließlich am Gehsteig zu bewegen. Vor allem über die Staatsbrücke und die direkt anschließenden Straßen zu gehen, war interessant. Normalerweise hat man hier eine unterschwellige Angst, jederzeit von Bussen oder wahnsinnigen Autofahrern überfahren zu werden; nun entspannt mitten auf der Straße zu gehen, war ein besonderes Gefühl. Es standen Biertische für die Gäste bereit, und jedes noch so kleine Geschäft hatte eine Bar vor der Tür. Für die Läden zahlt sich das Fest mit Sicherheit aus.

Pünktlich zu Mittag saß ich dann schon wieder im Zug auf dem Weg nach Hause. Inklusive einer vollen Einkaufstasche. Wie angedeutet, habe ich mir nicht nur das eine A5, Softcover Notizbuch mit Punkteraster gekauft. Ich habe noch ein Bullet Journal mitgenommen, ein paar A6-Notizbücher, die ich sicherlich auch irgendwann brauchen werde und B6-Notizbücher, deren Zweck sich mir zwar noch nicht erschlossen hat, der mir aber sicherlich einfallen wird. Man merkt, ich habe eine gewisse Schwäche für Leuchtturm1917-Produkte. Sie sind qualitativ hervorragend, kosten zwar entsprechend mehr Geld, aber in meinen Augen sind sie das auch wert.

Hinzu kommt: wenn man einmal einen Hersteller für sich entdeckt hat, muss man sowieso bei diesem bleiben. Moleskin hat andere Formate als Leuchtturm, beispielsweise. Was ich nicht verstehe. Die DIN-Formate wurden erfunden, damit man einen gewissen Standard etablieren kann. Im Regal sieht es doch bescheuert aus, wenn mit jedem neuen Notizbuch eine andere Größe und Breite Einzug hält. Deshalb bleibe ich bei Leuchtturm1917. Für mich ist A5 ein ideales Format. A6 verwende ich für meine tägliche Bullet-Journal-Praxis. Es ist kompakt und lässt sich leicht mitnehmen. Wenn dann noch irgendwann die Bestellungen (man beachte die Mehrzahl) von Leuchtturm1917 eintreffen, sollte ich für die nächsten Monate gerüstet sein. Das Zeug war auch teuer genug.

Der Sommer kann kommen

Eigentlich ist er ja schon da. Über 30 Grad Celsius sind keine Seltenheit mehr. Doch in der Nacht kühlt es zum Glück noch auf unter 20°C ab. So bleibt es noch angenehm. Außerdem unterbrechen diverse Gewitter und Regenfälle die Hitze. Zwar ist es danach schwül und noch anstrengender, trotzdem tut es gut, wenn zwischendurch die Luft gereinigt und Pollen weggeschwemmt werden.

Ich habe eine Dachgeschosswohnung. Diese wird selbst ohne tropische Nächte warm. Am Abend, wenn man im Bett liegt und auf einen erholsamen Schlaf hofft, kann es durchaus dauern, bis einen der Sandmann ins Traumland entführt. Seit Jahren überlege ich, mir eine Klimaanlage zu kaufen. Dieses Jahr habe ich es endlich getan. Keine fixe, sondern eine mobile. Für eine fix installierte Klimaanlage müsste man wieder stemmen, Leitungen verlegen und so weiter. Alles viel zu teuer und aufwendig. Auch wenn die mobile Klimaanlage von DeLonghi nicht gerade günstig war, ist es mit Sicherheit günstiger als die Alternative.

Ich habe mich für das Modell »Pinguino PAC EX105« entschieden. Erst hatte ich mit den niedrigpreisigeren geliebäugelt, doch die Rezensionen waren sich fast alle einig, dass diese trotz der sehr guten Kühlleistung viel zu laut sind. Die EX105 hat einen Silent Mode und nach den ersten Tagen kann ich sagen, dass sie selbst im normalen Betrieb nicht störend laut ist. Wobei man berücksichtigen muss, dass sie bei mir nur im Schlafzimmer steht. Dieses ist gut positioniert und Vorraum, Küche und Esszimmer sind quasi ein Raum. Von daher wird die restliche Wohnung gut mitgekühlt. Auch praktisch: Das Kondenswasser muss nicht abgelassen werden. Das Gerät verfügt über einen Verdampfer und pustet es mit der Abluft aus dem Fenster.

Das ist der einzige Nachteil, wenn man so will, an den mobilen Geräten: Der Abluftschlauch muss irgendwie am Fenster montiert werden. Es gibt natürlich diverse Anbauten, die man sich besorgen kann, doch sind mir diese zu aufwendig. Ich klemme den Schlauch einfach in das halb geöffnete Fenster ein, sichere es mit einem schweren Gegenstand und gut ist. Das Gerät verfügt über genug Leistung, damit etwaige warme Luft, die durch das Fenster herein kommen würde, gleich abgekühlt wird.

Die gesamte Wohnung ein bisschen zu kühlen und Luftfeuchtigkeit loszuwerden, ist ein netter Nebeneffekt. Mir ging es hauptsächlich um das Schlafzimmer. Man braucht einen erholsamen Schlaf, und wenn es erst einmal mit den tropischen Nächten losgeht, ist das ohne Klimagerät kaum möglich. Insofern hat sich das Gerät auf jeden Fall ausgezahlt. Immerhin bin ich jetzt schon begeistert davon. Übrigens läuft sie natürlich nicht den ganzen Tag, sondern nur abends ein paar Stündchen. Das reicht vollkommen aus. Auch in der Nacht ist das Klimagerät ausgeschaltet. Man muss es ja nicht gleich übertreiben.