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Star Wars Diorama

Klemmbausteine sind ein tolles Hobby. Ich finde es äußerst entspannend, ein Set zu bauen und nebenbei eine Serie oder ein Let’s Play auf YouTube zu schauen. Man kann natürlich auch kreativ bauen und sich selbst Sachen ausdenken oder aber die vorhandenen Sets erweitern, ausbauen und detaillierter gestalten. Es gibt MOCs, deren man sich bedienen kann. Unzählige Möglichkeiten. Doch wie jeder Klemmbausteinenthusiast bestätigen kann, ist Platzmangel eine dauerhafte Herausforderung. Besonders wenn man die Sets von BlueBrixx mag, denn diese eskalieren ständig, was Größe und Detailgrad ihrer Sets anbelangt.

Deshalb bin ich mittlerweile ein großer Fan vom kleineren Mikro-Maßstab. Damit lassen sich sehr viel größere Landschaften und Dinge auf sehr viel kleinerer Fläche darstellen. Beispielsweise hat BlueBrixx von der Marke Modbrix (die sie jüngst erworben haben) diverse Dioramen im Angebot, die von Star Wars inspiriert sind. Ich habe mir letztens ein Diorama von Episode II gegönnt. Hier bekämpfen sich gerade die Klonkrieger mit der Droidenarmee. Die Klone als auch die Droiden selbst sind gerade einmal zwei 1×1-Noppen groß. Die Schiffe und sonstige Gefährten lassen sich auf diesem kleinen Maßstab noch erstaunlich gut darstellen. Laserschüsse sind durch farbige Balken dargestellt. So wirkt das ganze Diorama sehr viel dynamischer.

Das Praktische an solchen Sets ist auch, dass sie günstiger sind als ihre großen, wuchtigen Counterparts. Zwar sind es hier teils viele verbaute Teile, doch es sind hauptsächlich kleine Teile. Dadurch ist das Gewicht überschaubar und die Kosten sind entsprechend günstiger. Ich werde mir sicherlich noch ein paar mehr zulegen. Besonders freue ich mich auf die von Hoth inspirierten Sets. Mit den eigenen Teilen kann ich diese Sets sicherlich noch erweitern. Klemmbausteine auf diesem Maßstab finde ich besonders putzig. Es lassen sich erstaunlich viele Details einbauen. Und auch wenn manches nur angedeutet wird, erkennt man meist sofort, was gemeint ist. Es ist ein fantastisches Hobby.

Urlaubsnachbereitung

Es klang alles so einfach. Oder zumindest reizvoll. Es ist mir auch immer noch ein Anliegen, allerdings erscheint es wie ein Berg, der äußerst anstrengend und aufwendig wird, zu erklimmen. Während ich mit Freund C. 12 Tage in Island verbrachte, hatte ich diese romantische Vorstellung eines Fotobuchs. Darin sollen nicht nur die schönsten, besten, lustigsten und spontansten Fotos Platz finden, sondern ebenso sollen Geschichten und Anekdoten festgehalten werden. Eine Art Reisebericht, den ich immer wieder aus dem Regal holen kann. Digitale Fotos sind wunderbar und manche Tools zeigen einem immer wieder Ereignisse aus der Vergangenheit, die man schon vergessen hat, deren man sich allerdings stets gerne erinnert.

Doch die Nachbereitung des Urlaubs kämpft gegen den Alltag an. Fotos wollen sortiert und ausgewählt werden. Manche davon, besonders diejenigen, die ich mit der Sony-Spiegelreflexkamera gemacht habe, möchte ich vielleicht nachbearbeiten, damit sie noch etwas mehr Pep haben. Dann sind natürlich noch die Texte zu schreiben. Worüber will ich überhaupt schreiben? Welche Ereignisse möchte ich ausführlicher schildern, was ist mir wichtig und was behalte ich lieber so in Erinnerung? Es ist ein Projekt, das ich zwar an sich gerne mache, das aber auch viel Zeit kostet. Doch wie bei jedem größeren Vorhaben ist es wichtig, sich nicht demotivieren zu lassen. Das Ziel, irgendwann das Buch in der Hand zu halten und vielleicht ein oder zwei Exemplare zu verschenken, liegt irgendwann in der Zukunft.

Das Wichtige ist, dran zu bleiben. Immer mal wieder ein bisschen was erledigen. So wie dieser tägliche Blog hier. Wenn ich daran denke, jedes Jahr 365 Texte schreiben zu wollen, wird mir jetzt schon schlecht. Doch jeder Tag, an dem ich einen Text schreibe, bringt mich diesem Ziel näher. An manchen Tagen schreibe ich nichts, an manchen Tagen schreibe ich zwei oder drei Texte. Ein gewisser Puffer gibt mir die Freiheit, ohne Druck oder Zwang zu schreiben. Genauso will ich es bei der Urlaubsnachbereitung machen. Jede Woche ein paar Kleinigkeiten erledigen. Sei es, in der Fotos-App am Mac Alben für jeden einzelnen Tag zu erstellen oder die Notizen während des Urlaubs zu digitalisieren. Hier eine nette Erinnerung in ein paar Worten ausformulieren, dort ein paar Fotos ausdrucken, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Es war ein fantastischer Urlaub, ein Abenteuer, an das ich mich gerne länger erinnern und aus dem ich kreative Energie ziehen möchte. Also sollte die Nachbereitung nicht in Arbeit ausarten oder in etwas, das ich glaube, machen zu müssen. Den Prozess genießen. Und so werde ich (hoffentlich) in ein paar Wochen oder Monaten das Ergebnis in der Hand halten.

MCU Rewatch | Eternals

Ich bin mir nicht mehr sicher, wie ich Eternals damals nach dem Kinogang fand. Aber ich war schon immer angetan von der Idee. Der Film bietet visuell unfassbar viel und hat eine geradezu meditative Stimmung. Die Atmosphäre lädt ein zum Nachdenken, Reflektieren. Über die essenziellen, lebensnotwendigen Dinge, über das, was uns bewegt, warum wir auf dieser Welt sind. Eternals ist, genauso wie Shang-Chi, ein äußerst willkommener, frischer Wind im MCU. Es ist neu. Sowohl was die Mythologie betrifft, den Stil des Films, als auch die Charaktere. Ein schönes neues Kapitel.

Kaum zu glauben, dass mir nun schon der dritte Film hintereinander in der vierten Phase des MCU gefällt. Damit habe ich zugegebenermaßen nicht gerechnet. Ich gehe davon aus, dass dieser Trend in den nächsten zwei bis drei Filmen sich wenden wird, doch erst einmal freue ich mich über die positive Stimmung. Eternals ist ein gewaltiges Epos von zweieinhalb Stunden Länge. Die Eternals dürften, ähnlich wie die Guardians of the Galaxy, eher unbekannt gewesen sein, zumindest beim breiten Publikum. Comic-Fans sind sie spätestens seit dem kongenialen Run von Kieron Gillen ein Begriff. Die Comic-Reihe, die 2021 begann, ist eine Charakterstudie, wie man sie selten sieht. Gezeichnet wurde sie von Esad Ribic. Für alle eine Empfehlung, die sich weiter mit den Eternals beschäftigen wollen.

Doch zurück zum Film. Der Cast kann sich durchaus sehen lassen. Gemma Chan als Sersi und quasi-Protagonistin in diesem Ensemble-Cast. Sie dient als unser Anker in diesem Film. Richard Madden als Ikaris entspricht der Alien-Seite von Superman. Er will sich rein um seine Mission kümmern, den Menschen nicht zu Nahe kommen, wäre da nicht die Liebe. Er ist einer der mächtigsten Eternals. Kumail Nanjiani als Kingo könnte man, hauptsächlich wegen seines Assistenten Karun Patel, als Comic-Relief interpretieren. Doch überraschenderweise sucht man vergeblich danach, in diesem Film. Beide tragen durchaus eine Ernsthaftigkeit bei, die ich schätze. Lia McHugh als Sprite vermittelt die Zerrissenheit ihrer Figur. Barry Keoghan mit einem leichten Gott-Komplex, der die Menschen vor sich selbst schützen möchte. Don Lee als Gilgamesh und Vertrauten von Thena. Kit Harington als Dane Whiteman, der hoffentlich noch eine Rolle im MCU einnehmen wird.

Dann haben wir natürlich noch Brian Tyree Henry als Phastos. Der erste offen schwule Charakter im MCU. Hat ja nur 13 Jahre gedauert. Aber es ist erfrischend gewöhnlich und glaubhaft dargestellt. Hat mir gut gefallen und wurde längst Zeit. Makkari wird von Lauren Ridloff verkörpert, die selbst gehörlos ist. Da dies ein Meilenstein für das MCU ist, hätte ich mir gewünscht, dass der Film immer mit Untertiteln ausgestrahlt wird, um noch einmal mehr die Unterstützung zu zeigen. Es hätte Raum für künstlerisch gestaltete Untertitel geboten. Doch ein erster Schritt ist getan. Salma Hayek als Ajak, die Anführerin der Gruppe und erste Verschwörerin gegen Arishem. Und natürlich Angelina Jolie als Thena. Sie leidet unter ihren bisherigen Leben, doch ist eine erbitterte Kämpferin.

Eternals muss in den zweieinhalb Stunden Laufzeit sehr viel erzählen. Die Charaktere wollen alle ordnungsgemäß eingeführt werden. Welche Ziele haben sie? Woher kommen sie? Eine 7.000 Jahre währende Geschichte zu erzählen, ist nie eine leichte Aufgabe. Doch ich finde, dass es Eternals überraschend gut gelingt. Die Rückblenden zu verschiedenen Zeitaltern dienen stets dazu, die Motivation der Charaktere in der Gegenwart zu erklären. Oder sie geben mehr Einblick in die Beziehungen. Deshalb mag ich die Charaktermomente in dem Film so gerne. Es wabert stets etwas Tiefgründigeres mit.

Diskussionen, die ganze Filme füllen könnten, werden hier angerissen. Antworten gibt es nicht immer. Man muss sich selbst Gedanken machen, was richtig ist und was falsch. Gibt es diese beiden Seiten überhaupt oder ist die Thematik sehr viel komplexer? Sollen sich die Eternals in unsere menschlichen Belange einmischen oder sich fernhalten? Welche Auswirkungen hätte das? Ich mag es, wenn solche Themen und Fragen angerissen werden. Es ist auch nicht immer eine Antwort notwendig. Es reicht manchmal, die Fragen zu stellen. So bleibt der Film vielleicht etwas länger bei den Zuschauer*innen im Kopf.

Wie bereits bei Shang-Chi gefallen mir die Action-Sequenzen in Eternals äußerst gut. Die jeweiligen Fähigkeiten der Eternals sind gut umgesetzt und einzigartig visualisiert. Man findet sich stets zurecht und das CGI sieht fantastisch aus. So etwas gab es im MCU noch nicht und mit den Celestials ist dieses Universum noch einmal um ein Vielfaches größer geworden. Und natürlich finde ich es äußerst schade, dass wie bei Shang-Chi noch keine Fortsetzung erschienen, geschweige denn geplant ist. Ich würde gerne mehr von diesen Charakteren sehen. Aus den Guardians-Filmen kennen wir genug kosmische Entitäten, die man hier wieder aufgreifen könnte.

Ich möchte neue Welten kennenlernen. Neue Geschichten sehen. Das MCU muss nach vorne gehen und darf sich nicht nur auf seine ursprünglichen Charaktere oder Schauspieler*innen verlassen. So großartig sie und ihre Erzählung rund um die Infinity-Saga waren, muss man immer auch Neues wagen. Shang-Chi und Eternals haben gezeigt, dass so viel mehr im MCU steckt. Ich würde diese Seite gerne mehr erkunden. Ich hoffe sehr, dass sie die Charaktere und losen Enden wieder aufgreifen.

Going Pro

Manchmal trifft man Entscheidungen im Leben, die sich nicht rational begründen lassen. Ich schreibe immerhin einen täglichen Blog über Vieles, was mich bewegt, was ich unternehme, anschaue, kaufe oder was mir durch den Kopf geht, worüber ich mir Gedanken mache. Insofern lassen sich wahrscheinlich so einige Beispiele für solche Entscheidungen finden. Aber manchmal gewinnt die Neugier. Man möchte es einfach wissen. Man kann nachlesen, recherchieren, sich Vergleichsvideos anschauen – oder wie auch immer man sich informieren möchte. Am Ende kann man es nur selbst entscheiden. Ob es sich gelohnt haben wird? Wer weiß das schon so genau?

Worum es geht? Natürlich um die PlayStation 5 in der Pro-Version. Diese erschien vergangenes Jahr im November und versprach einen immensen Leistungssprung. Raytracing sollte kein Problem mehr sein. Die Frameraten sollen durch die Decke gehen, und Spielen bzw. deren Entwicklern steht es frei, ihre Produkte für die Pro-Version zu updaten und zu verbessern, damit sie das Label »PS5 Pro Enhanced« bekommen. Klang alles vielversprechend. Doch was auf dem Papier gut erscheint, kann in der Realität enttäuschend sein. Aus YouTube-Videos und Reviews geht meist hervor, dass Spiele besser und flüssiger laufen würden, vor allem im Performance-Mode. Auch im Quality-Mode sollte dies der Fall sein, auch wenn nicht die gleichen FPS wie im Performance-Mode erreicht werden. Soweit, so nachvollziehbar.

Was bedeutet dies spieletechnisch für mich? Keine Ahnung. Ich habe mich jetzt einfach mal getraut und mir die PS5 Pro gekauft. Dafür wird die normale PS5 verkauft, dann ist das Ganze schon etwas verträglicher. Auf den ersten Blick erscheint die Pro-Variante dezenter. Etwas schlanker (nicht nur wegen des fehlenden Laufwerks), sondern kleiner und zierlicher kommt sie daher. Das Anstecken und Einrichten war leicht. Ich habe eine 2-TB-M.2-SSD in meiner PS5. Darauf habe ich alle Spiele kopiert. Dann die SSD ausgebaut und in die Pro eingebaut. Die restlichen Einstellungen, Apps und Benutzerdinge kann man einfach von Playstation zu Playstation per Wifi übertragen. Nur bei meinem Khazan-Speicherstand ist etwas schiefgelaufen und jetzt fehlen mir mehrere Stunden Spielzeit (hier hilft auch PS Plus nichts, weil es keine Versionierung von Speicherständen gibt). Das ist alles sehr ärgerlich und hat mich erneut von dem Spiel wegbewegt.

Sofern so (halbwegs) gut. In den paar Spielstunden, die ich nun mit der Pro-Version verbracht habe, konnte ich feststellen, dass Elden Ring beispielsweise auf der Pro sehr viel flüssiger läuft. Ich habe dabei Raytracing ausgeschaltet und den Performance-Mode aktiv. Bei Soulslikes geht es um FPS, und diese fallen deutlich höher aus als bei der normalen PS5. Bei Lies of P habe ich noch nicht viel Unterschied bemerkt. Es läuft aber alles flüssig und fluffig, selbst im Quality-Mode. Ich werde die PS5 Pro auf jeden Fall behalten, allein die höheren FPS machen einen gewaltigen Unterschied. Es wirkt besser, authentischer und so, wie es eigentlich sein soll. Mehr Leistung schadet nie. Doch eine Sache habe ich nicht bedacht.

Ich schaue gerne Blu-rays. Serien wie Game of Thrones, Supernatural oder Charmed stehen bei mir im Regal, genauso wie diverse Filme. Ich nutze hier gerne Sales und Angebote. Doch die PS5 Pro hat kein Laufwerk. Meine Xbox habe ich verkauft und auch sonst steht kein Blu-ray-Player in der Wohnung herum. Also bekommt Sony noch mehr Geld von mir, indem ich das Laufwerk kaufe. Das war bei den knapp 800 € leider nicht mehr im Preis drin. Eigentlich eine Frechheit, und sowas gehört nicht unterstützt. Tja, das Laufwerk soll in den nächsten Tagen ankommen. Dann kann ich meinen Game-of-Thrones-Rewatch fortsetzen. Kapitalismus wins again. Damn it.

Hoffentlich kommt nächstes Jahr nicht gleich die PS6. Hierfür dürfen sie sich gerne noch mindestens zwei Jahre Zeit lassen. Weihnachtsgeschäft 2027 vielleicht. Aber dann bitte eine Version mit Laufwerk.

Balls

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich am Wochenende endlich mal wieder in Salzburg unterwegs. Mit Urlaub, Island, einem Städtetrip und diversen Spielen, die es zu meistern galt, blieb nur mehr wenig Zeit, um sich der schönsten Stadt zu widmen. Doch am Samstag war es so weit. Es war ein klassischer Besuch, wenn man so möchte. Etwas Shopping, etwas Kaffee trinken, etwas essen – ein entspannter Nachmittag in Salzburg eben.

Der Shoppingtrip führte unter anderem ins 220 Grad, wo man sich wieder mit Kaffeebohnen eindeckte. Dabei habe ich mir nicht nur eine Packung des fantastischen, kräftigen Selektion Vier mitgenommen, sondern ebenso eine brasilianische Sorte. Es gilt immer mal wieder etwas Neues zu testen, vielleicht findet sich ja ein neuer Favorit. Natürlich durfte ein Besuch beim Azwanger nicht fehlen. Hier deckt man sich mit leckerer Marmelade in verschiedensten Sorten ein. Birne muss natürlich dabei sein, aber auch Powidl, Erdbeere und Marille müssen sich nicht verstecken. Beim nächsten Mal möchte ich noch Karotte und Tomate testen, vielleicht passen diese zu Käse und etwaigen Fleischprodukten.

Das dritte Geschäft, das von uns unsicher gemacht wurde, war das Fachl. Immer wieder stelle ich fest, dass es ein Fehler ist, diesen wunderbaren Laden zu betreten. Von Krimskrams, den ich meist gut ignorieren kann, gibt es dort Unmengen kulinarischer Köstlichkeiten zu entdecken. Die großen Oliven, eingelegt in Olivenöl und Oregano, nehme ich natürlich immer mit. Doch entdeckte ich Bienenwachsteelichter und ein Probierset mit sieben verschiedenen Essigsorten. Von Weichsel, Tomate und Holunder über Apfel hin zu Bärlauch bleibt hier kein Wunsch offen. In der Sommerzeit esse ich gerne Tomate-Mozzarella, und dieses mit einem köstlichen Essig zu verfeinern, hebt dieses einfache, aber tolle Gericht auf die nächste Stufe.

Nach diesem anstrengenden Shoppingerlebnis – so ausgiebig wurde das schon lange nicht mehr, aber ich war auch lange nicht mehr in Salzburg – benötigten wir einen leckeren Kaffee. Und diesen bekommt man natürlich im Kaffeehaus. Vom kreativen Namen darf man sich allerdings nicht täuschen lassen. Es ist ein toll geführtes, kleines Lokal mit äußerst freundlichem Personal und einer großartigen Karte, die keine Wünsche offen lässt. Die nette Kellnerin erzählte uns auch, dass sie an diesem Tag schon fast schließen wollten, weil keine Gäste auftauchten. Allerdings füllte es sich dann doch nach und nach. Wie es scheint, ist Juni ein schwacher Monat. Das hat man durchaus an der Menge an Menschen in den Gassen gemerkt. Es war weniger los als üblich. Feiertage und Urlaubszeit tragen wohl dazu bei, dass es erst ab Juli wieder so richtig losgeht.

Als Abschluss dieses herrlichen Nachmittags gab es einen griechischen Salat mit gebratenen Hühnerstreifen im Altstadt-Hotel. Diese Kreation aus zwei Gerichten, die wir freundlicherweise bekamen, schmeckte herrlich und war genau das Richtige, um einen warmen Sommertag in Salzburg zu beschließen. Nächste Woche werde ich die Stadt allerdings eher meiden. Das Stadtfest steht an und wie zu lesen ist, erwartet man über 40 000 Besucher*innen. Zwar waren am vergangenen Wochenende schon diverse Kunstinstallationen zu bewundern, doch der Mangel an Touristen und Einheimischen machte den Nachmittag äußerst entspannt. Wenn dann plötzlich zigtausend Menschen unterwegs sind, muss ich nicht unbedingt dabei sein.

Feet of Flames

Kennt man Michael Flatley noch? Den legendären Tap Dancer? Und um es gleich vorweg zu sagen: Nein, ich kenne seine politischen Ansichten nicht, werde sie nicht recherchieren und möchte sie auch gar nicht erst wissen. Er ist ein Held meiner Jugend und mit dieser rosaroten, nostalgischen Brille möchte ich ihn auch in Erinnerung behalten. Ich weiß nicht, wie oft ich die VHS (ja, so lange ist das schon her) von »Feet of Flames« angeschaut habe, aber es war sehr oft.

Zufälligerweise war das erst kürzlich beim familiären Kaffee ein Thema und nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass nächstes Jahr das 30-jährige Jubiläum von Michael Flatleys Show »Lord of the Dance« nach Salzburg kommt. Die Karten waren kurz darauf auch schon gekauft. Natürlich ist die Show nicht mit ihm, aber trotzdem freue ich mich darauf, diese Show endlich mal live zu sehen. Daraufhin habe ich etwas im Internet herumgesucht und bin natürlich auf ein paar BluRays gestoßen. Leider aber nicht von »Feet of Flames«. Dafür gibt es die komplette Show auf YouTube.

Letztens habe ich sie mir ausschnittsweise angeschaut. Es war schon spät und erst wollte ich das Video gar nicht erst starten, blieb aber dann doch hängen. In diesen Erinnerungen zu schwelgen und Michael Flatley mit den insgesamt 100 Tänzer*innen auf der Bühne zu sehen, war durchaus ein besonderer Moment. Vor allem nach so langer Zeit. Ich glaube, ich habe seit 15 oder 20 Jahren nicht mehr daran gedacht oder einen Blick in die Show geworfen. Es ist und bleibt atemberaubend, welche Leistungen nicht nur Flatley, sondern alle Beteiligten dieser Show vollbringen. Die Musik ist einprägsam und wunderbar gemacht, die Choreographien und die Geschwindigkeiten nicht von dieser Welt.

Wer »Feet of Flames«, quasi eine extended Version von »Lord of the Dance«, noch nicht kennt oder von Michael Flatley noch nie gehört hat, sollte diese Wissenslücke unbedingt füllen. Einfach magisch.

Der Rüstmeister

Gemeinsam mit den Stallungen habe ich mir den Rüstmeister geordert. Welche Burg, die etwas auf sich hält, kommt schon ohne eine ordentliche Bewaffnung aus? Was mir nicht bewusst war, ist, dass es sich hier um die alte Version des Rüstmeisters handelt. Im Februar gab es ein Vorschau-Video von BlueBrixx, das ich schon wieder verdrängt hatte. Darin haben sie darüber informiert, dass der Rüstmeister zukünftig mit Bauschrittunterteilung kommt und das neue Palisadensystem unterstützt. Leider findet man die neue Variante weder angekündigt noch wird bei der alten Version darauf hingewiesen.

Was solche Informationen anbelangt, ist BlueBrixx nicht sonderlich gut. Hier würde ich mir wünschen, dass man auf der Webseite deutlichere Informationen sieht. Die Infos aus den YouTube-Videos müssten ebenfalls auf der Webseite abgebildet werden. Man kann nicht verlangen, dass sich alle Kund*innen stets über alle Kanäle hinweg informieren. Und sei es, dass sie nur einen dauerhaften Abverkauf des alten Modells machen, bis die neue Variante auf Lager liegt. Es hätte ein paar Möglichkeiten gegeben.

Mir geht es nicht einmal so sehr um die Bauschrittunterteilung. Immerhin hat der Rüstmeister gerade einmal knapp 2.000 Teile. Mir geht es eher um das neue Palisadensystem. Doch auch dem kann ich Abhilfe schaffen. Die wenigen Modifikationen vorzunehmen dürfte nicht allzu aufwendig oder kompliziert sein. Ich möchte nur, dass es weiterhin realistisch und glaubhaft aussieht. So, als wäre es tatsächlich so gebaut worden. Das dürfte ich aber hinbekommen. Mittlerweile habe ich genug Sets gebaut und kann mich von anderen inspirieren lassen.

Das Set an sich ist hervorragend. Gewohnt detailliert und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Es sind viele Waffen und verschiedenste Schilde dabei, wie es sich für einen Rüstmeister gehört. Der Bau ist nicht allzu komplex und abwechslungsreich genug. Die knapp hundert Dachschindeln zu verlegen, war nach den über 350 von den Stallungen auch kein Problem mehr. Für mich verbindet das Gebäude des Rüstmeisters sowohl die alte Bauweise als auch die neue, angedeutet durch das modernere Dach. Mir gefällt er sehr gut. Ich mag es auch, wenn mal zweitausend Teile am Tisch liegen und man sich durch die Anleitung arbeitet.

Das abgewinkelte Design des Gebäudes ist mal etwas anderes und passt sicherlich gut in die Vorburg. Es müssen nicht immer alle Gebäude gerade sein. Außerdem kann man so mit den Gebäuden selbst die Winkel und Kurven in der Palisade darstellen. Ich denke, es macht sich gut, wenn die Vorburg mit Gebäuden gepflastert ist; zumindest an der Palisade entlang. Als Nächstes kommen das Palisadentor und die Schreinerei. Anschließend mache ich Umbauten am Wachturm und am ursprünglichen Tor, damit diese besser in mein Konzept der Vorburg passen.

Elden Ring: Nightreign

Als großer Fan des Spiels »Elden Ring«, dem Open-World-Epos und Meisterwerk von FromSoftware, kann ich nicht nicht über den vor Kurzem neu erschienenen Ableger »Nightreign« schreiben. Immerhin habe ich mittlerweile leicht über 400 Stunden in »Elden Ring« und dessen grandiosem DLC »Shadow of the Erdtree« gesteckt.

FromSoftware und deren Game Director Hidetaka Miyazaki haben quasi im Alleingang das Soulslike-Genre erfunden. Knüppelharte, aber nie unfaire Spiele, bei denen es darum geht, die Bosse zu lernen und irgendwann zu bezwingen. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Fan dieser Nische des Gamings sein würde, aber Elden Ring hat mich eines Besseren belehrt. Deshalb war ich sehr froh, als das DLC »Shadow of the Erdtree« angekündigt wurde. Es hieß, mehr Zeit in dieser mittelalterlich angehauchten Fantasy-Welt zu verbringen. Gespannt warteten Millionen von Fans (neue wie alte) auf den nächsten Paukenschlag des Entwicklers.

Überraschenderweise wurde nicht ein nächstes Single-Player-Spiel angekündigt, sondern ein Multiplayer-Spiel. Dann auch noch eines im Elden-Ring-Universum. Mit Nightreign hat wohl niemand gerechnet. Der erste Trailer war noch etwas verwirrend und die Infos nicht ganz klar. Es ist eine Art Roguelike. Die Karte ändert sich also bei jedem neuen Spieldurchgang. Die Bosse sind aus allen bisherigen FromSoftware-Spielen zusammengeführt, nur die sogenannten Nightlords sind neu. Es gibt acht Nightlords und jeweils einer davon bildet den finalen Boss eines Durchlaufs. Jeder Durchlauf besteht aus zwei Tageszyklen, die man überleben muss, bevor man sich dem Boss stellen darf. Man kann dies entweder allein machen (ja, es gibt eine Single-Player-Option) oder in einem Team von zwei oder maximal drei Personen.

Hört sich alles komplizierter an, als es eigentlich ist. Die Idee an sich finde ich ganz nett. Doch hätte ich lieber einen reinen Single-Player-Ableger gehabt. Allerdings ist es auch bezeichnend, dass wir in den vergangenen Jahren nun schon drei Spiele bekommen haben, die das Universum und die Geschichte von Elden Ring ausgebaut haben. Das DLC »Shadow of the Erdtree« allein war so umfangreich wie manche eigenständigen Spiele, und Nightreign steht dem in nichts nach. Ich bin noch am Hadern, ob das Spiel etwas für mich ist. Im Moment genieße ich es einfach, dem Streamer Bushy und seinen Kumpels dabei zuzusehen, wie sie sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Immerhin haben sie zur Feier der Veröffentlichung des Spiels einen knapp 26-stündigen Stream veranstaltet. Diesen und die darauffolgenden führe ich mir seit einiger Zeit zu Gemüte. Es sieht spaßig aus. Aber ich bin mir immer noch unsicher, ob es etwas für mich ist.

Immerhin hat es mich inspiriert, dem Hauptspiel wieder mehr Zeit zuzuwenden. Meine Xbox habe ich ja verkauft und mir Elden Ring für die PS5 neu zugelegt. Das heißt, das Spiel will dort ebenfalls platiniert werden. Nach längerer Pause macht es mir wieder große Freude, mich durch die Zwischenlande zu prügeln. Das wird mich zwar noch etwas beschäftigen, aber danach gebe ich dem »Lies of P«-DLC »Overture« noch eine zweite Chance. Mein erster Eindruck fiel eher gemischt aus. Mein neu erworbenes PS-Plus-Extra-Abo habe ich dann auch noch. Spiele gehen mir also so schnell nicht aus, bis das nächste Single-Player-Abenteuer von FromSoftware erscheint. Vielleicht ergänzt es erneut die Geschichte und Welt rund um Elden Ring. Ich würde es feiern.

MCU Rewatch | Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass Shang-Chi einer der besten Origin-Filme ist, die das MCU zu bieten hat. Der zweite Film von Phase 4 beweist, dass es Marvel unter der Leitung von Kevin Feige immer noch drauf hat. Shang-Chi macht sehr viel richtig. Er führt uns einen neuen Charakter vor, seine Welt, eine komplett neue Mythologie und sieht dabei wunderschön aus.

Shang-Chi gelingt die Balance zwischen Rückblenden und Voranschreiten der tatsächlichen Geschichte mühelos. Das Erzähltempo fühlt sich natürlich an und niemals gedrängt oder als müssten die Charaktere schnell von A nach B, um ihren Zweck zu erfüllen. Besonders die Rückblenden zu den verschiedenen Zeitaltern verleihen dem Film das notwendige Grundgerüst. So fühle ich mich mehr mit den Charakteren verbunden. Ein Teil der Rückblenden bezieht sich auf Shang-Chis Vater Wenwu; brillant verkörpert von Tony Leung. Es geht nicht nur um seine Machtergreifung und darauffolgende Schlachten. Es ist eine zutiefst emotionale Geschichte. Die erste Begegnung mit Ying Li – ebenso brillant dargestellt von Fala Chen – und ihr Leben als Familie.

Die beiden verbindet sofort etwas. Die Schauspieler*innen haben eine tolle Chemie und es funktioniert einfach. Ihre Kampf- und Tanzsequenz im Wald ist eine der schönsten, die Marvel je produziert hat. Die Musik, die Geschichte, die hier quasi ohne Worte erzählt wird. Man fühlt sich wie in einem Märchen und fühlt sich nie, als wäre man in CGI getunkt worden. Genauso geht es bei den Rückblenden weiter. Es wird sehr viel Mühe darauf verwendet, uns die Vergangenheit von Wenwu und Shang-Chi zu erzählen. Die beiden jüngeren Darsteller von Shang-Chi, die von seiner Kindheit und Teenagerzeit erzählen, Jayden Zhang und Arnold Sun, passen perfekt in ihre Rollen. Sie verbindet eine gemeinsame Gestik, die mich nie daran zweifeln lässt, dass sie denselben Charakter spielen. Besonders Arnold Sun verkörpert die wütende, seinem Vater alles recht machen wollende Seite des Charakters wunderbar.

Überhaupt ist Shang-Chi mit sehr vielen fantastischen Nebencharakteren und großartigen Schauspieler*innen versehen. Awkwafina als »Shauns« langjährige Freundin und Wegbegleiterin Katy. Anfangs noch eher als Comic-Relief, entwickelt sie sich im Verlauf des Films zu einem wirklich tollen, ernst zu nehmenden Charakter. Meng’er Zhang als Xu Xialing, Schwester von Shang-Chi und Betreiberin eines geheimen Fight Clubs in Macau. Laut Wikipedia ist das ihre erste Filmrolle, was unfassbar ist. Wirklich großartig. Benedict Wong kehrt als Wong zurück und hat immer wieder tolle, kleinere Momente. Ebenso zurück kehrt Ben Kingsley als Trevor Slattery. Für mich macht der Auftritt des Charakters hier einiges wieder wett. Natürlich dient er als Comic-Relief, aber hat auch eine redemption-arc, die für mich durchaus funktioniert. Und natürlich darf die großartige und fantastische Michelle Yeoh als Ying Nan nicht unerwähnt bleiben. Eine tolle Lehrerin und Meisterin für Shang-Chi und seine Schwester.

Der Film bietet ein Ensemble, das dermaßen gut zusammenpasst; so eine Synergie hatte man lange nicht mehr. Und sie meistern alle Sequenzen des Films mühelos. Seien es die ruhigeren Charaktermomente, wo uns Zuschauer*innen auch mal Hintergrundwissen vermittelt werden muss. Oder aber die beeindruckenden Action-Sequenzen. Hier übertrumpft sich der Film immer wieder selbst und versteht es, diese Sequenzen so aneinanderzureihen, dass es nicht ermüdet. Sei es die Bus-Sequenz relativ zu Beginn, die Fight Club Kämpfe, die schwindelerregende Auseinandersetzung am Gerüst eines Hochhauses oder der finale Kampf. Sie sind alle einzigartig.

Besonders am Finale mag ich, dass es klar in einzelne Teile gegliedert ist. Natürlich haben wir zum einen die Vorbereitungen. Doch die letzten Auseinandersetzungen sind ebenso klar in zwei Stufen aufgeteilt, deren Eskalation die Zuschauer*innen mitnimmt. Zuerst fokussiert sich der Kampf auf Shang-Chi und seinen Vater. Ihre Differenzen, ihr Kampf und der Erhalt der Ringe durch Shang-Chi stehen hier im Vordergrund. Es geht um Familie und das Einsehen von Fehlern. Danach wird der Kampf eskaliert und es bekriegen sich mythische Wesen. Die zuvor verfeindeten Menschen lernen, dass sie gemeinsam dagegen vorgehen müssen. Es funktioniert für mich emotional und sieht dabei auch noch wunderschön aus. So etwas hat man in einem Marvel-Film noch nicht gesehen.

Zu der Repräsentation von asiatischen Charakteren und der dargestellten Kultur kann ich nicht viel sagen. Dazu kenne ich mich zu wenig aus. Ich mag jedoch, dass zwischendurch viel Mandarin gesprochen wird. Der Wechsel fühlt sich natürlich und für die Charaktere logisch an. Und es ist schön zu sehen, dass Marvel sich dafür bereiterklärt hat. Ansonsten scheint die Repräsentation durchaus gelungen zu sein, was man von Kritikern liest. Natürlich kann man es immer besser machen. Doch wie es scheint, haben sie mit diesem Film vor allem geschafft, vormals problematische Charaktere aus der Comic-Vorlage zu modernisieren, zu überarbeiten und ihnen den notwendigen Respekt entgegenzubringen.

Ich mag  Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings sehr. Es ist ein schöner, gut gemachter Film. Auf ein oder zwei Momente, in denen ernsthafte Diskussionen durch ein Comic-Relief unterbrochen werden (es sei nur die Szene im Flieger genannt) hätte ich verzichten können. Doch die positiven Aspekte überwiegen bei Weitem. Es ist eine Schande, dass wir vier Jahre später noch immer kein Sequel haben. Andere Charaktere waren hier schon beim dritten Teil. Ein Versäumnis, das Marvel dringend ausgleichen muss. Es ist Zeit für die nächste Generation, ihren Moment im Rampenlicht zu bekommen. Shang-Chi hat gezeigt, dass es erfolgreich sein kann, wenn man sich die notwendige Mühe gibt und mit Menschen zusammenarbeitet, die sich auskennen.

Drama, Baby, Drama

Die entsetzlichsten Verbrechen geschehen im eigenen Heim. Unbemerkt von der Außenwelt. Niemand bekommt sie mit. Oft ist man selbst Mittäter, ohne dies wahrhaben zu wollen – hilft bei der Vertuschung. So hatte ich letztens, eines schönen Nachmittags, gleich mehrere Erlebnisse innerhalb weniger Stunden, die mir in der darauffolgenden Nacht unruhige Träume bereiten würden.

Alles fing damit an, dass sich die Eltern im Urlaub befanden und ich während dieser Zeit mit der Betreuung des Katers beauftragt war. Während ich selbst ebenfalls noch Urlaub hatte, war das alles kein Problem. Nur als ich diese Woche wieder zu arbeiten begann, musste der Kater diverse Stunden alleine zubringen. Katzenklappe gibt es keine, und so befand er sich stets draußen. Hungrig und alleine fühlt sich keiner so richtig wohl und sucht sich alternative Beschäftigungen. Diejenige, die sich besagter Kater allerdings aussuchte, war nichts für schwache Nerven.

Auf dem zum Haus lag schon einmal der hintere Teil einer Maus auf dem Weg. An sich nichts Besonderes. Katzen jagen nun einmal und Mäuse liegen mal mehr, mal weniger komplett des Öfteren irgendwo herum. Was ich allerdings noch nicht erlebt hatte, ist das, was mir nach meinem Training auf dem Weg zur Terrasse begegnete. Diese befindet sich etwas abseits vom Haus. Vor der Außentreppe lag eine weitere, scheinbar tote Maus. Wie gesagt, an und für sich nichts Neues. Immerhin ist es begrüßenswert, wenn der Kater das Ungeziefer im Zaum hält. Coole Sache. Nur dass sich bei genauerer Betrachtung herausstellte, dass diese Maus noch nicht ganz das Zeitliche gesegnet hatte. Sie atmete noch leicht und der kleine Brustkorb bewegte sich etwas. Als ich einen Schritt näher kam, begann sie sich etwas mehr zu bewegen und wollte flüchten. Verständliche Reaktion; wenn vor mir plötzlich ein Riese, der zigmal größer ist als ich, auftaucht, würde ich auch rennen wollen. Nur konnte diese Maus bloß beschwerlich flüchten, da sie durch die Konfrontation mit dem Kater querschnittgelähmt war. Die Hinterpfoten (Füße? Krallen? Beine?) lagen einfach nur am Boden, während sie sich mit den Vorderpfoten Richtung Wiese zehrte. Horrorfilme sind nichts dagegen. Ich habe mich schnell abgewandt und bin selbst geflüchtet. Auf die Terrasse, in den vorgeheizten Whirlpool. Das hätte für einen Tag schon gereicht. Doch dann kam die Nacht.

Bei der letzten Wildtierfütterung des fleißigen Katers, bevor ich mich auf den Weg ins Bett machte – es war halb zehn – öffnete ich unschuldig und nichts ahnend die Haustür. Holly, so der Name des Wiederholungstäters, begrüßte mich aufgeregt und ging immer wieder zu seinem typischen Liegeplatz. Wir haben dieses kleine Stück des Gartens bereits als »Friedhof« betitelt, da er dort Mäuse zu lagern pflegt. Mal als Ganzes, manchmal auch nur Teile davon. Dieses Mal befand sich allerdings keine Maus dort, sondern etwas Größeres. Erst hatte ich es für ein Erdmännchen, Wiesel oder sowas in der Richtung gehalten. Stellte sich heraus, dass es ein armer kleiner Babyhase war. Zum Glück war dieser schon tot. Holly miaute aufgeregt, ging immer wieder zu seiner Beute und spielte damit. Tief durchgeatmet, habe ich ihn natürlich erst einmal gelobt, bevor ich ihn ins Haus zum Fressen bugsierte.

Während der Kater drinnen fröhlich speiste, zog ich mir Handschuhe an, bewaffnete mich mit Handbesen und kleiner Schaufel und machte mich daran, die Leiche zu entfernen. Auf dem Weg vom Haus weg nahm ich noch das Hinterteil der Maus mit, das ich am Nachmittag entdeckt hatte. Ich ging so weiter und warf die Überreste ins Gebüsch, wo sie der Kater hoffentlich liegen ließ. Als er wieder aus dem Haus raus durfte, suchte er den ursprünglichen Ablageort seiner Beute verzweifelt ab. Ich hoffe, er findet nicht noch mehr Babyhasen, wo er den Ersten gerissen hat. Die armen Viecher.

Als ich an dem Tag von der Arbeit nach Hause kam, wusste ich noch nicht, was mich erwartete. Aber mit querschnittgelähmten Mäusen, die sich verzweifelt zu retten versuchen, und gerissenen Babyhasen hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die Zwillinge aus »The Shining« sind nichts dagegen.