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MCU Rewatch | Spider-Man: Far From Home

Mit Far From Home endet die Infinity Saga nach 23 Filmen. Ich halte es für eine gute Entscheidung, dass Endgame nicht das direkte Ende war, sondern es noch eine Art Epilog mit Spider-Man gibt. Immerhin hat sich Tony als Mentor und Vaterfigur für Peter heraus getan. Dadurch bekommen wir mit diesem Film die Möglichkeit, uns nicht nur von dieser Geschichte des MCUs zu verabschieden und natürlich von Tony, sondern erfahren ebenso, wie die Zeit nach dem Fingerschnipp von Thanos war. 5 Jahre mussten die Menschen ohne die andere Hälfte auskommen, nur ums sie dann plötzlich alle wiederzuhaben. Wenn das keine traumatische Erfahrung ist, dann weiß ich auch nicht.

Gleich zu Beginn wird klar, dass sich die Welt verändert hat. Immerhin sind alle, die zurückgeblieben sind, um 5 Jahre gealtert. Diejenigen, die durch die Infinity Stones und Thanos ausgelöscht wurden, kamen jedoch wieder so zurück, wie sie vorher waren. Eine Diskrepanz, die erst einmal überwunden werden muss. Es muss ein Schock sein, geliebte Menschen erst zu verlieren und dann jahrelang zu versuchen, ohne sie zu leben. Nur um sie dann plötzlich wieder unter sich zu wissen. Wie macht man weiter? Was sind die Probleme und Herausforderungen, die sich dadurch ergeben? Wie geht die Schule damit um? Alles Fragen, die zu komplex und vielfältig sind, um sie in einem Film darzustellen. Hier wäre tatsächlich eine Serie spannend gewesen. Peter Parker hat jedoch nicht wirklich Zeit, die Dinge zu verarbeiten. Nick Fury kommt ihm da etwas dazwischen.

Ein Spider-Man-Film mit Quentin Beck aka Mysterio arbeitet selbstverständlich viel mit Illusionen und Tricks. Deshalb scheint die Frage wichtig, wie viel von Nick Fury und Agent Hill wir wirklich sehen. Ich würde schätzen, gar keine, denn zumindest Fury ist, wie wir durch die Post-Credit-Szene sehen, irgendwo im All unterwegs. Somit sind die beiden Skrulls, die Fury und Hill vertreten, für die Interaktionen mit Peter verantwortlich. Im Nachhinein lässt sich das natürlich immer leicht sagen, jedoch kamen mir die „Motivationsreden“ von Fury schon immer etwas suspekt vor. Peter liegt psychisch sowieso schon am Boden, da tritt er noch mit der Verantwortung, dass die Welt Spider-Man benötigt und er nun im Besitz eines Milliarden-Dollar schweren Verteidigungsnetzwerkes ist, nach.

Ich frage mich sowieso, warum es ausgerechnet Nick Fury ist, der Peter die Brille mit E.D.I.T.H. an Peter übergibt. Sollte das nicht Happy sein? Dieser kennt sich zumindest ein wenig damit aus, würde ich vermuten und könnte Peter etwas sanfter an die Sache heranführen. Auf der anderen Seite hat Quentin Beck, der scheinbar aus einem Paralleluniversum stammt, Fury und Hill darauf hingewiesen, dass die Erde kurz vor der Zerstörung steht. Sogenannte Elementals haben sich geformt und wollen die Erde vernichten. Warum und weshalb ist nicht so wichtig. Die Skrulls, die Fury und Hill vertreten, glauben dem dahergelaufenen, selbst ernannten Helden auch gleich. Ich war damals im Kino selbst fast davon überzeugt und gespannt, wie sie das Multiversum ins MCU einführen.

Die Auflösung, dass sich ehemalige Mitarbeiter*innen von Tony zusammengeschlossen haben, um Peter die A.I. und damit das Verteidigungsnetzwerk abzuluchsen, ist brillant gelungen. Es ist großartig, wie die einzelnen Puzzleteile zusammengeführt werden und ein stimmiges Bild ergeben. Quentin und die anderen haben das perfekte Zeitfenster erwischt. Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte dieser Heist nicht funktioniert. Es brauchte die Abwesenheit von Fury, Peters traumatische Erfahrungen gekoppelt mit der Überforderung an Verantwortung und eine Welt, die sich gerade erst von einer unvergleichlichen Katastrophe erholt. Jake Gyllenhaal ist fantastisch und geht sichtlich in seiner Rolle als Schurke auf. Das Kostüm sieht toll aus und verbindet die Comic-Ursprünge von Mysterio gekonnt mit dem modernen Touch eines MCU. Man merkt auch, dass Gyllenhaal und Holland tatsächlich gute Freunde geworden sind, sie haben eine tolle Chemie zusammen.

Spider-Man außerhalb von New York zu sehen, ist ebenso eine herausragende Idee und bringt frischen Wind in die Spider-Man-Reihe. Wir haben über die Jahre schon viele Bedrohungen in New York gesehen, da ist es schön, wenn Peter und seine Freunde einen Abstecher nach Europa machen. Die Locations sind toll gewählt, abwechslungsreich und zeigen eine durchaus bunte, farbenfrohe und helle Seite, die man von Spider-Man aus den Comics gewohnt ist. Die Bilder vermitteln einen optimistischen Unterton, auch wenn die Geschichte an sich eher tragisch ist. Jon Watts und seinem Team gelingt es eine gekonnte Fortsetzung auf die Beine zu stellen, die zwar vieles anders macht und mit den Nachwirkungen von Thanos umgehen muss, aber trotzdem eine eigene Geschichte erzählt.

Die Entwicklung, die Peter hier durchmacht, geht zwar relativ schnell, aber ist ebenso nachvollziehbar. Durch Quentin lernt er erst so richtig einzuschätzen, was er selbst möchte und sich nicht zu sehr auf die Erwartungen anderer zu stützen oder diesen gerecht werden zu sollen. Ich mag beispielsweise den Moment zwischen Peter und Happy gegen Ende des Films. Davon hätte es gerne mehr geben dürfen. Sie trauern beide um Tony und müssen nun in einer Welt ohne ihn zurechtkommen. Peter zu sehen, wie er seinen eigenen Anzug zusammenstellt und schließlich in der Lage ist, Quentin zu besiegen – auf seine eigene Art und nicht wie es Iron Man getan hätte – ist großartig und beendet in gewisser Weise seine Heldenreise. Spider-Man ist inzwischen ein eigenständiger, etablierter Held, der selbst mit seinen Problemen zurechtkommen muss.

Die Effekte sehen wieder großartig aus. Besonders mag ich die Sequenz, in der Spider-Man in den Illusionen von Mysterio gefangen ist. Als wären die Comic-Panels zum Leben erweckt worden. Wirklich fantastisch umgesetzt und es kommt eine Furcht einflößende Atmosphäre auf. Doch mit dem Sieg über Mysterio ist es leider nicht vorbei. Dieser hatte noch ein letztes Ass im Ärmel. So kommt niemand geringeres an die Aufnahmen, kurz vor Quentins Tod, als J. Jonah Jameson. Damit enthüllt er für New York und die ganze Welt, wer hinter der Maske von Spider-Man wirklich steckt. Und wer könnte die Rolle des manischen Journalisten besser verkörpern, als derjenige, der diese schon 2002 innehatte: J.K. Simmons. Hut ab, Kevin Feige. Toller Schachzug.

Ausdauerndes Püppchen

In den vergangenen eineinhalb Wochen oder so, habe ich »Lies of P« des Öfteren durchgespielt. Einen Durchgang möchte ich eventuell offenlassen für das kommende DLC. Bei einem bin ich nur mehr oder weniger durchgerannt, um das zweite Ende auch auf der Playstation freizuschalten. Der dritte und eigentlich letzte Durchlauf für diese Phase meiner »Lies of P«-Leidenschaft sollte ein New Game Plus sein. Dieses habe ich beim letzten Mal schon gestartet, aber noch nicht zu Ende gebracht. Das wollte ich eigentlich nachholen.

Es hat nicht mehr viel gefehlt und ich bin auch hier mehr oder weniger durchgerannt. Die Bosse habe ich mit Hilfe des Phantoms, welches man als Unterstützung herbeirufen kann, geschafft. Wobei man bei manchen diese Unterstützung nicht rufen kann und bei Magnus das Phantom relativ schnell erledigt war. Allerdings hat es mir zwischendurch die notwendige Zeit gegeben, um die Ausdauer zu regenerieren und mich zu heilen. Ich habe alle Schallplatten gesammelt; Für das Achievement muss ich sie mir nur mehr anhören. Ich habe penibel darauf geachtet, welche Dialogoptionen ich wähle und wann es angebracht war, zu lügen. Immerhin benötigt man für das letzte Ende gewisse Voraussetzungen.

Alles passt. Alles ist vorbereitet. Der scheinbar letzte Boss erledigt. Das Einzige, was mich noch vom Sieg und der Platin-Trophäe abhält, ist die elende »Nameless Puppet«. In einem normalen Spieldurchlauf ist dieser Boss zwar anstrengend und erfordert viel Konzentration. Sie ist aber machbar. Nicht nur einmal habe ich dieses Biest erledigt. Doch im New Game Plus hält mich irgendwas davon ab, den letzten Schlag zu machen.

Nicht nur einmal ist es vorgekommen, dass nur noch wenige Millimeter auf dem Lebensbalken des Gegners übrig waren. Nicht nur einmal hat am Ende die Gier zugeschlagen, ich wollte den Sieg erzwingen und bin dafür elendigst bestraft worden. In der ersten Session habe ich mich zwei Stunden an der »Nameless Puppet« abgemüht. Am Ende hat mein Herz gepocht, mein Adrenalinvorrat war erschöpft und ich habe gezittert. Es waren nichtsdestotrotz unterhaltsame zwei Stunden. An keinem anderen Boss in einem Soulslike kann ich mich so abmühen wie an der »Nameless Puppet«. Hier stimmt für mich alles. Vom Design über die Fairness im Kampf hin zu Musik und Arena. Jedes Mal, wenn ich scheitere, kann ich genau sagen, was ich falsch gemacht habe.

Ich verlinke unten das YouTube-Video von Jokerface. Sein erster Durchlauf war spannend anzuschauen. Auch er musste hier die namenlose Puppe bekämpfen (hier noch im normalen Schwierigkeitsgrad und nicht New Game Plus). Es lohnt sich, einen Blick reinzuwerfen. Ich bin ehrlich begeistert von diesem Boss und dem Kampf. Er ist wahrscheinlich mein liebster Soulslike-Boss. Irgendwann werde ich ihn auch im New-Game-Plus bezwingen. Hoffe ich zumindest. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses großartige Spiel »Lies of P« durchspiele.

  • YouTube | Jokerface: Lies of P #34 – Einer geht noch

Gutes Essen

Nach drei Wochen war es endlich mal wieder Zeit für einen kleinen Ausflug nach Salzburg. Die Stadt hat mir tatsächlich schon gefehlt. Wenn man es gewohnt ist, fast jedes Wochenende einen halben Tag dort zu verbringen, ist der Abstand davon gewöhnungsbedürftig. Das Aussuchen eines Lokals zum Essen fiel überraschend schwer. Ich konnte mich partout nicht an die besten und gemütlichsten Lokale erinnern, die wir so besucht haben. In den vergangenen Wochen habe ich mich mit sehr vielen anderen Dingen beschäftigt, ich musste mich erst wieder etwas zurechtfinden.

Die Feiertage tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Tage ineinanderfließen und die Trennschärfe verschwimmt. Hier lobe ich mir mein kleines Bullet Journal und die Reflexionen, die ich regelmäßig darin vornehme. Es ist eine schöne Möglichkeit, zurückzublicken und zu sehen, was man erreicht und geschafft hat. Wie oft kommt es vor, dass wir uns nicht mehr daran erinnern, was wir vorgestern getan haben? Ich muss mir das alles zum Glück nicht merken, das lagere ich in ein kleines Notizbuch aus. Es wird schlicht und übersichtlich alles festgehalten, was mir notwendig oder wichtig erscheint. Manchmal sind es allerdings besonders jene Momente, die wir beim ersten Betrachten als banal bezeichnen würden, die später für uns umso einprägsamer und essentieller sind. Oder wie Steve Jobs es so schön sagte:

»You can’t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backward. So you have to trust that the dots will somehow connect in your future.«

Das heißt nicht, dass man sich einfach vom Leben mitreißen lassen sollte, wie ein Schiff im Sturm – keine Ahnung, ob diese Metapher funktioniert, aber es klingt zumindest wichtig. Wir benötigen ein gewisses Ziel vor Augen. Selbst wenn es sich später nicht als das wahre Ziel herausstellen sollte, ist man doch um Erfahrungen reicher geworden und hat mehr über sich selbst gelernt. Das ist auch ein Grund, warum ich immer wieder versuche, die Dinge, die ich mache, zu reduzieren oder zu überdenken. Hobbys sind schön und gut, aber wenn es zu viele sind, kann ich nichts richtig machen. Ich bin abgelenkt und denke schon an das Nächste. Ich möchte mich auf weniger konzentrieren und das dafür so gut wie möglich machen, besser darin werden. Auch hier helfen Reflexionen weiter. Hat mich das, was ich in der vergangenen Woche getan habe, weitergebracht? Sollte ich den Kurs etwas korrigieren?

Schritt für Schritt den Weg entlangschreiten und darauf vertrauen, dass man es schon richtig machen wird. Ich mag die Idee, dieser Linie, die man zieht. Wenn ich das für die vergangenen zehn Jahre meines Lebens mache, hätte ich am Anfang nie abschätzen können, wo es mich hin verschlägt. Doch es passt. Die Rückschau oder das Zurückblicken ist ein Talent, dessen Kraft man nicht unterschätzen darf. Und manchmal ist es ganz gut, zu bekannten Orten oder Ausgangspunkten zurückzukehren. Vielleicht hat sich die Perspektive mittlerweile geändert und man entdeckt etwas Neues. Freund J. und ich starten unsere Salzburg-Touren meistens im Stieglkeller. Ich mag das alkoholfreie Weißbier, man hat einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und kann über alles Mögliche philosophieren.

Dieses Mal hat uns der Weg in das Altstadt-Café geführt, wo ich mir ein Clubsandwich gegönnt habe. Eine mehr als ausreichende Mahlzeit. Drei Toastscheiben, jede Menge Hühnchen, etwas Speck, Gemüse und Sauce, dazu ein Avocado-Dip und Pommes, sind eine üppige Mahlzeit. Für mich auch die letzte für diesen Tag. Aber es schmeckte herrlich. Der Kellner war wie immer freundlich. Ein tolles Café, das immer einen Besuch wert ist. Genauso wie der Stieglkeller ist es an diesen Orten erstaunlich ruhig, selbst wenn es in der Stadt zugeht wie bei einem Festival. Ruhepole, die es sich lohnt aufzusuchen.

Steine Sortieren

Vor kurzem habe ich darüber berichtet, wie ich mir ein weiteres Mittelalter-Diorama aufbauen möchte (Noch ein Mittelalter-Diorama). Dazu hat mich die entsprechende Videoreihe von BlueBrixx inspiriert. Dort kann man das Team begleiten, wie sie ein entsprechendes, modulares Diorama aufbauen. Inklusive Fluss, Dorfplatz, Hügel und natürlich den passenden Sets. Das hat mich dazu inspiriert, selbst ein weiteres Diorama zu bauen. Zwar habe ich mich schon einmal daran versucht und bin auch ganz zufrieden damit, aber es geht selbstverständlich immer besser.

Doch bevor man (oder ich) anfangen kann zu bauen, benötige ich einen Überblick über die Steine, die ich schon habe. Also müssen diese sortiert werden. Zwar habe ich meine alten Steine von Lego bereits gewaschen und sortiert, aber noch nicht die übrigen Steine der Sets von anderen Herstellern, die ich mir in den vergangenen Jahren angeschafft habe. Außerdem ist es eine Überlegung, ob ich nicht die Sets, die aktuell nur herumstehen und Staub fangen, zerlege und die Steine für etwas Besseres verwende; eben für mein Mittelalter-Diorama. Vielleicht muss ich dann weniger Geld für die notwendigen Teile ausgeben, die ich sowieso noch benötige. Seien es Technikrahmen oder BURPs (Big Ugly Rock Pieces).

Natürlich sortiert man Noppensteine (oder Klemmbausteine) nach Form und nicht nach Farbe. Den Fehler habe ich nur einmal gemacht. In einer Kiste voller roter Teile ein bestimmtes rotes Teil zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Also immer schön nach Form. Trotzdem dauert das Zerlegen und Sortieren durchaus lange. Der Vorteil ist, man bekommt gleich einen guten Überblick über das vorhandene Baumaterial. Die Frage ist nur: Wo lagert man den ganzen Mist?

Hier habe ich kein spezielles System. Ich habe riesige, flache Plastikkisten von IKEA, wo man viel unterbringt. Die Idee dahinter ist, weil die Fläche dieser Kisten relativ groß ist, dass ich die Teile gut überblicken kann und schnell das finde, was ich brauche. Dazwischen gibt es noch kleinere Plastikkistchen, die ich aus einem Schraubensortierding entnommen habe. Genauso wie einfache Kartons und andere Behältnisse, die ich in der Wohnung und im Keller gefunden habe. Mir fehlt der Platz und die Muse, mir eine echte Wand aufzubauen, wo ich die ganzen Sachen gut lagern kann. Vielleicht kommt das noch, wenn meine Sammlung einen kritischen Punkt überschreitet, aber im Moment komme ich noch gut ohne aus. Mal sehen, ob sich das in den nächsten Monaten ändern wird, wenn das Diorama-Projekt weiter voranschreitet.

Doch erst einmal wollen die vorhandenen Sets zerlegt und/oder sortiert werden. Manche sind zwar schon zerlegt, aber ich habe sie in Kisten oder Beutel zusammengepackt. Die Idee war, dass ich die Sets ja mal verkaufen möchte. Eventuell. Das ist bisher nicht der Fall und wenn, dann bekommt man von diesen Sets nicht mehr allzu viel. BlueBrixx ist an sich schon günstig, was den reinen Teilepreis anbelangt, und wenn man kreativ bauen möchte oder mit MOCs hantiert, braucht man die Teile ohnehin. Insofern ist das eher eine Illusion gewesen als eine echte Notwendigkeit. Außerdem schmeiße ich nun alle Marken und Teile zusammen. Es ist sowieso alles mit allem kompatibel. Warum versuchen zu trennen. Das macht es nur komplizierter.

Küchenorganisation

Manchmal muss man die Küche ausräumen und von altem Ballast befreien. Ich werfe sehr ungern Lebensmittel weg. Doch lässt sich das nicht immer vermeiden. Und wenn gewisse Lebensmittel einen Grad an Haltbarkeit überschritten haben, dann müssen sie einfach weg. Etwa weil das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Jahreszahl aufweist, bei der man noch mit Maske im Supermarkt einkaufen war. Oder weil zwei Proteinpulverpackungen offen in zwei unterschiedlichen Schubladen stehen und ich weder weiß, wann ich diese geöffnet, noch wann ich diese das letzte Mal verwendet habe. Das Gefrierfach läuft ebenfalls Gefahr, als Abstellkammer‑Ersatz missbraucht zu werden. Da finden sich offene Spinatpackungen, die von Gefrierbrand gebeutelt sind, oder andere Packungen, die es sich bereits häuslich eingerichtet haben. In solchen Fällen wird es Zeit, Abschied zu nehmen.

Ich habe meine gesamte Küche durchforstet, Packungen kontrolliert, Datumsangaben gelesen und beurteilt, ob es noch vertretbar ist oder nicht. Beispielsweise habe ich Dosenobst zuhause, das zwar vergangenes Jahr sein MHD erreicht hat, allerdings ist es hier nicht so tragisch. Die Dosen sind in Ordnung, weder verbeult noch auf eine andere Art beschädigt, und sie waren stets in der Schublade, bei mehr oder weniger konstanten Temperaturen. Ich werde sie demnächst verbrauchen, dann hat sich das auch erledigt. Es tut gut, wieder einen ordentlichen Überblick zu haben, was sich alles in den Fächern und Schubladen der Küche befindet. Doch das war mir nicht genug.

Bei Amazon (es musste leider sein) habe ich mir ein paar Vorratsbehälter bestellt. Verschiedene Größen, manche aus Kunststoff, manche aus Glas, die sich gut verschließen lassen. Manche haben sogar oben einen Auslass für gutes Portionieren. Dort kommen dann Mehl, Nudeln, Semmelbrösel, Chia- und Leinsamen, Saatenmischungen (verwende ich gerne für Salat) und sonstiges Zeug hinein, was ansonsten offen herumstehen würde. Die kann man ordentlich beschriften, sie schließen (hoffentlich) gut ab und es hilft, einen besseren Überblick zu haben. Eigentlich hätte ich das schon vor längerer Zeit machen müssen, aber besser spät als nie.

Ich zähle diese Aus- und Aufräumaktion als Teil meines andauernden Frühjahrsputzes. Dieser begann in digitalen Gefilden. Ich habe sämtliche Abos rigoros überdacht und gekündigt, meine Cloud-Speicher und Festplatten neu organisiert, die Wohnung etwas umgeräumt und nun eben auch die Küche im Speziellen aufgeräumt. Mal sehen, ob es das nun war oder mir noch mehr Ideen kommen.

Abos Überdenken

In unregelmäßigen Abständen mache ich mir ein Bild der Abos, die sich über die Zeit angehäuft haben. Das betrifft nicht nur Streaming-Dienste, die ich ohnehin nur monatsweise abonniere, sondern vor allem Podcasts, die ich unterstütze, oder andere Creator, die ich via Patreon, Steady und Co. gerne monatlich bezahle. Aber natürlich fallen genauso Zeitungsabonnements darunter und andere Kuriositäten. Dank der Budget-Software YNAB, die ich schon seit Jahren verwende, ist es recht einfach festzustellen, wer alles von mir in welchen Abständen Geld bekommt. Das regelmäßig zu überdenken und mir Gedanken zu machen, ob ich diese Dienste und Angebote noch nutze, ist aber ebenso wichtig.

Wenn ich das mache, kündige ich meist rigoros alles, was ich nicht explizit jeden Tag oder zumindest sehr regelmäßig nutze. Sobald die Frage »brauche ich das wirklich« auch nur ansatzweise in meinem Kopf auftaucht, wird das Abo storniert. Wenn ich Dinge für ein Jahr im Voraus bezahlt habe, dauert es sowieso ein paar Monate, bis die Kündigung greift. In der Zeit kann ich den Dienst oder das Angebot noch nutzen und habe vielleicht am Ende eine Antwort, ob die Stornierung richtig war. Weiter unterstützen kann man das Ganze immer wieder.

Das spart am Ende nicht nur Geld, sondern manchmal auch Zeit. Weil ich dann eben nicht die längere Fassung eines Podcasts höre, sondern die Standard-Version, wenn man so will. Nutzen mir die paar mehr Informationen wirklich oder ist es nur ein nettes Schmankerl, auf das ich verzichten kann? Und von dem gesparten Geld kann ich vielleicht andere Dinge unterstützen, die mir in der Zwischenzeit untergekommen sind. Und nur weil man etwas über lange Zeit monatlich oder sogar jährlich unterstützt hat, heißt das nicht, dass man es nicht kündigen darf. Es geht um einen selbst. Und der eine Euro wird den Creator nicht retten oder zum Scheitern verdammen.

Ich unterstütze wirklich gerne Menschen, die mir mit ihrer kreativen Arbeit Freude bereiten, denen ich gerne und regelmäßig zuhöre oder deren Erzeugnisse ich gerne lese. Doch man verändert sich mit der Zeit und damit wandeln sich auch die Bedürfnisse. Sich darüber Gedanken zu machen, ist nie verkehrt.

MCU Rewatch | Avengers: Endgame

Normalerweise schreibe ich die Texte zu den Filmen oder Serien, die ich mir ansehe, erst am nächsten Tag. Ich lasse das Gesehene etwas auf mich wirken, denke darüber nach, stöbere auf Wikipedia und anderen Seiten herum. Doch es juckt mir unter den Fingern, meine Gedanken zu Endgame sofort niederzuschreiben. Über zwei Monate habe ich für einen Rewatch der Infinity Saga gebraucht (die Texte dazu erscheinen allerdings nur wöchentlich). Für dieses Finale (Spider-Man: Far From Home sehe ich eher als Epilog) habe ich mir extra Mikrowellen-Popcorn gemacht, ein Fläschchen Römerquelle Emotion geöffnet und wollte so einfach nur den Film genießen. Diesen Text schreibe ich nun bei einem Gläschen Baileys mit Zimtschnecken-Geschmack – zur Feier des Tages. Also, lasst uns über Endgame sprechen.

Wenn man das Wort »Fan-Service« in den Mund nimmt, hat dies meist einen etwas negativen Beigeschmack. Man denkt vielleicht an überfrachtete Filme, Serien, die zu sehr in ihrer Geschichte schwelgen oder alte Charaktere, die immer wieder vor die Kamera gezehrt werden. Alles, um eine Reaktion beim Publikum auszulösen. Doch für mich ist Avengers: Endgame genau das: perfekter Fan-Service. Ein besseres Finale hätte man für die Fans und die Charaktere nicht machen können. Über 10 Jahre sind die Fans Marvel und dem MCU treu geblieben. Wir haben mitgefiebert, Trailer analysiert und mit großen Erwartungen auf die nächsten Projekte und Ankündigungen gewartet. Endgame würde schlussendlich knapp 2,8 Milliarden Dollar einspielen. Diese Treue in diesem Ausmaß belohnt zu sehen, ist einfach nur großartig.

Die Zeitreise, die sich im Film als das Mittel der Wahl herausstellt, um den Fingerschnipp von Thanos ungeschehen zu machen, eignet sich wunderbar als eine Möglichkeit, die vergangenen 11 Jahre Revue passieren zu lassen. Es werden die Höhepunkte noch einmal besucht. Das allerdings auf eine Weise, sodass man als Fan einen neuen Blickwinkel auf bestimmte Situationen erhält. Natürlich ist es nicht vorbei, nur weil die gerade frisch gegründeten Avengers vor dem besiegten Loki posieren. Es geht danach für unsere Held*innen noch weiter. Nur haben wir das im Film nicht gesehen. Nun bekommen wir die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wenn man so will. Man sieht beispielsweise, wie bescheuert es von außen aussieht, beobachtete man Peter Quill auf seinem Weg zum Space Stone. Steve (und damit auch das Publikum) bekommt unter dessen seine Entwicklung zwischen New York 2012 und heute (von Endgame aus gesehen) vorgeführt.

Doch nicht nur das passiert in diesen Rückblenden. Manche Charaktere bekommen eine zweite Chance. So wie Tony mit seinem Vater. Tony kann seinen Frieden mit ihm finden. Steve auf der anderen Seite sieht Peggy wieder und wie viel er ihr tatsächlich bedeutet hat. Wir haben das Bild von einem jungen Steve, bevor er das Serum bekommen hat, auf Peggys Schreibtisch zwar bereits sehen dürfen, doch er hat es jetzt das erste Mal mitbekommen. Was ihn wahrscheinlich in seiner schlussendlichen Entscheidung bestärkt hat, den Tanz, den er ihr vor so vielen Jahren versprochen hat, endlich einzulösen. Es sind einfach großartige Momente, die die treuen Zuschauer*innen belohnen. Doch ebenso werden die Charaktere selbst belohnt, etwa Thor, der sich von seiner Mutter verabschieden darf. Die Momente funktionieren somit auch nur für diese Gruppe an Menschen, die von Anfang an dabei waren und alles angeschaut haben. Als Quereinsteiger ist man mit Endgame sicherlich heillos überfordert.

Was mich an dem Film jedoch schon immer etwas gestört hat, war der Umgang mit Thors offensichtlicher Depression durch die traumatischen Ereignisse aus Ragnarok und Infinity War. Ich kann mich täuschen, aber für mich hat das Publikum es stets als Witz abgetan. Ja, es ist unerwartet, einen übergewichtigen Thor zu sehen, aber wenn man den Film ohne Publikum zu Hause sieht und nur die eigenen Reaktionen hat, merkt man erst, wie durchaus akkurat die Darstellung von Thors psychischen Problem ist. Thanos darf in seiner Nähe nicht einmal erwähnt werden, weil er sonst PTBS-ähnliche Reaktionen bekommt. Er trinkt viel, hängt nur zu Hause herum und würde wahrscheinlich komplett untergehen, wenn ihm nicht seine neuen Freunde Korg und das Insektenwesen Gesellschaft leisten würden. Chris Hemsworth leistet hier hervorragende Arbeit. Durch dieses immense Tief ist der spätere Triumph daher umso kathartischer.

Ich dachte erst, es stört mich, dass sich die anderen Avengers und Held*innen nicht mehr um Thor gekümmert haben. Doch sie alle haben in den vergangenen fünf Jahren mit ihren eigenen Dämonen und Herausforderungen gekämpft. Steve hangelt sich an Selbsthilfegruppen entlang, die er halb leitet, halb selbst dort nach Erlösung sucht; Bruce kämpfte um einen neuen Status quo mit Hulk; Natalie sucht verzweifelt nach Problemen, die sie lösen kann; andere sind überhaupt nicht auf der Erde und versuchen anderen Planeten zu helfen. Das ganze Universum hat die Hälfte des Lebens verloren und versucht irgendwie, mit den Nachwirkungen klarzukommen. Dass dadurch so manche Kontakte hinten bleiben und man sich aus den Augen verliert, bis man die Truppe wieder zusammenrufen muss, ist dann ziemlich verständlich.

Eine Tatsache, die Endgame noch einmal schön unterstreicht, ist, welch ein brillanter Bösewicht Thanos ist. Sowohl von der Darstellung des Charakters her und wie er geschrieben ist, als auch in seinem Verhalten im Film. Er handelt nicht übereilig oder überstürzt. Er denkt nach, analysiert die Situation und bedenkt jedwede Information, die ihm neu zugespielt wird. Dass es Nebula sein muss, die durch ihr eigenes neuronales Netzwerk (oder wie man das nennen mag) die Zeitreisepläne der Avengers offenbart, ist eine wirklich tolle Ironie der Geschichte. So kann Thanos auch gleich zuschlagen, nachdem Bruce in einem äußerst großartigen Moment das Leben im Universum wieder herstellt. Doch Thanos schreitet nicht selbst zur Tat, sondern lässt sich die Infinity Stones bringen. Er sitzt währenddessen einfach nur da und wartet. In seiner Brillanz steckt ebenso viel Hybris und Arroganz. Das bietet natürlich die perfekte Gelegenheit für Iron Man, Captain America und Thor, sich ihrem Erzfeind anzunehmen.

Thor hat in diesem Fall sogar zwei Hämmer zur Verfügung. Es entfaltet sich ein großartig choreografierter, mit gut aussehenden Effekten versehener Kampf, der seinesgleichen sucht. Jeder der drei Helden spielt seine Kräfte aus und gibt alles. Steve darf sogar endlich das Versprechen von Age of Ultron einlösen und Mjölnir hochheben. Ich habe noch immer die Reaktionen des Kinosaals, in dem ich Endgame nicht nur einmal gesehen habe, im Kopf. Noch heute schaue ich gerne Reaktionen auf YouTube an, genauso wie die Reaktionen auf eine spätere Szene. Die darauf folgende Sequenz, in der Steve sowohl seinen Schild als auch den Hammer in aller Perfektion nutzt, lässt wohl jedes Fan-Herz höher schlagen. Es ist ein Triumph, den man sich wohl nie erwartet hätte, im Kino sehen zu dürfen. Ein wahrlich heroischer Moment. Diese Momente reihen sich in diesem finalen Kampf, in diesem Endgame, jedoch Schlag auf Schlag aneinander. Es ist ein Fan-Service. Es ist einfach nur schön zuzuschauen und Zeuge zu werden, was jahrelange Planung bewirken kann.

Doch Thanos ist zu stark für Steve. Am Ende des grandiosen Kampfes steht er ihm alleine gegenüber. Mit einem gebrochenen Schild in Händen. Er kann und wird niemals aufgeben. Es folgt der wohl beste Callback der Kinogeschichte: Sam gibt Steve den Funkspruch »On your left« durch. Dank Doctor Strange tauchen nun alle Held*innen auf, die wir in den vergangenen Jahren begleiten durften. Sie sind zurück im Universum und eine neue Hoffnung breitet sich aus. So spricht Captain America zum ersten und letzten Mal die Worte, die man schon immer aus seinem Mund hören wollte: »Avengers, assemble«. Dazu kommt der Soundtrack von Alan Silvestri, der in den beiden Avengers-Filmen sein Bestes gibt und sowohl alte Themen wieder aufgreift als auch neu interpretiert und neue einfließen lässt. Es kommt das Beste aus den vergangenen Jahren zusammen. Peter Parker und Tony haben einen herzerweichenden Moment. Die Heldinnen des MCU dürfen sich zusammenschließen und den Infinity Gauntlet gegen die Heerscharen von Thanos verteidigen. Wenn Thanos nicht verzweifelt genug gewesen wäre und seine tödlichsten Kanonen auf das Schlachtfeld niederregnen ließe, hätte ihn Scarlet Witch aka Wanda mit Sicherheit auseinandergenommen. Wieder so ein kathartischer Moment, bei dem ich schon Gänsehaut bekomme, wenn ich daran denke.

Wanda: You took everything from me!
Thanos: I don’t even know who you are.
Wanda: You will.

Doch nicht nur Wanda bekommt ihre Chance, sich Thanos entgegenzustellen. Auch Carol Denvers darf sich mit Thanos messen und hätte ihn mit Sicherheit ebenso besiegt, wenn er sich nicht eines Infinity Stones bedient hätte. In diesen Kämpfen sieht man Thanos Erbarmungslosigkeit und seinen Einfallsreichtum. Immer wieder passieren tolle Schlagabtausche. Es gibt einfach zu viele tolle Momente in dieser Schlacht und im Film sowieso, als dass ich hier auf alle eingehen könnte. Ich hatte noch nicht einmal eine Chance, Natashas Opfer zu erwähnen. Der Streit zwischen Clint und ihr, wer sich nun für wen opfern darf, ist ebenso toll umgesetzt, wie Scott Langs Ankunft in einer Welt, die alles verloren und fünf Jahre getrauert hat. Oder das immer wieder aufkommende Thema des Vertrauens zwischen Tony und Steve. Wie tief die Verletzung aus Civil War bei Tony sitzt, bekommt man relativ am Anfang von Endgame schmerzlichst zu sehen. Doch sie lernen damit umzugehen und vergeben sich am Ende doch. Sonst hätten sie am Ende die zweite Zeitreise nie angetreten.

Avengers: Endgame ist das Ende einer langen Reise. Der 22. Teil einer Saga, die es so nicht wieder geben wird. Es ist und bleibt ein einzigartiges Unterfangen. Egal, was Marvel mit dem MCU treiben wird und was sie zukünftig auffahren, die Infinity Saga können sie nicht wiederholen. Dafür hat sich Marvel, Disney und die Welt zu sehr verändert. Aber darüber reden wir ein anderes Mal. Es ist einfach nur schön, Endgame und die Reise dorthin immer wieder antreten zu können, egal was noch kommen mag. Kevin Feige und sämtliche Autorinnen, Produzentinnen, einfach alle, die daran mitgearbeitet haben, haben uns etwas wahrlich großartiges geschenkt. Und welche Größen an Schauspieler*innen mitgewirkt haben, sieht man bei Tonys Beerdigung. Alle stehen am Ufer und gedenken des Opfers, das Tony erbringen musste, um Thanos zu besiegen.

Doch ehe der Film vorbei ist, gibt es noch die Credits, die alle Namen auflisten, die in Endgame mitgewirkt haben. Durch die Zeitreise haben es die Russo Brüder geschafft, alle wichtigen Charaktere noch einmal auftreten zu lassen und sei es nur für wenige Sekunden. Sie alle sind noch einmal zu sehen und dürfen sich quasi von den Fans verabschieden. Die größte Ehre und Aufmerksamkeit bekommen dabei natürlich die originalen Avengers. Jeremy Renner, Mark Ruffalo, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Chris Evans und natürlich Robert Downey Jr. bekommen ihre eigene Karte, mit ihrer Unterschrift versehen. Dazu ertönt der originale Avengers-Soundtrack in neuem Klang und unterstreicht so das Ende der Reise.

Bevor wir uns eine kleine Pause von den „offiziellen“ MCU-Filmen nehmen, sehen wir uns noch den Epilog Spider-Man: Far From Home an. Die Welt mag einen Helden verloren haben. Doch für Peter war er Mentor und eine Vaterfigur. Ich bin tatsächlich gespannt, wie der Film auf mich wirken mag. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen und bin offen für Überraschungen.

Gehyptes Püppchen

Eigentlich hatte ich mich auf einen schönen, ausufernden Durchlauf von »Elden Ring« gefreut. Zwar habe ich das Open-World-Soulslike und Meisterwerk von FromSoftware bereits auf der Xbox ein paar Mal durchgespielt, aber warum nicht die Achievements auf der PS5 ebenfalls holen? In einem Sale habe ich mir also das Basisspiel und die Erweiterung »Shadow of the Erdtree« gekauft und habe angefangen zu spielen. Doch es kam mir etwas dazwischen. Denn wir kommen dem Sommer immer näher und das bedeutet, dass der langersehnte DLC von »Lies of P« nicht mehr weiter entfernt ist. Im Sommer soll dieser nämlich endlich erscheinen. Zwei Jahre nach dem Hauptspiel.

Meine Vermutung ist, dass FromSoftware als Vorbild dient, denn mit »Shadow of the Erdtree« haben sie eigentlich eine Fortsetzung und kein bloßes DLC von »Elden Ring« veröffentlicht. Sie haben neu definiert, was ein DLC zu bieten hat und wie man es richtig macht. Dem möchten die »Lies of P« Entwickler*innen in nichts nachstehen. Man liest aktuell immer wieder, dass es rund 20 Stunden Spielzeit sein dürften, die man ins DLC stecken können soll. Die Trailer, die in den vergangenen Monaten erschienen sind, lassen jedenfalls auf Großes hoffen. Mittlerweile erscheinen regelmäßig Shorts auf der offiziellen YouTube-Seite von »Lies of P«, es dürfte also bald ein konkretes Datum genannt werden.

Was meinen aktuellen Hype rund um »Lies of P« ebenfalls verstärkt, ist, dass Freund C. es nun ebenfalls angefangen hat zu spielen. Endlich, nach monatelangen Lobgesängen auf das Spiel, hat mein Einfluss gegriffen. Das habe ich als Anlass genommen, ebenfalls einen Durchlauf zu starten. Zwar habe ich meinen New-Game-Plus-Run von vor ein paar Wochen noch nicht beendet, doch um in die Steuerung wieder reinzukommen, werde ich erst einen normalen Run machen. Diesen werde ich allerdings nicht komplett beenden, sondern als Ausgangspunkt für den DLC verwenden. Vielleicht kommen ja mit dem DLC auch neue Enden hinzu. Wer weiß. Ich will jedenfalls vorbereitet sein.

Wieder einmal bin ich gefesselt von dem Spiel. »Lies of P« ist ein großartiges, beinahe perfektes Spiel. Das Parieren zu lernen macht unfassbar viel Freude, wenn man es einmal durchblickt, und die Welt sieht atemberaubend schön aus. Es ist abwechslungsreich und es gibt immer wieder Aussichtspunkte, von denen aus man auf das bisher Überwundene zurückblicken kann. Level-Design auf höchstem Niveau. Die einzelnen Abschnitte sind ebenfalls mit Sorgfalt und viel Liebe zum Detail konstruiert. Die Geschichten und Schicksale der NPCs gehen einem immer wieder nahe, und durch die Schriftstücke, die man im Spiel findet, erwacht die Welt zum Leben. Der DLC kann nicht früh genug erscheinen.

Osterspaziergang

Am Wochenende stand ein kleiner spontaner Ausflug auf dem Plan. Eigentlich Ostermontag, aber da es schließlich ein Feiertag war, kann man diesen noch ganz leicht zum Wochenende dazuzählen. Interessant sind auch die Wortkombinationen »spontaner Ausflug« und »stand am Plan«, aber jetzt habe ich es schon hingeschrieben, und löschen lässt es sich nicht mehr. Doch müssen nun einmal manche Pläne spontan geschmiedet werden. Das spricht ihnen nicht den Status als Plan ab. Sie haben ebenfalls ihre Daseinsberechtigung. Was ich damit ausschweifend formulieren möchte, ist, dass ich am Wochenende mit den Eltern spontan auf den Haunsberg gefahren bin und dort sind wir die kleine Panoramarunde spaziert.

Es ist ein herrlicher Rundweg, für den man gut eineinhalb Stunden braucht, wenn man sich Zeit lässt. Er bietet immer wieder schöne Ausblicke. Immer wieder sieht man durch Schneisen im Wald rund um den Berg herum auf das Tal hinab. Auf der einen Seite sieht man die majestätischen Berge. Sie kommen wunderbar zur Geltung. Auf der anderen scheint die Landschaft nie enden zu wollen. Wir waren gerade zur Mittagszeit unterwegs, wenn die meisten Leute irgendwo eingekehrt sind, um zu essen. Dadurch war es vergleichsweise ruhig. Als wir wieder zurück am Parkplatz ankamen, war dieser prall gefüllt.

Ich bin den Weg schon öfter gegangen. Vor allem wenn es in Oberndorf neblig und grau in grau ist, hat man gute Chancen, am Haunsberg etwas Sonne abzubekommen. Es war nicht nur einmal, dass ich dort raufgefahren bin und von einem fetzblauen Himmel begrüßt wurde. Der Nebel hält sich manchmal stur in der Landschaft, was durch die Salzach verstärkt wird. Wie dem auch sei. Ostermontag war das erste Mal seit langem, dass ich mal wieder den Panoramaweg gegangen bin. Sollte ich wieder öfter machen. Es ist nur einen Katzensprung weit entfernt und bietet etwas Abwechslung zu meinen üblichen Spazierrunden.

Wie man Kunden vergrault

Ich mag Rebuy eigentlich recht gerne. Zusammen mit Medimops sind das meine Go-to-Anlaufstellen, wenn es um das Verkaufen von Medien geht. Ich schicke regelmäßig (zwei oder dreimal pro Jahr) Pakete dorthin, um wieder Platz für Neues zu machen. Es ist einfach, man bekommt etwas Geld für seine alten Sachen und muss sich nicht mit Käufer*innen herumschlagen. Solange alles glattläuft, ist das alles kein Problem. Doch wenn man auf den Kundendienst angewiesen ist, scheint zumindest Rebuy in der Vergangenheit fragwürdige Entscheidungen getroffen zu haben.

Letztens habe ich ein paar Blu-Rays bei Rebuy bestellt. Darunter ein paar 4k-Filme. »Dredd« wollte ich mal wieder anschauen und wenn schon eine 4k-Blu-Ray halbwegs günstig zu haben ist, dann schlage ich gerne zu. »Dredd« gehört zu meinen liebsten Actionfilmen. Gut gemacht, cool, einfach ein unterhaltsamer Film. Leider war in der Lieferung die normale Blu-Ray enthalten und nicht die 4k-Version, wie bestellt. Kein Problem, Fehler passieren. Also habe ich den Kundendienst angeschrieben, sie auf den Fehler hingewiesen, sogar Fotos mitgeschickt. Ich habe gefragt, ob ich eine Ersatzlieferung bekomme oder wie hier das normale Vorgehen ist. Die Antwort kam verdächtig schnell.

Normalerweise, wenn man in solchen Fällen den Kundendienst anschreibt, bekommt man verschiedene Optionen angeboten. Bei BlueBrixx beispielsweise wurde mir der falsch gelieferte Artikel (es war nur ein kleines Set) großzügigerweise geschenkt und der richtige nachgeschickt. Manchmal bekommt man die Differenz erstattet. Irgendwas, um eben dem Kunden oder der Kundin einen positiven Eindruck zu vermitteln. Rebuy fährt eine andere Strategie. In der ersten Antwort hieß es, es sei „systembedingt leider nicht“ möglich, eine Ersatzlieferung zu schicken. Ich solle doch bitte eine Retoure einleiten und den falsch gelieferten Artikel zurückschicken. Okay? Das möchte ich eigentlich nicht. Das bedeutet Aufwand und kostet unnötig Zeit. Also habe ich nachgefragt, ob es nicht möglich wäre, den Differenzbetrag erstattet zu bekommen (sogar ein Gutschein wäre mir recht gewesen). Erneut kam die Antwort verdächtig schnell.

Es kam eine fast wortgleiche E-Mail zurück. Erneut wird sich entschuldigt, darauf hingewiesen, dass es „systembedingt“ nicht möglich sei, eine Ersatzlieferung zu bekommen (was ich nicht gefragt habe) und ich doch bitte eine Retoure einleiten soll. Es beschleicht mich das Gefühl, es hier mit einer KI zu tun zu haben. Das ist inakzeptabel. Für eine erste Antwort kann man das von mir aus machen, aber spätestens bei der ersten Rückfrage sollte ein echter Mensch, der sich mit der Sachlage auskennt, sich damit beschäftigen. Sie reden von Umwelt und Menschen glücklich machen, jedoch soll ich Retouren schicken und erneut bestellen. So geht kein guter Kundendienst.

Es ist nicht schwer, einen positiven Eindruck bei Kund*innen zu hinterlassen. Fehler passieren, das ist mir durchaus bewusst. Aber von einer (scheinbaren) KI abgefrühstückt zu werden, nicht auf die Fragen des Kunden einzugehen und ihm noch zusätzliche Arbeit aufzuhalsen, ist inakzeptabel. KI mag in vielen Belangen hilfreich sein; guter Kundendienst ist keines davon. Sei es ein Gutschein in Höhe des Differenzbetrags, eine Rückerstattung, eine Ersatzlieferung oder sonstige Zuwendungen, die dem Unternehmen quasi nichts kosten – hier einen guten, zuvorkommenden Eindruck zu hinterlassen, muss oberste Priorität sein. Der schlechte Eindruck und die miserable Kundendiensterfahrung sind erst einmal passiert und hinterlassen einen fahlen Beigeschmack. Schade. Ich hatte mir mehr erwartet. Ich hoffe zumindest, dass die Erstattung, nachdem ich die Blu-Ray zurückgeschickt habe, funktioniert.