Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit zu längeren Texten neige. Aus Neugier habe ich mir die Statistik aus dem Februar angesehen. Wie sich herausstellt, schrieb ich beispielsweise im Februar 39 Texte, die im Durchschnitt knapp über 800 Worte haben. Das ist an sich eine coole Leistung, doch geht es etwas am Grundgedanken dieses täglichen Blogs vorbei. Denn es sollten sowohl Texte mit eintausend Worten Platz finden als welche mit zweihundert. Vielfalt und Abwechslung sind mir wichtig. Ein Sammelsurium an Gedanken zu allen möglichen Themen.
Die Themenvielfalt ist mir, denke ich, gelungen und gelingt mir weiterhin. Kurze Texte finden demnächst also wieder vermehrt Platz. Schriftstücke, die schneller zum Punkt kommen. Es ist schön, vorproduzieren zu können, doch sollte ein täglicher Blog seine Aktualität nicht verlieren. Denn das war mein Hauptanliegen, als ich dieses Projekt vor knapp eineinhalb Jahren gestartet habe. Täglich zu schreiben. Wenn ich mehr Zeit habe und entsprechende Muße, kann es natürlich ein ausführlicherer Text sein. In den vergangenen Wochen sind die Schreibsessions aber eher Richtung Wochenende gewandert und haben entsprechend viel Platz eingenommen. Dort hatte ich die Ruhe und die Zeit, mich intensiver mit Themen zu befassen.
Ich möchte zukünftig also einen guten Mittelweg gehen. Natürlich tragen die aktuellen Rewatch-Projekte rund ums MCU, Supernatural und Charmed ebenso dazu bei, dass es wortreichere Texte werden. Doch auch dort kann ich mir etwas mehr Mühe geben, meine Punkte prägnanter zusammenzufassen und nicht ausufernd zu werden. Ebenso ist interessant, wie mit der Zeit die eigenen Ansprüche unbewusst wachsen. Denn wenn ich an einem Tag 500 Worte geschrieben habe, kann es am nächsten natürlich nicht weniger sein. Manchmal reicht es, nur Gedankenanstöße mitzugeben. Zudem habe ich in jüngster Vergangenheit kurze YouTube-Videos gelobt, die schnell zum Punkt kommen und nicht meine Zeit mit Belanglosem verschwenden. Da muss ich in Textform natürlich mit gutem Beispiel vorangehen.
Letztens war es mal wieder an der Zeit, den Kühlschrank auf- und vor allem auszuräumen. Normalerweise brauche ich das meiste auf, bevor es schlecht wird und vieles hält sowieso länger, als das Mindesthaltbarkeitsdatum vermuten lässt. Trotzdem rutscht einem manchmal etwas durch die Finger. So musste ich überrascht feststellen, dass eine Zuckermelone wohl schon deutlich über ihren Reifegrad hinaus von mir gelagert wurde. Der findige Freund der Melone erkennt dies leicht durch die Beobachtung, dass sich an den Rändern besagter Melone nicht nur weiße Stellen befinden, die flauschiger Natur sein könnten, sondern ebenso schwarze Stellen sich dazugesellt haben. Zum Glück war die Melone in einer Frischhaltefolie verpackt. Ein ironischer Name, bedenkt man den Zustand der Frucht, aber selbst die Folie gibt irgendwann auf und verweigert den Dienst.
Wie es dazu kam, dass eine einfache Melone versuchte, neues Leben in meinem Kühlschrank zu züchten, kann ich offen gestanden nicht mehr sagen. Ebenso wenig, wie ich sagen kann, wann die Melone den Weg in den Kühlschrank fand. Der dazu passende Prosciutto wurde jedenfalls schon lange zuvor anderweitig verarbeitet. Manchmal verliert man allerdings den Inhalt des Kühlschranks etwas aus den Augen. Sei es, weil man einfach nicht dazu kommt, bestimmte Speisen zuzubereiten, beschäftigt ist und somit auf gewohntes Essen zurückgreift oder eine Kombination an verschiedenen Umständen.
Die Entdeckung der Melone führte schließlich dazu, dass ich den Kühlschrank mal wieder genauer inspizierte und alles entsorgte, was ich nicht mehr essen würde. Sei es, weil die Packung sowieso fast leer war und man (also ich) es nicht mehr aufbrauchen würde, weil es ebenso eine unbestimmte Zeitspanne im Kühlschrank zubrachte, oder es die Melone zu imitieren und neues Leben zu schaffen versuchte. Was mich bei manchen Dingen wirklich überrascht hat. Beispielsweise bei dem äußerst leckeren und sehr empfehlenswerten Efko Karotten-Sellerie-Salat. Normalerweise hält dieser nach dem ersten Öffnen einige Zeit, dieses Mal allerdings nicht. Und wer kennt nicht die quasi-leeren Marmeladengläser.
Vor längerer Zeit habe ich mir von der Apotheke Weingeist besorgt, um beim Tausch der Fliegengitter die Klebereste der Vorgänger von den Fenstern zu entfernen. Diese tolle Flüssigkeit habe ich nun ebenso genutzt, um die Regale und Schubladen des Kühlschranks zu desinfizieren und zu säubern. Die ganze Aktion hat nicht lange gedauert, aber es war zum einen bitter nötig und zum anderen hatte ich danach wieder einen wunderbaren Überblick über den Inhalt meines Kühlschranks. Ich habe die schlechte Angewohnheit, aus dem Supermarkt Dinge mitzunehmen, von denen ich glaube, dass sie bald ausgehen würden. Nicht selten enden solche Aktionen damit, dass ich gut 30 Eier im Kühlschrank habe oder eine vielfältige Auswahl an Cottage Cheese. Einen Überblick zu haben, hilft dabei ungemein. Und sich wirklich an den Einkaufszettel zu halten natürlich ebenso.
Kloster Blaubrunn ist das nächste große Projekt von BlueBrixx. Nachdem sich Burg Blaustein langsam dem Ende nähert (vermute ich mal, vielleicht wird es auch ein 50k Teile umfassendes Monster, das man sich irgendwann auf den Fußboden stellen muss) war es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Projekt kommt. Nun wissen wir, es wird ein Kloster. Wie groß und umfangreich das wird, weiß noch niemand, aber wenn es ähnlich erfolgreich wird wie Burg Blaustein, muss ich meiner Wohnung wohl einen Westflügel anhängen.
Die ersten Sets von Kloster Blaubrunn sind bereits erschienen. Diese bestehen aus der Kapelle und der Einsiedelei. Zwei getrennte Sets, die man allerdings miteinander verbinden kann. Auch die ersten Erweiterungen dieser Sets sind noch getrennt voneinander. Jedoch werden sie wohl irgendwann zusammenwachsen müssen, wenn eine große Klosteranlage daraus entstehen soll. Ich bin äußerst neugierig, wie es hier weitergeht. Nachdem ich bereits die Kapelle aufgebaut habe und sich der Bauspaß etwas in Grenzen gehalten hatte, was dem symmetrischen Aufbau der Kapelle und den damit oft wiederholenden Bauschritten geschuldet war, freute ich mich auf die Einsiedelei.
Tatsächlich ist der Bauspaß hier um einiges größer. Man beginnt mit dem Bau der Grundplatte, wie es bereits bei der Kapelle der Fall ist. Anschließend wird das Gebäude gebaut. Das ist insofern interessant, als das Gebäude schräg in die Umgebung eingefügt wird, was man nicht oft zu sehen bekommt. Klemmbausteine bestechen durch rechte Winkel und Ecken, da ist es schwierig, irgendwo andere Winkel unterzubringen. Aber es gelingt dem Team von BlueBrixx auf eine nachvollziehbare Art, die Einsiedelei entsprechend in die Umgebung einzubetten. Die Einsiedelei selbst besteht aus zwei Räumen: dem Essens- oder Aufenthaltsraum und einem Schlafsaal für die aktuell vier Mönche. Schließlich kommt noch das geteilte Dach drauf, welches erneut durch eine spannende Bauweise besticht. Wie es scheint, meint es BlueBrixx ernst damit, dass jedes Dach etwas anders gebaut wird.
Als Letztes kümmert man sich um die Umgebung, die Verzierungen, Bäume, Sträucher und einen kleinen Steinbruch beinhaltet. Die Bäume sind einzigartig in ihrer Konstruktion und habe ich so in noch keinem Set gesehen. Durch die dichte Flora wirkt es tatsächlich so, als hätten sich die Mönche irgendwo im Wald dazu entschlossen, dass hier ein Kloster entstehen soll. Irgendwann kommen die Menschen schon nach und es wird sich ein kleines Dorf darum versammeln. Es passt hervorragend zur Kapelle. Zwar halte ich die beiden Gebäude noch getrennt und werde sie erst später, mit den kommenden Erweiterungen miteinander verbinden, aber schon jetzt sieht es großartig aus.
Von der Bauweise her bin ich dem neuen Konzept vorsichtig angetan. Die Wände werden nämlich nicht von vornherein ineinander gebaut und verkeilt, wenn man es so bezeichnen möchte, sondern man baut immer wieder einzelne Wandstücke. Diese verbindet man zwar oben mit Platten, sodass sie stabil stehen, doch es bleiben einzelne Wandstücke. Damit ist es weniger kleinteilig als Burg Blaustein. Im Produktvideo wurde dies damit begründet, dass man dadurch weniger Dinge zerlegen muss, als bei Burg Blaustein, da es von Anfang an als großes Kloster konzipiert wurde. Ob das Konzept am Ende aufgeht oder es etwas vom Bauspaß nimmt, wenn man so lange in die Zukunft plant, muss sich erst noch zeigen. Ich hoffe nur, dass die Detailverliebtheit und Realitätstreue diesem Konzept nicht zum Opfer fallen. Es ist eine neue, andere Herangehensweise, als an Burg Blaustein und ich bin gerne bereit, diese Reise mitzugehen und das Experiment zu wagen.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die Einsiedelei ist ein schönes Set und da es sich um ein BlueBrixx-Pro handelt, sind Figuren dabei, die das Ganze etwas mit Leben füllen. Allerdings fehlen mir Tiere, die es sicherlich in diesem Wald ebenso gegeben hat und die sich die neuen Nachbarn eventuell ansehen möchten. Vielleicht kommen diese mit den zukünftigen Erweiterungen noch dazu. Apropos Figuren: Ich warte ja noch immer mit Spannung darauf, dass spezielle Figurensets für Burg Blaustein erscheinen; mit schönen Metallic-Waffen und Werkzeugen. Ich bleibe optimistisch. Kloster Blaubrunn geht sicherlich in die richtige Richtung und ist eine gute Fortsetzung der Mittelalter-Welt.
Manchmal schleichen sich diese Begriffe ins Leben ein, ohne dass wir es aktiv bemerken. Abseits vom beruflichen Alltag, wo solche Dinge natürlich eine Rolle spielen können, sollen oder müssen. Doch greifen die Tentakel des Min/Maxing schon längst ins private Leben hinein. Sei es durch Influencer*innen auf Social Media oder andere Kanäle, die uns Morgenroutinen und dergleichen nahelegen, damit wir so viel wie möglich in unseren Tag hinein quetschen können. Oder wir sind es selbst, die wir uns Ziele stecken und Kennzahlen erreichen wollen. Ich rede nicht davon, dass wir unser Leben verschwenden sollten oder einfach nur auf der Couch herumgammeln, oder davon, dass es falsch ist, Ziele zu haben. Wenn man einen Marathon laufen möchte, sind ein Trainingsplan, Etappenziele und vielleicht auch ein Ernährungsplan und dergleichen sehr sinnvoll. Es geht darum, in manchen Bereichen die Ungezwungenheit, Neugierde, vielleicht sogar Langeweile wiederzuentdecken. Man muss nicht ständig mit Informationen, Geräuschen oder sonstigem beschallt werden.
Ironischerweise bin ich durch ein YouTube-Video erneut auf dieses Thema gestoßen, über das ich mir gelegentlich Gedanken mache. Das Video von Shirt (Stop Playing Games Efficiently) ist unten verlinkt. Dort wird es anhand von Videospielen erläutert, aber es gilt natürlich ebenso für andere Hobbys, wie das Bemalen von Warhammer-Figuren oder was auch immer man tun mag. Zu unzähligen Spielen gibt es nicht nur einen Guide im Internet zu finden. Abertausende schreiben und berichten darüber, wie man ein Rätsel löst, eine bestimmte Waffe findet, welcher Build der beste für welchen Spieltyp ist. Kaum scheitern wir an einer Stelle oder kommen für drei Minuten nicht weiter, zücken wir Smartphone oder Tablet und es wird recherchiert. Ich nehme mich davon nicht aus.
Doch ist das wirklich, was wir wollen? Unsere Freizeit so effizient wie möglich zu gestalten? So schnell wie möglich durch ein Level, durch ein Spiel zu kommen, um das nächste angehen zu können? Den Berühmten »Pile of Shame« immer höher zu stapeln, weil es gerade einen Sale gibt? Egal, was es ist; seien es Bücher, Spiele, Warhammer-Figuren, Filme, Serien – am besten natürlich, man kombiniert verschiedene Hobbys, weil man dann mehr schafft. Produktivität und Effizienz in allem, was wir tun, zu steigern. Führt das wirklich zu einem erfüllteren Leben, nur weil es mit Zeug und Inhalt gefüllt ist?
Was mir bei dem Thema ebenfalls eingefallen ist, wo ich mir allerdings noch nicht sicher bin, ob es passt, sind »Reading Orders« in Comics. Dabei handelt es sich um eine empfohlene Reihenfolge, in der man die Comics liest. Besonders verbreitet sind diese natürlich in Superhelden-Comics mit ihren unzähligen Reihen und Ausgaben, Events und parallelen Welten. Doch natürlich findet man auch im Indie-Bereich mittlerweile etliche Beispiele. Über die Jahre habe ich mich durchaus intensiv mit der ein oder anderen »Reading Order« beschäftigt. Besonders natürlich von meinem Lieblingscharakter Spider-Man, aber natürlich auch von anderen Charakteren und Teams oder von Autor*innen. Seien es die X-Men oder Brian Michael Bendis langjährige und prägende Phase bei Marvel.
Zum einen handelt es sich dabei um eine Liste an Comics, die es sozusagen abzuarbeiten gilt. Zum anderen dient es als Liste, wenn man wirklich alles mitnehmen will, die interessierte Leser*innen mit der maximalen Anzahl an möglichen Comics ausstattet. Dann kann man immer noch selbst entscheiden, ob man wirklich alles lesen möchte oder nur Auszüge. Allerdings handelt es sich ebenso um eine Art produktivitätssteigernde Methode, um das maximal Mögliche aus meinem Interesse und meiner Leidenschaft für Comics herauszuholen. Statt mich lange mit einer Reading Order und dergleichen aufzuhalten, könnte ich kurz nach Einstiegspunkten oder Autor*innen suchen oder mir digital diverse Collected Editions zulegen und anfangen zu lesen. Irgendwo werde ich schon landen.
Immerhin hat so meine Leidenschaft an Comics einmal angefangen. Ich wollte Batman lesen und andere Comics von DC und natürlich Marvel. Indie-Comics wurden ausschließlich aufgrund dessen gekauft, weil das Cover geil aussah oder ich den Autoren, die Autorin, mir bekannt vorkam. Es lag mehr Überraschung in der Luft, mehr Spannung und Neugierde. Man, also ich, war bereit, mich mehr auf die Reise einzulassen, die sich jemand mit der Geschichte und den Bildern überlegt hatte. Ich hörte einen Podcast über Comics und von dort gab es diverse Empfehlungen, aber bis ich zum Lesen dieser Empfehlungen gekommen bin, hatte ich meist schon wieder vergessen, worum es eigentlich ging. Ich wollte einfach nur eine gute Geschichte erleben, mit interessanten, spannenden Charakteren.
Genau darum ging es in dem YouTube-Video und genau darum geht es mir heute. Produktivität, Effizienz – das sind alles Begriffe, die in Hobbys eigentlich nichts verloren haben. Wenn ich meinen täglichen Text für den Blog schreibe, Sport treibe und andere Dinge mache, die eben im Haushalt oder im Leben allgemein erledigt werden müssen, dann kann ich gerne mit solchen Begriffen um mich werfen. Dann habe ich etwas getan, was mir zwar auch Freude bereitet und Spaß macht, aber es hat mich in irgendeiner Weise vorangebracht, und sei es nur inkrementell. In Spielen und anderen Hobbys möchte ich mir eine kindliche Neugierde beibehalten und Überraschungsmomente zurückholen. Und sei es nur, indem ich nicht gleich einen Guide heraussuche, wie man sich einen Strength-Faith-Build in Elden Ring zusammenstellt, sondern es selbst versuche herauszufinden. Indem ich mich in God of War vom nächsten Gegner überraschen lasse oder etwas länger an einem Rätsel sitze.
YouTube-Channel Shirt | Stop Playing Games Efficiently
Langsam etabliert sich ein Thema, mit jedem weiteren Film, den ich mir aus dem MCU zu Gemüte führe. Und zwar bin ich doch überrascht, wie gut ich manche Filme finde. Natürlich hat man stets gewisse Vorstellungen eines Films, vor allem wenn man diesen des Öfteren gesehen hat. Jedoch verliert man mit der Zeit das Gesamtbild aus den Augen. Zurück bleiben bruchstückhafte Erinnerungen an bestimmte Szenen, vielleicht noch ein Zitat oder zwei oder ein Musikstück. Wie allerdings der Film als Konzept auf einen gewirkt hat oder wie es ist, wenn dieser seine komplette Kraft entfalten kann, gerät immer weiter ins Unterbewusstsein.
Vielleicht warte ich unbewusst einfach nur darauf, dass dieses Kartenhaus, welches Marvel hier aufgebaut hat, zusammenbricht. Dabei weiß ich doch, dass es mindestens bis Endgame hervorragende Filme sind. Natürlich schwankt die Qualität. Wie könnte sie das nicht, bei einer 23-teiligen Saga? Aber selbst Doctor Strange hat mich erneut überrascht. Ant-Man war der einzige bisher, der meine Befürchtungen etwas angefeuert hat, aber das auch nur kurzzeitig und weil die Produktion hinter den Kulissen scheinbar sehr schwierig war. Doctor Strange funktioniert jedoch fantastisch als Einführung des letzten Puzzlestücks.
Es kommen zwar noch die Solo-Filme von Spider-Man und Black Panther, sie hatten jedoch ihre offizielle Einführung ins MCU in Civil War. Nun kommt der letzte große Charakter zum Vorschein und mit ihm ein völlig neues Element, das wir bisher noch nicht kennenlernen durften: Magie. Guardians of the Galaxy und zu einem gewissen Teil auch Thor haben die Welt der Avengers und des MCU vergrößert. Man weiß inzwischen, dass es noch mehr da draußen gibt, als nur die Held*innen auf der Erde. Thor verkaufte uns ihre Magie nur als fortschrittliche Technologie, die wir noch nicht verstehen können. Doch jetzt kommt echte Magie ins Spiel, mit Zauberern, Astral-Ebenen und anderen Dimensionen. Das Multiversum wird so ganz nebenbei erwähnt und feiert ebenfalls sein Debüt.
Natürlich gab es bei dem Release von Doctor Strange eine Kontroverse, da Tilda Swinton die Rolle des Ancient One bekommen hat. Sie macht ihren Job zwar wunderbar, verkörpert die Rolle mit einer gewissen Eleganz, aber ebenso einer lockeren Attitüde, die so einem alten Wesen wahrscheinlich anhaften sollte. Trotzdem kippt es nicht ins Lächerliche oder ins unlustige Sprücheklopfen. Die Interaktionen mit Strange funktionieren ebenso wie die spätere Offenbarung, dass sie sich der dunklen Magie bedient, wie ihr eigentlicher Gegner und früherer Schüler Kaecilius. Dieser wird porträtiert von Mads Mikkelsen. Er passt gut in seine Rolle und spielt sie mit einer Ernsthaftigkeit und Dominanz, die der Film als Gegenstück zu Strange benötigt. Strange ist noch neu in dieser Welt der Magie, nimmt alles anfangs noch nicht ganz so ernst und setzt sich über Regeln hinweg. Eigentlich genauso wie Kaecilius es getan hat, aber eben ohne die Tendenz, die Welt ins Dunkel stürzen zu wollen.
Aber ich bin von der Kontroverse abgekommen. In den Comics ist der Ancient One ein älterer asiatischer Mann. Selbst wenn man den Charakter als Frau oder eher androgyn darstellen wollte, hätte man eine asiatische Schauspielerin engagieren können. Wenn man sich den Wikipedia-Artikel durchliest und auch nur dem Hauch einer Wahrheit entspricht, liest sich das heute, acht Jahre später, sehr schwierig. Sie wollten so sehr sämtliche Stereotype vermeiden, dass sie unweigerlich ein Whitewashing betrieben haben, das nicht notwendig war. Wieso gibt oder gab es denn diese Stereotype? Weil es wenig prominente asiatische Rollen in Filmen gibt. Man muss erst dazu übergehen, asiatische Schauspielerinnen in unterschiedlichsten Rollen zu engagieren, damit diese Stereotype endlich durchbrochen werden. Wenn man dann behauptet, man möchte diese vermeiden und castet deshalb keine asiatischen Schauspielerinnen, klingt das wie eine schlechte Entschuldigung.
Der Film ist allerdings sehr unterhaltsam. Die Trailer bestachen durch eine Inception-artige Optik, die im Film noch mehr auf die Spitze getrieben wurde. Zu dem Zeitpunkt lag Inception immerhin schon sechs Jahre zurück, die Techniken und Möglichkeiten im Hinblick auf CGI haben sich weiterentwickelt. Das Falten von Städten in der Spiegel-Dimension können sich heute noch genauso sehen lassen, wie der LSD-Trip von Strange, als ihm der Ancient One die Augen öffnen möchte und zeigt, dass die Welt so viel größer ist, als er ahnt. Doch trotz all dieser Effekthascherei und visuell überbordenden Kämpfen bleiben die Charaktere im Zentrum des Geschehens.
Angefangen von der Arroganz eines Doctor Strange, der alles daran setzt, seine Finger zu heilen und wieder im OP-Saal stehen zu können. Hin zu Christine, die nur ihrem Freund helfen möchte, ein neues Leben aufzubauen, aber harsch weggestoßen wird. Die Reise nach Kathmandu, das Training, die Veränderung des Charakters Strange und seiner Einsicht, dass es mehr für ihn in der Welt gibt, als zu operieren, schnelle Autos zu fahren und teure Uhren zu kaufen. Doch ebenso dürfen sich Nebencharaktere wie Karl Mordo weiterentwickeln, der einsieht, dass der Ancient One eben nicht alles weiß und sich selbst der Praktiken bedient, die eigentlich verboten sein sollten. Und natürlich Wong, der seine Liebe zu Musik entdeckt.
Es sind immer wieder die Kleinigkeiten, die diesen Film zu einem äußerst unterhaltsamen Unterfangen machen. Zwischen den großen Action-Sequenzen und Verfolgungsjagden in der Spiegel-Dimension stechen die Charaktermomente hervor. Doctor Strange ist ein toller Eintrag ins MCU und präsentiert uns einen weiteren Infinity Stone, mit dessen Hilfe die Zeit kontrolliert werden kann. Ich mag, dass es keine große finale Schlacht gibt, sondern Dormammu mit einem Twist besiegt wird. Das sieht man viel zu wenig in großen Blockbuster-Filmen und vor allem natürlich Comic-Verfilmungen. Es muss nicht immer die große Schlacht sein, es geht auch anders. Was nicht heißt, man muss auf epische Szenen zwischendurch verzichten. Es geht beides.
Ich beschäftige mich nun schon seit geraumer Zeit mit der Geschichte Salzburgs. Meist mittels Führungen verschiedenster Art und zu den unterschiedlichsten Themen. Manche beschäftigen sich mit der spezifischen Geschichte eines Klosters, mit Brunnen, spezifischen Gebäuden oder den unzähligen Persönlichkeiten, die über die Jahrhunderte in Salzburg residierten. Andere wiederum versuchen, die lange Geschichte in ein bis zwei Stunden zusammenzufassen und so einen Gesamteinblick zu geben. Immer wieder bekommt man dadurch Puzzleteile in die Hand gedrückt, die in eine gewisse Ordnung zu bringen sind. Namen hört man immer wieder oder einschneidende Ereignisse werden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wie große Brände oder natürlich der Zweite Weltkrieg.
Mit der Zeit fällt es immer leichter, Wappen den Persönlichkeiten zuzuordnen oder weiß grob, wer wofür verantwortlich ist, was er oder sie gegründet hat und wann sie in etwa zeitlich einzuordnen sind. Aber es sind noch große Lücken offen. Eine wirkliche chronologische Ordnung fehlt. Doch wie bekommt man diesen Fundus an Informationen zusammengetragen? Recherchiert man auf Wikipedia, lässt sich von den einzelnen Guides Bücher und Magazine empfehlen oder wühlt man sich durch die Geschichtsabteilungen verschiedener Büchereien und Buchhändler? Zumindest der letzte Ansatz geht in die richtige Richtung.
Denn es gibt sie, die ganze Geschichte der ältesten Stadt Österreichs, zusammengetragen in einem dicken Schmöker. Empfohlen von Freund J., der sich dieses umfassende Werk bereits vor einiger Zeit zugelegt hat, sah ich mich gezwungen, mir dieses Buch nun ebenfalls zuzulegen. Aktuell lese ich nämlich ein äußerst spannendes Werk, welches die Geschichte des Mittelalters erzählt. Das Buch von Dan Jones trägt den Titel »Mächte und Throne« und sei an dieser Stelle allen Fans und Interessierten empfohlen. Er fängt mit der Römerzeit an und arbeitet sich dann durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte. Ich bin noch relativ am Anfang des Buches und lese pro Woche etwa ein Kapitel und arbeite mich so Stück für Stück vor.
Eine Frage, die mir allerdings immer wieder in den Sinn kommt, ist, wie es wohl zu der Zeit in Salzburg ausgesehen hat? In den vergangenen Jahren habe ich so viele Informationen über Salzburg gesammelt und mitgeteilt bekommen, ich möchte all das in einen größeren Kontext setzen. Also ist mein Ziel, neben dem Mittelalterbuch das umfassende Werk über Salzburg zu lesen. So kann ich mich bequem durch das Mittelalter arbeiten und weiß dazu, wann sich welche Ereignisse in Salzburg abgespielt haben. Mal sehen, ob mein Plan aufgeht, aber wenn ich mir Zeit lasse und Kapitel für Kapitel durchgehe, sehe ich aktuell noch kein Problem.
Geschichte ist und bleibt ein spannendes Hobby. Vor allem Salzburg und das Mittelalter haben es mir angetan, was man vielleicht an meiner zig-tausend-Teile umspannenden Burg aus Klemmbausteinen erkennen kann, über die ich schon des Öfteren berichtet habe (Der Münzturm in voller Pracht). Bücher, wie »Mächte und Throne« oder eben das Buch zu Salzburg machen es einem Laien und Einsteiger, wie ich es einer bin, relativ einfach, sich einem Thema zu nähern, da es sich hier um Gesamtwerke handelt, die versuchen, eine ganze Epoche zusammenzufassen. Sie sind dicht gepackt mit Informationen, aber man bekommt einen guten Eindruck der Zeit, was wirklich wichtig war, was sich verändert hat und kann sich später immer noch mit speziellen Persönlichkeiten oder Zeitperioden auseinandersetzen.
Am Wochenende, genauer gesagt am Samstag, war ich früh in Salzburg unterwegs. Es steht ein größerer Besuch an und natürlich will ich die Stadt von ihrer schönsten Seite zeigen und ein paar nette Lokale sowie Führungen oder Museen anbieten können. Ich hatte einen Plan, der bei einer leckeren Tasse Kaffee und einem zauberhaften Pofesen noch ein letztes Mal überarbeitet, korrigiert und mit Alternativen ausgestattet wurde. Damit konnten die ersten Termine fixiert und reserviert werden. Zu dritt findet man durchaus Plätze, vor allem wenn man gewillt ist, etwas zu suchen und viele Cafés und Restaurants kennt. Zu fünft ist das schon etwas schwieriger. Deshalb wollte ich vorbereitet sein.
Es war schönes Wetter und deshalb unfassbar viel los. Eigentlich kann ich so etwas schon auf dem Weg in die Stadt sehen, je nachdem wie viele Menschen mit der Lokalbahn fahren. Doch dieses Mal sollte sich dieses Indiz als falsch herausstellen. Denn es war tatsächlich sehr viel los in der Stadt. In der Steinbar war gar kein Platz mehr zu bekommen, trotz dem wir es zu unterschiedlichen Zeiten versuchten. Aber wir kennen uns mittlerweile gut aus und wissen, wo meist noch ein Plätzchen frei ist, besonders wenn man nur zu zweit ist.
Das sonnige und viel zu warme Wetter für meinen dicken Pullover stellte sich als ideal heraus, um einen Spaziergang durch die Altstadt zu machen und die benötigten Plätze zu reservieren. Natürlich hätte ich das per Telefon oder zum Teil auch online erledigen können. Ich mag aber das Persönliche an einer Reservierung, besonders wenn ich sowieso in der Nähe bin. Nachdem das alles erledigt war, wurde es Zeit für den kulturellen Teil des Tages. Das Wohnhaus von Mozart hatten wir noch nie besucht, daher stand es dieses Wochenende ganz oben auf der Liste. Man könnte darin locker eineinhalb Stunden verbringen, hieß es. Es wäre interessant, hieß es. Wir waren voller Erwartung, neues zu lernen und sich auf das Haus, seine berühmten Bewohner und ihre Geschichte einzulassen.
Der Eintritt ist saftige 15 €. Für ein Museum nicht wenig. Besonders wenn man es mit den sprechenden Häusern vergleicht, die meist ebenso 15 € verlangen. Da ist man dann mindestens zwei Stunden unterwegs und sieht Örtlichkeiten, die der Öffentlichkeit vielleicht nicht immer so leicht zugänglich sind. Aber man will ja positiv bleiben. Tickets gekauft, begaben wir uns in den ersten Stock, wo der Großteil der Ausstellung und des Museums zu finden ist. Es begann mit ein paar einleitenden Worten (schriftlich, auf einer Tafel) über das Gebäude, dem berühmten, hölzernen Flügel von Mozart und seinem Porträt. Dann bog man geschichtlich ins 20. Jahrhundert ab, zu einem Dirigenten, der Mozart vielfach und auf berühmte Weise aufgeführt haben soll. Den Namen kann ich weder aussprechen noch schreiben oder mich im Detail daran erinnern, wenn ich ehrlich bin. Denn eigentlich kam ich, um mehr über Mozart, seine Familie und dergleichen zu erfahren.
Man geht durch die Räume, liest mal mehr, mal weniger aufmerksam die Tafeln und Beschreibungen durch, bis man bei einem Modell des Wohnhauses ankommt. Dieses ist zum Teil von oben her offen und mit gut gemachten Modellen des früheren Mobiliars ausgestattet. Man kann sich so ein gutes Bild machen, wie es damals aussah. Das hätte ich eigentlich gerne in Originalgröße gehabt, aber ein Modell ist ja auch gut. Dann ging es durch die Tür einen Stock tiefer und wir standen im obligatorischen Shop. War es das? Hatten wir etwas übersehen? Noch einmal zurück und eine unscheinbare Tür benutzt, entdeckten wir ein lieblos hingestelltes, größeres Gartenhaus. Doch das war es. 15 € für knapp 30 Minuten, in denen man mehr über einen Dirigenten erfährt, als über die Person, die hier tatsächlich gewohnt hat.
Ich wusste nicht, was mich erwartet, zugegeben. Es sollte aber schon mehr sein als das. Vielleicht ließe sich durch eine Führung das ganze Erlebnis auf eine Stunde oder sogar eineinhalb strecken, aber trotzdem sind es nur eine Handvoll Räume und sehr wenig zu sehen. Über die Familie lernt man nicht viel. Mozart hatte doch viele Geschwister, man hätte mehr zu denen machen können, seinem Vater und seiner Mutter. Es heißt immerhin Wohnhaus, also möchte ich doch mehr über die Bewohner erfahren. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns nun schon mit der Geschichte und Kultur der Stadt. Doch das Wohnhaus ist bisher die größte Touristenfalle, die wir entdeckten. Dann lieber noch einmal durch die Domquartiere oder Mozarts Geburtshaus ansehen.
Aktuell höre ich wieder vermehrt die Specials von den WildMics. Diese habe ich während der Coronazeit, als dieses tolle Podcast-Format entstand, häufig und regelmäßig gehört. Damals wurden diese Gesprächsrunden als Ferngespräche deklariert. Tommy Krappweis moderiert dieses Format. Sophia Krappweis gehört natürlich ebenso zur Stammbesetzung, wie die Hoaxillas Alexa und Alexander Waschkau. Die Gäste wechseln sich ab, besprochen werden die unterschiedlichsten Themen. Diskutiert wird alles, von politischen über gesellschaftlichen hin zu popkulturellen Themen und alles dazwischen liegt. Es sind wirklich fantastische Diskussionen, und ich lerne stets etwas Neues oder andere Aspekte kennen.
Als die Coronazeit langsam ausklang, wurde das Format allerdings neu gestartet, unter dem Namen Nachsitzen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag, aber irgendwie haben sie mich mit diesem Reset verloren. Es war nicht mehr dasselbe. Deshalb verlor ich das Format etwas aus den Augen, auch wenn ich natürlich weiterhin Hoaxilla hörte und die Folgen vom Nachsitzen in deren Feed auftauchten. Doch vor ein paar Wochen, ausgelöst vom ebenfalls fantastischen Format Alle bekloppt, habe ich dem Nachsitzen nochmal eine Chance gegeben und bin mit neuer Leidenschaft dabei. Manchmal benötigt man einfach eine Pause von etwas oder zumindest eine Weile Abstand, bevor man sich mit neuem Elan daran machen kann. Das hatte ich bei Podcast durchaus schon öfter, dass ich auf einmal keine Lust mehr hatte, es mir zu viel wurde oder was auch immer. Dann tun ein paar Wochen oder sogar Monate Pause, wie in diesem Fall, durchaus gut.
Der Vorteil an so einer Pause ist natürlich, dass man sehr viele Episoden nachzuholen hat, wenn man wieder damit anfängt. So liegen aktuell einige Folgen vom Nachsitzen in meinem Podcatcher und warten nur darauf, angehört zu werden. Eine Folge, die ich letztens aus dem Jahr 2024 nachholte, war zum Thema J.R.R. Tolkien und Herr der Ringe. Dazu waren zwei Experten eingeladen, die sich schon Jahrzehnte mit den Büchern, respektive den Filmen auseinandersetzen. Die Leidenschaft war deutlich zu spüren und hat mich natürlich sofort wieder angesteckt. Ich bin großer Fan von Peter Jacksons Trilogie und habe sie schon unzählige Male gesehen. Den Hobbit holte ich vor einigen Jahren das erste Mal nach und war begeistert. Leider muss ich gestehen, den Herrn der Ringe nie komplett gelesen zu haben. Nur die Hörbücher der ersten zwei Teile habe ich mir vor vielen Jahren mal angehört und das erste Buch auf Englisch angefangen, allerdings nie beendet. Es wurde Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen.
Ich nahm also die Leidenschaft des Podcasts nur zu gerne auf und machte mich auf die Suche nach geeigneten Versionen der Bücher. Ich wollte die Bücher zunächst auf Deutsch lesen, bevor ich mich später an die englischen Varianten machte. In der Tolkien-Episode des Nachsitzens lernte ich von der Übersetzung von Margaret Carroux. Es ist die erste und wohl auch treffendste Übersetzung des Herrn der Ringe. Diese gibt es allerdings bedauerlicherweise nur als Luxusausgabe mit den Illustrationen von Tolkien. Wobei »bedauerlicherweise« hier sehr relativ ist, denn wenn man die Trilogie schon liest, dann doch im hübschen Hardcover mit den Zeichnungen des Schöpfers. Beim Hobbit habe ich mir die Übersetzung von Wolfgang Krege besorgt, da es scheinbar nur diese gibt, aber auch in der schönen Luxusausgabe mit den Zeichnungen Tolkiens. Die entsprechende Version des Silmarillion liegt ebenfalls schon in einem virtuellen Warenkorb und wartet nur darauf, bestellt zu werden.
Erst habe ich mich gefragt, warum die Ausgabe des Hobbits fast genauso viel kostet wie die des Herrn der Ringe. Wenn man das gewaltige Buch aber erstmal in Händen hält und die Detailverliebtheit sieht, mit der diese Ausgabe gestaltet ist, versteht man den Preis durchaus. Es ist wirklich hochwertig gemacht und sieht verdammt schick aus. Mit dem Hobbit habe ich bereits angefangen und bin erneut begeistert. Es ist schön, wieder in diese Welt abzutauchen. Eigentlich wollte ich mir demnächst mal wieder die Filme des Herrn der Ringe zu Gemüte führen, aber das muss wohl warten, bis ich mit den Büchern durch bin. Beides ist etwas viel auf einmal. Ich kann die Bücher in diesen Ausgaben wirklich empfehlen, wenn man Fan von Tolkiens Welt ist. Ich kann es kaum erwarten, dass ich mit dem Hobbit durch bin und in Herr der Ringe abtauchen kann.
Schwierige Zeiten durchzumachen, ist nicht immer mit der aktuellen Lage der Welt verbunden. Manchmal sind es persönliche Herausforderungen, die uns zusetzen oder psychische Probleme, die uns zu schaffen machen. Seit vielen Jahren höre ich gerne Podcasts mit Psycholog*innen, die alle möglichen Themen aus ihrer Perspektive diskutieren. Dabei geht es natürlich um den Umgang mit verschiedensten psychischen Krankheiten und Leiden, aber eben auch um allgemeinere Themen und wie man diese aus psychologischer Sicht einordnet.
Lange Zeit war es der Podcast Psycho-Talk, der mich dahingehend unterhalten hat. Dieses Projekt fand bedauerlicherweise vor einigen Jahren sein Ende. Doch die Themen sind immer noch relevant und verlieren nicht an Bedeutung. Vielleicht höre ich mal wieder in alte Sendungen rein. Während der Corona-Pandemie habe ich schließlich ein anderes Projekt entdeckt. Die WildMics haben die so genannten Specials gestartet (später wurden diese Talks als nachsitzen neu gestartet), wo sich Wissenschaftler*innen und Autor*innen aus den verschiedensten Sparten und Genres zusammengefunden haben, um gesellschaftliche, politische sowie popkulturelle Themen zu besprechen. Ebenfalls ein tolles Format. Eingeweihte Leser*innen werden nun schon wissend nicken, denn beide Projekte verbindet die Waschkaus.
Alexa und Alexander Waschkau habe ich vor über 10 Jahren entdeckt; durch ihren großartigen und noch immer laufenden Podcast Hoaxilla. Darin beschäftigen sie sich mit Sagen, Mythen, Urban Legends, nehmen Verschwörungstheorien auseinander und bieten einen skeptischen Blick auf alle möglichen Themen. Ein wirklich tolles Projekt, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Hoaxilla war damals meine Einstiegsdroge, was Podcasts anbelangt. Sie haben mir das Tor zu einer völlig neuen Audio-Welt eröffnet. Vielleicht zähle ich irgendwann einmal auf, welche Podcasts mich über die Jahre geprägt und beeinflusst haben.
Wie dem auch sei. Kommen wir zu dem Podcast, um den es mir eigentlich geht: Alle bekloppt. Ebenfalls ein Projekt der WildMics. Darin beantworten die Diplom-Psychologen Sophia Krappweis und Alexander Waschkau Fragen aus der Community. Moderiert wird das Ganze von Tommy Krappweis. Natürlich ersetzt das keine Therapie oder dergleichen, aber sie geben eine Einordnung und können durch ihre einfühlsamen, fundierten Kommentare durchaus weiterhelfen. Ich habe mich lange geweigert, in Alle bekloppt reinzuhören, weil ich mir dachte, es wird eine Art Jammer-Stunde oder es würde mich runterziehen. Das Gegenteil ist der Fall. Natürlich werden auch schwierige Themen besprochen, wie könnte es bei einem solchen Format anders sein. Doch stets auf eine respektvolle Weise, auf Augenhöhe mit den Fragestellern und es wird jede Frage ernst genommen.
Es ist eine wirklich tolle Sendung, die mich zum Teil auf einer emotionalen Ebene berührt und einfach nur schön ist zuzuhören. Die dankbaren Kommentare, die Tommy teils vorliest, zeugen davon, wie sehr ein solches Projekt helfen kann. Einfach nur die Tatsache zu wissen, dass man mit den eigenen Problemen nicht alleine ist, kann eine immense Last von den Schultern nehmen. Egal, ob man gerade eine schwierige Zeit durchmacht, mit der psychischen Gesundheit kämpft oder was man erleben mag, Alle bekloppt kann durchaus eine kleine Stütze sein. Eine stabile Brandung in einer tosenden See. Es sollte natürlich nicht die einzige Stütze sein, aber es ist eine gute Ergänzung. Mir fehlen etwas die Worte, um anzuerkennen, was Sophia Krappweis und Alexander Waschkau mit diesem Podcast und diesem Projekt leisten. Am besten einfach mal reinhören und sich selbst überzeugen. Ich höre jedenfalls allmählich die alten Sendungen nach und freue mich auf jede neue.
Gewohnheiten zu hinterfragen, ist stets eine Herausforderung. Denn es bedeutet Veränderung. Dinge ans Tageslicht zu zerren und vielleicht am Ende eines Reflexionsprozesses etwas besser zu machen, als es in der Vergangenheit der Fall war. »Life gets in the way«, wie es im Englischen so schön heißt – Das Leben kommt dazwischen. So häufen sich Dinge an, die einem vielleicht gar nicht mehr guttun und am Ende ist es Zeit für eine Veränderung. Auch wenn es schwerfällt.
Ich mag die Idee, das Smartphone wegzulegen und einfach nur mit Stift und Papier etwas festzuhalten. So führe ich seit über 10 Jahren ein Tagebuch oder Journal. Journal finde ich in diesem Zusammenhang tatsächlich den besseren Begriff, da er für mein Verständnis allumfassender ist, als das, was gemeinhin unter Tagebuch verstanden wird. Natürlich ist ein Teil eines Journals das Aufschreiben von Gedanken, Gefühlen und dergleichen. Ich mache das gerne in Langform, also vollständigen Sätzen, und lasse mir dabei Zeit. Aber es besteht ebenso aus dem, was ich vorhabe, über den Tag schaffen möchte und dem Revue passieren des Tages – es ist immer auch ein Reflexionsprozess. Für mich haben sich zwar über die Jahre die Methoden immer wieder geändert, ein Journal zu führen, so habe ich auch digitale getestet. Doch komme ich stets zurück zu Stift und Papier. Wenn es um Journals geht, schlägt keine App die analoge Technik.
In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Systeme angehäuft, die ich eigentlich nicht alle benötige. So ist manches doppelt oder sogar dreifach vertreten. Beispielsweise habe ich von der Marke Leuchtturm ihr Notizbuch »Some lines a day«. Darin sind fünf Jahre abgebildet. Jede Seite ist in fünf große Zeilen unterteilt, die jeweils den gleichen Tag in fünf Jahren darstellen. So kann ich auf einen Blick sehen, was ich beispielsweise am 9. Januar 2025, 2024, 2023 und so weiter getan habe. Ich mag das eigentlich sehr gerne. Ich schreibe auf, was mich bewegt hat und was ich getan habe. Alles kompakt in wenigen Zeilen.
Doch seit Oktober 2023 habe ich zudem noch eine Numbers-Tabelle (so nennt sich die Excel-Variante von Apple), wo ich das von Matthew Dicks empfohlene »Homework for Life« betreibe. Dies ist eine Methode, um Geschichten über das eigene Leben zu sammeln und sich an vergangenes besser erinnern zu können. Ziel ist dabei allerdings nur eine Sache aufzuschreiben. Etwas, das an diesem Tag besonders war oder worüber man jemandem fünf Minuten erzählen könnte. Und ja, man findet immer etwas. Eine schöne Methode. Doch hat sie sich im Laufe der vergangenen Monate von ihrem Zweck weg entwickelt und ist nun fast eine Doppelung der Einträge, die ich in »Some lines a day« hineinschreibe.
Für den Tagebuch-Teil meines Journals habe ich schließlich noch ein A4 Notizbuch, ebenfalls von Leuchtturm. Darin schreibe ich regelmäßig in Langform meine Gedanken nieder. Dort kommt alles rein, was mir im Kopf herumschwirrt, mich beschäftigt, ärgert, freut und so weiter. Einfach alles. Mal sind die Einträge länger, mal nur ein paar Zeilen lang. Doch natürlich greife ich hier ebenfalls manche Themen auf, die entweder in »Homework for Life« vorkommen oder in »Some lines a day« angerissen wurden. Es ist alles in allem sehr viel und es wird höchste Zeit aufzuräumen. Peter McKinnon hat diesen Reformprozess angestoßen.
In dem Video, welches unten verlinkt ist, beschreibt er seinen Umgang mit Notizbüchern und wie er sein Journal handhabt, dafür nutzt er A6 kleine Pocket-Notebooks. Also habe ich ein altes herausgesucht und angefangen, es ihm gleichzutun. Um zu testen, ob es mir zusagt. Dort trage ich mir jeden Tag fünf bis acht »critical tasks« ein, die ich erledigen möchte. Unter der Woche sind es acht, weil Aufgaben der Arbeit dazukommen, am Wochenende fünf. Das ist aber meine persönliche Ableitung dieser Technik. Dazu kommt noch ein A5 Notizbuch (natürlich von Leuchtturm, aber dieses Mal Softcover), um Gewohnheiten zu tracken und andere Dinge aufzuschreiben (z. B. der Tagebuch-Teil).
Das Wochenende und die letzten Tage des Februar nutze ich dazu, so manche Notizbücher und Methoden auslaufen zu lassen. »Some lines a day« wandert damit ab 1. März zu meinen anderen alten Notizbüchern und Journals. Vier Jahre hat es mir gute Dienste geleistet, doch es ist Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Genauso, wie ich »Homework for Life« nicht mehr digital festhalte, sondern analog. Dazu habe ich alle bisherigen Tabellen ausgedruckt und in das A4 Notizbuch eingeklebt. Ich finde es toll, wenn man durch solche Einträge blättern kann. Wie oft sieht man sich schon alte Word-Dokumente an oder Listen, die man irgendwo am Rechner liegen hat? Schließlich habe ich noch ein paar andere Notizbücher, die ich gefunden habe und die nur wenige Einträge enthalten, buchstäblich auseinandergenommen und in das große integriert. Damit wandert es ebenfalls zu den anderen ins Regal.
Das Letzte, was ich dann noch getan habe, war, alle meine digitalen Tagebücher, Einträge und Journal-Versuche in einem großen Dokument zu sammeln. Dazu habe ich alte Festplatten durchforstet und durchaus überraschendes gefunden. Über 180 A4 Seiten sind zusammengekommen, voll beschrieben. Zwischen 2020 und 2023 habe ich scheinbar ausführliche Texte geschrieben – das war mir gar nicht mehr so bewusst. In ausgedruckter Form kann ich nun darin schmökern. Diese Ausdrucke kommen in eine Mappe und dürfen sich ebenfalls zu meinen anderen Journalen gesellen. Damit habe ich vier oder sogar mehr (je nachdem, wie man zählen mag) unterschiedliche Systeme, die sich in den vergangenen Jahren angesammelt haben, aufgeräumt.
Ziel ist es jetzt, ein einfacheres System zu finden und zu entwickeln. YouTube bietet hier einen echten Fundus an Möglichkeiten. Doch das Wichtigste ist mir, es einfach zu halten. Sich nicht von all den Varianten, Vorschlägen und scheinbaren Vorbildern zu sehr beeinflussen zu lassen. Immerhin soll das System mir dienen und nicht andersherum. Vorerst werde ich mich an dem System von Peter McKinnon orientieren. Ein paar Inspirationen nehme ich mir allerdings aus der Bullet Journal Methode von Ryder Carroll, die mir bereits in der Vergangenheit gute Dienste geleistet hat. Ich werde von der Entwicklung berichten.
Das analoge Festhalten von dem, was man getan hat, was man erlebt hat, der eigenen Gedanken und Gefühle ist mir weiterhin ein Anliegen. Doch soll das Reflektieren und Lernen, was geholfen hat, was gut und was schlecht gelaufen ist, mehr Platz einnehmen. Man will sich schließlich weiterentwickeln. Stift und Papier, so simpel sie sein mögen, haben dabei etwas Magisches an sich. Und was in unserem digitalen Zeitalter nicht außer Acht zu lassen ist: sie gehören mir, sie liegen nicht auf irgendeinem Server und können nicht gehackt werden. Es ist etwas absolut persönliches und sollte es auch bleiben.
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