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MCU Rewatch | Captain America: Civil War

Es ist erstaunlich, wie schnell Marvel in dieser Phase neue Charaktere eingeführt hat. Wobei es eigentlich mehrere Phasen sind, denn Ant-Man bezeichnete das Ende der zweiten und Civil War den Beginn der dritten. Es sollte die längste und letzte Phase der Infinity Saga sein. So haben wir in Age of Ultron Wanda und ihren Bruder Pietro kennengelernt. Dann kam Ant-Man dazu. In Civil War sind es gleich zwei neue Charaktere, die das MCU noch für lange Zeit prägen sollten: Peter Parker aka Spider-Man und T’Challa aka Black Panther.

Die Einführung von Peter Parker gelingt hervorragend. Dieses Mal schenkt sich Marvel eine Erzählung der Origin-Story. Wie das funktioniert und ob es vielleicht besser gewesen wäre, einen entsprechenden Film später noch einzufügen, können wir bei den Spider-Man-Filmen des MCU besprechen. Tom Holland als Peter Parker ist exzellent besetzt. Ich finde, er kombiniert die besten Eigenschaften von Tobey Maguire und Andrew Garfield, um seine eigene Interpretation des Charakters zu finden. Dass er Schrott sammelt und daraus Dinge bastelt, seine Web-Flüssigkeit selbst entwickelt hat und mit einem improvisierten Anzug durch die Gegend schwingt, um Leute zu retten, ist eine tolle Umsetzung seiner Anfangszeit. Er versprüht die Awkward-Teenager-Vibes, die der Charakter benötigt, und ist sowohl redselig als auch schnell zu begeistern. Man denke nur an die erste Begegnung mit Bucky und seinem Metall-Arm.

Schließlich haben wir noch die Einführung von T’Challa. Wir werden noch mehr über Chadwick Boseman und seine hingebungsvolle Interpretation des Charakters sprechen, wenn wir ihn in folgenden Einträgen des MCU sehen. Boseman hat dem Charakter neues Leben eingehaucht. Leider hatte er viel zu wenig Zeit, den Charakter weiterzuentwickeln. Trotzdem ist es ihm gelungen, in gerade einmal vier Auftritten als T’Challa zu einem Symbol aufzusteigen und hat sich als der einzig wahre Black Panther im MCU zementiert. In Civil War gerät er zwischen die Fronten, wenn sein Vater bei einem Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Wien getötet wird. Erst wird er von Rache und Wut gelenkt, doch je mehr er sich mit seinem Gegner beschäftigt und die Avengers kennenlernt, desto mehr versteht er, was dahintersteckt. Seine Reise in dem Film ist etwas losgelöst von den anderen. Er macht sein eigenes Ding und lässt sich nicht davon abbringen. Eine großartige Umsetzung des Charakters, und Boseman weiß sowohl die Action-Sequenzen als auch die ruhigeren Momente gekonnt zu spielen.

Mir gefällt sehr, wie sich der Konflikt zwischen den Held*innen im Laufe des Films entwickelt und durch den Bösewicht Helmut Zemo noch verstärkt wird. Im Gegensatz zum ersten Avengers-Film oder Age of Ultron ist es kein Untergangsszenario oder ein drohendes Ende des Universums. Es ist eine überraschend intime Geschichte, die auf die einzelnen Beziehungen der Avengers untereinander eingeht. Sie beschäftigt sich mit der Frage von Konsequenzen und Verantwortung. Wer soll entscheiden, ob und wann die Avengers eingreifen? Kann das ein Panel der UN überhaupt entscheiden? Sollen sie weiterhin unbeaufsichtigt agieren können? Kann man darauf vertrauen, dass sie immer aus den richtigen Gründen handeln? Wer finanziert den Wiederaufbau, wenn die Kämpfe vorbei sind? Was ist mit den Kollateralschäden?

Es sind Fragen und Herausforderungen, die logischerweise aufkommen und behandelt werden sollten. In den Comics ist dies natürlich sehr viel ausführlicher geschehen, als es ein zweieinhalbstündiger Film je könnte. Die vielen Comics, die um das Event Civil War geschrieben und veröffentlicht wurden, erlauben es, den Blick auf unterschiedlichste Themen, Charaktere und Sub-Konflikte zu richten. Trotzdem sind die Dialoge und Diskussionen im Film meiner Meinung nach gut umgesetzt. Man weiß, wo welcher Charakter steht. Wenn man die bisherigen Filme gesehen hat, weiß man auch, wo die Charaktere herkommen und warum sie diese Meinung vertreten. Hier liegt der Fluch und Segen des MCU. Durch die vielen Filme muss ein Film wie Civil War nicht alles erklären, weil es bereits in anderen gemacht wurde. Dennoch setzen damit Avengers-Filme von Natur aus voraus, dass man alle anderen Einträge i, MCU gesehen hat. Auch wenn es sich hier offiziell um den dritten Teil von Captain America handelt, ist es so etwas wie Avengers 2.5.

Selbst der Standpunkt von relativ neuen Charakteren, wie Scott Lang, ist nachvollziehbar. Er wurde von Hank Pym geprägt, der eine starke Ablehnung gegenüber den Avengers, aber besonders Tony Stark gegenüber hat. Peter Parker wiederum verehrt Tony wegen seiner Technik-Affinität und kreativen Weise, Dinge umzusetzen. T’Challa verfolgt seine eigene Agenda und lernt im Laufe des Films, dass es kein Richtig und Falsch geben kann. Clint und Wanda stehen natürlich gemeinsam auf einer Seite. Seit Age of Ultron halten sie zusammen. Der Tod von Pietro scheint sie noch mehr verbunden zu haben. Vision meint es gut, ist aber vielleicht noch zu frisch dabei oder sein einzigartiger Blick auf die Welt treibt ihn auf die Seite von Tony. Leidtragender ist natürlich James Rhodes. Dass es hier Vision ist, der ihn beinahe für immer als Querschnittgelähmter zurücklässt und von Himmel schießt, jemand, der eigentlich auf seiner Seite sein soll, ist ein cleverer, erzählerischer Schachzug. So kann man nicht die andere Seite beschuldigen, sondern muss sich selbst fragen, was schiefgelaufen ist. Wie es so weit kommen konnte.

Civil War ist ein toller Abschluss für die Captain America Trilogie. Der Charakter hat sich nicht nur in diesen, sondern ebenso während der Avengers-Filme, sehr verändert. Vom patriotischen Soldaten, der alles für sein Land tut, hin zu jemandem, der Dinge hinterfragt und für das Wohl der Menschen eintritt, selbst wenn er es als Verbrecher tun muss. Selbst sein Schild lässt er am Ende zurück. Trotzdem bleibt er für seine Freunde und Kollegen immer abrufbereit, sollte die Welt ihn brauchen. Manchmal geben diese Art von Filmen nur Auszüge an Diskussionen, ohne alle Möglichkeiten selbst auszuschöpfen oder die Themengebiete in aller Ausführlichkeit darzulegen. Aus den Konflikten über die »Sokovia Accords« hätte man natürlich noch sehr viel mehr herausholen können. Doch geben die Filme genug Stoff für Spekulation und arbeiten die Eckpunkte deutlich genug heraus, sodass man die Lücken selbst ausfüllen kann. Es bleibt alles nachvollziehbar, baut aufeinander auf und man kann sich selbst genug Gedanken darüber machen.

Das ist der Kern eines Konzeptes, wie dem MCU. Man darf es nicht überstürzen. Es braucht Zeit, trotzdem benötigt es einen gewissen Tiefgang in die Diskussionen und Themen. Natürlich kann man dem Publikum viel zutrauen und zumuten. Die Zuschauer*innen schaffen es, Punkte selbst zu verbinden und sich Dinge herzuleiten, wenn ihnen dazu die erzählerischen Eckpunkte und Story-Beats gegeben werden. Doch genauso werden unlogische, überhastete und faule Versuche abgestraft, wie man beim gescheiterten DC-Film-Universum gesehen hat. Wenn man es richtig macht, kommt ein so großartiger Film wie Civil War dabei heraus.

Ein Frühjahrsputz II

Eigentlich wollte ich vergangene Woche keinen Frühjahrsputz machen, aber wie so oft, kam das eine zum anderen und am Ende lief nicht nur die Waschmaschine den ganzen Tag durch, wie im Dauertest, auch die Wohnung war von oben bis unten gereinigt. Ich wusste noch irgendwo im Hinterkopf, dass ich über das Thema Frühjahrsputz bereits einen Text geschrieben hatte und wurde im April 2024 fündig: Ein Frühjahrsputz. Deshalb trägt der diesjährige Eintrag auch eine römische zwei im Namen. Was ich allerdings nicht mehr wusste, war, dass der Frühjahrsputz so spät stattfand und daraus hervorkam, dass sich Unmengen an Sahara- und Blütenstaub in der Luft vermengten. Vieles in der Wohnung war gelb.

Der heurige Frühjahrsputz hatte allerdings keinen solchen Grund. Vielmehr habe ich immer mehr gefunden, was schon längst mal wieder gewaschen, abgewischt oder einfach nur sauber gemacht werden wollte. Wie oft zieht man den Kissen im Wohnzimmer oder auf der Holzbank im Esszimmer die Überzüge ab und wäscht sie? Ein- oder zweimal im Jahr. Außerdem befinden sich diverse Lammfälle in der Wohnung verteilt, die einen schönen, heimeligen Eindruck vermitteln, doch sollten diese ebenso regelmäßig vor der Haustür entstaubt und anschließend mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Ich traue mich nicht, diese in die Waschmaschine zu geben. Zwar könnte man sie darin waschen, aber ich habe weder eine Fellbürste zu Hause noch andere Pflegemittel für diese tollen Felle. Vielleicht sollte ich das mal nachholen.

Was ich allerdings durchaus in die Waschmaschine werfe, sind Teppiche, zumindest wenn sie nicht allzu groß sind. So sammelte sich ein immer größerer Wäscheberg aus Kissenbezügen, Teppichen, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche zusammen, den ich irgendwann einfach in die Badewanne warf, damit nicht der Boden des Badezimmers voller Sachen war. Eigentlich war ich der Annahme, dass sich mein Waschtrockner, der mittlerweile schon über 14 Jahre alt ist, langsam seinem Lebensende nähert, aber wenn man nicht zu viel Wäsche auf einmal reingibt und die Schleuderzahl niedrig hält, macht er kaum seltsame Geräusche. Manchmal hilft so ein Dauertest, um das Vertrauen in die Geräte wieder herzustellen. So viel auf einmal habe ich schon lange nicht mehr gewaschen und das bleibt hoffentlich fürs Erste auch wieder so.

Doch was wäre eine Grundreinigung, wenn nicht auch die Holzbalken mal wieder abgewischt würden? Das schiebe ich immer wieder vor mir her, weil es eine eher nervige Arbeit ist. Zwar hält sich der Verschmutzungsgrad in Grenzen, doch im Bad, mit der Feuchtigkeit, klebt Staub besonders gut an den Balken fest. Zum Glück hatte ich etwas Unterstützung. Was diese Woche ebenfalls dazu kam, war die Sanierung des Kamins. Der Ofen befindet sich im Erdgeschoss, trotzdem mussten die Handwerker die Zugänge zum Kamin, die sich in jedem Stockwerk, also auch in meiner Wohnung befanden, öffnen und Dinge machen, von denen ich keine Ahnung habe. Zwar merkte man nicht wirklich was von den Arbeiten, trotzdem trug dieses Ereignis dazu bei, dass ich den Frühjahrsputz dieses Jahr etwas früher anging. Und wenn man sich mal wieder um wirklich alles gekümmert hat, fühlt man sich in der Wohnung gleich wieder wohler.

Etwas aufgeräumter ist es ebenfalls wieder, immerhin findet man bei solchen Aktionen immer Dinge, die überflüssig sind, länger nicht mehr benutzt wurden, oder sich einfach woanders besser machen. Ich mag es durchaus immer mal wieder, Sachen umzustellen oder anders zu gestalten und sei es auch nur in kleinen Details. Beispielsweise, wo man die Lammfelle auf der Couch platziert oder indem man die Farben durchwechselt. Was ich dieses Jahr ebenfalls in die Waschmaschine gab und sogar trocknete, war Larry, mein Lama. So kann man es sich auf der Couch wieder gemütlich machen und entspannt den Herrn der Ringe lesen.

Leopolds Krone

Jeden dritten Samstag im Monat veranstalten die Sprechenden Häuser eine Führung in Salzburg oder in der näheren Umgebung. Da ich mit Freund J. bereits vor Jahren angefangen habe, die Stadt mit Hilfe von Führungen und kulturellen Angeboten zu erkunden, ihre schillernden sowie weniger schillernden Persönlichkeiten, ihre Geschichte und versteckten Orte zu erkunden, haben wir wohl tatsächlich aus Versehen einen Trend gesetzt. Denn es ist zu beobachten, dass sich jedwede Führung durch die Stadt immer größerer Beliebtheit erfreut und nicht nur Touristen, sondern sehr viele Einheimische die vielfältigen Angebote nutzen.

Die_Sprechenden Häuser_ sind davon natürlich nicht ausgenommen. Erst seit Kurzem sind wir dazu gekommen, auch dieses Angebot regelmäßig in Anspruch zu nehmen. Die Gruppe hat sich über die Jahre sicher eine ansehnliche Stammkundschaft aufgebaut, aber es kommt eben die Beliebtheit der Führungen noch obendrauf. So waren es vor einem Monat im Wehrgeschichtlichen Museum eine stattliche Anzahl an Menschen, die sich in der Schwarzenbergkaserne eingefunden haben. Das Schloss Leopoldskron, welches vergangenes Wochenende am Plan stand, musste sich, was den Besucheransturm anbelangte, nicht verstecken. Es waren sicherlich 150 Leute oder mehr, die sich eingefunden hatten, um das scheinbar seltene Angebot einer Führung durch das Schloss wahrzunehmen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie es den tollen Menschen, die sich hinter den Sprechenden Häusern verbergen, gelingt, große Menschenmengen zu bewältigen. Wenn man ankommt, kauft man erst einmal die Karten für die reservierten Plätze. Dann bekommt man von Heidi ein farbiges Pickerl verabreicht und wird so einer Gruppe zugeordnet. Jedes Mitglied der Sprechenden Häuser hat eine dazu passende farbige Karte und wenn es losgeht, marschieren die Gruppen in ihre jeweilige Richtung. So löst sich ein scheinbar heilloses Durcheinander schnell auf und die Führung kann beginnen. Innerhalb weniger Augenblicke haben sie die Kontrolle über die Menge. Toll organisiert und ein System, welches einfach ist und funktioniert.

Im Schloss Leopoldskron waren es insgesamt sechs Gruppen und damit auch sechs Stationen, die man durchmachte. Über zweieinhalb Stunden hielten wir uns in dem großartigen Gebäude auf und erkundeten dessen reiche Geschichte. Die Stationen wurden von der immer gleichen Person der Sprechenden Häuser betreut, bevor wir weitergeschickt wurden. Zwei weitere Damen kümmerten sich darum, dass niemand sich verlief. Eine effektive Methode, da die Stationen auch nicht allzu weit voneinander entfernt waren. So erkundete man das erste und zweite Stockwerk des Schlosses. Vom Speisesaal über die Bibliothek, das asiatische Zimmer und ein Spiegelzimmer und noch weiteren erstaunlichen Räumlichkeiten erschloss man sich nach und nach das Gebäude.

Es ging sowohl um das Gebäude selbst, was es auszeichnete, als auch warum es so lange in einem eigentlich sumpfigen Moorgebiet überstehen konnte, wer es erbaut und über die Jahrzehnte und Jahrhunderte gepflegt und renoviert hat. Es wurden viele Jahreszahlen genannt, noch mehr Persönlichkeiten beschrieben und so manche Eigenheiten und Besonderheiten in lustigen bis tragischen Anekdoten wiedergegeben. Zweieinhalb Stunden sind eine lange Zeit, sich mit einem Gebäude zu beschäftigen, und irgendwann ist man voll der Eindrücke und Informationen, die irgendwie verarbeitet werden wollen. Für eine Klausur oder einen ausführlichen Aufsatz würde es zwar nicht mehr reichen, aber darum geht es im Grunde auch nicht.

Es geht um das Besichtigen der wichtigen historischen Orte der Stadt, ihre Geschichten und Menschen mit der Zeit immer besser kennenzulernen. Es ist eine Faszination, die nie so recht abreißen will, und es gibt immer wieder Neues zu entdecken und kennenzulernen. Man entdeckt neue Winkel der Stadt und Ecken, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Man hört Namen immer wieder in verschiedenen Kontexten, bis sich irgendwann ein vollständiges Bild ergibt. Wie ein Puzzle setzt man so immer wieder Teile ineinander und mit der Zeit wird ein Konzept, ein größeres Ganzes sichtbar. Deshalb macht es auch Spaß, Führungen immer wieder zu machen und neue Verbindungen herzustellen. Geschichte ist ein großartiges, faszinierendes Hobby.

Eine Kapelle im Wald

Die mittelalterliche Klemmbaustein-Welt von BlueBrixx wird immer größer und detaillierter ausgestaltet. Mit den Gebäuden, die sie sich weiterhin einfallen lassen, werden sie immer spezifischer und aktuell haben sie sogar eine Video-Reihe auf YouTube, in der sie zeigen, wie man ein Diorama baut. Von der Reihe habe ich mir zwar nur die ersten paar angesehen, aber für Enthusiasten ist es sicherlich ein guter Zugang. Ich hoffe nur, sie machen irgendwann eine Video-Reihe dazu, wie man das Monster Burg Blaustein ordentlich in ein Diorama einbaut oder zumindest alles auf eine weitere, abschließende Grundplatte stellen kann.

Immerhin haben sie letztens mit der Veröffentlichung des nächsten größeren Projekts begonnen. Denn so wie man Burg Blaustein über die Jahrhunderte durch die Geschichte verfolgt hat und so gut nachvollziehen kann, wie sich eventuell real existierende Burgen verändert und erweitert haben, machen sie dasselbe nun mit einem Kloster. Vielleicht wird es irgendwann eine gigantische Kathedrale – wer weiß schon, was sie sich Verrücktes ausdenken. Das Kloster Blaubrunn unterscheidet sich von Burg Blaustein dabei nicht nur in der Art, wie der Bau an sich erfolgt, auch die Zusammenstellung der Erweiterungssets scheint anders konzipiert zu werden.

Aktuell gibt es zwei Sets für das Kloster: eine Kapelle und die Einsiedelei. Beide stehen auf eigens gebauten Grundplatten und können durch Pins miteinander verbunden werden. Wenn man allerdings nur ein Set möchte, kann man dies genauso für sich stehen lassen. Wie es aussieht, sind mindestens noch die nächsten beiden Erweiterungen ebenfalls getrennt voneinander aufzubauen. Entweder man erweitert die Einsiedelei oder eben die Kapelle. Irgendwann werden sie sicherlich beide Teile des Klosters zu einer großen Anlage verbinden (müssen). Bis es allerdings so weit ist, kann man sich für eine der beiden Sets entscheiden oder baut eben gleich beide auf. Das ist insofern anders als bei Burg Blaustein, weil hier wirklich jede Erweiterung mitgenommen werden muss, da diese stets aufeinander aufbauen.

Diese Modularität des Klosters gefällt mir an sich hervorragend. Es bietet mehr Flexibilität und außerdem mag ich es, dass beide Gebäude auf einer gebauten Grundplatte stehen, so fügt es sich wunderbar in mein Diorama ein, welches ich für den mittelalterlichen Wohnturm gebaut habe. Das Einzige, was mir nicht so gut gefällt oder wo ich zumindest etwas Sorgen habe, ist der Bau der Gebäude. Denn vieles wird so gebaut, dass man es einfach auseinandernehmen kann. Wände werden nicht stabil gebaut und ineinander verkeilt, wenn man dies so bezeichnen will, sondern man baut einzelne Wandelemente, die für sich stehen können. Dies soll das spätere Erweitern und Auseinandernehmen erleichtern. An und für sich keine schlechte Idee, ich habe allerdings die Befürchtung, dass diese Bauweise übertrieben werden könnte.

Ich sehe die Gefahr, dass sich BlueBrixx hier auf zu einfache Bauschritte konzentriert, statt einer detaillierten, realistischen Bauweise. So könnte die durchaus kleinteilige und manchmal auch experimentelle Konstruktionen, die Burg Blaustein zu etwas Besonderem gemacht hat und macht, dieser einfacheren Bauweise zum Opfer fallen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und warte erst einmal gespannt auf die nächsten Sets und Erweiterungen. Der Bau der Kapelle an sich ist allerdings nicht der spannendste. Freude bereitet es, die Grundplatte und Dekorationen wie Bäume oder Werkzeuge zu bauen. Da die Kapelle jedoch eckig ist und symmetrisch, baut man sehr viele Sachen doppelt, bis 64 Mal, so wie es bei den Verzierungen der Ecken der Fall ist. Das ist allerdings dem Gebäude geschuldet. Ich würde empfehlen, mit diesem anzufangen und danach den Rest zu bauen, so hat man die eintönige Arbeit gleich zu Beginn erledigt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist eine schicke, kleine Kapelle mit jeder Menge Details. Da es ein BlueBrixx-Pro Set ist, sind ein paar Figuren enthalten und man bekommt eine gedruckte Anleitung. Das tut dem Bauspaß allerdings keinen Abbruch. Es ist ein schönes Set und der Beginn einer hoffentlich längeren, spannenden Reise durch die Zeit des Mittelalters und darüber hinaus.

Teigtaschen

Ich mache mir gerne selbst Pizza. Zwar gibt es gelegentlich auch die Tiefkühlvariante, doch gehe ich mehr und mehr dazu über, selbst kurzerhand den Teig zu belegen. Bis auf die Vorbereitung des Teiges dauert dies nicht lange und schmeckt um einiges besser. Größte Herausforderung war bislang, dass ich den Teig vorher entsprechend portionieren kann. Denn ich hatte bis vor Kurzem nur eine sehr große Teigschüssel, die quasi den halben Kühlschrank einnahm. Es musste eine andere Lösung her.

Auf Amazon bin ich schließlich auf ein Set an kleinen Silikonschüsseln gestoßen, die speziell dafür da sind, kleine Portionen Teig aufzubewahren. Sie verschließen sich auch nicht komplett luftdicht, womit die ein oder zwei Schreckmomente entfallen, wenn sich der Deckel meiner großen Schüssel aufgrund des Drucks absprengt und einen unfassbar lauten Knall verursacht. Aus meiner üblichen Menge an Zutaten sollte ich drei dieser Schüsseln mit Teig ausstatten können und habe so immer welchen im Kühlschrank. Das ist der Vorteil an Pizzateig. Dieser kann gerne mal ein paar Tage kühl gelagert werden und wir dabei eigentlich nur besser.

Bei dem ersten Test habe ich mich jedoch an das Rezept gehalten, welches den Schüsseln beilag. Ich teste immer wieder gerne neue Varianten. Was mich überrascht hat, war die geringe Menge an Hefe. Normalerweise gebe ich bei einem Teig mit 460 g Mehl einen kompletten Hefewürfel dazu. Dann geht dieser entsprechend besser und schmeckt fluffiger. Doch hier waren es nur gut 6 g Hefe auf eine ähnliche Menge Mehl. Beim Test mit meinem typischen Teigrezept wird es spannend werden zu beobachten, ob der Teig dann aus den Schüsseln quillt oder es sich ausgeht, wenn der Teig auf drei Schüsseln aufgeteilt ist.

Von den Schüsseln an sich bin ich allerdings angetan. Ich streiche sie noch mit Öl ein, bevor ich die Teiglinge hineingebe, damit sie sich noch besser lösen. Zwar liegen jetzt vier Schüsseln mehr in den Küchenschubladen herum, aber meistens ist dann doch Teig drin und sie befinden sich im Kühlschrank. Durch das Silikon sind sie außerdem sehr weich, was das Herauslösen des Teiges vereinfacht. Zudem sind sie für die Spülmaschine geeignet. Was ich mir zusätzlich noch mitbestellt habe, ist ein neues Mehl, das ich noch nicht hatte. Normalerweise gehört manitoba Mehl in den Teig, aber von der gleichen Marke gibt es ein Tipo 00 Mehl, welches ich aktuell zu Hause habe. Manitoba Mehl kann ich sehr empfehlen, da es den Teig geschmeidiger und glatter macht. Es erstaunt mich immer wieder, wie unterschiedlich man Pizzateig zubereiten kann.

Die Welt von John Wick

Schon lange ist es her, dass ich ein Amazon Prime-Abonnement innehatte. Daher war es eine ganz angenehme Überraschung, dass ich bei der letzten Bestellung einen 30-Tage-Gratis-Zeitraum bekommen habe. Scheinbar muss man nur genug bestellen und man bekommt einen Monat geschenkt. Ob das ein zukunftsträchtiges Modell für Käufer*innen ist, sei einmal dahingestellt, aber nun hatte ich also diesen einen Monat und sah mich um, was es so zu entdecken gab.

Schnell fiel mein Blick auf die Serie The Continental. Wobei »Serie« ein eher ungenauer Begriff ist. Besteht The Continental doch nur aus drei Episoden, dafür hat aber jeder dieser Folgen knapp eineinhalb Stunden Laufzeit. Man könnte es also gerne auch als Trilogie sehen. Eine Trilogie, die erzählt, wie Winston Scott zu seinem Hotel gekommen ist. Winston Scott wird in den John Wick Filmen von Ian McShane mit sehr viel Gravitas und einer unheimlichen Macht gespielt. Man weiß nie so genau, was er denkt, was seine Ziele sind und welche Schritte er als Nächstes unternehmen wird. Außerdem scheint er in diesem Killer-Universum, welches vom High Table geleitet und beaufsichtigt wird, etwas außerhalb zu stehen. Es ist sein Hotel und alle Privilegien, die damit einhergehen, gehören ihm. Sein Reich, seine Gesetze. So wirkt es zumindest in den Filmen. Doch wie kam er zu diesem Status?

Diese Frage versucht die Serie The Continental zu beantworten. Wir treffen einen jungen Winston Scott, hier gemimt von Colin Woodell, der in den 70ern versucht, das Continental zu übernehmen. Die für New York verantwortliche Adjudicator kommt das ganz gelegen, da sich der aktuelle Inhaber nicht gerade nach Vorschrift verhält und seine Macht immer wieder ausnutzt und die geltenden Gesetze missachtet. Mel Gibson spielt diesen wahnsinnigen Cormac O’Connor und passt wunderbar in die Rolle. Es gibt dann noch ein paar Nebencharaktere, die ebenfalls etwas ausgebaut werden und eine eigene Geschichte durchmachen, allen voran Detective KD Silva (Mishel Prada) und Lou Burton (Jessica Allain), eine Dojo-Inhaberin und Karate-Expertin. Schließlich treffen wir noch einen jungen Charon (Ayomide Adegun), der in den Diensten von Cormac steht.

Die drei Episoden sind dicht gefüllt und die Geschichte schreitet durchaus mit hohem Tempo voran. Dreht sich die erste Folge noch um Winston und seinen Bruder Frankie, was sie in ihrer Kindheit durchgemacht haben und was dazu geführt hat, dass sie sich jahrelang nicht mehr gesehen haben, so dreht sich Winstons Fokus immer weiter auf das Hotel und seiner Rache an Cormac. Dabei bleiben Motivation und Antrieb von Winston stets nachvollziehbar. Colin Woodell kann zwar einem Ian McShane nicht das Wasser reichen, trotzdem spielt er den jungen Winston mit einer gekonnten Coolness, die ich ihm stets abkaufe. Er weiß, was er kann, ist intelligent und nutzt seine Vorteile aus. Seine Verhandlungstaktiken sind zwar manchmal etwas fragwürdig und man weiß nie so recht, was er vorhat, aber ich bin ihm gerne gefolgt.

Auch die Nebencharaktere dürfen immer wieder im Zentrum des Geschehens stehen. Was die Serie zu einem netten Ensemble-Unternehmen macht. Der Fokus bleibt zwar stets auf Winston, was bei gerade einmal drei Episoden natürlich wichtig ist, doch werden die restlichen Charaktere geschickt in Stellung gebracht, damit sie ihre eigenen Beweggründe haben, das Hotel stürmen zu wollen und es den Händen Cormacs zu entreißen. Man erfährt in The Continental ebenso, wie Charon und Winston zueinander gefunden und sich eine innige Freundschaft etablieren konnte, in der sich beide blind vertrauen.

Der Untertitel der Serie lautet: From the World of John Wick. Entsprechend sind die Erwartungen an The Continental. Für mich kann sie diese auch erfüllen. Ich habe nie erwartet, dass ich John Wick sehe, nur eben als Serie umgesetzt. Dafür ist das Budget zu gering (vermute ich zumindest) und wir haben bereits vier Filme mit John Wick. Ich brauche keine Serie, die dasselbe macht, nur eben in den 70ern. Ich will die Welt von John Wick sehen und neue Perspektiven darauf kennenlernen, und das gelingt der Serie mit Bravour. Wie in den Filmen wird nichts oder zumindest äußerst wenig direkt erklärt. Man sieht die Charaktere immer nur interagieren und den Regeln folgen oder ebendiese brechen. Überflüssige Exposition sucht man vergebens. Das bleibt dem Kern dieser Welt und den Filmen treu.

Die Action finde ich gut gemacht und erfrischend anders zu den Filmen. Die Macher finden immer wieder kreative Wege für Kämpfe und brutale Auseinandersetzungen, sie schrecken auch vor erbarmungsloser Aggressivität nicht zurück, die so manchen Charakter unberechenbar macht. Manche der Killer, die im Continental hausen, sind zwar schon fast bis ans Äußerste übertrieben, aber diese haben immer nur kurze Auftritte und dienen der Abwechslung. Ausnahme sind die berühmt-berüchtigten Twins, die direkt aus der Matrix sein könnten. Sie haben eine gefährliche, bedrohliche Aura um sich und passen hervorragend in diese Welt. Von Autoverfolgungsjagden, die einmal etwas anders geschnitten sind, über einen Zweikampf in einer Telefonzelle hin zur üblich gut gemachten Schießerei ist alles dabei, was eine Serie wie The Continental braucht.

Ich weiß nicht, warum die Serie so schlecht ankam. Mir hat sie sehr viel Freude bereitet, und ich hätte gerne noch eine zweite Staffel gesehen. Die drei Folgen enden zwar nicht direkt mit einem Cliffhanger, trotzdem wäre der weitere Verlauf der Geschichte interessant gewesen und wir hätten eventuell weitere Einblicke in diese mysteriöse Welt gehabt. Sehr schade. Dieses Jahr bekommen wir allerdings einen weiteren, anderen Einblick in die Welt von John Wick mit dem Film Ballerina. Mal sehen, was dieser Film zu erzählen vermag und welchen Stil sie wählen. Ich hoffe, er wird anders als John Wick oder The Continental und versucht einen eigenen Weg zu gehen.

Bruno Aguirre | Unsplash

MCU Intermission | The Amazing Spider-Man I & II

Ich liebe die The Amazing Spider-Man-Filme. Marc Webb hatte leider nur die Gelegenheit zwei Filme zu machen und konnte seine Trilogie nie abschließen, trotzdem schaue ich die beiden Teile immer wieder gerne an. Andrew Garfield und Emma Stone haben eine fantastische Chemie. Sie versprühen diesen awkward-Teenager-Vibe, der diese Filme zu etwas Einzigartigem macht. Ihre Beziehung ist glaubwürdig, weil sie es auch im echten Leben war, was das tragische Ende umso bestürzender macht. Die Bösewichte sind toll, die Bilder sind großartig eingefangen, die Musik rockt und der Anzug ein Höhepunkt in der Kinogeschichte des Charakters. Aber alles der Reihe nach.

Mittlerweile ist es 13 Jahre her, dass The Amazing Spider-Man in die Kinos kam. 2012 hat man sich darüber beschwert, dass schon wieder eine Origin-Story von Spider-Man erzählt wird, wo doch die Sam Raimi Filme erst ein paar Jahre zurücklagen. Trotzdem bin ich sehr froh, dass sich Sony entschieden hat, diesen Weg zu gehen. So konnte Andrew Garfield und der restliche Cast ihr eigenes Spider-Man-Universum aufbauen, ohne direkt in die Fußstapfen von Tobey Maguire zu treten. Auch wenn sie natürlich bis heute immer wieder miteinander verglichen werden und darüber diskutiert wird, wer denn nun der bessere Spider-Man/Peter Parker war oder ist.

Es ist aber wie bei James Bond. Es gibt keine definitive Antwort. Sie sind alle Kinder ihrer Zeit. Tobey Maguire hat perfekt für die Art von Film gepasst, den Sam Raimi machen wollte. Genauso wie Andrew Garfield in dieses Universum passt und Tom Holland ins MCU. Es sind verschiedene Interpretationen desselben Charakters. Ein Vergleich ist da schwierig und meiner Meinung nach sogar etwas unangebracht. Das redet die anderen schlecht, obwohl sie genauso im Kanon des Charakters existieren und einen guten Job gemacht haben. Egal, wer auf einer imaginären Nummer 1 steht. Ich schaue mir alle Spider-Man-Filme immer wieder gerne an. Und mittlerweile haben wir sogar hervorragende Animationsfilme des Charakters. Erfreuen wir uns der Vielfalt, anstatt einen Vergleich anzustreben, der nur scheitern kann.

Doch zurück zu den Filmen. Der erste Teil, The Amazing Spider-Man, ist schlicht großartig. Ich mag das neue Design des Anzugs. Es ist etwas simplistischer gestaltet, sticht aber trotzdem durch sein durchdachtes Gesamtkonzept heraus. Außerdem trägt Andrew Garfield den Anzug (oder auch seine Stunt-Doubles natürlich). Es mag an der ein oder anderen Stelle mit CGI nachgearbeitet werden, aber er fühlt sich echt an, hat eine Haptik, die man erahnen kann. Das fehlt mir bei den Tom Holland Anzügen. Die MCU-Varianten sind zu perfekt, zu glatt und sind quasi wie eine zweite Haut von Tom Holland. Nicht, dass die anderen Anzüge nicht Andrew Garfield oder Tobey Maguires Körper betonen würden. Doch sie werfen Falten, haben Nähte und etwas Dreidimensionales an sich. Hier ist die Variante aus The Amazing Spider-Man 2 für mich der Höhepunkt an allem, was wir bisher gesehen haben. Natürlich kann man Farben ändern oder Designs überdenken, aber allein dass der Anzug im Wind flattert, wenn Spider-Man durch die Wolkenkratzer und Häuserschluchten stürzt, trägt so viel zum Gefühl des Films bei.

Ich habe vor ein paar Monaten ein Video auf YouTube gesehen, das sich mit der Evolution der Schwünge von Spider-Man beschäftigt. Also die Art und Weise, wie gezeigt wird, dass sich der Charakter in Filmen oder Serien durch New York bewegt. Sony bzw. deren Produzenten und Regisseure haben in den frühen Spider-Man-Filmen, sowohl bei Raimi als auch bei Webb, sich en détail damit auseinandergesetzt. Es sollte echt wirken, wie Spider-Man schwingt, was er macht, wie er sich dreht und so weiter. Diese Entwicklung sieht man, man fühlt es. Auch hier ist meiner Meinung nach TASM 2 der Peak an Performance. Gemischt mit den Ego-Perspektiven, sodass man als Zuschauer*in kurz in die Rolle des Helden schlüpft, machen diese Filme zu etwas wirklich Besonderem.

Aber was wäre Spider-Man ohne den Tod von Onkel Ben? Martin Sheen verkörpert diese Rolle perfekt. Er spielt sie mit einer Wärme und Hingabe, die man nicht missen möchte. Auch hier hat man sich, wenn ich mich recht erinnere, etwas darüber lustig gemacht. Nicht über Sheen, aber über die Abwandlung des Zitates »with great power, there must also come great responsibility«. Sie machen es hier etwas anders. Ich habe das schon immer begrüßt. Denn das ursprüngliche Zitat stammt nicht von Onkel Ben, erst später wurden sie ihm in den Mund gelegt. Im ersten Spider-Man-Comic ist es der Erzähler, der diese Worte über unseren Helden spricht. Und selbst wenn es nicht so wäre, begrüße ich, dass sie etwas anderes versuchen. Besonders in einer Filmreihe, die mehr vorhatte, mit den Eltern von Peter und ihrer Verwicklung in Oscorp. Der Tod von Onkel Ben ist dennoch tragisch und dient als Motivation für unseren Helden.

Sheen steht Sally Field (Tante May) gegenüber. Sie ist, offen gestanden, meine Lieblingsinterpretation des Charakters. Sally Field ist fantastisch und jeder Blick, jede Geste und jede Berührung erzählen so viel über den Charakter, ich schaue ihr immer wieder gerne zu. Vor allem ihre Interaktionen mit Peter. Sally Field und Andrew Garfield gemeinsam in den Szenen zu sehen, macht einfach Freude. Es sind zwei Schauspielgrößen, die gerne mehr Szenen miteinander gehabt haben dürfen. Es sei nur an die Szene im zweiten Teil erinnert, wo sich May erst weigert, Peter über die Vergangenheit seiner Eltern zu erzählen. Die Szene ist mitreißend geschrieben, gekonnt eingefangen und lebt von der Leistung der beiden Schauspieler*innen.

Hinzu kommt, dass man weiß, dass May weiß, dass Peter Spider-Man ist. Das kam im ersten Teil bereits rüber, als er grün und blau geschlagen nach Hause kommt und ihr die Eier überreicht. Im zweiten Teil ist das noch einmal mehr betont und ich begrüße das sehr. Sam Raimi hat bereits damit gespielt und mehr oder weniger subtile Hinweise eingebaut, dass May Bescheid weiß. Marc Webb setzt hier noch einmal einen obendrauf. Es ist nachvollziehbar, passt zu den Charakteren und ich mag diese ewige Geheimniskrämerei nicht. Natürlich weiß May Bescheid, die beiden leben im gleichen Haus. Peter kommt durch die Vordertür nach Hause. Es ist offensichtlich und wunderbar gespielt von Sally Field.

Kommen wir zu den Bösewichten, die sich ebenfalls sehen lassen können. Der Lizard war längst überfällig. Lange Zeit wurde er in den Filmen von Sam Raimi angeteasert, und hier darf er endlich sein wahres Gesicht zeigen. Rhys Ifans als Dr. Connors ist großartig gewählt und verkörpert die Rolle brillant. Man sieht ihm das Bedürfnis, die Besessenheit, seinen verlorenen Arm nachwachsen zu lassen, regelrecht an. Alles dreht sich quasi danach. Er hätte es sicher auch geschafft, wenn Osborn ihm nicht dermaßen im Nacken gesessen hätte. Auch das finde ich, im Übrigen, eine gelungene Änderung. Osborn als das Zentrum allen Übles im Spider-Man-Universum einzusetzen, ist durchaus passend.

Auch darüber, kann ich mich erinnern, wurde sich fleißig beschwert, als der zweite Teil in die Kinos kam. Denn dort wird am Ende Doc Ock, Vulture und Rhino als zukünftige Bösewichte angedeutet. Rhino sieht man sogar noch im Film, aber dazu gleich. Am Ende bleiben also noch zwei über, die man für zukünftige Filme hätte verwenden können und nebenbei angedeutet hat. Fleißig wurde sich beschwert, dass Sony schon wieder zu viel wollte. Doch ich mochte das. Es war nicht zu aufdringlich und ergab im Film durchaus Sinn. Im Keller von Oscorp, wo schon seit Jahrzehnten an solchen Dingen geforscht wird, liegen nun einmal solche Exoskelette herum. Marvel hat ebenfalls schon in Thor den Infinity-Gauntlet angeteasert, und darüber hat man sich nicht lustig gemacht, sondern gerätselt, wie Thanos zu ebendiesem kommen mag. Man hat mit zweierlei Maß gemessen, was dem Film gegenüber unfair war. Es war in Ordnung, passte in den Film und ich hätte gerne mehr gesehen.

So blieb es dann beim Lizard und im zweiten Teil bei Electro und zu einem kleinen Teil Green Goblin. Jamie Foxx macht einen wunderbaren Job als Electro. Erst noch der übergangene, unterschätzte und gemobbte Ingenieur bei Oscorp wird er zu einem ernst zu nehmenden Bösewicht, der aber leider auch nur ausgenutzt wird. Dane DeHaan geht ein bisschen in seinem over-acting auf und ihm hat man zu sehr den Emo-Look aufgedrückt, der nicht so ganz passt. Außerdem ist er mir zu schnell und zu besessen mit der Heilung seiner Krankheit. Das hätte man gerne etwas in die Länge ziehen oder auf einen nächsten Teil verschieben können. Aber im Großen und Ganzen mag ich die Bösewichte in den Filmen.

Wir haben es hier mit einem Typen zu tun, der von einer Spinne gebissen wurde und nun im Strampelanzug Menschen rettet und gegen Bösewichte kämpft, die alle mit Tierthemen ihre Anzüge und Identität gestalten. Man muss es nicht allzu ernst nehmen. Innerhalb des Universums, natürlich. Es ist ein Unterschied, ob man Spaß mit den Figuren hat und sie in manchmal absurde Situationen wirft, die Charaktere aber mit einer gewissen Ernsthaftigkeit herangehen, oder ob man sich aktiv lustig darüber macht. Für mich haben die beiden Teile von The Amazing Spider-Man genau das gemacht. Sie hatten Spaß mit den Charakteren und dem Univsersum, haben manches auf die Spitze getrieben. Waren es perfekte Filme? Nein, aber das müssen sie auch nicht sein, um die Lust auf mehr in mir hervorzurufen. Das liegt aber nicht nur an den Filmen und den Geschichten an sich, sondern auch an den fantastischen finalen Shots der Filme.

Spider-Man, der im zweiten Teil nach einem Jahr Abstinenz zurückkehrt. Er trauerte um Gwen, doch es wird Zeit, die Maske erneut aufzusetzen. Doch er wird gut vertreten. Ein Kind stellt sich voller Mut vor einem verrückten Rhino und wird schließlich von Spider-Man abgelöst. Er wirft mit lustigen Sprüchen um sich, nur um dann mit einem genialen Sprung gegen Rhino anzutreten. Das war der Moment im Film, wo ich mir dachte »okay, let’s go«. Nochmal zwei Stunden Spidey-Action. Ich wäre gerne sitzen geblieben. Es ist eine Schande, dass die Reihe fallen gelassen und nie fortgesetzt wurde. Es war ein hoffnungsvolles Ende, optimistisch, farbenfroh, und ich wollte mehr davon.

Dazu kam natürlich noch die großartige Musik. War es im ersten Teil James Horner, der die Musik beisteuerte und den grundlegenden Sound von The Amazing Spider-Man legte, so war es im zweiten Film Hans Zimmer und The Magnificent Six. Sie bauen gekonnt auf die Basis von Horner auf. So klingen die Filme ähnlich, haben aber doch einen distinktiven Sound. Es ist großartig. Gepaart mit den tollen Action-Sequenzen und den durchweg fantastischen Schauspieler*innen, sind die The Amazing Spider-Man-Filme welche, zu denen ich immer wieder gerne zurückkehre. Ich male mir gerne aus, was als Nächstes gekommen wäre. Ein Team-Up von Dock Ock und Vulture? Dann die Sinister Six? Mysterio? Wir werden es vielleicht nie erfahren. Doch ich erfreue mich immer wieder gerne der Filme, die wir bekommen haben.

Heldenhafte Überraschung

Ich bin ja leicht zu beeinflussen. Zumindest manchmal. Gelegentlich. Eigentlich kaum, aber es gibt Momente, da kann ich nicht an mich halten. So geschehen, letztens, als es bei den Kinder Überraschungseiern kleine Marvel-Figürchen zu ergattern gab. Praktischerweise waren diese in den Dreierpackungen drin, wo auf jeden Fall eine Marvel-Figur dabei war. Die Serie bestand aus insgesamt acht Charakteren: Dr. Strange, Hulk, Spider Gwen, Captain America, Ant-Man, Iron Man, Black Panther und Spider-Man.

Also habe ich mir bei jedem Einkauf zwei, manchmal auch drei dieser Packungen mitgenommen und in den Kühlschrank gestellt. Nicht, dass die Serie frühzeitig eingestellt wird und mir dann Figuren fehlen. Glücklicherweise habe ich nach der zweiten Packung herausgefunden, an welcher Stelle sich die Marvel-Figur in der Dreierpackung befindet. Es wäre schon etwas viel Schokolade gewesen, wenn auch sehr gute. Das liegt natürlich am Produktionsprozess. Zumindest gehe ich davon aus. Irgendwie muss Ferrero sicherstellen, dass auf jeden Fall eine Marvel-Figur drin ist, und das geht am besten, wenn man diese immer an die gleiche Stelle legt. Also habe ich immer nur diese geöffnet. Die restlichen Ü-Eier warten noch immer im Kühlschrank darauf, verspeist zu werden, aber die laufen ja nicht davon.

Glücklicherweise habe ich mich entschieden, immer gleich mehrere von den Packungen mitzunehmen, denn bereits zwei Wochen später gab es diese schon nicht mehr. Mir war nicht klar, dass diese eine so kurze Lebenszeit haben. Leider fehlt mir trotzdem eine Figur, nämlich Ant-Man. Zumindest kann bei sieben, die ich habe, Captain America schön in der Mitte platziert werden. Ein wahrer Anführer eben. Vielleicht bestelle ich mir die fehlende Figur einmal nach, wobei das cheaten wäre. Manchmal hat man eben Glück und manchmal nicht. Und besonders bei solchen Dingen wie Überraschungseiern ist es doch das witzige, sich überraschen zu lassen. Das Konzept steckt im Namen.

Die Figuren an sich finde ich charmant gemacht. Natürlich könnten sie detaillierter sein, aber im Grunde sehen sie gut aus und dadurch, dass sie auf einer halbtransparenten Podest-artigen Säule stehen, kommen sie gut zur Geltung. Außerdem stehen sie stabil, da man die Plattformen, die leider mit einem Aufkleber versehen werden, miteinander verbinden kann. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

Back to Basics

Was Führungen in Salzburg betrifft, sind diese in den vergangenen Monaten und Jahren zum Teil schon sehr spezifisch geworden. Manche sind so interessant, dass es sich lohnt, sie ein zweites Mal zu besuchen, so wie die des Doms letztens, doch manchmal ist es einfach nur notwendig, mal wieder einen Gesamtüberblick zu bekommen. Und wenn es nur deswegen ist, um zu sehen, ob man nicht eh schon alles weiß oder vielleicht doch noch etwas dazu lernen kann. Manchmal kann es vorkommen, dass man sich zu sehr in Details verliert. Da hilft es, etwas herauszuzoomen und das neu gelernte Wissen in das große Ganze einordnen zu können. Anschließend kann man sich erneut den spezifischeren Themen zuwenden.

So bin ich mit Freund J. am vergangenen Samstag gegen Mittag in die Touristeninformation am Mozartplatz gegangen. Wir haben uns zwei Tickets für die Standard-Führung durch die Stadt gekauft und ließen uns überraschen, was wir alles sehen und erklärt bekommen würden. Der nette Herr, der uns durch die Stadt führte, erwies sich nicht nur als äußerst kompetent und mit einem tiefgreifenden Wissen ausgestattet, sondern überzeugte ebenso durch einen hervorragenden Erzählstil und man hätte ihm gerne länger gelauscht. Besonders gefallen hat der Beginn der Führung, da dieser gekonnt gewählt war. So begab sich die Gruppe in den Hof des Salzburg Museums, welches aktuell renoviert wird. Dort hielten sich keinerlei Menschen auf und in einem verborgenen Hauseingang erzählte er uns die geologischen und geschichtlichen Anfänge der Stadt.

Abgeschieden von der Außenwelt, in einer sehr ruhigen Lage, konnte man den Worten lauschen und sich in die Zeit der Erzählung zurückversetzen. Nach den einleitenden Worten ging es schließlich los. Über den Mozartplatz, am Dom vorbei, durch St. Peter und die Universität, der Getreidegasse entlang und an noch mehr Standorten vorbei, ging es einmal quer durch die Altstadt. Dabei hat uns der Guide immer wieder durch kleine Gassen und Durchgänge geführt, die selbst uns nicht bekannt waren. Selbst die spezifischen Punkte der berühmten Plätze der Stadt waren perfekt gewählt, sodass man eine wunderbare Aussicht auf die Burg und die restlichen Gebäude der Stadt hatte. Die Erzählungen waren ebenso einwandfrei aufeinander abgestimmt, die Wege dazwischen weder zu lang noch zu kurz. Jedem Neuankömmling in der Stadt kann ich diese stets mittags stattfindende Führung genauso empfehlen, wie wissbegierigen Einheimischen, die meinen, bereits einen umfassenden Blick über die Geschichte Salzburgs zu haben.

Selbst das Wetter spielte mit. So haben wir, nach einer kleinen Stärkung, die Inspiration des Guides gerne entgegengenommen und den Lift im Mönchberg genutzt, um uns den Aufstieg zu Fuß zu ersparen. Die Richterhöhe bot einen herrlichen Ausblick, die Sonne tat gut und der frische Wind war der Jahreszeit entsprechend kühl. Ein wunderbarer Tag in einer großartigen Stadt.

Ablenkungsmanöver

In den vergangenen Tagen bin ich etwas von meiner üblichen Routine abgewichen. Zumindest was das Verbringen der Pausen im Büro anbelangt. Normalerweise mache ich es so, dass ich an meinem Platz mein Mittagessen verspeise. Meistens handelt es sich dabei um einen gemischten Salat mit Thunfisch oder einen leckeren Cottage Cheese mit einem leckeren Weckerl dazu. Anschließend gehe ich raus, wenn es das Wetter erlaubt, und spaziere eine Runde um das Firmengebäude. Entweder höre ich dabei einen Podcast oder lasse die Gedanken schweifen. Es ist eine schöne Routine, um den Kopf freizubekommen und an etwas anderes zu denken.

Allerdings bin ich in letzter Zeit vermehrt von dieser Routine abgewichen. Das Mittagessen war zwar mehr oder weniger dasselbe, aber danach habe ich mich in die Kaffeeküche gesetzt und den Rest der Mittagspause damit verbracht, im Falter zu lesen oder durch die App des Standard zu scrollen. Oder ich habe die Google-App bemüht, die in den vergangenen Monaten und Jahren gelernt hat, dass ich gerne Gaming-Nachrichten haben möchte und mir entsprechende Meldungen präsentiert. Einmal habe ich sogar ein YouTube-Video angefangen zu schauen, aber das umgehend wieder unterbunden. Doch habe ich Mittag keine Muse, mich eingehender mit Nachrichten oder dergleichen zu beschäftigen, also scrolle ich eigentlich nur durch diverse Überschriften, erfahre nicht wirklich viel Neues und gehe dann wieder an die Arbeit.

Natürlich redet man auch mit Kolleg*innen und trinkt noch gemeinsam einen Verdauungskaffee, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich alles, was ich davor mache, unbedingt wieder einstellen muss. Bereits nach zwei Tagen des sinnlosen Herumwischens, ohne wirklich etwas intensiver zu lesen oder mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, bringt rein gar nichts. Es verwirrt das Gehirn, versetzt es in einen seltsamen Alarm-Modus, und man geht unbefriedigt aus der Mittagspause wieder heraus. Dadurch fällt es natürlich schwerer, sich zu konzentrieren. Wenn dann am Abend noch unproduktive YouTube-Videos dazukommen (um es einmal so auszudrücken) und eventuell noch wenig Schlaf, ist der Kreislauf perfekt und man befindet sich in einer tollen Spirale.

Zum Glück bin ich, was solche Dinge anbelangt, reflektiert genug, dass ich schnell merke, wenn etwas in eine falsche Richtung abgleitet. Zukünftig gibt es nach dem Mittagessen wieder einen kleinen Spaziergang, maximal einen Podcast dazu und sonst nichts. Raus an die frische Luft, an nichts weiter denken und sich schon gar nicht oberflächlich mit den Problemen der Welt auseinandersetzen. In den zehn Minuten, die ich damit verbringe, auf dem Bildschirm des iPhone zu wischen, kann ich etwas viel Besseres mit meiner Zeit anfangen. Da setze ich mich viel lieber am Samstag- oder Sonntagmorgen mit einer guten Tasse Kaffee und meinem iPad an den Küchentisch und lese den Falter oder hole ein paar Texte der Krautreporter nach, für die ich unter der Woche keine Zeit hatte.

Man muss nicht über alles immer gleich sofort Bescheid wissen. Ich kann sowieso nichts dagegen tun. Und wenn mich ein Thema wirklich interessiert, kann ich dem am Abend immer noch nachgehen. Für mich war dieser kleine Ausflug ins Doomscrolling schon ein Wahnsinn und nicht gut für meine psychische Gesundheit. Dabei kamen noch nicht einmal soziale Medien hinzu, die ich ohnehin weitgehend meide und nicht am iPhone installiert habe. Für die meisten fehlt überhaupt der Account – die meisten habe ich schon vor Jahren gelöscht. Einfach mal die Welt sein lassen und einen Spaziergang machen. Sei es allein, mit Freunden, einem Podcast oder was auch immer – das ist sehr viel nützlicher und besser für das eigene Wohlbefinden. Danach kann man sich immer noch mit Nachrichten beschäftigen. Nur eben mit einem ruhigeren Kopf und etwas unaufgeregter.

Dawid Zawiła | Unsplash