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Ein Gott namens Apophis

Wie wir schon des Öfteren etabliert haben, bin ich großer Fan von Klemmbausteinen. Vor allem die ausufernden, großen, unnötig viel Platz einnehmenden und mit allen möglichen Details ausgestatteten Sets haben es mir angetan. Doch leider ist der Wohnraum nur begrenzt, also beschränke ich mich, was diese Sets anbelangt, auf die Mittelalter-Welt von BlueBrixx. Im Wohnzimmer steht bereits eine zig-tausend Teile umfassende Burg, ein selbst erstelltes Diorama für den Wohnturm und bald folgt noch die dazugehörige Klosteranlage, die nun ebenfalls langsam entsteht.

Doch ebenso mag ich die kleinen Sets. Ein paar hundert Teile reichen aus, um etwas Nettes aufzubauen, das man sich beispielsweise auf den Schreibtisch stellen kann. Im Büro befindet sich aus diesem Grund bereits ein Jack O’Neill aus der Serie Stargate SG-1. Bedauerlicherweise gibt es bisher nur vier von diesen sogenannten Brick-Heads und das SG-1-Team wurde noch immer nicht erweitert. Ich hoffe sehr, dass hier bald Nachschub kommt, denn das Team hätte ich schon gerne komplett. Aber Apophis ist ebenso ein klassischer Charakter und der erste große Bösewicht, den das Team rund um Sam, Daniel, Teal’C und Jack über mehrere Staffeln bekämpft.

Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir auch seine Figur zulegen würde. Für knapp 11 € ist man gut dabei und die Figuren sind wirklich nett gestaltet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man mit wenigen Teilen darstellen kann, wenn man sich etwas Mühe gibt. Vor allem auch, wenn man die richtigen Teile verwendet, wie in diesem Fall Goldelemente. Der Bau ist entsprechend einfach für so ein kleines Set und geht leicht von der Hand. Die Figur ist massiv und es gibt quasi keinen Leerraum. Er macht sich wunderbar neben meinem Jack O’Neill und nun warten beide sehnsüchtig auf die anderen Mitglieder von SG-1. Mal sehen, wann die nächsten Charaktere eintrudeln.

Liebe, Monster und John Wick

Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie viele tolle Filme es gibt, in denen ein Protagonist oder eine Protagonistin mit einem Hund zusammenkommt und diese Kombination den gesamten Film trägt. Wahlweise findet das Szenario in einer Apokalypse oder in der heute existierenden Welt statt. Was das letztere Szenario anbelangt, habe ich vergangenes Jahr den brillanten Film Rescued by Ruby auf Netflix entdeckt. Seitdem habe ich diesen mindestens dreimal angeschaut. Es ist ein Feel-Good-Movie, bei dem einem das Herz aufgeht und der einfach nur Freude bereitet.

Rescued by Ruby handelt von Daniel O’Neil (dargestellt von The Flash Schauspieler Grant Gustin), einem State Trooper, der Ambitionen hat, bei der K9-Unit mitzumachen. Das Problem ist nur, dass er bald 30 wird und alle Anwärter für die K9 unter 30 sein müssen. Außerdem hat er noch keinen Hund. Er kann sich auch keinen typischen K9-Hund leisten. Seine Frau Melissa und er haben ein kleines Kind zu Hause und das zweite Baby ist unterwegs. In einem Tierheim findet Daniel schließlich die hyperaktive Ruby. Im Laufe des Films muss er mit ihr umgehen lernen, sie trainieren und die beiden müssen sich einander vertrauen.

Nicht nur sind die Schauspieler*innen toll für ihre Rollen besetzt, die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, ist spannend geschrieben. Es ist einfach schön, die Reise von Daniel und Ruby zu verfolgen. Ein ungleiches Paar muss miteinander auskommen, um so viel mehr zu erreichen, als sie getrennt je in der Lage gewesen wären. Ein ähnliches Prinzip verfolgt der Film Love and Monsters. Dieser Film spielt allerdings in einer post-apokalyptischen Welt. Ein Asteroid raste auf die Erde zu, der von den Nationen der Welt mit allerhand Waffen beschossen wurde. Doch die radioaktive Strahlung und allerhand anderes Zeug haben dazu geführt, dass Insekten um ein Vielfaches größer wurden und mutierten. Sie sind nun die Herrscher der Welt.

Protagonist ist Joel Dawson (von Teen Wolf Star Dylan O’Brien gemimt), der seit sieben Jahren in einem Bunker lebt, getrennt von seiner Freundin. Doch eines Tages entschließt er sich, seine Furcht zu überwinden und sich auf den Weg zu ihr zu machen. Sie ist allerdings knapp 140 km entfernt und auf der Oberfläche lauern allerlei Gefahren. Kurz nachdem er den Bunker verlassen hat, trifft Joel den Hund Boy, dessen Vorbesitzerin verstorben ist. Die beiden vertrauen sich schnell und überleben so einige Abenteuer. Ich mag vor allem die Rollen von Michael Rooker und Ariana Greenblatt, die als Mentor*innen für Joel dienen und ihm die neue Weltordnung zeigen. Keine Intrigen oder Machtkämpfe; einfach nur Menschen, die zu überleben versuchen und sich gegenseitig helfen. Es muss nicht immer in Massaker und Mord enden.

Natürlich gibt es den üblichen Antagonisten, allerdings erst gegen Ende des Films und der ist schnell erledigt. Der Großteil der Geschichte fokussiert sich auf Joel und Boy, die durch eine von riesigen Insekten dominierte Welt ziehen. Die Bilder sind fantastisch eingefangen und das Design der Kreaturen ist durchdacht. Das CGI kann sich sehen lassen und sieht sehr realistisch aus; sehr viel besser als bei so manchen Blockbuster-Filmen. Es steckt viel Leidenschaft hinter dem Film und das merkt man jedem Frame an.

Ebenfalls ein Film, in dem ein Mann und sein Hund gegen eine post-apokalyptische Welt antreten, ist I am Legend. Diesen habe ich allerdings schon sehr lange nicht mehr gesehen. Jedoch habe ich vor Kurzem die Blu-ray erstanden, die demnächst eintreffen sollte und bin sehr gespannt, wie der Film gealtert ist. Ich kann mich nur erinnern, dass ich damals Will Smith großartig in der Rolle fand und das Schicksal des Hundes herzzerreißend war. Im Gegenzug zu den beiden vorher genannten Filmen kennen sich Hund und Herrchen in I am Legend schon länger. Sie tragen allerdings weiterhin die Hauptlast des Films und stehen im Zentrum.

Eine Filmreihe, die durch ihren Einsatz von Hunden berühmt-berüchtigt ist, ist John Wick. Auch wenn die Hunde von John selbst leider kaum im Rampenlicht der Geschichte stehen. Der Erste, den er von seiner verstorbenen Frau geschenkt bekommt, überlebt die erste Hälfte des Films nicht und sein späterer Hund wird meist an der Rezeption des Continental abgegeben. Doch darf Halle Berrys Charakter Sofia im dritten Teil zeigen, was Hunde so können. In einer fantastisch choreografierten Szene kämpfen ihre beiden Hunde auf sehr beeindruckende und vielfältige Weise gegen diverse Schergen.

Es gibt so einige Filme, in denen sich ein Mensch und ein Hund zusammentun, um gemeinsam Abenteuer zu bestehen oder zu überleben versuchen. Die genannten Filme sind nur die aktuellsten und besten Beispiele dafür, die mir gerade eingefallen sind. Es sind Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann. Sie alle haben etwas Einzigartiges an sich und vermitteln einen tollen Einblick ihrer jeweiligen Welten. Die Settings und Voraussetzungen sind bei jedem der Filme anders und trotzdem immer wieder gut umgesetzt. Mal sehen, ob ich noch mehr Filme dieser Art finde oder ob bald neue erscheinen, die in diese Kategorie fallen. Mich würde es freuen.

Christopher Ayme | Unsplash

MCU Rewatch | Ant-Man

Nach Guardians of the Galaxy und Age of Ultron tut es richtig gut, einen Film im MCU zu haben, der eine intimere Geschichte erzählt. Es geht nicht um etwas, das gleich die ganze Welt bedroht oder um das Ende des Universums. Es geht um Hank Pym und seine Erfindung, die nicht in die falschen Hände geraten sollte. Und natürlich geht es um Scott Lang, der, nachdem er seine Zeit im Gefängnis abgesessen hat, für seine Tochter da sein möchte und dafür alles tun würde. Es geht um Familie, Vertrauen und Aufopferung.

Ich mag den Film sehr gerne. Er funktioniert auf vielen Ebenen optimal. Man merkt dem Film allerdings leider an, dass Edgar Wright zuerst eine sehr spezielle Vision für den Film hatte, die auf halbem Weg geändert wurde. Scott Lang kann sich scheinbar nicht entscheiden, ob er der lustige Typ von nebenan sein will oder doch ein ernst zu nehmender Charakter. Ohne das Talent von Rudd würde die Rolle schnell auseinanderfallen, aber er spielt sie mit einer Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, die ihr sehr zugutekommt. Es scheinen zwei unterschiedliche Visionen eines Ant-Man-Films um die Dominanz zu kämpfen. Eine Edgar Wright Version und eine Marvel-Version. Das Endergebnis ist zwar an manchen Stellen etwas unentschieden und wechselt zu schnell den grundlegenden Vibe des Filmes, wenn man es so bezeichnen will, kann sich aber immer noch sehen lassen.

Das liegt vorwiegend an den tollen Charakteren und ihrer Besetzung. Michael Douglas als Hank Pym zu engagieren ist ein ähnlich cleverer Schachzug, wie Anthony Hopkins als Odin einer war. Schauspielgiganten in Marvel-Filmen zu sehen, macht immer wieder Freude. Besonders wenn sie so hervorragend eingesetzt und geschrieben sind, wie in den beiden genannten Beispielen. Paul Rudd steht dem allerdings in nichts nach. Er passt wunderbar in die Rolle des Scott Lang und neuen Ant-Man. Corey Stoll als Gegenspieler Yellowjacket findet die richtige Dosis an Over-Acting und hat sichtlich Spaß an der Rolle. Evangeline Lilly als Tochter von Hank Pym und zukünftige Wasp etabliert sich gut in dem Film und ist ein exzellenter Ausgleich zu Scott und ergänzt wunderbar den Cast.

Man könnte fast sagen, dass sich auf zwei Zeitebenen Vater-Tochter-Beziehungen abspielen. Einmal haben wir Scott mit seiner Tochter Cassie. Sie vergöttert ihren Vater und er will ihr beweisen, dass er für sie da sein kann, trifft allerdings immer wieder fragwürdige Entscheidungen. Er hat es nicht leicht, diesen grundlegenden Wunsch, für seine Tochter zu sorgen, zu erfüllen. Cassie ist die geheime Heldin des Films. Sie ist toll geschrieben und perfekt porträtiert von Abby Ryder Fortson. Sie glaubt an ihren Vater, weiß genau, was vor sich geht, und ihr gehören immer wieder tolle, lustige Momente im Film. Ihre Chemie mit Paul Rudd ist wunderbar, und sie hätten gerne noch mehr Abenteuer miteinander erleben dürfen.

Auf der zweiten Ebene haben wir Hank Pym mit seiner Tochter Hope. Sie spiegeln in gewisser Weise die Zukunft von Scott und seiner Tochter wider, wenn es ihm nicht gelingt, für seine Tochter da zu sein und ihr zu beweisen, dass er der Held ist, für den sie ihn hält. Hank und Hope haben immer wieder bewegende Szenen miteinander, die allerdings leider durch Meta-Kommentare von Scott zunichtegemacht werden. Mich würde sehr interessieren, ob das Wrights Handschrift ist, oder Marvel glaubte, diese tiefgründigeren Momente bräuchten einen Witz, damit das Publikum nicht zu viel fühlt. Vielleicht hat es hier seinen Anfang, dass so viele Momente in zukünftigen Marvel-Filmen durch Meta-Kommentare anderer Charaktere gestört werden. Es dürfen solche Szenen gerne für sich stehen, atmen und seinem Publikum zuzutrauen, mit solchen Momenten umgehen zu können. Aber außer diesem einen Fauxpas, gelingt es dem Film immer wieder auf gekonnte Weise, die Figuren und ihre Beziehungen ins Zentrum zu stellen.

Aber was wäre Ant-Man ohne die tollen Effekte? Die Ameisen sehen großartig aus und die Interaktionen zwischen Scott und den Tieren sind immer wieder ein Höhepunkt des Films. Bedauerlicherweise überlebt seine Lieblings-Ameise Anthony nicht den Film, aber es zeigt, dass er etwas anders an die Sache herangeht, als Hank. Das Schrumpfen und Vergrößern funktioniert reibungslos und kann sich auch weiterhin sehen lassen. Die CGI-Elemente passen sich in die praktische Umgebung und die Sets ein, ohne dass es stört oder einem zu sehr ins Auge springt. Der Anzug von Yellowjacket beispielsweise ist komplett CGI, wenn ich das richtig gelesen habe, und man merkt es quasi nicht. Das haben spätere Filme durchaus schlechter gemacht.

Die Action-Sequenzen sind sowohl episch in ihren Ausmaßen und Umsetzungen als auch lustig. Man denke nur an die Verfolgungsjagd auf dem Spielzeug-Zug in Cassies Zimmer. Ant-Man nimmt sich an den richtigen Stellen ernst, weiß aber den Schleier geschickt zurückzuziehen und die Absurdität mancher Situationen hervorzuheben. Es ist unterm Strich ein gut gemachter Film und führt das Universum von Ant-Man geschickt ins MCU ein. Es fehlt am Ende nur das gewisse Etwas, um ihn in die gleichen Höhen zu hieven wie Captain America oder Iron Man. Wahrscheinlich ist es das zu inkonsequente Drehbuch, das fehlt. Ich hätte gerne Edgar Wrights Version gesehen. Ant-Man steht für sich, etabliert seine Charaktere und wie die Technologien funktionieren, weiß aber, sich ins größere Ganze einzugliedern – was es nicht einmal unbedingt gebraucht hätte. Eine nette Abwechslung zu den ansonsten so großen Weltuntergangsszenarien der anderen Filme.

Fehler eingestehen

Es ist nicht immer leicht, Fehler einzugestehen. Vor allem nicht als Unternehmen. Zusätzlicher Druck kommt dann natürlich hinzu, wenn dieses Unternehmen auf YouTube und Social Media besonders aktiv ist. Der Austausch mit der Community ist ihnen sichtlich wichtig. Doch niemand ist perfekt, und im Hintergrund agieren immer Menschen. Diese machen Fehler, schätzen Situationen vielleicht falsch ein oder reagieren nicht immer gleich auf Feedback. Vor allem das Feedback aus den Kommentaren von YouTube und Social Media will mit Vorsicht genossen werden. Ist es wirklich ein größeres Problem oder schreien nur wenige sehr laut und für die meisten ist es gar kein Problem? Entsprechend wollen natürlich die Reaktionen überdacht und nicht überstürzt werden.

Umso erfreulicher ist es, wenn eben ein Unternehmen oder wie im folgenden Fall zwei Personen eines Unternehmens sich vor eine Kamera setzen und sich entschuldigen. Entschuldigen, dass manches falsch gelaufen ist, welche Fehler passiert sind und was man zukünftig daraus lernt. Es zeigt, dass das Vertrauen in ein Unternehmen, eine Firma, nicht unberechtigt ist. Natürlich sollte man sich nie zu sehr mit einem Unternehmen identifizieren oder deren Produkte glorifizieren. Einen gesunden Menschenverstand und Abstand zu wahren, ist stets von Vorteil und nicht blind Produkte zu kaufen, nur weil eine bestimmte Marke draufsteht. Kritik darf man immer üben, auch wenn man ein Fan von etwas ist. Vielleicht besonders dann.

So ist es bei mir mit BlueBrixx. Ich mag die Marke sehr gerne und deren Klemmbaustein-Produkte zeugen in den meisten Fällen von einer fantastischen Qualität zu einem erschwinglichen Preis. Vor allem mag ich ihre Mittelalter-Welt, die sie mit immer besseren Produkten und neuen Ideen füllen. Natürlich sei Burg Blaustein hier erwähnt und das vor Kurzem eingeführte Kloster Blaubrunn. Bereits bei Burg Blaustein gab es Probleme mit der Verfügbarkeit, weil sie, von außen betrachtet, stets zu wenige Einheiten vom Lieferanten bestellt hatten. Dazu kamen Probleme mit den weltweiten Lieferketten und so weiter. Ich habe über ein dreiviertel Jahr gewartet, bis ich endlich das erste Set der Reihe ergattern konnte. Das hat sich allerdings über die vergangenen Jahre gebessert.

In den zurückliegenden Monaten, besonders vor dem Weihnachtsgeschäft 2024, las man jedoch immer wieder Kommentare in Bezug auf den schlechten Kundendienst (genauer gesagt die äußerst langen Reaktionszeiten) und dass Bestellungen nicht ausgeliefert wurden. Dazu gab es eine Deadline, bis wann man bestellen musste, damit man zu Weihnachten die Sets hatte. Diese Frist sollte sich als grandiose Fehleinschätzung herausstellen. Lange Zeit hörte man nichts oder zumindest sehr wenig von BlueBrixx zur angesprochenen Kritik. Im Nachhinein verständlich, denn als Firma muss man sich erst Gedanken machen, wie man die Probleme in Zukunft bewältigen möchte und kann. Etablierte Prozesse zu ändern, ist nie einfach, wie wahrscheinlich viele nachvollziehen können.

Mitte Januar hat BlueBrixx schließlich ein Statement auf YouTube veröffentlicht, wo sie die Zeit vor Weihnachten Revue passieren lassen, genau erläutern, was die Probleme waren, was sie kurzfristig dagegen getan haben und wie sie planen, die Herausforderungen zukünftig zu meistern. Ein tolles Video und etwas, das man nicht oft liest oder zu hören bekommt. Natürlich gibt es immer Leute, die sich auch darunter beschweren. Dass man das Video früher hätte machen sollen und so, aber das ist die Minderheit. Ich selbst habe mich wegen einer Fehllieferung an den Kundenservice gewandt und warte noch auf eine Antwort. Mal sehen, wann die kommt. Außerdem muss ich noch wegen zwei Fehlteilen in der Einsiedelei nachfragen, was wahrscheinlich lange dauern wird, bis eine Rückmeldung, geschweige denn Ersatz kommt. Aber nun weiß ich, warum und dass es eben so ist. Ich kann mich darauf einstellen und es stresst nicht. Eine Entschuldigung oder sich Fehler einzugestehen ist nie leicht. Deshalb ist es umso eindrucksvoller, wenn man solche Videos zu sehen bekommt.

Ein Deck voll Elden Ring

Seit Jahren begeistert mich das Spiel Elden Ring. Ich habe es diverse Male durchgespielt und mich voller Freude in den DLC Shadow of the Erdtree gestürzt, der vergangenes Jahr erschien. Aber das Spiel beschäftigt mich auf verschiedensten Ebenen weiter. Ich schaue mir gerne Challenge-Runs an oder das von Streamer Captain Domo veranstaltete Bingo Brawlers. Außerdem gibt es diverse Analysen, Zusammenfassungen und natürlich Hommagen an Elden Ring. Allen voran Carbot Animations.

Dabei handelt es sich um kurze Animationsvideos, die Videospiele aufs Korn nehmen. Jedoch machen sie sich nicht darüber lustig, sondern produzieren lustige Videos, die die Welt von Spielen aus einer anderen Perspektive zeigen. Die Videos sind mit viel Liebe zum Detail gemacht und haben einen einzigartigen Animationsstil, der mir ausgezeichnet gefällt. Es gibt Anspielungen auf eine Vielzahl anderer Spiele und popkultureller Erzeugnisse innerhalb dieser Videos. Dabei dauern diese nur wenige Minuten. Oft kommen sie ohne Sprache aus. Es ist eine Art Verbeugung vor Videospielen und die Produktionen sind auf einem erstaunlich hohen Niveau.

Besonders haben es mir natürlich die Videos zu Elden Ring angetan. Man erinnert sich dabei an die eigene Reise durch die Zwischenlande. Es sind immer wieder lustige Momente in den Videos; Momente, die einen im Spiel selbst wahrscheinlich haben verzweifeln lassen. In der Videoreihe zu Elden Ring begleitet man einen Tarnished auf der Reise zum Elden Lord, so wie man selbst auch diese Reise vollzogen hat. Anfangs bekommt man noch von allen Gegnern ordentlich aufs Maul, bevor man sich besser zurechtfindet und über sich hinauswächst. Es ist wirklich großartig und hat so manches Meme hervorgebracht oder gekonnt aufgenommen. Selbst die Kommentare unter den Videos sind toll zu lesen. Es ist eine nette Community.

Wenn es nur einen Weg gäbe, diese tollen Zeichnungen zu verewigen und zu Hause bestaunen zu können. Doch Carbot Animations enttäuscht auch hier nicht mit einer kreativen Lösung. So bestand Ende 2024 die Möglichkeit, ein Kartendeck mit der künstlerischen Interpretation der Elden Ring Charaktere zu erwerben. Da konnte ich natürlich nicht anders als zuzuschlagen. Carbot Animations hat eine tolle Sicht auf das Spiel und es ist eine schöne Erinnerung; nicht nur an die Videos, sondern ebenso auf die Reise durch die Zwischenlande und das Schattenreich. Die Karten sind letztens angekommen und haben nicht enttäuscht. Der Druck ist hochwertig, die Karten greifen sich toll an und alle Hauptfiguren und Stars aus den Videos, wenn man sie so bezeichnen möchte, kommen vor. Ein Kartendeck bietet eben viel Platz, um Kreaturen, Bosse und Charaktere aus den Videos aufzugreifen. Wahrscheinlich könnte man zwei oder drei Decks füllen, aber mit diesem hier bin ich mehr als zufrieden.

Ein neuer Anfang

Mir ist es wichtig, einen guten Überblick über meine Finanzen zu haben. Was sind meine regelmäßigen Ausgaben? Welche Abos laufen monatlich und jährlich? Wie kann ich mich auf Ausgaben vorbereiten, die nicht planbar sind? Was steht mir wirklich als Budget für meine Hobbys zur Verfügung? Alles Fragen, die ich seit langer Zeit beruhigt beantworten kann. Seit über fünf Jahren verwende ich für ein ruhiges Gewissen die App You Need A Budget (YNAB). Zwar sind die jährlichen Abo-Kosten mittlerweile im höheren Bereich angesiedelt, aber im Moment ist es mir der Seelenfrieden Wert, den mir YNAB bringt. Zudem ist mir bisher noch keine bessere Alternative, mit einem ähnlichen Funktionsumfang, über den Weg gelaufen.

Über das »Warum« von YNAB habe ich bereits in der Vergangenheit geschrieben (Impulskontrolle mit YNAB). Heute geht es mir um eine spezielle Funktion, die in der App steckt. Genauer gesagt eine Funktion, die ich gerne in der Desktop-Version nutze, die man über den Browser öffnet. Denn überraschend regelmäßig setze ich mein Budget auf null zurück und fange von vorne an. Jedoch nicht komplett von vorne, das wäre äußerst aufwendig, sondern mit dem, was YNAB als »Fresh Start« bezeichnet. Sämtliche Kontostände von nicht verknüpften Konten (was bei mir alle sind) und die aktuell budgetierten Summen in den einzelnen Kategorien werden auf null zurückgesetzt.

Was sich YNAB allerdings merkt, sind die Kategorien, die man sich angelegt hat, die zukünftigen Ausgaben, die man geplant hat und noch ein paar zusätzliche Kleinigkeiten, die einen Neustart angenehmer machen. Ich habe vorhin geschrieben, dass ich es überraschend regelmäßig mache. Man sieht in YNAB die alten Budgets in einem Archiv, sofern man diese nicht manuell löscht und beinahe jährlich, spätestens nach eineinhalb Jahren, scheine ich immer wieder einen »Fresh Start« zu machen. Mit der Zeit schleichen sich Dinge ein, die das Budget unnötig verkomplizieren. Seien es zu viele Kategorien, regelmäßige Ausgaben, die man aus Bequemlichkeit einer „falschen“ Kategorie zugewiesen hat oder regelmäßige Ausgaben, die eventuell unnötig geworden sind. Was auch immer der Grund sein mag, es tut wirklich gut, regelmäßig frisch anzufangen und die eigenen Kategorien neu zu bewerten.

Natürlich behalte ich die meisten Kategorien bei. Es gibt eben eine Basis, die man immer benötigt: Lebensmittel, Wohnungskosten, Kredit, Telefon- und Internetrechnungen, Versicherungen, Spar- oder Anlagen-Pläne und so weiter. Doch es sind die zusätzlichen Kategorien, hauptsächlich in Bezug auf Abos, die ich mir bei solchen Neustarts immer besonders genau anschaue. Benötige ich alle Patreon-Abos, die aktuell laufen, oder kann ich welche wegstreichen? Das eine Jahr von MyFitnessPal werde ich wahrscheinlich nicht verlängern, also fällt das dieses Jahr sowieso weg oder Hobbys, die ich schon lange nicht mehr verfolge, benötigen keine eigene Kategorie mehr. Ich streiche rigoros weg. Im Zweifel kann ich es später wieder hinzufügen, aber fürs Erste sollte das Budget einfacher werden.

Schließlich werden die einzelnen Konto-Stände wieder eingetragen und jeder Kategorie die benötigten Summen zugewiesen. Dabei startet man, wie es Hannah vor kurzen auf dem YouTube-Kanal von YNAB vorgestellt hat, mit den wichtigsten Kategorien zuerst. Sprich, die oben genannten Basis-Kategorien werden als Erstes versorgt, bis eben jeder Euro einen Job bekommen hat. Mit diesem »Fresh Start«, der Neubewertung von Abos und Ausgaben, kann das Jahr 2025 kommen. Für einen Neustart von YNAB ist es nie zu spät, und wenn man eine gute App für die eigenen Finanzen benötigt, kann ich die App nur empfehlen. Wie gesagt, beschert mir YNAB seit Jahren einen Seelenfrieden, den ich zuvor nicht hatte. Ich habe alle Ausgaben immer im Blick und bin auf fast alles vorbereitet. Mit einem Neustart fühlt es sich umso besser an, da ich meine aktuellen Prioritäten berücksichtigen kann, was mir in meinem Leben aktuell am wichtigsten ist. Immer nur das aktuelle Budget zu überarbeiten, ist da nicht ausreichend. Manchmal benötigt man einen neuen Anfang.

man-Formulierungen

Mit Freund T. hatte ich mich letztens über man-Formulierungen unterhalten. Es ging im konkreten um Rezensionen von Filmen, beispielsweise. In meinem ersten Semester Medienwissenschaften hatte ich einen Kurs zum Thema Nachrichtentexte; wie man diese schreibt, worauf es ankommt und dergleichen. Damals hatte ich noch meinen alten Blog »Geek-Planet«. Meine neuen Freunde bestanden darauf, dass ich diesen kurz vorstelle, da es in der konkreten Stunde um Rezensionen ging und ich entsprechende Texte schrieb.

Ich war äußerst zurückhaltend damit. Bin ich auch heute noch, wenn ich ehrlich bin. Irgendwas hindert mich manchmal daran, darüber zu reden, dass ich einen täglichen Blog betreibe. Es hat etwas Entblößendes an sich. Man gibt sehr viel von sich preis, sehr viel sogar, wenn man jeden Tag über die unterschiedlichsten Themen schreibt. Aber das ist ein Vorsatz, nicht unbedingt fürs neue Jahr, eher generell, dass ich offener bin, mit den Dingen, die mir wichtig sind, aber auch wenn mich etwas stört oder so.

Jedenfalls saßen wir in dem Seminar und Sprachen über Rezensionen. Wir kannten uns kaum ein paar Wochen und schon sollte ich meinen Blog dort vorstellen. Freund H. hat dies, wenn ich mich recht entsinne, damals an sich genommen und im Nachhinein bin ich froh darüber. Manchmal bedarf es einer externen Motivation, um über den eigenen Schatten zu springen. Es war gerade die Zeit, als Star Wars – The Force Awakens in den Kinos lief, und meine Rezension dazu war eine der obersten Texte. Ich wurde gebeten, ihn vorzulesen.

Selbst ob meiner Nervosität lief dies überraschend gut. Der Text kam, glaube ich, auch einigermaßen gut an und die Professorin bot etwas Feedback an. Der eine Kritikpunkt, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht, ist, dass ich-Formulierungen im Text vorkommen. Dies sei aber ein Blog und da kann man so etwas machen. Heute frage ich mich, warum dies gerade bei Rezensionen etwas Schlechtes sein soll. Bei dieser Sorte Text sollte es geradezu deklariert werden, dass dies eine subjektive Meinung ist und keine objektive Untersuchung.

Natürlich gibt es immer objektive Kritiken und Elemente, die man entsprechend beurteilen kann. Doch eine finale Rezension jedwedes Medienerzeugnisses ist zwangsläufig eine subjektive. Man-Formulierungen versuchen dies nur zu verschleiern und die angeführten Thesen und Kritiken als universelle Wahrheit darzustellen. Ein solcher Text wirkt komplett anders, wenn man sämtliche »man« durch »ich« ersetzt. Er wirkt sehr viel persönlicher, subjektiver und sämtliche, zuvor generell angesehenen Kritiken, verlieren etwas von ihrer Schlagkraft.

Plötzlich ist die Gelegenheit für einen Dialog da. Okay, du siehst es so, ich sehe es aber vielleicht anders. Ich habe einen anderen Zugang zum Thema, oder mich berührt dieser Aspekt der Geschichte besonders, weil ich eine entsprechende Erfahrung gemacht habe. Ich kann Argumentieren und mich aktiv über etwas austauschen. Manchmal sind man-Formulierungen unumgänglich oder machen einen Text zugänglicher. Manchmal hilft es bei den Themen, etwas Distanz zu gewinnen und vereinfacht es, darüber zu berichten. Es ist stets ein Abwägen, welche Formulierung gerade am angebrachtesten ist. Doch ein Fehler sind ich-Formulierungen, besonders wenn es um Rezensionen geht, keinesfalls.

Sich selbst blockieren

Menschen haben manchmal schon seltsame Ansichten. Ich weiß, in der aktuellen Weltlage eine erstaunlich geistreiche Beobachtung. Ich klopfe mir auch gerade selbst auf die Schulter und bin stolz auf mich. Allerdings geht es mir nicht um das große Ganze, sondern eher um einen kleinen Ausschnitt menschlichen Verhaltens, der mir in letzter Zeit des Öfteren aufgefallen ist. Es scheint fast so zu sein, dass neue Gewohnheiten oder Vorlieben rasch als selbstverständlich wahrgenommen werden. Das, gepaart mit dem üblich ruppigen Verhalten, welches in YouTube-Kommentaren zu finden ist, ergibt eine belustigende Mischung. Doch worum geht es?

Wie regelmäßige Besucher*innen dieses Blogs vielleicht wissen, bin ich der Marke BlueBrixx recht angetan. Dabei handelt es sich um einen Klemmbausteinhersteller mit Sitz in Deutschland. Im Bereich der Klemmbausteine sind sie relativ frisch unterwegs, verbessern sich allerdings sichtlich Jahr für Jahr und konnten sich einen guten Ruf aufbauen. Das gelingt ihnen zum einen über einen gut geführten YouTube-Kanal. Dort stellen sie aktuelle Neuheiten vor, reagieren auf Feedback der Community und veranstalten regelmäßige Q&As. Die Menschen vor der Kamera sind sympathisch, brennen für die Themenbereiche und man merkt bei den Präsentationen, dass sie sichtlich Freude an ihrer Arbeit haben.

Besonders hervorgetan hat sich BlueBrixx durch Mittelaltergebäude, die mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet sind. Wenn man sich all die Sets, die in der Serie bisher erschienen sind, zulegen würde, bräuchte man ein großes Zimmer und könnte ein gewaltiges Diorama aufbauen. Seit kurzem hat BlueBrixx sogar eigene Minifiguren, die sie in immer mehr Themenwelten ausrollen und mit denen man die Welt bevölkern kann. Natürlich ist BlueBrixx nicht ohne Schwächen, besonders der Kundenservice gerät oft ins Kreuzfeuer und anfangs war die Qualität der Steine noch nicht von angemessener Qualität. Doch durch neue Lieferanten und Partnerschaften konnten die anfänglichen Qualitätsprobleme mittlerweile beseitigt werden. Ich würde sie jederzeit dem dänischen Markführer vorziehen, aber das hat noch weitaus mehr Gründe, auf die ich aber heute nicht eingehen möchte.

In der Welt des Mittelalters von BlueBrixx ist besonders ein Gebäude geradezu berühmt-berüchtigt: die Burg Blaustein. Anfänglich ein eher kleines Set mit 5.000 Teilen ist mit diversen Erweiterungen mittlerweile ein knapp 30.000 Teile umfassendes Monster daraus geworden und es scheint noch kein Ende in Sicht zu sein. Doch die Burg ist langsam nicht mehr zu bewältigen. Sie ist schwer, massig und eher schlecht zu tragen. Wenn sie steht, dann steht sie. Der Ausbau scheint sich, auch wenn man es sich vielleicht nicht eingestehen möchte, dem Ende zu nähern. Mal sehen, was noch kommen mag. Das nächste größere Projekt steht allerdings schon in den Startlöchern: Kloster Blaubrunn. Wie bei Burg Blaustein soll man die Entwicklung des Klosters über die Jahrhunderte begleiten. Irgendwann entsteht sicherlich eine prächtige Anlage. Doch eines hat sich an der Präsentation entscheidend geändert: die Verpackung und das Anleitungsdesign.

Burg Blaustein ist unter der Eigenmarke BlueBrixx Special vertrieben worden und wird auch noch mit diesem verkauft. Man bekommt schlichte, designfreie Kartons, die randvoll mit Klemmbausteinen sind. Die Anleitungen sind nur als PDF verfügbar und von der Webseite herunterzuladen. An sich praktisch. Man spart sich Papier und kann mit dem Tablet bauen. Kloster Blaubrunn allerdings wird über die Eigenmarke BlueBrixx Pro verkauft. Die Kartons sind hochwertiger, verfügen über ein ansprechendes Design und die Anleitung liegt gedruckt bei. Warum sie das nun geändert haben, kann ich nicht nachvollziehen, aber es ist eben so. Bisher kann man die Anleitungen der Pro-Sets leider (noch) nicht als PDF herunterladen. Es soll scheinbar eine Downloadfunktion kommen, aber wann das so weit ist, weiß man nicht.

Bei den Produktvideos für die ersten beiden Sets von Kloster Blaubrunn liest man immer wieder, wie begeistert die Kundinnen und Kunden doch von den Sets sind. Man muss für zukünftige Umbauten nicht so viel zerlegen, wie bei Burg Blaustein (auch wenn ich das sehr gerne so gehabt hätte), es sind Figuren dabei und die größere Modularität sei zu begrüßen. Das Team hat sich außerdem eine kleine Geschichte dazu überlegt, was ich sehr begrüße und die Welt rund um Blaustein und Blaubrunn lebendiger wirken lässt. Was allerdings erstaunlich oft auf diese Beglückwünschungen folgt, ist ein großes „aber“. Denn man würde sich das Set so nicht kaufen können, denn die Anleitung ist ja gedruckt beigelegt und noch gibt es keine Möglichkeit, diese digital herunterzuladen. Ich finde das eine erstaunliche Argumentation, etwas nicht zu kaufen, von dem man sichtlich ein Fan ist, das man gerne hätte, dafür sogar einen YouTube-Kommentar hinterlässt, es allerdings schließlich an der Form der Anleitung scheitert.

Wie gesagt, ist BlueBrixx eine noch recht junge Firma. Es ist von den neueren Marken eine der wenigen, die Anleitungen digital zur Verfügung stellen (eben bei den Specials). Kauft man Sets von Cobi, Funwhole, Pantasy, Cada und Co. liegt stets eine gedruckte Anleitung bei. Ich weiß nicht einmal, ob man digitale Anleitungen dieser Marken bekommt. Es ist mir auch egal. Es geht mir um den Bau der Sets. Um die Freude beim Aufbauen und das Entdecken der netten Details. Haben wir nicht alle als Kinder und Jugendliche die Sets mit gedruckten Anleitungen gebaut aus dem schlichten Grund heraus, dass es die digitale Infrastruktur nicht zuließ, Megabyte an PDFs herunterzuladen? Ist die Art der Anleitung so essenziell wichtig, dass man sich einem Produkt verwehrt, von dem man sichtlich Freude für sich herausziehen kann und das einen über Jahre begleiten wird? Besonders wenn man schon andere Sets zu Hause hat und das Kloster wunderbar als Ergänzung dienen würde?

An meiner Blaustein baue ich schon mehrere Jahre, weil immer wieder Sets erscheinen. Vom neuen Kloster erwarte ich mir etwas Ähnliches. Man fasst es immer wieder an, baut es um, ergänzt vielleicht eigene Ideen und Erweiterungen. Vielleicht hat man ein Diorama zu Hause, wo man es einbauen kann. Vielleicht zerlegt man es und baut die zig-tausend Teile erneut auf und verzweifelt etwas, weil man das eine spezielle Teil unter den tausenden anderen nicht mehr findet (nicht, dass ich so etwas schon einmal gemacht hätte oder mir etwas in der Form passiert wäre). Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich die gedruckte Anleitung sogar ganz nett, weil man immer wieder darin blättern kann, anstatt auf einem Bildschirm herumzuscrollen. Ich mag beide Versionen von Anleitungen. Mir ist es egal, wie ich baue, solange das Set gut konstruiert ist und mir Freude bereitet. Dass man sich derart selbst blockiert und etwas verwehrt, finde ich äußerst erstaunlich. Könnte man mit einer klassischen, gedruckten Anleitung nicht noch etwas mehr das Gefühl von früher hervorrufen? Ich freue mich jedenfalls auf das Kloster und vielleicht liegen die ersten beiden Sets aktuell neben mir und warten nur darauf, gebaut zu werden.

MCU Rewatch | Avengers: Age of Ultron

Ich weiß nicht, wie oft ich den ersten Trailer zu Age of Ultron damals angeschaut habe. Aber es muss sehr oft gewesen sein. Die eingespielte Kindermusik, die Anspielungen auf Pinocchio, die endzeitliche Stimmung, sowie die grandiose Performance von James Spader haben mich nicht mehr losgelassen. Die Vorfreude auf den Film war gigantisch. Vor allem, weil dieser erneut von Joss Whedon inszeniert werden sollte. Mit dem ersten Avengers hat er bewiesen, dass er sich in dem Universum auskennt und nun soll er uns erneut mit einem Zusammentreffen unserer liebsten Helden beglücken.

Die Änderungen an der Comic-Vorlage, die in diesem Fall durchgeführt wurden, finde ich äußerst passend. Veränderungen, wenn sie der Geschichte dienen, sind nicht nur positiv zu bewerten, sondern willkommen. In den Comics hat Hank Pym (Ant-Man) Ultron ins Leben gerufen. Das hätte nicht ins MCU gepasst. Die dramatischen Ereignisse aus New York, die nicht nur Iron Man 3 und Captain America – The Winter Soldier geprägt haben, werden hier gekonnt vorgesetzt. So ist es Tony Stark, mit Hilfe von Bruce Banner, der die AI rund um Ultron zum Leben erweckt. Doch seine ursprüngliche Programmierung, genauer gesagt das eigentliche Ziel, die Menschheit zu beschützen, schlägt schnell in das Gegenteil um.

Das Perfide an Ultron ist, dass er mit jeder neuen Generation von sich selbst besser wird. Bessere Materialien, bessere Eigenschaften, mehr Vernetzungen in der Welt und so weiter. Jede Iteration macht etwas besser als die vorhergehende; Evolution in Überschallgeschwindigkeit. Erneut hat die Casting-Direktorin Sarah Halley Finn ihr Geschick bewiesen, als sie James Spader als den terrorisierenden Roboter engagierte. Auch hier sind die behind-the-scenes Videos sehr zu empfehlen. Es ist großartig zu sehen, wie diese Charaktere entstehen, und James Spader ist immer ein Genuss. Ich mochte ihn auch in den ersten Staffeln von Black List, aber die immer abstruser werdenden Geschichten haben mich irgendwann verloren. Jedenfalls ist er ein begnadeter Schauspieler. Ultrons Größenwahn transportiert er mit Bravour. Die Avengers haben einen beängstigenden Gegner, dem sie hier gegenüberstehen.

Ich fände es immer noch cool, wenn Ultron irgendwann vielleicht zurückkehren und eine neue Bedrohung für die Avengers darstellen würde. Die neue Generation der Avengers könnte sich auf ihre ganz eigene Art mit dieser Bedrohung auseinandersetzen. Wie kaum ein anderer Gegner könnte Ultron den aktuellen Zeitgeist aufgreifen und seine Bedrohung dadurch noch echter machen. Es wäre ein interessantes Experiment.

Was mir an Age of Ultron ebenso gut gefällt, abseits von den beeindruckenden Kulissen und Action-Sequenzen, sind die einfacheren Szenen. Die Momente, in denen unsere Helden einfach nur dasitzen oder -stehen und sich unterhalten. Das hat dieser Film wirklich fantastisch gemacht, und es ist etwas, das mir in aktuellen Filmen etwas fehlt. Sei es die Party-Szene, bevor Ultron sie so unhöflich unterbricht. Sie scherzen, diskutieren und testen, ob sie nicht doch Mjölnirs würdig sind (im Rückblick fantastisch umgesetzt, dass Cap nur vortäuscht, den Hammer nicht hochheben zu können; in Kombination mit Visions Fähigkeit dies zu tun und die humorvolle Art, wie dies umgesetzt wird, lenkt perfekt von der Tatsache ab, dass Steve es könnte; die Russo Brothers lösen das Rätsel schließlich in einer der besten Szenen in Endgame auf – aber dazu kommen wir in ein paar Monaten).

Zu diesen stimmungsvollen Momenten gehört ebenso die Zeit, die sie auf der Farm von Hawkeye verbringen. Es zeigt sie verletzlich. Die Dynamiken zwischen den Charakteren werden weiter ausgebaut, man versteht sie besser. Erst wenn wir diese Charaktere auf einer menschlichen Ebene sehen und begreifen, können die großen, heldenhaften Momente umso intensiver ihre Wirkung entfalten.

Die neuen Figuren, die mit Age of Ultron eingeführt werden, sollen noch eine große Rolle im weiteren Verlauf des MCU spielen. Allen voran natürlich Wanda und Vision, die am Ende bereits ihre angehende Beziehung andeuten. Elizabeth Olsen als Wanda ist ein ebenso genialer Zug, wie Paul Bettany von seiner Sprecherrolle als Jarvis hin zu Vision zu befördern. Beide passen perfekt in ihre Rollen und sind nicht mehr aus dem MCU wegzudenken. Ich hoffe, sie kehren bald wieder zurück. Dann haben wir natürlich noch Andy Serkis als Ulysses Klaue – ebenso ein hinterhältiger und gut umgesetzter Bösewicht, der noch eine größere Rolle im großen Ganzen einnehmen darf – und Aaron Tayler-Johnson als Quicksilver. Er verlässt uns zwar frühzeitig wieder, hinterlässt aber trotzdem einen bleibenden Eindruck.

Age of Ultron ist ein toll umgesetzter Film. Die Geschichte der Avengers wird gekonnt fortgesetzt. Man hält sich nicht lange mit der Etablierung des Teams auf oder wie sie in diesem Fall zusammenfinden, um die letzten Basen von Hydra zu beseitigen. Wir steigen direkt ein und es kann losgehen. Die Charaktere sind etabliert und man fokussiert sich auf das Team selbst, ihre Dynamik und den Problemen, denen sie gegenüberstehen. Action-Sequenzen und ruhigere Momente lösen sich wunderbar ab und halten eine Balance, die die Geschichte in einem angenehmen Tempo erzählt.

Am Ende dürfen wir dann noch einen Blick auf den großen Bösewicht des MCU werfen. Thanos nimmt es selbst in die Hand, um sich der Avengers zu entledigen und die Infinity-Stones zusammenzubringen. Der perfekte Teaser für Phase drei des MCU. Doch zunächst müssen wir die Zweite mit dem ersten Ant-Man-Film abschließen.

Und nur um den Überblick zu behalten und weil ich es selbst andauernd vergesse, welcher Stein wofür steht, hier eine Übersicht, welche wir bisher kennengelernt haben und wo sie sich befinden:

  • Der Tesseract beinhaltet den »Space Stone« und befindet sich, nach den Ereignissen von Avengers, in Asgard.
  • Lokis Zepter beinhaltet den »Mind Stone« und befindet sich in Vision, genauer gesagt auf seiner Stirn.
  • Der Äther, der den »Reality Stone« repräsentiert, ist irgendwo in der zerstörten Sammlung des Collectors in Knowhere
  • Der »Power Stone«, den zwischenzeitlich Ronan in seinem Hammer hatte, befindet sich auf Xandar

Zauberhafte Hexen

Von 1998 bis 2006 beglückten uns die drei, eigentlich vier, Halliwell Schwestern mit ihren Abenteuern in der fantastischen Serie Charmed. Mir war es gar nicht bewusst, dass es eigentlich einen fließenden Übergang zur Serie Supernatural gab, die 2005 startete. So hatte man über viele Jahre hinweg konstanten Nachschub an guten Mystery-Serien. Natürlich schwankte die Qualität der Staffeln und Episoden im Laufe der Zeit, wie das eben bei lange laufenden Projekten so ist, doch im Allgemeinen sind das wohl die beiden Serien mit der größten Relevanz, wenn es um Mystery und Horror-Elemente geht. Wobei letzteres eher in Supernatural zu finden ist.

Ende 2024 erschien, ohne dass ich davon informiert wurde, eine Blu-ray-Box von Charmed. Eine Frechheit, dass ich keine Mail oder Post erhielt, zähle ich doch zu den frühesten und wohl größten Fans der Serie. Es gibt kaum eine Serie, die mich in meiner Jugend mehr begeistert und verfolgt hat, als Charmed. Abgesehen von Stargate vielleicht, aber das war Science-Fiction. Ich hatte immer schon ein Herz für Mystery und mythologische Themen. Charmed traf diese Begeisterung genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe mir von meinem Taschengeld sogar die einzelnen DVD-Boxen gekauft. Eine davon liegt, glaube ich, sogar noch im Keller.

Genau wie bei Supernatural steht auch bei_ Charmed_ Familie im Vordergrund. Es sind drei Schwestern, die eines Tages entdecken, dass sie eigentlich Hexen sind. So können wir gemeinsam mit den erwachsenen Halliwells ihre Fähigkeiten und diese spannende Welt der Magie entdecken. Waren es in den ersten drei Staffeln noch Prue (Shannen Doherty), Piper (Holly Marie Combs), und Phoebe (Alyssa Milano), die wir jede Woche verfolgt haben, so kam in der vierten Staffel Paige Matthews (Rose McGowan) hinzu – die lange verschollene Schwester. Der Abgang von Prue am Ende der dritten Staffel kam damals sehr plötzlich und hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Doch mit Paige kam ein frischer Wind in die Serie – andere Ansichten, andere Elemente, neue Figuren. Ich glaube, das tat der Serie an sich ganz gut, auch wenn ich gerne gewusst hätte, wie die Serie und die Schwestern sich mit Prue weiterentwickelt hätten.

Was mir nicht mehr bewusst war und ich erst durch Wikipedia (wieder) erfuhr, ist, dass es scheinbar 43 Bücher zur Serie gibt. Nur zwei davon erzählen Geschichten, die aus der Serie bekannt sind. Der Rest sind alles originelle, neue Geschichten. Ich wäre direkt daran interessiert, in ein paar davon einen Blick hineinzuwerfen, ob diese tatsächlich gut sind. Aber so schlecht können sie nicht sein, wenn so viele davon erschienen sind.

Vielleicht hätten mir die Bücher damals etwas dabei geholfen, mein eigenes Buch der Schatten zu erstellen. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich wollte mein eigenes Buch der Schatten machen. Doch nicht einfach nur so, sondern am Original entlang. Deshalb waren die DVDs so praktisch. Man konnte pausieren und die Texte abschreiben. Leider hatte ich damals nur einen kleinen Röhrenfernseher. Entsprechend unscharf waren das Bild und die kleinen Texte. Trotzdem bin ich, wenn ich mich recht erinnere, einigermaßen gut vorangekommen. Ich hatte sogar stets die Reihenfolge der Seiten notiert, damit mein Buch irgendwann so authentisch wie möglich wird. Aber das Buch der Schatten in der Serie war eben nur eine Requisite, die sich ständig ändert. Das machte mein Unterfangen etwas schwierig. Trotzdem hat es mir sehr viel Freude bereitet, mich eingehend mit der Geschichte, den Kreaturen und Monstern zu beschäftigen.

Scheinbar ist die neue Blu-ray-Box allerdings nur eine Wiederauflage einer bereits 2021 erschienenen Collectors Edition. Doch mir reichen die einfachen Blu-rays vollkommen aus. Mit der Full-HD-Überarbeitung wurde nicht nur das Bildformat auf die heutigen Breitbild-Fernseher angepasst, sondern auch das Audio aktualisiert. Ob ebenso Effekte neu aufgelegt wurden, davon lasse ich mich beim Rewatch überraschen. Damit habe ich jetzt schon zwei Serien, die ich mir erneut zu Gemüte führen werde. Erst kam Supernatural unerwartet in meine Hände und jetzt Charmed. Natürlich werde ich auch diesen Rewatch mit Texten verfolgen. Zwar weiß ich noch nicht, wann ich diese ganzen Texte unterbringen soll, aber ich finde einen Platz. Allerdings wird es noch etwas dauern. Denn erst schließe ich meinen Rewatch des MCU ab.