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Erwartungen an Essen und Wein

Man begab sich am Samstag, so wie es mittlerweile schon beinahe zum Brauchtum gehört – um eines der Worte zu gebrauchen, deren Bedeutung wie beim Tauziehen von verschiedenen Seiten eingenommen werden möchte – in die schöne Stadt namens Salzburg. Seit geraumer Zeit wartet dort ein kleines unscheinbares Lokal darauf, getestet zu werden, dessen Spezialität Weine sind und das durch ein bestechendes, wenn auch simples, wenn nicht sogar einfaches Menü überzeugen soll. Doch natürlich musste die Stadt zuvor erkundet und ihr weitere, kulturelle Geheimnisse entlockt werden, ansonsten wäre es kein vollständiger Besuch.

So trug es sich zu, dass man die Steingasse – an diesem Tag sollte es nicht das einzige Mal bleiben – entlang schlenderte, um die Aussicht vom kleinen Arenberg aus zu genießen. Es war ein herrlich sonniger Tag angekündigt worden, doch je öfter man diverse Wetter-Applikationen studierte, desto niedriger wurde auch die Anzahl an Sonnenstunden. Es sollten also keine weiteren Konsultationen entsprechender Apps stattfinden, um zu vermeiden, diese Zahl ins Negative rutschen zu lassen. Am Ende schuldet man dem geneigten Wettergott oder der geneigten Wettergöttin etwas und das kann niemand wollen.

Trotz aufkommender Wolken war der Anblick der Burg, wenn nicht gar der Festung Hohensalzburg, atemberaubend. Jedes Mal überrascht der Anblick, wie dieses lang gezogene, aber doch überaus vertikal gestaltete Bauwerk auf dem Mönchsberg thront. Steile Klippen zeichnen das Gelände. Es muss ein einschüchterndes Erlebnis gewesen sein, zu früheren Zeiten per Fluss in diese wohlhabende Stadt zu kommen. Dabei die prächtige, massive Festung bestaunen und schließlich dem Herren des Landes in eventuellen Verhandlungen gegenübersitzen zu müssen. Man antizipierte also wahrscheinlich von Anfang an die eigene, benachteiligte Position und wägte ab, was man in Kauf nimmt zu verlieren.

So beschäftigte man sich, den Ausblick und die Stadt genießend, in der üblichen Gesellschaft mit der Geschichte der Stadt. Allerdings in einem eher spezifischen Kontext, denn nach dem Besteigen des Arenbergs ergatterten wir gerade noch rechtzeitig die Führung durch den Dom. Zwar war dies bereits die zweite Führung durch dieses beeindruckende Gebäude, doch jeder Guide – um ein neudeutsches Wort zu bemühen – setzt andere Schwerpunkte und bietet andere Perspektiven auf die Geschichte. War die erste Führung noch sehr auf die religiösen Aspekte, das Metaphysische und was dies alles für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet hat, fokussiert, so war die zweite weniger spirituell. Das hat der Faszination allerdings keinen Abbruch getan. Es ist immer wieder toll zu hören, wie man ein Gebäude liest und welche Zwecke es erfüllen kann.

Nach den Strapazen des Bergsteigens und dem Abstieg in die kulturelle Geschichte der Stadt hatte man sich eine Stärkung verdient, die im Altstadt-Hotel serviert werden würde. Eine äußerst freundliche und sympathische Kellnerin, bei der man sich stets willkommen fühlt, brachte Kaffee und einen Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster. Die Portion konnte sich durchaus sehen lassen und wollte schnell verdaut werden, da das angekündigte und reservierte 3-Gänge-Menü nur mehr eineinhalb Stunden entfernt war, doch schmeckte die klassisch und äußerst lecker zubereitete Mehlspeise dermaßen gut, dass keine getroffenen Entscheidungen zu bereuen waren. Es war schließlich noch genug Zeit, die Speise bei einem ausgedehnten Spaziergang zu verdauen.

Schließlich traf man, etwas verspätet im Ziel ein, dem kleinen Lokal, das sich Köchlverzeichnis nennt. Der Besitzer, Kellner und Koch in Personalunion, hieß uns äußerst freundlich willkommen und platzierte uns an dem großen Esstisch, bei dem man sich fragte, wie dieser in den kleinen Raum kam oder ob sich die Erbauer des alten Gebäudes vor Jahrzehnten der Einfachheit halber entschlossen, das Gebäude um den Tisch herum zu bauen. Was auch immer die Beweggründe waren, das Lokal machte einen schicken Eindruck. Dutzende, wenn nicht hunderte Weinflaschen, konnten in jeder Ecke erspäht und begutachtet werden. Leider war der Tisch etwas zu breit, um sich angenehm unterhalten zu können und die anderen Gäste, die kurze Zeit darauf ebenfalls eintrafen und am mächtigen Tisch Platz nahmen, machten es notwendig, die diversen Themen, die in den drei Stunden der Anwesenheit diskutiert werden wollten, durchaus lauter debattierte.

Drei Stunden für ein 3-Gänge-Menü klingt nun wahrscheinlich etwas extravagant und überlang, doch es dauert eben seine Zeit, bis die nächsten Gänge serviert und die dazu passenden Weine eingeschenkt wurden. Ein Lokal vollkommen alleine zu betreiben macht es notwendig, dass man Gäste bedauerlicherweise gelegentlich vernachlässigen muss. So waren die angebotenen Speisen zwar von der Menge her perfekt und schmeckten fantastisch, doch man verbrachte die meiste Zeit mit leeren Gläsern und ohne Essen vor sich. Doch in guter Gesellschaft und mit großartigen Unterhaltungen über das sprichwörtliche »Gott und die Welt« verging die Zeit wie im Flug und tat einem ansonsten großartig verbrachten Abend keinen Abstrich. Die Zeit zwischen den Gängen konnte man schließlich noch dazu nutzen zu spekulieren, was der ganze Spaß am Ende kosten würde, denn einen Preis suchte man vergebens und wurde zu Anfang auch nicht preisgegeben. Wir sahen auch davon ab, danach zu fragen; ob aus gedanklicher Ungeschicktheit oder aus Furcht vor dem endgültigen Preis, weiß der Autor dieses Textes nun nicht mehr zu rekapitulieren.

So ließ man sich am Ende die Rechnung kommen und teilte diese freundschaftlich durch zwei. Trotzdem musste jeder am Ende über 1.100 Schilling (oder knapp über 80 Euro) entlohnen. Das Essen war, wie bereits erwähnt, großartig, kulinarisch abwechslungsreich und bot dem Gaumen diverse Freuden an. Ebenso passte jeder vom Sommelier und Chef ausgewählte Wein wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Trotzdem schien der Preis übertrieben und stand leider in keinem Verhältnis zum gebotenen. Dafür war der Eigentümer der Lokalität zu sehr damit beschäftigt, jedem der Gäste das Menü zu servieren, zu erklären, was man vor sich fand und entsprechende Weine einzuschenken. Natürlich wäre das finale Urteil etwas milder ausgefallen, hätte man nicht sechs fünfzig (oder sagenhafte neunzig Schilling) für das stille Wasser berechnet. Das hätte man gut und gerne dem Essen zurechnen können, es wäre weniger störend gewesen, so war es enttäuschenderweise nur frech.

Der Magen war gut gefüllt, der Gaumen für diesen Abend befriedigt und das Geldbörserl leichter, doch zuckte es im Hinterkopf noch nach einem schönen Abschlussgetränk. Dieses fand man auch in der wundervollen Steinbar, nicht unweit des kleinen Lokals. Einen delektablen (ein Wort, das der Autor extra für diesen Text recherchierte) Schluck Rotwein schlürfend, blickte man ein letztes Mal für diesen Abend auf eine fast schon kitschig beleuchtete, wunderschöne Stadt, bevor man sich zufrieden gen Heimat aufmachte.

Gute Ratschläge

Letztens hat es ein Produktivitätsvideo in meine YouTube-Vorschläge geschafft. Normalerweise versuche ich diese zu vermeiden, aber das Internet ist mittlerweile voll mit Leuten, die einem beibringen wollen, wie man den Tag effektiver strukturiert und das beste aus dem eigenen Leben herausholen kann. An sich nichts Schlechtes, allerdings drehen sich die meisten solcher Ratschläge um stundenlange Morgenroutinen und gehen von einem Tagesablauf eines YouTubers und Content-Creators aus. Was nicht sehr realistisch ist.

Ich stehe kurz vor halb sechs auf, mache mich für die Arbeit fertig, verlasse das Haus und bin kurz nach sechs Uhr morgens im Büro. Wenn ich da eine dreistündige Morgenroutine einbauen würde, müsste ich entweder um 2 Uhr nachts aufstehen oder erst später ins Büro kommen – beides für mich keine tragbare Lösung. Ebenso finde ich es anmaßend, wenn gleich zu Beginn eines Videos suggeriert wird, dass man sowieso gerade sein Leben verschwendet. Das oben erwähnte Video, das mir aus irgendeinem Grund vorgeschlagen wurde, ging davon aus, dass ich jeden Tag Chips fressend auf der Couch verbringe.

Es spricht nicht gerade für den Menschen, der dieses Video gemacht hat, wenn er von seinen Zuschauer*innen das schlechteste erwartet. Warum nicht einfach damit einsteigen, dass man das Leben der Menschen bereichern möchte? Dass man ihnen helfen möchte, Ziele zu erreichen und den Tag besser nutzen zu können? Warum gleich so negativ einsteigen? Das ist nicht nur anmaßend, sondern fühlt sich als Zuschauer nicht gut an.

Ich habe das Video trotzdem laufen lassen, weil ich mir dachte, er soll mal zeigen, was er kann und welche Ratschläge er erteilt. Das Video begann also mit dem negativen Bild der Zuschauer*innen auf der Couch, die Junk-Food fressend Zeit verschwenden. Dann erwähnte er, dass wir alle so sein können, wie er und alles aus unserem Leben herausholen können. Beispielsweise hatte er vor ein paar Jahren sein Studium abgebrochen, sein Zeug gepackt, ist irgendwo hingezogen und hat einen YouTube-Kanal gestartet. Ich weiß jetzt nicht, ob das ein Vorbild sein soll? Sollen das jetzt alle so machen und radikal alle Wurzeln und Verbindungen kappen, um fragwürdige Videos im Internet zu veröffentlichen?

Nach weiteren Details der Lebensgeschichte, die mich eigentlich nicht interessiert haben, kam allerdings doch noch ein guter Ratschlag. Mein neuer Lieblings-Life-Coach meinte, man solle doch aufhören, Videos im Internet anzuschauen und stattdessen etwas Produktives mit seinem Leben anfangen. Was an sich schon mal eine gewagte These einer Person ist, die ihren Lebensunterhalt mit der Produktion von Videos für das Internet verdient und davon abhängig ist, dass besonders viele Menschen eben jene Videos anschauen. Allerdings dachte ich, ja, er hat recht. Daraufhin habe ich das Video abgebrochen, den Fernseher abgeschaltet und bin ins Bett gegangen. Ich wollte sowieso an diesem Tag etwas früher ins Land der Träume abgleiten. Manchmal findet man eben doch die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen.

Getty Images | Unsplash

Zahlt sich ein Rückblick noch aus?

Ich habe in meinem Weihnachtsurlaub sehr viele Texte geschrieben. Hauptsächlich Einträge für meine donnerstags erscheinende Reihe »Geek-Planet«, in der ich alte Texte von mir vorstelle. Aber ich habe auch einige Marvel-Filme geschaut, über die ich dann natürlich ebenfalls zeitnah geschrieben habe. Dadurch hat sich ein ordentlicher Puffer aufgebaut, was diese speziellen Inhalte anbelangt. Doch ebenso nutzte ich die Zeit, um bisher nur herumliegende Ideen aufzugreifen und endlich zu Texten zu verarbeiten.

Da war es sehr von Vorteil, dass ich Silvester erneut bei Freunden in Tübingen verbrachte. Eine vierstündige Zugfahrt, während der man sich nicht mit Verspätungen beschäftigen muss, weil der Zug von Salzburg nach Stuttgart durchfährt, kann man ideal in einen schreibenden Flow verfallen. So lassen sich den alternden Gehirnzellen ein paar Worte mehr entlocken und Ideen aufgreifen, die ich bisher vor mir herschob, weil mir die Muse dazu fehlte. Doch gefangen in einem Zug, mit Dutzenden anderer Reisenden, die gestresst ihren Platz suchen, fand ich doch eine angenehme, innere Ruhe. Es half natürlich, dass ich bei solchen Zugfahrten stets die erste Klasse buche; mehr Platz, weniger Menschen, mehr gut.

Aber ich schweife ab. Mit diesem Vorgerede wollte ich eigentlich nur betonen, dass ich noch nicht weiß, wann dieser Text erscheint. Je nachdem wann die nächste größere Lücke im Publikationskalender des Blogs ist. Deshalb zur Sicherheit mit einer Frage anfangen, ob man denn im Februar überhaupt noch einen Jahresrückblick benötigt. Februar ist nur geschätzt. Trotzdem wollte ich die Comics und Bücher hervorheben, die ich 2024 gelesen habe. Es waren weniger als ich gehofft hatte, jedoch verbrachte ich viel Zeit mit guten Spielen.

Der Comic-Bereich lässt sich einfach zusammenfassen. Denn über die Webcomics und queeren Inhalte, die ich so gelesen habe, berichte ich ohnehin regelmäßig. So bleiben, von etwa Frühling bis Sommer des Jahres, nur mehr die Power-Rangers-Comics übrig, bevor ich im Herbst ein Marvel-Unlimited-Abo abgeschlossen habe und mich den neuen Ultimate Comics widmete. Beides habe ich sehr genossen. Die Power Rangers liegen nun schon wieder einige Zeit brach, aber ich will auf jeden Fall beizeiten weiterlesen. Marvel Unlimited läuft noch bis Ende des Jahres und das MCU ist ein großer Motivator, sich den Comic-Vorlagen der Charaktere erneut zuzuwenden.

Über die Bücher, die ich über das Jahr gelesen habe, berichtete ich zwar ebenfalls, allerdings sollen sie hier noch einmal als Liste zusammengefasst werden. Wenn ich die entsprechende Muse habe, werde ich alle Einträge mit einem Link versehen. So kann sich die geneigte Leserin, der geneigte Leser, ein detailliertes Meinungsbild von mir zu den Büchern abholen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich nicht ein Buch bereut habe, in die Hand genommen zu haben. Außer vielleicht die beiden Bücher von Penny Jessup, die mich etwas aufregten, weil sie eine Storyline unnötig in zwei Bücher aufteilen. Ansonsten sind alles großartige Bücher, die mich auf ihre eigene Art berührt und auf eine spannende Reise mitgenommen haben. Am meisten ist mir Fairy Tale von Stephen King im Gedächtnis geblieben. Eine Fortsetzung wäre spannend, aber wahrscheinlich unnötig. Genauso Nacht ohne Morgen oder Peter Camenzind; schöne Geschichten, in so unterschiedlichen Genres und Epochen. Mal sehen, welche Bücher es 2025 werden.

  • Carlo Collodi: Pinocchio
  • Kursbuch 219
  • Benoit d`Halluin: Nacht ohne Morgen
  • Penny Jessup: Chasing The Alpha’s Son
  • Penny Jessup: The Alpha’s Son
  • Alexis Hall: Husband Material
  • Alexis Hall: Boyfriend Material
  • Frank Herbert: Der Herr des Wüstenplaneten
  • Frank Herbert: Dune – Der Wüstenplanet
  • Claudia Gray: In die Dunkelheit (Star Wars DHR)
  • Justina Ireland: Die Bewährungsprobe (Star Wars DHR)
  • Peter Falk: Just One More thing
  • Hermann Hesse: Peter Camenzind
  • Charles Soule: Das Licht der Jedi (Star Wars DHR)
  • Erzählungen des Verrats (Buch 10 der Horus Heresy)
  • Mike Lee: Gefallene Engel (Buch 11 der Horus Heresy)
  • Stephen King: Fairy Tale
  • Patrick Stewart: Making it so
  • Bas Kast: Der Ernährungskompass
Olena Bohovyk | Unsplash

Altes neu entdeckt

Es ist immer wieder interessant, zu beobachten, wie sich manche Gewohnheiten ändern. Vor allem die Hintergründe und Ursachen, warum sich ein etabliertes Verhalten plötzlich durch ein anderes ersetzt. Jedoch kommen bisweilen diverse Umstände zusammen, die einem den Umstieg erleichtern. Ich kann das im Moment sehr gut anhand meines Marvel Cinematic Universe Rewatch beobachten (die Texte dazu erscheinen immer samstags). Für die Infinity Saga habe ich knapp zweieinhalb Monate gebraucht. Angesehen habe ich die Filme auf Blu-ray, da ich die Collected Editions der einzelnen Phasen des MCU schon länger zu Hause habe und ich kein Disney+ Abo abschließen wollte.

Für mich war es also seit langem mal wieder normal, Blu-ray-Scheiben in die Xbox zu schieben und dann darüber die Filme zu schauen. Ich mag die Bonus-Inhalte auf den Scheiben ebenso. Zwar schaue ich natürlich nicht alles an oder nehme jeden Audiokommentar mit, aber gelegentlich einen Blick hinter die Kulissen zu werfen oder von den Regisseurinnen oder Schauspielerinnen ein kleines Intro zum Film zu bekommen, fördert ein tolles Filmerlebnis. Dazu kommt, wenn man 4k-Blu-rays hat, dass man in den vollen Genuss dieses Formats kommt. Nicht jeder Streaming-Dienst, in Verbindung von schwankenden Internetverbindungen, kann wirklich dauerhaft und hochaufgelöstes 4k HDR zur Verfügung stellen. Wenn der Film allerdings lokal über eine entsprechende Scheibe läuft, ist das kein Problem.

Leider ist die 4k Collectors Edition der Infinity Saga ausverkauft und nicht mehr verfügbar, außer für absurdes Geld, weshalb ich mich erstmal mit den normalen Blu-rays der Marvel-Filme zufriedengebe. Ich finde es immer schade, wenn solche Boxen nur limitiert verfügbar sind. Was ist der Grund? So viele Menschen werden sich so eine Box nicht kaufen und wenn sich Fans diese eben erst ein paar Jahre später kaufen wollen, müssen sie es entweder sein lassen oder das doppelte Geld bei Ebay ausgeben. Ich mag solche Sammlerboxen gerne, da sie schön im Regal aussehen und wenn man schon Fan von etwas ist, dann kann man sich so etwas erkenntlich zeigen. Mal sehen, ob wir noch einmal eine Neuauflage der 4k-Blu-rays des MCU bekommen. Aber so manche Filme habe ich allerdings durchaus auf den hochauflösenden Scheiben. Beispielsweise die Lord of the Rings Trilogie, die ich mir demnächst auch mal wieder zu Gemüte führen werde.

Was mir ebenfalls beim Ansehen der Marvel- und Spider-Man-Filme aufgefallen ist: Meine Soundanlage ist wirklich in die Jahre gekommen. Vor mittlerweile 15 Jahren habe ich mir eine Samsung Surround Anlage gekauft. Diese ist mit vier großen Säulenlautsprechern, einem Subwoofer und Blu-ray-Player ausgestattet, der das Ganze steuert. Alles ist natürlich per Kabel verbunden, weshalb einige Dutzend Meter davon im Wohnzimmer herumlagen. Doch nach diversen Umräumaktionen und dem Renovieren der Wohnung haben die Lautsprecher einiges mitgemacht. Ganz davon abgesehen, dass der Blu-ray-Player nicht mehr dem Stand der Zeit entsprach und nur mehr eine Schnittstelle für die Lautsprecher war, trotzdem aber eine eigene Fernbedienung benötigte. Seit Jahren habe ich mir überlegt, eine neue Anlage zu kaufen, wusste aber nicht so wirklich, was. Bis mich Kollege M. auf Soundbars brachte.

Zu Weihnachten 2024 biss ich also in den sauren Apfel und habe mir von LG die DS95TR gegönnt, da sie zu einem guten Preis zu haben war. Endlich keine Kabel mehr (außer natürlich von der Soundbar zum Fernseher) und die Soundbar funktioniert wunderbar mit meinem LG Fernseher und liefert kristallklaren Surroundsound. Zwar geht die Einrichtung bequemer per App als mit der Fernbedienung, da die Soundbar leider kein Display hat, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Meine Probe für Soundanlagen dieser Art ist das Live Aid Konzert des Films Bohemian Rapsody. Es erklang perfekt austariert und das Haus erbebte zu den großartigen Liedern von Queen. Aber auch Spiele sind mit dieser neuen Soundbar, plus zwei Rücklautsprechern und Subwoofer, ein Hochgenuss.

Mein MCU Rewatch hat also nicht nur dazu geführt, dass ich mir eine neue Soundanlage zugelegt habe, die mir hoffentlich erneut viele Jahre zuverlässig ihren Dienst erweist, sondern mich zurück zu Blu-rays gebracht. Streaming-Dienste gehen mir schon lange auf die Nerven. Seit einiger Zeit habe ich sowieso keine mehr abonniert (außer YouTube Premium), weil ich nicht weiß, was ich darauf wirklich schauen will und ich auch keine Lust habe zu recherchieren, was gerade wo läuft. Da kaufe ich mir lieber die Filme auf Scheiben, wenn sie gerade im Angebot sind oder ich Lust darauf habe. Da ich auch nicht mehr ins Kino gehe, sind die Kosten für die Scheiben auf jeden Fall ausgeglichen.

Ich habe tatsächlich meine Liebe zu Filmen zu einem gewissen Grad wieder entdeckt. Einfach eine Scheibe einlegen und sich in eine Welt entführen lassen. Oder erfahren, wie die Filme, die man so gerne mag, entstanden sind und welche Tricks und Techniken angewendet wurden. Sich nicht mehr von den Meinungen diverser Kritiker beeinflussen lassen, sondern selbst entdecken, was mir gefällt. Der Rewatch des MCU und auch von Supernatural (vielleicht arbeite ich hier ebenso bereits an einer Textreihe) hatten und haben somit größere Auswirkungen, als ich mir gedacht hätte. Aber manchmal muss man mit dem Flow gehen und sehen, wo es einen hinträgt.

MCU Rewatch | Guardians of the Galaxy

Mit den Guardians of the Galaxy hat Marvel eine komplett neue Truppe ins MCU eingeführt. Eine Truppe, die vor dem Film kaum Bekanntheit hatte – außer natürlich bei Comic-Fans. Insofern war es durchaus ein Risiko, diesen Film zu machen. James Gunn sollte die Guardians ins Leben rufen. Er schaffte es nicht nur, diese seltsamen, unbekannten Charaktere gut ins MCU zu integrieren und einem neuen Publikum vorzustellen, Gunn machte sie schnell zu einem Fan-Liebling.

Wer konnte vor 2014 schon ahnen, dass zwei CGI-Charaktere dermaßen beliebt sein würden? Das liegt nicht nur am hervorragenden Design und der realitätsnahen Umsetzung. Rocket und Groot fügen sich quasi perfekt und fehlerfrei in die reale Umgebung des Films ein. Die Synchronsprecher darf man dabei selbstverständlich nicht außer Acht lassen: Bradley Cooper und Vin Diesel für diese Rollen zu engagieren, war ein genialer Schachzug. Wer sich noch nie die YouTube-Videos von Vin Diesel bei den Aufnahmen für Groot angesehen hat, verpasst etwas. Er spricht die Rolle mit einer Inbrunst, andere können sich eine Scheibe davon abschneiden. Aus den drei Wörtern »I«, »am« und »Groot« holt er alles heraus, was nur geht. Bradley Cooper muss sich aber nicht verstecken. Seine Leistung als Rocket ist ebenso klasse.

Was mich an Ensemble-Filmen immer wieder begeistert, vorausgesetzt sie sind gut gemacht, ist die Art, wie die unterschiedlichen Charaktere zusammenfinden. Besonders in Superhelden-Filmen ist dies nicht immer ganz so einfach. Wir als Zuschauer*innen haben einen unfassbaren Wissensvorsprung gegenüber den Charakteren. Wir wissen, dass sie irgendwann zusammenfinden und gemeinsam kämpfen, das Leben für die anderen opfern würden. Doch wie sieht es mit den Charakteren selbst aus? Sie benötigen erst die richtige Motivation, einen Grund, der überzeugend genug ist, dass sie dieses Team bilden. Wenn diese Motivation auf herbei gedichteten Begründungen fußt, sind die emotionalen Momente danach nichts wert. Heroische Momente können so schnell in der Irrelevanz verpuffen, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Deshalb finde ich es umso erstaunlicher, dass es James Gunn und seinem Team gelungen ist, diese außergewöhnlichen Charaktere, in einer Umgebung, die wir zuvor nicht kannten, dermaßen organisch zusammenzuführen. Es wirkt nie erzwungen. Zuerst wollen manche den Infinity-Stone, um dessen Macht für sich zu beanspruchen. Andere wollen Peter Quill entführen, um ein Kopfgeld einzusacken. Wieder andere wollen den Mörder ihrer Familie rächen. Am Ende retten sie gemeinsam die Welt Xandar vor Ronan the Accuser und man kauft es dem Film in jeder Sekunde ab.

Das alles geschieht allerdings nicht, weil ein Plot in diese Richtung gezwungen hat, aus arbiträren Gründen, sondern weil sie für etwas Größeres als sich selbst einstehen möchten. Sie wachsen im Laufe des Films über sich hinaus, entwickeln sich und dürfen Einsichten, Erkenntnisse haben. Das merkt man bereits früh im Film, dass die Charaktere in der Lage sind, tiefer zu blicken, als man vielleicht vermuten würde. Beispielsweise wenn Peter die Wunden von Rocket sieht, nachdem sie im Gefängnis angekommen sind.

Drax Motivation, seine Familie zu rächen, ist zwar ein initialer Grund, sich den Guardians anzuschließen, doch seine im Film begangenen Fehler führen zu der Erkenntnis, dass es vielleicht nicht so schlecht ist, sich mit einem Team um seine Gegner zu kümmern (und Thanos zu töten). Gamora hat ebenso ihre Gründe, wie Rocket oder Groot, sich mit den anderen zu verbünden. Und selbst wenn diese Gründe weiterhin vorhanden sind, bleiben sie nicht der eine treibende Faktor hinter den Charakteren. Sie sind vielschichtiger als das. Das hilft natürlich ebenso, die immer wieder aufkommenden Konflikte zu überwinden und zusammen weiterzukämpfen. Mit diesen teils schweren Thematiken (man denke nur an die Beschreibungen von Rocket, was ihm nicht alles angetan wurde), schafft es der Film allerdings trotzdem unfassbar lustig zu sein. Es ist keine leichte Aufgabe, diesen Humor natürlich wirken zu lassen und trotzdem die ernsteren Momente wirken zu lassen. Guardians of the Galaxy schafft diesen Spagat allerdings noch recht gut. Beim zweiten Teil bin ich mir da nicht mehr so sicher; der kommt aber früher oder später auch noch dran.

Guardians of the Galaxy ist ein großartiger Eintrag ins MCU. Die letzten drei Filme könnten nicht unterschiedlicher sein. Von Thors göttlichen, mythischen Abenteuern über Captain America, einem Spionage-Polit-Thriller, bis zu den Guardians hatten wir verschiedene Genres und trotzdem fühlen sich alle nach demselben Universum an. Wir bekommen hier einen Science-Fiction-Film, der seine Figuren und deren lange Geschichte mit Respekt behandelt und sich trotzdem nicht zu ernst nimmt. Um ein Zitat aus dem Film zu paraphrasieren: They may be a-holes, but they’re not total dicks.

Es ist okay, abzuschalten

Die Amtseinführung von Donald Trump ist gerade einmal ein paar Tage her, da kommt es mir so vor, als ob die Medien wieder in ihr altes Muster zurückfallen. Haben wir nichts aus der ersten Amtszeit von diesem Wesen gelernt? Kaum öffnet der Präsident den Mund, schreibt etwas auf seiner eigenen Social-Media-Plattform oder macht sonst etwas, wird darüber geschrieben und berichtet. Versteht mich nicht falsch, ich halte es für angebracht, dass darüber berichtet wird, es kommt allerdings ebenso darauf an, wie man darüber berichtet. Ich würde mir wünschen, dass mehr eingeordnet wird. Ich möchte nicht nur wissen, was er getan oder gesagt hat, sondern was das im größeren Ganzen bedeutet.

So wie es DerStandard zum Beispiel gemacht hat, mit Trumps Behauptung, dass die erste Kernspaltung in Amerika stattgefunden hat. Ich möchte gerne eine Einordnung, wie das damals abgelaufen ist, wer involviert war, wo es geschehen ist. Was stimmt an Trumps Behauptungen und was ist wirklich gelogen oder entspricht halb-Wahrheiten. Denn oft sind es das: halb-Wahrheiten. Die Realität ist sehr viel komplexer, als es dieser Mann je begreifen, geschweige denn ausdrücken könnte. Diese Aufgabe fällt den seriösen, unabhängigen und integren Medien zu. Kritischer Journalismus, der die Dinge beim Namen nennt und nicht vor historischen Vergleichen zurückschreckt.

So wie die Geste des reichsten Menschen der Welt alle erschreckt hat, wagt es kaum einer, die Geste als Hitlergruß einzuordnen. Es wird über Möglichkeiten gesprochen und in Zweifel gestellt. Lea Schönborn fasst dies in ihrem Kommentar auf Krautreporter wunderbar zusammen: „Wir haben Angst vor Nazi-Vergleichen. Wir haben in der Schule gelernt, dass die Nazi-Zeit mit nichts vergleichbar ist. So sehr, dass wir einen Hitlergruß nicht als das benennen, was wir mit den eigenen Augen so klar sehen. Es ist kein Missverständnis möglich: Das, was Musk gezeigt hat, ist ein Hitlergruß.“ (Der Text ist unten verlinkt).

Trotzdem will ich nicht permanent und ständig über Donald Trump und seine Gefolgschaft von schwachen, rückgratlosen Milliardären lesen. Ich muss nicht jeden Kommentar mitbekommen. Deshalb bin ich unter anderem auf YouTube dazu übergegangen, fast alle Videos, in denen Trump vorkommt, als »nicht interessiert« zu deklarieren. Ich brauche nicht die Meinung eines jeden x-beliebigen Talkshow-Hosts, der mir sowieso nichts Neues erzählt und nur schlechte Witze reißt. Last Week Tonight ist da die einzige große Ausnahme, wenn die Sendung nächsten Monat zurückkommt, aber das war es dann auch. YouTube nutze ich als primären Streaming Dienst zum Abschalten und Entspannen. Ich möchte mich über Filme oder Serien informieren, Walkthroughs von Spielen schauen oder Videos zu Warhammer, Klemmbausteinen und Co. sehen.

Doomscrolling hilft niemandem. Vor allem nicht uns selbst. Wir befeuern damit nur Algorithmen, die gegen uns arbeiten. Man braucht auch mal eine Pause von den Problemen und Herausforderungen der Welt. Deshalb mag ich es, (digitale) Zeitungen zu lesen. Es ist nicht so aufgeregt, ich muss mir bewusst Zeit nehmen, um diese zu lesen. Außerdem ist es mit einem möglichen Kanzler Kickl umso wichtiger, journalistische Angebote zu unterstützen, die kritisch berichten. Man ist gut informiert und tut etwas für die Medienlandschaft in Österreich.

Es ist okay, sich eine Pause von all den Ereignissen zu gönnen. Mal abzuschalten und nicht dauernd über alles informiert zu werden. Man darf allerdings nicht die Augen vor der Realität verschließen.

Geschichte, Museum und das Bundesheer

Es trug sich zu, dass ich mich am Samstagnachmittag mit Freund J. in der Schwarzenbergkaserne wiederfand. Wir hatten es endlich mal zu einer Führung der Sprechenden Häuser geschafft, die immer wieder tolle Möglichkeiten an Land ziehen. Sie gehen nicht nur in der Stadt Salzburg herum, sondern bemühen sich ebenso, die äußeren Bereiche mitzunehmen. Bisher ist nur leider immer etwas dazwischengekommen. Immerhin finden die Führungen der Sprechenden Häuser jeden dritten Samstag im Monat statt, es gibt also noch genügend Möglichkeiten, die man zukünftig nutzen kann.

Dieses Mal ging es also in die Schwarzenbergkaserne. Bevor wir uns mit dem Auto auf den Weg zur Kaserne machten, gab es eine Stärkung beim East, welches gleich neben dem Sternbräu zu finden ist. Es ist immer wieder ein tolles Lokal, und die Kellner*innen sind stets freundlich und bemüht. Wir hatten nichts reserviert, was an einem Samstagmittag durchaus riskant ist. Trotzdem bekamen wir für eine Dreiviertelstunde noch einen Tisch, was mehr als ausreichend ist. Etwas Sushi, ein leckeres Lychee-Getränk und schon waren wir wieder am Weg.

Wir hatten noch etwas Zeit, bis wir aufbrechen mussten, also gab es noch einen Kaffee im neuen Lokal Würfelzucker. Es ist ein Lokal voller Gegensätze. Die Einrichtung ist klassisch bis altbacken, aber auf eine doch moderne Art. Viele Pastelltöne, meist Türkis und helle Holzoberflächen wechseln sich ab. Der große Gastraum, mit einer Treppe in der Mitte, ist verwinkelt, aber doch offen. Es fehlen jedoch schallbrechende Elemente, weshalb die Geräuschkulisse etwas seltsam ist, so kam es mir zumindest vor. Das Geschirr, besonders Salz- und Pfefferstreuer und die Zuckerdose am Tisch sind aus grün-weißer Keramik; sie sehen exakt so aus, wie das Geschirr, das meine Oma hatte. Das Personal im Würfelzucker ist jedoch eher jung, freundlich und macht einen tollen Eindruck. Der Kaffee war lecker, der Apfelstrudel herrlich, dazu noch eine Portion Vanilleeis und man war gestärkt für den nächsten Teil des Tages.

Wir fuhren mit dem Auto zur Kaserne. Allein schon deshalb, weil wir erleben wollten, wie der Geleitschutz aussehen würde, dass man ja nicht von dem vorgegebenen Weg abweicht. Mit einem Jeep, der aus einem Indiana Jones Film stammen könnte, wurden wir am Tor abgeholt und zum Wehrgeschichtlichen Museum geführt. Ich konnte mich noch an ein paar Details von früher erinnern. Immerhin habe ich 16 Jahre keinen Fuß mehr dort rein gesetzt – eben seit meinem Grundwehrdienst. Die sechs Monate hatten es durchaus in sich, ich hatte es allerdings auch gut erwischt, muss man sagen. Es hätte um einiges schwieriger und anstrengender sein können. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Vor dem Museum wurden erst einmal alle Leute zusammengesammelt, die sich für die Führung angemeldet hatten. Ich hatte schon vermutet, dass es beliebt sein würde und die Sprechenden Häuser haben sicher eine große Stammkundschaft, aber 150 Menschen sind dann doch viel geworden. In fünf Gruppen aufgeteilt, wurden wir durch die Räume des Museums geführt und durften auch einen Blick in den Panzergarten werfen. Wie die netten Herren und Damen des Bundesheeres und diejenigen, die sich in ihrer Freizeit freiwillig im Museum engagieren, sagten, würde eine normale Führung etwa drei bis vier Stunden dauern. Wir hatten pro Station nur 20 Minuten Zeit. Es reichte also für einen groben Überblick und eine kleine Einführung in die Geschichte des Bundesheeres von Salzburg und Österreich. Es waren spannende Einblicke, und ich würde gerne mal wieder hin für eine ausführlichere Tour durch die Räumlichkeiten und mit ausufernden Erläuterungen.

Immerhin ist die Geschichte des Bundesheeres eine wichtige und vielleicht eine, mit der man sich nicht unbedingt beschäftigt. Sie ist jedoch Teil unseres Landes, und wir haben viele Einsätze in der Vergangenheit mitgemacht. Deshalb klang zwar manches vertraut, aber vieles war auch neu. Viele Eindrücke und Informationen geballt auf knapp zwei Stunden. Man merkt schnell (und ich weiß es noch von früher), dass die Welt des Bundesheeres eine eigene ist. Das ist auch verständlich. Ein Militärkomplex muss anders funktionieren, als man es als Zivilist gewohnt ist. Ohne die strengen hierarchischen Strukturen und dergleichen würde ein solches Unternehmen, wenn man es so bezeichnen möchte, schnell auseinanderfallen. Trotzdem wurde natürlich oder leider so manches Klischee ebenfalls erfüllt. Das sollen aber Ausreißer sein, einer alten Garde, die es so hoffentlich nicht mehr in der Menge, sondern nur mehr im Einzelnen gibt. Wir sahen immerhin nur einen winzigen Teil der Kaserne und der Personen darin.

Der Ausflug in die Schwarzenbergkaserne war in vielerlei Hinsicht ein Trip in die Vergangenheit. Sowohl in einer persönlichen, wo ich mich wieder an einzelne Teile meines Grundwehrdienstes erinnerte, als auch in die Geschichte des Landes. Wer die Möglichkeit hat, einmal das Wehrgeschichtliche Museum zu besuchen, das regelmäßig geöffnet hat, sollte diese nutzen.

Fitness Challenge

Jahrelang suchte ich nach einer guten Trainingsapp. Über Nike, Runtastic (die jetzt zu Adidas gehören), die App von Chris Hemsworth (Centr) und ein paar andere habe ich lange Zeit vieles getestet. Centr hat mir an sich zwar hervorragend gefallen, war mir aber vom Umfang des Trainings und der unflexiblen Art etwas zu umständlich. Wobei sich das mittlerweile geändert haben kann – es ist lange her, dass ich die App hatte. Was mich jedoch seit Jahren begeistert, ist Apple Fitness+. Man merkt eben, dass eine Firma dahintersteckt, die alles Geld der Welt hat.

Fitness+ ist abwechslungsreich, ich kann mir mein Programm jede Woche selbst zusammenstellen und es bietet eine Unmenge an verschiedenen Trainingsarten. Von Yoga über Krafttraining hin zu Pilates, Laufen und Rudern gibt es für alle etwas zu entdecken und neue Dinge zu probieren. Ich habe noch lange nicht alle Features oder Trainingsarten genutzt oder ausprobiert. Beim Testen diverser Trainingsapps stellte ich für mich selbst fest, dass es mir wichtig ist, dass die Trainer die Session mit mir gemeinsam machen. Zum einen quält man sich nicht alleine durch und es erhöht, zum anderen die Motivation ungemein. Außerdem lenkt es vom Training ab. Bei Fitness+ ist das der Fall. Die Trainerinnen und Trainer labern permanent während des Trainings und ich meine das auf die positivste Art. Es führt dazu, dass ich nicht großartig nachdenke, sondern mich komplett auf die gerade laufende Session konzentriere.

Mit der Zeit kommen auch immer neue Funktionen hinzu. Im Januar 2025 ist zum ersten Mal (wenn ich mich recht erinnere) ein spezifisches dreiwöchiges Krafttraining erschienen. Normalerweise erscheinen pro Trainingsart zwischen zwei und vier Trainings pro Woche. Deshalb haben sich die bis dato zusammengestellten Programme aus vorhandenen Trainingsessions bedient. Aber beim 3 weeks of perfect strength sind die Trainingsessions speziell für dieses Programm aufgenommen worden. So macht man über drei Wochen, viermal pro Woche, 30-minütige Einheiten. Mal sind es total body Einheiten, mal konzentrieren sich die Einheiten auf upper body oder lower body. Ich finde das einen großartigen Einstieg ins neue Jahr.

Für mich ist Sport und Training etwas Essentielles, das ich benötige, um mich gut zu fühlen. Das hat weniger mit dem Aussehen und mehr mit dem psychischen Aspekt dahinter zu tun. Ich kann mich auspowern, überschüssige Energie loswerden und es ist konträr zu meinem Büroalltag. Durch die verschiedenen Trainingsarten wird überdies der Körper auf unterschiedlichste Art gefordert. Die drei Wochen, die sich nun auf Krafttraining konzentrieren, sind perfekt, um motiviert ins neue Jahr zu starten. Ich weiß jetzt, die vier Sessions pro Woche sind kein Problem. Mein Ziel ist es deshalb, unter anderem, zukünftig mehr HIIT einzubauen. Außerdem möchte ich das Kickboxen ausprobieren, welches vor einigen Monaten ergänzt wurde.

Die Trainer sind durch die Bank sympathisch und jede*r hat eine eigene Art, durch das Training zu führen. Ich bin sehr gespannt, was sie sich noch so für die Zukunft einfallen lassen und wie die App weiter ausgebaut wird. Besonders spezielle Programme interessieren mich. Manchmal fühlt man sich einfach nicht bereit zu trainieren, hat keine Lust oder ist etwas müde. Hier ist die Vorgabe, insgesamt 12 Trainings über drei Wochen zu machen, wunderbar. Die Sessions dauern nicht lange, sind trotzdem sehr fordernd, und auf der Couch sitzen kann man später immer noch. Zudem ist das erste Training von 10 oder 20 Minuten meist nur der Einstieg, dass man vielleicht doch mehr macht. Die erste Überwindung ist das Schwierigste. Einmal angefangen, kann es so richtig losgehen.

Die Kunst kurzer Videos

Ich bin mir nicht sicher warum, aber YouTube streut in letzter Zeit immer wieder kurze Handwerker-Videos in meinen persönlichen Feed ein. Dabei handelt es sich nicht um so ausführliche Videos, die erklären, wie man etwa eine Holzbank baut oder ein Bad fließt. Es sind kurze, knackige Videos, die einem erklären, wie man beispielsweise einen Zollstock verwenden kann. Das war ein durchaus interessanter Einblick, was sich die Erfinder dieses scheinbar einfachen Werkzeugs gedacht haben und auf welch unterschiedliche Weise man es verwenden kann. Wieder andere Videos beschäftigen sich mit dem richtigen Entlüften von Heizungen oder anderen alltäglichen Dingen, die einem im Haushalt helfen.

Diese Videos dauern meist nur ein paar Minuten; wenn überhaupt. Die größtenteils deutschsprachigen Inhalte, die mir vorgeschlagen werden, erklären die Dinge einfach und effizient. Die Betreiber dieser Kanäle sind darauf aus, die Zeit ihres Publikums nicht unnötig zu verschwenden. Sie kommen schnell auf den Punkt und nutzen jede Sekunde aus. Dadurch wurde mir erst bewusst, welch eine vergessene Kunst dies geworden ist.

Es ist schon fast egal, nach was man eigentlich sucht, die Ergebnisse sind mehrheitlich verwässert und führen nur mühsam zum Ergebnis. Videos werden unnötig in die Länge gezogen, erklären Hintergründe, für die ich mich nicht interessiere und schweifen ab, wo es nur geht. Man schaut am Ende also 10 Minuten frustriert ein Video, nur um 30 Sekunden effektiven Inhalt herauszuziehen. Alternativ springt man wild darin herum, bis man irgendwann zur Lösung findet oder erbost das Browserfenster schließt.

Mittlerweile bin ich sehr selektiv geworden, wenn es darum geht, die Ergebnisse einer Suche auszuwählen – besonders bei how-to-Inhalten. Wenn ich etwas herausfinden will, beispielsweise bzgl. eines Spiels oder wie man etwas Bestimmtes am Mac umsetzt oder wo eine Funktion einer Software versteckt ist, schaue ich nun zuerst auf Webseiten, die eine schriftliche Lösung versprechen. Einen Text kann man wesentlich besser überfliegen als ein Video. So finde ich meist schneller zur Lösung.

Ich würde mir wünschen, dass dies wieder mehr Einzug hält. Wir werden sowieso schon mit Informationen und Inhalten überflutet. Da muss man nicht den Ursprung des Universums erklären, nur um irgendwann zu dem Punkt zu kommen, dass die gesuchte Funktion mit dem neuesten Software-Update anders heißt oder gar nicht mehr verfügbar ist. Für das Spiel God of War habe ich zum Beispiel ein paar Locations von Gegenständen gesucht, die ich brauchte, um neue Rüstungen freizuschalten. Es gibt zehnminütige Videos, die einem das in aller Ausführlichkeit erklären. Allerdings findet man ebenso Videos von 2 bis 3 Minuten Länge, die den gleichen Informationsgehalt wiedergeben. Eine wahrlich verlorene Kunst.

Aron Visuals | Unsplash

Der falsche Startpunkt (Avengers; 1996)

Ich habe mich mal wieder mit dem Konzept »Reading Order« beschäftigt. Besonders im Hinblick auf Comics von Marvel, weil ich seit Ende vergangenen Jahres wieder ein Unlimited Abo habe und dieses natürlich entsprechend nutzen möchte. »Reading Order« bezeichnet, wie der Name schon sagt, eine bestimmte, empfohlene Reihenfolge, in der man beispielsweise Comics lesen sollte. Diese vorgegebenen, meist von Fans erstellten Reihenfolgen werden besonders dann interessant, wenn man etwas chronologisch oder in seinem kompletten Umfang erfahren möchte – manchmal auch beides.

Also habe ich mich dafür durch verschiedene Seiten geklickt. Die geneigten Leser*innen können sich das bei Interesse leicht heraussuchen. Es gibt verschiedenste Aufbereitungsformen und Prinzipien, wie diese Listen dargeboten werden. Manche nennen wirklich die einzelnen Comic-Ausgaben, was mir zu kleinteilig ist. Charmant finde ich die Darbietung in Collected Editions, sodass man sich in einer Geschichte verlieren kann und diese in seiner Gänze erlebt. Das natürlich mal mehr, mal weniger. Es kommt immer darauf an, ob man gerade nur einen Charakter verfolgt oder ein Event stattfindet.

Events bei Comics beinhalten oft eigene Limited Runs und tie-in-Comics von vorhandenen Reihen. Da wird es schnell kompliziert. Ich will nicht zu tief in die einzelnen Themen einsteigen. Diese kommen mit Sicherheit noch öfter vor, und im Moment geht es mir darum, meinen Gedankenprozess darzustellen. Jedenfalls suchte ich nach einem guten Einstieg, von dem aus ich loslaufen konnte. Die Frage war nur, welches Jahr und mit welchen Comics es losgehen sollte. Gerade bin ich mit der dritten Phase des MCU fertig geworden (die Texte dazu erscheinen immer samstags) und ich hatte Lust auf gute Avengers-Geschichten.

Daher fiel die Auswahl relativ schnell auf die Brian Michael Bendis Ära. Über viele Jahre hinweg hat er den Kurs von den Avengers und Marvel geprägt und hat so manche der prominentesten Geschichten des Superheldenteams erzählt. Vor Jahren habe ich schon einmal Auszüge dieser Ära gelesen, aber nie so recht von vorne bis hinten und mit allem, was noch so nebenbei passiert. Mit dem Blick nach links und rechts dieses Hauptpfades, den Bendis vorgibt, erhoffe ich mir, ein paar gute Schmankerl zu finden. Charaktere, die ich vorher vielleicht unterschätzt oder gar nicht beachtet habe. Allerdings wollte ich nicht direkt mit »Avengers, Disassembled« anfangen, sondern etwas vorher. Da fiel mein Blick auf »Heroes Reborn«.

Ich wusste nicht genau, was sich dahinter verbirgt, aber es war ein Titel oder ein Event, welches mir bekannt vorkam. »Heroes Reborn« schien mir also ein durchaus treffender Start zu sein. Dann sah ich, dass diese Ära mit einer Avengers #1 Ausgabe begann und dachte mir: toller Einstieg. Das war ein großer Fehler. Ich öffnete also den Comic, begann zu lesen und entdeckte in den Credits den Namen Rob Liefeld. It’s gonna be a bumpy ride.

Besonders relevant ist dabei, dass diese Ausgaben der Avengers Mitte der 90er erschienen. Das war die Zeit, nachdem sich einige Marvel-Künstler (man muss hier nicht gendern) von dem Verlage gelöst hatten, um 1992 das Comic-Label Image zu gründen. Die Art der Zeichnungen und der Stil stehen wirklich für sich. Man weiß, wenn man Comics der 90er in Händen hält. Sie alle haben einen gewissen Vibe. Charaktere wurden übertrieben dargestellt, manche Künstler kannten das Wort „Proportion“ nicht – es war eine wilde Zeit. Davon haben sich natürlich auch DC und Marvel anstecken lassen, denn Image war mit diesem Konzept erfolgreich. Manchmal wurden sogar die Künstler, die sie vor ein paar Jahren verlassen hatten, wieder engagiert. Bei Avengers sollte es Rob Liefeld sein. Dessen Avengers #1 aus dem Jahre 1996 hielt ich nun in digitaler Form in Händen.

Zum Charakter von Liefeld kann ich nichts sagen, es gibt gemischte Kommentare. Was ich jedoch noch nie leiden konnte, war sein Zeichenstil, der in diesen Avengers-Comics seinen Höhepunkt fand, wenn man das so bezeichnen kann. Man muss nur den Namen Liefeld und Captain America in eine Bildersuchmaschine eingeben und man bekommt einen ungefähren Eindruck, was ich meine. So sieht der gesamte Comic aus. Die Proportionen der Charaktere passen weder für sich noch im Kontext zu anderen oder ihrer Umgebung. Manchmal sucht man Hintergründe oder die Umgebung sowieso vergebens, weil sich Liefeld auf so genannte Splash-Pages konzentriert, also ganzseitige Darstellungen der Charaktere. Dadurch gibt es wenige Panels, in denen sich eine Geschichte entfalten könnte. Nicht, dass diese besonders interessant wäre.

Comics haben den Vor- und Nachteil, dass beide Elemente gleichermaßen interagieren müssen: die Zeichnungen und das Skript. Es existiert jedoch ein ungleichmäßiges Verhältnis. Das Skript kann noch so gut sein, wenn die Zeichnungen einem nicht gefallen oder objektiv schlecht sind, geht die Geschichte unter (es gibt Ausnahmen, aber diese meist im Webcomic-Bereich, wo man teilweise die Künstler*innen bei ihrer Entwicklung und wie sie mit der Zeit besser werden, beobachten kann). Jedoch können herausragende Zeichnungen eine mittelmäßige Geschichte ausgleichen. In Avengers »Heroes Reborn« sucht man beides jedoch vergeblich. Für eine #1 Ausgabe ist die Einführung der Charaktere nicht gut gelungen. Es ist verwirrend, selbst für einen Comic-Interessierten wie mich, und man quält sich förmlich durch die Seiten.

Ich habe also nach »Heroes Reborn« gesucht und wurde, wie so oft, auf Reddit fündig. User AJjalol erklärt sehr eindrucksvoll und ausführlich, warum diese Ära so schlecht war und was falsch gelaufen ist (Can someone explain heroes reborn to me?). Also halte ich mich erst einmal an die Empfehlung des Kommentierenden und gehe etwas weiter in der Zeit voraus, wenn »Heroes Reborn« zu Recht endete und beginne mit den #1 Ausgaben von Iron Man, Avengers und Co. Ein zugegebenermaßen etwas holpriger Start, aber ich bleibe optimistisch. Außerdem habe ich so wieder etwas gelernt.