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Ich sollte …

In einem Podcast, den ich letztens gehört habe, ich glaube, es war The Pod, ging es darum, ob Spiele nicht eigentlich Zeitverschwendung sind. Ein ziemlich interessantes Thema. Es gibt immer wieder unterschiedlichste Vorwürfe zu den verschiedensten Zeitvertreiben. Entweder es wird generell als Zeitverschwendung deklariert oder als kindisch. Als Comic-Fan musste ich mich schon des Öfteren dafür verteidigen, dieses ausschließlich für Kinder wahrgenommene Medium als Erwachsener noch zu konsumieren. Auch jetzt wollte ich schon damit anfangen, was es nicht alles für Horror-Comics gibt und Geschichten, die ich keinem Kind in die Hand geben möchte. Aber das ist ein Reflex, den ich mittlerweile gut zurückhalten kann. Wenn jemand einfältig genug ist, ein gesamtes Medium als kindisch abzustempeln, ist das das Problem dieser Person.

Aber darum geht es mir eigentlich nicht. Es geht mir eher um das Thema Zeitverschwendung. Ich habe das Gefühl und das kam auch bei dem Podcast-Gespräch auf, dass wir die Erwartung haben, immer produktiv sein zu müssen. Es gibt unzählige Online-Kurse, YouTube-Videos und Bücher, die sich damit beschäftigen, immer noch produktiver zu werden. Ich verstehe zugegebenermaßen nicht ganz, wie man einen YouTube-Kanal zu dem Thema betreiben kann, ohne wahnsinnig zu werden. Wenn man wirklich alle diese Techniken anwenden würde, die vorgeschlagen werden, ist das mit Sicherheit mehr als ein Vollzeit-Job. Alleine die ganzen Morgenroutinen, die es gibt, würden den halben Tag dauern. Wenn ich diesen Personen erzählen würde, dass meine »Morgenroutine« unter der Woche gerade einmal 15 Minuten dauert, bis ich aus dem Haus und in die Arbeit gehe, würden sie wohl verzweifelt in Embryonalstellung am Boden liegen.

Gewisse Sachen effizienter gestalten zu wollen, ist ja in Ordnung. Man kann im Alltag manches optimieren und besser machen, damit es einfacher von der Hand geht. Doch es muss nicht immer alles auf Produktivität ausgelegt sein. Die meisten von uns arbeiten in irgendwelchen Jobs, die sowieso schon voll sind mit Zielen, die erreicht werden wollen, Projekten, die umgesetzt werden müssen und dergleichen, da muss man nicht auch noch die Hobbys in diese Richtung drängen. Denn genau das ist Freizeitbeschäftigung, die kein Geld einbringt: ein Hobby. Manchmal scheint mir das etwas unterzugehen.

Der Sport wird mit Smartwatches optimiert und auf das bestmögliche hingetrimmt. Natürlich kann man sich Ziele setzen und einen Marathon laufen wollen. Ein gewisser Druck ist da wahrscheinlich notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Trotzdem darf die Freude am Laufen und der Spaß am Sport nicht darunter leiden, sonst ist es kein nachhaltiges Ziel. Oder mein Blog-Projekt hier. Natürlich habe ich ein tägliches Ziel zu schreiben, aber darüber hinaus darf es nicht zu einem negativen Stress ausarten; einer Deadline, die mir jeden Tag im Nacken sitzt und mir ein schlechtes Gewissen macht. Natürlich will ich gewisse Schreibprojekte und Reihen umsetzen, wie meinen wöchentlichen Text zum »MCU Rewatch«, meine »Geek-Planet«-Texte oder dergleichen. Aber wer außer mir ist sauer, enttäuscht oder bestürzt, wenn ich es mal nicht schaffe, diese Textreihen einzuhalten? Niemand, außer mir, weil ich mir etwas eingeredet habe. Eine imaginäre Produktivitätsleistung, die mir im Grunde nur im Weg steht, als meinen kreativen Output zu fördern.

Ähnliches habe ich mir letztens auch gedacht, als mein Urlaub vergangenen Freitag anfing. Das Wochenende war eher verregnet, ich war erschöpft und hatte keine Lust, etwas anzureißen. Also bin ich am Samstag einfach nur mal meine typischen eineinhalb Stunden spazieren gegangen und habe Podcasts dabei gehört. Den restlichen Nachmittag/Abend habe ich viel YouTube oder Twitch geschaut und am SteamDeck Elden Ring gespielt. Dazwischen Pizza und Kekse gegessen. Einen mehr oder weniger faulen Tag genossen. Ich hätte stattdessen natürlich Texte schreiben können oder noch mehr trainieren oder etwas anderes »produktiveres« mit meiner Zeit anfangen können. Aber ich habe eben genau das gebraucht, um meine Batterien wieder etwas aufzufüllen. Am Sonntag habe ich dann diesen Text hier geschrieben, weil es mir etwas unter den Fingern brannte und ich unbedingt etwas zu virtuellem Papier bringen wollte. Die beiden Tage haben sich also gut ergänzt.

Ob es Zeitverschwendung ist, Elden Ring zum x-ten Mal durchzuspielen oder Twitch zu schauen, das müssen ehrlich gesagt andere beurteilen. Solange es mir Freude bereitet und ich nicht den ganzen Tag nur vor dem Fernseher herumhänge, ist es auch nicht so tragisch, mal ein paar Stunden damit zu verbringen. Es geht eher darum, die Waage zu halten, zwischen den Dingen, die einen persönlich voranbringen (in welcher Art das auch immer sein mag) und den Phasen, in denen man sich eine kleine Auszeit gönnt. Im Englischen gibt es unter anderem den Begriff des »guilty pleasure« (wörtlich übersetzt: schuldiges Vergnügen). Ich mag den Begriff nicht, weil er unterstellt, man müsse sich schuldig fühlen, sich schämen oder dergleichen. Das ist mir zu negativ. Es geht im Grunde um das große Ganze, das stimmen muss.

Appelle und Vertrauen

Ich habe bereits des Öfteren von den ganzen Newslettern berichtet, die ich abonniert habe. Von Nachrichtenportalen und journalistischen Angeboten hin zu einzelnen Personen oder um bei Magazinen auf dem Laufenden zu bleiben. Der Newsletter von der Webseite Deine Korrespondentin ist eine Mischung. Das digitale Magazin präsentiert Frauen, die auf ihre eigene Art etwas Besonderes geleistet oder geschafft haben. Die sich durch den Alltag kämpfen und trotz widriger Umstände nicht aufgeben. Dabei sind nicht nur Persönlichkeiten wie Autorinnen, Politikerinnen oder Sportlerinnen vertreten, sondern Frauen aus allen möglichen Bereichen des Lebens. Das macht das Angebot so interessant und inspirierend.

Ich lese nicht jeden Text oder Artikel, der aus dieser wunderbaren Webseite hervorgeht, schaue aber doch gelegentlich rein. Ähnlich mache ich es übrigens auch bei dem Newsletter von queer.de. Ich schaue mir die Überschriften und Aufreißer in der Mail an und gelegentlich lese ich den Text dahinter. Aber um grob zu wissen, was so passiert ist, reicht der Blick in den Newsletter. Jedenfalls kam vor ein paar Tagen oder Wochen wieder eine Mail von Deine Korrespondentin hereingeflogen. Die Einleitung dazu war sympathisch geschrieben:

»[…] die Weihnachtszeit ist da und mit ihr unzählige Geschenkideen und -verwerfungen, Konsumappelle und „Stress-Besinnlichkeit“. Wie wäre es mit einem Geschenk, das nicht nur Freude macht, sondern auch langfristig Gutes bewirkt und super einfach zu bestellen ist?«

Soweit so gut. Wenn man diesen Text liest, denkt man, es geht um eine Empfehlung des Newsletters. Man soll ihn weiterleiten und andere mit diesem tollen Angebot in Verbindung bringen. Gute Angebote und Inhalte einfach nur per Empfehlung weiterzuverbreiten und bekannt zu machen, kann sehr erfolgreich sein. Manche neue Leserinnen bleiben hängen und schließen ein Abo ab. Jedenfalls gewinnt man neue Leserinnen und alle sind zufrieden. Besonders bei einer solch hochtrabenden Einleitung gehe ich davon aus, dass etwas in der Art kommt.

Allerdings ging der Absatz mit den Worten »Mit unserer Dezember-Aktion […]« weiter. Es war also genau das, was zwei Sätze vorher angeprangert wurde: ein Konsumappell. Wieso soll ich also jetzt gerade das Abo von Deine Korrespondentin abschließen und nicht etwas anderes, wenn es doch derselbe Aufruf ist, der gerade überall im Internet zu finden ist? Wenn es sich doch in dieselbe billige, mal mehr, mal weniger gut funktionierende Marketingschleife einreiht, die ich so geflissentlich versuche zu ignorieren? Besonders bei einem Newsletter eines Angebots, das ich als Integer, wertvoll und schlicht besser empfinde, als vieles, was sonst im Internet zu finden ist.

Am meisten stört mich nicht einmal der Aufruf zum Abo. Wirklich enttäuscht bin ich durch die Verwendung des Wortes »Konsumappell«. Es wird geradezu angeprangert und auf die anderen vom hohen Ross herabgeblickt, nur um kurz darauf selbst einen solchen Aufruf zu starten. Schade, dass man sich für so eine Art der Kommunikation entschieden hat. Diese durchaus in der Realität verankerte und in mancher Hinsicht Halt gebende Einleitung hätte man auf so viele Weisen schreiben können. Leider hat man sich für die falsche entschieden. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf deren Webseite. Es bleibt ein wichtiges und gut geführtes Magazin.

Gaming Controller V

Es ist schon eine Weile her, seit ich über Gaming Controller geschrieben habe. Allerdings soll hier nicht die Saga um die Suche nach einem Controller fortgesetzt werden (Gaming Controller) oder gar die Xbox-Elite-Saga in die nächste Runde gehen (II, III, IV). Vielmehr möchte ich einen neuen vorstellen, den ich mir vor ein paar Wochen gegönnt habe. Nämlich den Elite-Controller von Playstation. Wobei ihn Sony »Dualsense Edge« nennt. Ich habe schon lange mit einem dieser überteuerten Dinger geliebäugelt, doch konnte mich nie überwinden, das Geld auszugeben.

Nun hat mich allerdings God of War davon überzeugt, das Geld zu investieren. Dazu muss man wissen, dass ich die Neuauflage von 2018 nie gespielt habe und den Nachfolger Ragnarök ebenso nicht kenne. Als God of War Fan, der die ursprüngliche Trilogie geliebt und unzählige Male durchgespielt hat, musste ich allerdings irgendwann die neuen Teile nachholen. Jetzt war es also so weit. Es kommen später noch eigene Texte zu den Spielen. Es hat sich allerdings bei God of War, wie bei Elden Ring für die Xbox, herausgestellt, dass ich gerne die Buttons customizen möchte. Ebenso habe ich mich beim Elite-Controller an die Tasten auf der Rückseite gewöhnt, die sehr praktisch sind.

Nach einigen Spielstunden und Testläufen kann ich nun berichten, dass sich der Dualsense Edge vor Microsofts Elite 2 Controller nicht verstecken braucht. Allerdings kommt dieser durchaus mit ein paar Makeln daher. Zum einen sei gesagt, dass der Edge zwar teurer ist, allerdings nur zwei zusätzliche Tasten auf der Rückseite hat (der Elite 2 hat 4 zusätzliche Tasten) und die Akkulaufzeit von Elite 2 bei weitem nicht erreicht. Außerdem hätte ich gerne eine Shift-Funktion, sodass ich Tasten doppelt belegen kann. Der Edge fühlt sich jedoch wertig an und die Joysticks können bei Bedarf relativ einfach gewechselt werden.

Ich finde immer noch, dass der Elite 2 der bessere Controller ist und würde diesen gerne mit meiner Playstation verwenden. Der Dualsense Edge macht zumindest einen Schritt in die richtige Richtung, hätte aber etwas mutiger und weiter gedacht sein dürfen. Einen Elite 2 Controller bekommt man für gut 150 €, mal mehr, mal weniger, je nachdem welche Angebote es gerade gibt. Ein satter, aber angemessener Preis für das, was er bietet. Vor allem, wenn man sich die Konkurrenz ansieht, die teilweise mehr kann, aber dafür mindestens mit 200 € zu Buche schlägt. Da sind die 200 €, die der Dualsense Edge kostet, gelinde gesagt, einfach zu viel. Fast schon eine Frechheit. Er hätte ebenfalls bei 150 € eingepreist werden sollen, vielleicht etwas weniger. Vor allem, weil der Funktionsumfang eingeschränkter ist als bei der Konkurrenz. Trotzdem eine nette Ergänzung für die PS5. Wäre dieser standardmäßig bei der PS5 Pro dabei, hätte ich mir sogar einen Kauf der neuen Konsole überlegt. So bleibt es beim Controller.

Daniel ZH | Unsplash

MCU Rewatch: Avengers

Und schon ist Phase 1 des MCU abgeschlossen. Auch wenn ich hier im Blog den Samstag nutze, um meinen MCU Rewatch zu dokumentieren (also bisher 6 Wochen), so habe ich tatsächlich diese sechs Filme innerhalb von fünf Tagen im November 2024 angesehen. Da es doch recht viele Marvel-Filme mittlerweile gibt, habe ich mich dazu entschlossen, nur einmal die Woche darüber zu berichten, damit es nicht zu viel auf einmal wird. Es sind ja immerhin zeitunkritische Inhalte. Aber soweit erst einmal der Blick hinter die Kulissen und wie ich diese Rewatch-Texte veröffentliche.

The Avengers kam 2012 in die Kinos und ist heute noch ein Meilenstein der Kinogeschichte. Dass das Konzept vom MCU und die Idee von Kevin Feige sich so umsetzen ließ, ist schon unfassbar. Eine Errungenschaft, die man würdigen und anerkennen muss. Über vier Jahre fünf Filme zu veröffentlichen, in denen mal mehr, mal weniger offensichtliche Hinweise eingestreut wurden und schließlich an den Punkt zu gelangen, The Avengers zu veröffentlichen, ist Wahnsinn. Und selbst jetzt, nachdem ich den Film schon einige Mal gesehen habe, bekomme ich noch Gänsehaut und fiebere mit unseren lieb gewonnenen Helden mit.

Es ist bemerkenswert, wie organisch sich der Film anfühlt. Von der Bedrohung Lokis, den einzelnen Begegnungen unserer Helden, deren Interaktionen und den Persönlichkeiten, die aufeinanderprallen. Erst eher schlecht als recht, doch vereint durch einen persönlichen Verlust, kämpfen sie schließlich als eine Einheit, als ein Team, das alles erreichen kann, was es sich in den Kopf setzt. Phil Coulson, der alle von Anfang an begleitet und geprägt hat. Mit seinem Tod ihn quasi als eine »women in refrigerators«-Trope zu missbrauchen, um die Avengers anzutreiben, finde ich durchaus genial.

Für mich ist immer noch der Hero-Shot, während die Avengers in New York kämpfen, immer noch die Messlatte, die es zu erreichen gilt. Der erste große Leviathan wurde durch den Hulk ins Nirvana geschlagen. Die Kamera umkreist die Avengers und fängt alle wunderbar ein. Iron Man, Thor, Captain America, The Hulk, Black Widow und Hawkeye. Dazu das perfekte und triumphierende Musikthema von Alan Silvestri. Es ist ein Moment der Kinogeschichte, den es kein zweites Mal geben wird. Auch hier muss man anerkennen, dass Joss Whedon und das Marvel-Team geniales geleistet haben. Wie auch beim Konzept des MCU haben viele versucht, an diesen Hero-Shot heranzukommen, sind aber kläglich gescheitert.

Ich könnte mich noch weiter in Details verlieren. Sei es die Wette zwischen Nick Fury und Steve Rogers, wo Nick Fury schließlich auf der Brücke des frisch enthüllten Helicarrier 10 Dollar bekommt. Die nahtlos geschnittene Kampfszene in New York, als unsere Helden endlich wie ein echtes Team kämpfen. Die letzten Momente von Phil Coulson. Mark Ruffalo als Bruce Banner. Lokis Auftritt in Stuttgart und der Mann, der sich ihm entgegenstellt. Das erste Aufeinandertreffen von Iron Man, Thor und Captain America. Ich finde nichts Falsches an diesem Film und feiere jede Sekunde. Ich bin wirklich begeistert.

In den vergangenen Monaten habe ich mich vielleicht etwas zu sehr darin verloren, was andere von Dingen halten. Seien es Filme oder Serien. Es ging so weit, dass ich Filmen nicht einmal mehr eine Chance gab. Es gibt diese negative Spirale im Internet, sei es in Social Media oder in den Kommentarspalten von YouTube, vor der man sich in Acht nehmen sollte. Ich habe schon fast meine Freude an Marvel, den Comics und dem MCU verloren. Bis ich diesen Rewatch gestartet habe. Doch seit ich YouTube um ein Vielfaches weniger benutze und sehr viel selektiver bin, was ich mir anschaue und mich wieder mehr auf Filme konzentriere, geht es mir nicht nur besser, mir ist schlichtweg egal, was andere von ihnen halten. Ich muss daran Spaß und Freude haben. Es muss mir gefallen.

So banal das klingen mag, so sehr müssen wir uns das immer wieder vor Augen halten. Uns nicht von anderen die Laune verderben lassen, ihnen nicht in eine imaginäre Welt voller Wut und Hass folgen, die es so nicht gibt. Die echte Welt, mit all ihren Schwierigkeiten und Herausforderungen, ist anstrengend und ermüdend genug. Ich möchte mir nicht auch noch etwas kaputt machen lassen, das mir mein Leben lang Freude bereitet hat. Dieser Rewatch des MCU hat mir das gezeigt.

Ich liebe diese erste Phase des MCU. Es ist großartig. Und ich freue mich auf die weiteren Filme, die noch kommen.

Der Sound von Nostalgie

Sony feiert gerade oder hat gefeiert (je nachdem, wann ich den Text veröffentliche) das 30. Jubiläum von Playstation. Es gibt natürlich die üblichen Angebote und Rabatte sowie Jubiläumseditionen von Controllern und Konsolen. Was mich aber am meisten begeistert, ist der neue alte Startbildschirm der Playstation. Sony hat mit dem neuesten Update nämlich den alten Sound ausgegraben und den Startbildschirm aufpoliert. Es ist ein wahrer Nostalgie-Trip. Zwar soll dieser nur temporär verfügbar sein, aber alle Playstation-Fans fordern online bereits, diesen behalten zu dürfen. Und warum auch nicht? Für jahrelange Treue darf man wohl einen einfachen Startbildschirm behalten.

Ich hatte nie die Playstation 2. Aus irgendeinem Grund habe ich die klassischste aller klassischen Spielekonsolen übersprungen. Aber die PS One konnte ich mein Eigen nennen. Später hatte ich die Dreier, eine Vierer und nun die Fünfer. Es ist toll, mit Freunden über die alten Spiele zu reden. Entweder hat man sie gemeinsam erlebt oder man hat über sie geredet, nachdem man sie zu Hause nach der Schule gespielt hatte. Coop, also das gemeinsame miteinander oder gegeneinander zu kämpfen und erleben der Spiele, stand damals noch höher im Kurs, als es heute der Fall ist. Zwar kann man sich jederzeit online verabreden, aber die Couch-Coop-Variante muss man schon suchen.

Was die Spiele anbelangt, so gibt es eine ellenlange Liste, die ich hier aufführen könnte. Deshalb nur ein kleiner Auszug. Twisted Metal kommt einem natürlich sofort ins Gedächtnis. Ich weiß nicht einmal, wie ich so ein Spiel beschreiben soll. Mit verrückt designten Autos versucht man sich gegenseitig zu zerstören, trifft es wohl am besten. Oder Fighting Force in dem man sich für einen von vier Charakteren entscheidet und sich durch die Bösewichte einer Stadt prügelt. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Spiel durchgezockt habe. MediEvil, in dem man einen skelettierten Ritter spielt und eine Fantasy-Welt durchschreitet. Crash Badicoot, eine Reihe, die es bis heute gibt. Diver 2, Test Drive 4 gehörten ebenfalls zu meinen all-time-favorites. Ich weiß noch genau, wie ich in Test Drive 4 über die Hügel San Franciscos sprang – einfach fantastisch.

Die Diskussionen und Erinnerungen an diese Spiele haben zu einer interessanten Frage geführt: Gibt es so eine Art Spiel heutzutage noch? So etwas wie Twisted Metal oder Soul Reaver (dessen Remake gerade erst erschienen ist)? Spiele, die man unter dem Begriff »casual games« zusammenfassen könnte. Einschalten und einfach darauf losspielen. Keine große Story, wie bei den aktuellen Meisterwerken von Sony (von God of War über Horizon bis The Last of us), sondern etwas Einfacheres. Hier landet man schnell bei Metroidvania-Spielen, wie Prince of Persia oder der Blasphamous-Reihe. Vampire Survivors zählt ebenfalls in diese Kategorie der casual games, wie roguelikes. Allerdings sind das genrespezifische Spiele, die alle super sind, aber nicht ganz das treffen, was wir meinen.

Space Marine 2 trifft am ehesten noch den damaligen Zeitgeist und hievt diesen ins aktuelle Jahrzehnt. Aber abseits von Remakes oder Neuauflagen sucht man diese Art von Spiel doch eher vergebens. Es bleibt spannend, zu beobachten, wo sich die Reise hinentwickelt. Allerdings wird es mit einer wachsenden Anzahl an Spielerinnen schwieriger, etwas zu entwickeln, was alle zufriedenstellt. Es ist eine unmögliche Aufgabe. Es gibt Spielerinnen, die jahrelang ein Spiel spielen und erst wechseln, wenn es einen Nachfolger gibt. Man findet sich eher in unterschiedlichsten Nischen zu Hause. Ich persönlich mag die Abwechslung, wie man an der oben genannten Auswahl an Nennungen sieht. Ich mag viele verschiedene Genres, begrenze mich allerdings auf Single-Player-Spiele. Mal sehen, an welche uns in 30 Jahren noch genauso gut in Erinnerung bleiben, wie Twisted Metal oder Tomb Raider.

Nik | Unsplash

Ecken, Nüsse und Pofesen

Das vergangene Wochenende war ein kulinarischer Hochgenuss. Zum Glück war ich Samstagvormittag noch auf einer kleinen Shopping-Tour im ZiB in Salzburg. Am Sonntag hätte ich die Hosen wahrscheinlich um eine Nummer größer nehmen müssen. Nein, so schlimm war es nun auch wieder nicht, aber es war ein regelrechtes Fest.

Angefangen hat es am Samstagnachmittag. Mit der Family ging es zum Adventmarkt am Holzöstersee in Oberösterreich. Dort findet (leider nur an einem Adventwochenende) der treffend bezeichnete Advent am See statt. Am Weg des Ufers entlang sind Stände aufgebaut, die einen nicht nur kulinarisch versorgen, sondern jedweden Krimskrams andrehen wollen. Das klingt jetzt negativer, als es gemeint ist. Es gibt durchaus praktische Dinge, wie Alpaka-Socken und entsprechende Schuheinlagen, die in den kalten Wintermonaten die Füße warm halten. Natürlich gibt es ebenso passende Stofftiere dazu. Zudem findet man alle möglichen Schmuck und Deko-Gegenstände, die zum Teil wirklich gut aussehen. Schon lange möchte ich eine dieser wunderschönen Holzschüsseln, die an den Rändern noch die Rinde des Baumes aufweist. Ich wüsste allerdings beim besten Willen nicht, was ich darin lagern soll.

Zurück zum Kulinarischen. Darum geht es auf Adventmärkten zumindest für mich hauptsächlich. Ich will nicht nur mit gutem Glühwein, sondern ebenso mit gezuckerten, fettigen Teigprodukten versorgt werden. Den Start bildete eine wirklich leckere Feuerzangenbowle. Leider war dies, was die flüssige Nahrungsaufnahme anbelangt, bereits das beste, was der Markt zu bieten hatte (außer vielleicht das kleine Bierchen zum Burger, aber damit hatten Standbetreiber recht wenig zu tun, außer die Flasche zu öffnen). Der Tee mit Schuss war viel zu stark und der Rum nicht gut und der Glühwein schmeckte auch nicht wirklich. Ich teste gerne die unterschiedlichen Angebote durch, aber wenn man mit einem Höhepunkt wie der Feuerzangenbowle einsteigt, sollte man wohl entweder dabei bleiben oder es für den restlichen Abend sein lassen.

Dafür haben es mir die Essens-Themen angetan. Es gab den berühmt-berüchtigten Wild-Burger. Vor zwei Jahren, als ich das letzte Mal beim Advent am See war, sollte es nicht so einfach sein, an einen dieser Burger zu kommen. Die netten Standbetreiber kamen zu der späteren Uhrzeit mit der Produktion von Patties nicht nach. Das sollte dieses Jahr, wir waren ja bereits am Nachmittag dort, kein Problem sein. Das Beste war jedoch mit Abstand die angebotenen Pofesen eines einzigen Standes. Pofesen sind die beste Erfindung seit geschnitten Brot. Was sich als durchaus praktisch erweist, da man zwei Toastbrotscheiben dafür benötigt und wenn man nicht weiß, wie man Brot schneidet, fehlt schon mal eine essenzielle Zutat. Außer den zwei Toastscheiben muss dazwischen jede Menge herrlicher Powidlmarmelade, dann wird das Ganze in Milch und Eier getunkt, frittiert und schließlich gezuckert. Es war fantastisch. Eigentlich wollte ich noch die frisch gedrehten und frittierten Kartoffelchips probieren, aber es wurde dann doch noch ein zweiter Pofesen. Leider findet man sie nur selten bei Bäckern, entdeckt sie auf Märkten allerdings doch noch am häufigsten. Diese Chancen muss man nutzen.

Somit war der Samstag kulinarisch bereits ausgereizt und konnte nicht mehr getoppt werden. Am Sonntagvormittag habe ich dann noch eine dritte Kekssorte gebacken. Meine persönliche Tradition ist es mittlerweile, an jedem Adventwochenende eine Sorte zu backen. Bisher waren es Lebkuchen und Kokosbusserl. Es fehlten also nur mehr die äußerst leckeren Nussecken. Zwar ist das Verteilen des klebrigen, patzigen Teiges auf dem Backblech stets eine Herausforderung, genauso wie den Nussbelag darauf zu verteilen, ohne, dass der mit Marmelade bestrichene Teig darunter zerreißt, doch das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Dann noch etwa die Hälfte in weißer Schokolade getunkt und Weihnachten kann kommen. Natürlich wird ein Teil des Backerfolges an die Kolleg*innen verfüttert. Man ist in der Adventzeit schließlich großzügig. Mal sehen, was das nächste Wochenende an kulinarischen Abenteuern bereithält. Ich bin guter Dinge.

Breaks

Breaks gehört zu den frühesten Webcomics, die ich entdeckt habe. Es ist leider nicht mehr ganz nachvollziehbar, wann ich den Comic von Emma Vieceli & Malin Ryden entdeckt habe. Aber das Kickstarter-Projekt zum zweiten Volume habe ich 2019 unterstützt, das heißt, ein paar Jahre davor muss ich mir Volume 1 gekauft haben. Und davor habe ich den Comic via der Tapas-App gelesen und verfolgt.

Es gibt immer wieder Dinge im Leben, seien es Filme, Serien, Comics, Spiele oder Podcasts, die einem viel bedeuten. Man trägt sie im Herzen mit sich herum, auch wenn man sie nicht (mehr) regelmäßig verfolgt. Es müssen nicht einmal qualitativ hochwertige oder gute Dinge sein, vielleicht haben sie uns in einem Lebensabschnitt erwischt, wo wir genau so eine Geschichte gebraucht haben. Vielleicht haben uns die Charaktere an einem wunden Punkt erwischt und schon wird man sie so schnell nicht mehr vergessen. Ich glaube, Breaks ist für mich so eine Geschichte. Wobei hier noch hinzukommt, dass es ein fantastischer Comic ist, der nicht nur eine mitreißende Geschichte erzählt, sondern auch noch kreativ umgesetzt ist.

Was bei Breaks gleich auffällt, wie bei den meisten Comics, weil es sich immerhin um ein visuelles Medium handelt, ist der Zeichenstil. Breaks kommt ohne Farben aus und ist in einem grau-grünen Olivton gehalten. Man sieht die Kernfarben der Protagonisten Cortland Hunt und Ian Tanner, was sie tragen und so weiter, anhand der Titelseiten und anderer Artworks. Doch die Welt, in der sie sich bewegen, die Schule, ihre beiden Zuhause und Freunde muss man selbst mit eigenen Ideen und Farben füllen. Ich finde es immer wieder toll, wenn Autorinnen und Künstlerinnen solche Methoden anwenden, um die Leser*innen tiefer in die Geschichte hineinzuziehen. Man ist involvierter in das Ganze.

Doch worum geht es? Cortland Hunt ist trotz seiner jungen Jahre bereits ehemaliger erfolgreicher Boxer, musste aber aufgrund diverser Vorfälle ausscheiden. Ian läuft für sein Leben gerne, aber hat leider so manche schlechten Einflüsse in seinem Leben, die ihm nicht gerade guttun. Doch wie sich herausstellen wird, ergänzen sich Hunt und Ian optimal, wissen sich zu unterstützen. Ihre angehende Beziehung ist nicht gerade leicht, denn immer wieder gibt es Menschen, die ihnen nichts Gutes wünschen oder vergangene Ereignisse, die sie belasten. Doch die beiden sind dermaßen liebenswürdig geschrieben und gestaltet, ihre Chemie wunderbar und sie funktionieren einfach nur toll miteinander. Es macht Freude, trotz diverser Rückschläge, ihre Geschichte zu verfolgen und auf ein Happy End zu hoffen.

Wenn es um queere Geschichten geht, dann mag ich es, wenn es Feel-Good-Erzählungen sind. Sprich, wenn sich die (meist klischeehaften) Probleme der Charaktere in Grenzen halten und man sich auf die angehende Beziehung konzentrieren kann. Sie in ihrer individuellen Reise verfolgt. Aber eine Geschichte, völlig losgelöst von Konflikten, funktioniert nicht. Es braucht Konflikte, wie auch immer diese aussehen mögen, um es für die Leser*innen spannend zu machen. Denn erst, wenn die Protagonisten Hindernisse überwinden und Rückschläge wegstecken können, aus Herausforderungen vielleicht siegreich und aber auf jeden Fall stärker hervortreten, wie der Phoenix aus der Asche, wiegen die positiven, schönen Momente umso größer und besser.

Welche Konflikte und Möglichkeiten es gibt, eine Geschichte spannend zu erzählen, haben wir uns in den vergangenen Wochen immer wieder angesehen.

Breaks sticht hier vielleicht noch einmal besonders heraus, da es sich um eine Geschichte handelt, die vor Gewalt nicht zurückschreckt; sowohl physischer als auch psychischer Natur. Es ist zwar schon eine Weile her, seit ich den Comic das letzte Mal gelesen habe, allerdings kann ich mich an die emotionalsten Momente noch hervorragend erinnern. Es lohnt sich, Breaks eine Chance zu geben. Wie Cortland und Ian selbst wird man gestärkt und motiviert aus diesen Erlebnissen herausgehen.

Wenn dieser Text hier erscheint, sind es nur noch wenige Tage, bis das letzte Volume von Breaks erscheint. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass es auch zu diesem Band eine Kickstarter-Kampagne gäbe, aber ich bin schon um eine gedruckte Version des Comics froh. Ich habe davon abgesehen, den Comic auf Tapas fertig zu lesen, da ich wirklich das Hardcover in Händen halten wollte. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte enden wird. Die letzten Tage vor dem Erscheinen des finalen dritten Bandes werde ich unter anderem dafür nutzen, mein Gedächtnis etwas aufzufrischen und die beiden Vorgänger erneut zu lesen.

Der Traum einer Kolumne

Was definiert eigentlich eine Kolumne? Es ist eine eigene Meinung enthalten, eventuell fließen interessante Beobachtungen aus dem Alltag ein. Wenn es eine gute Kolumne ist, spielen genauso sprachlich geschickte Formulierungen eine Rolle. Sie erscheint regelmäßig. Lange Zeit hatte beispielsweise Max Goldt in der Titanic eine monatliche Kolumne. Bekannt geworden ist er mir erst mit seinem aktuell letzten Buch »Lippen abwischen und lächeln. Die prachtvollsten Texte von 2003–2014« aus dem Jahr 2016. Die Kolumnen, die darin abgedruckt sind, machen Freude beim Lesen und sind elegant geschrieben. Ich habe auch andere Textsammlungen von ihm im Regal stehen, aber das letzte enthält schon die genialsten Kolumnen von ihm.

Wenn man nicht nur fiktionale Texte (also Geschichten aller Art) schreibt, sondern sich im Blog-Format austobt, so wie ich es hier tue, kommt man nicht umhin, der eigenen Kolumne nachzuträumen. Natürlich könnte man die täglichen Texte, die hier erscheinen, als eine Art Kolumne bezeichnen. Immerhin sind es meistens nicht nur kurze Gedankenfetzen, die zu digitalem Papier gebracht werden. Ich versuche stets komplette Texte zu schreiben, auch wenn sie manchmal kürzer ausfallen. Unter »komplett« verstehe ich, dass Gedanken ausformuliert werden und ich auf einen Punkt hinarbeite. Nicht alles ist natürlich bis ins kleinste Detail ausdiskutiert oder hinterfragt, dafür ist das tägliche Ziel zu kurz. Dafür kommen manche Themen immer wieder in unterschiedlichen Gewändern vor.

In den vergangenen Jahren habe ich mich immer wieder an Formaten ausprobiert, die regelmäßig erscheinen und einem gewissen Muster folgen. Bei Rogues Portal beispielsweise habe ich in Briefform an Serien und Comics geschrieben, die mich bewegt oder mir viel bedeutet haben. Bei meinem ersten Blog Geek Planet waren es Wochenrückblicke und andere Experimente. Aktuell tobe ich mich in drei regelmäßig erscheinenden Formaten hier aus. Jeden Dienstag bespreche ich Geschichten, die sich mit queeren Charakteren beschäftigen (hauptsächlich Webcomics, aber später sollen andere Medien ebenso vertreten sein). Am Donnerstag gibt es wiederaufbereitete alte Texte von mir, die ich nicht nur redigiere, sondern mit einer kurzen Einleitung versehe. Dann gibt es jeden Samstag ein Update zu meinem MCU Rewatch. Alles zwar medienzentrierte Texte, aber man könnte sie im weitesten Sinne als Kolumnen bezeichnen.

Ich bin immer wieder am Überlegen, was für mich eine Kolumne wirklich ausmacht. Worauf es ankommt und was mir persönlich wichtig wäre, dass sie abdeckt. Vielleicht muss ich die Texte von Max Goldt wieder hervorholen. Das letzte Mal habe ich sie während des Studiums genossen, und das ist mittlerweile über 6 Jahre her. Eventuell kommt mir dabei die entscheidende Idee. So wie es bei diesem Blog-Projekt Matthew Dicks war, der mir die finale Inspiration gab, einfach jeden Tag zu schreiben.

Yeehaw äh Yazio

Das Thema Ernährung beschäftigt mich in den vergangenen Wochen wieder etwas intensiver. Eigentlich beschäftige ich mich schon mein Leben lang damit. Aber aktuell begegnen mir häufiger Texte (speziell bei den Krautreportern), die sich mit dem Thema beschäftigen. Natürlich beschäftigt sich der Arnold Schwarzenegger Newsletter »The Pump« regelmäßig damit, und auch anderswo ist das Thema brandaktuell. Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit kommt es mir so vor, als ob die Bemühungen intensiviert werden, über Ernährung zu sprechen. Das kommt wahrscheinlich von den unterschiedlichen Traditionen, wie diese Jahreszeit essenstechnisch verbracht wird.

Bei den Diskussionen und Texten geht es selbstverständlich um Übergewicht, Abnehmen und so weiter. Aber es geht ebenso dahin zu fragen: warum wir überhaupt essen, wann wir essen oder wenn wir essen? Es ist kein Geheimnis, dass die Menschheit schwerer wird, und das liegt nicht unbedingt daran, dass wir immer mehr werden. Wir werden individuell auch immer mehr. Da liegt es nahe, sich immer mal wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen und selbst darüber zu reflektieren. Denn nur weil etwas Gewohnheit ist oder sich scheinbar gut anfühlt, heißt es nicht, dass es gut für einen ist. Besonders dann, wenn man selbst denkt sowieso kein Problem zu haben oder es doch eh weiß, ist es manchmal nicht schlecht, eigene Muster zu hinterfragen.

Ich mache selbst immer mal wieder gerne Experimente. Sei es Intervall-Fasten, penibler darauf zu achten, was ich esse oder mir neue Rezept-Ideen einzuholen. Aktuell nutze ich dafür beispielsweise die Yazio-App, die mir in der Vergangenheit bereits gute Dienste geleistet hat. Ich denke, viele Menschen, wie auch ich, haben teilweise ein Problem damit, Portionsgrößen richtig einzuschätzen. Dass eine Tüte Chips vielleicht nicht unbedingt einer Portion entspricht, mag jetzt einleuchtend und selbstverständlich klingen. Bei so manch anderen Dingen, die man im Supermarkt entdeckt und mitnimmt, ist das nicht immer ganz so einfach.

Wenn man dann die Dinge mit einer App, wie eben Yazio abscannt, sieht man wirklich, was eine Portionsgröße ist und wie vielen Kalorien das entspricht. Kalorien sind natürlich nur ein Annäherungswert. Bas Kast erklärt in seinem Buch »Der Ernährungskompass« eingehend, wie der Körper manche Lebensmittel verarbeitet und die Kalorienzahl dafür nicht immer ein aussagekräftiger Wert sein kann. Wie immer gilt bei der Ernährung, wie in anderen Lebensbereichen: Es ist sehr individuell und man muss für sich selbst herausfinden, was gut ist und welche Form der Ernährung passt.

Trotzdem ist das Hinterfragen immer eine gute Idee. Theresa Bäuerlein hat dazu auf Krautreporter immer wieder tolle Artikel parat (zwei habe ich unten verlinkt). In letzter Zeit beschäftigt sie sich eingehend mit dem Buch »The Hunger Habit« von Judson Brewer und den darin vorkommenden Themenbereichen. Ich möchte mir das Buch ebenfalls besorgen und lesen, es klingt sehr spannend und informativ. Zum einen geht es unter anderem darum, nicht mehr so exzessiv über Essen nachzudenken und zum anderen, ob wir überhaupt das essen wollen, was wir täglich in uns hineinstopfen. Auf die Details möchte ich hier nicht eingehen, die Artikel von Theresa Bäuerlein sind hervorragend geschrieben und recherchiert. Und ein Krautreporter-Abo lohnt sich sowieso immer.

So manches von unserem Verhalten geht oft auch darauf zurück, wie wir über uns selbst, aber auch über andere reden. Manches Mal hat ein einfacher, unschuldig gemeinter Kommentar größere Auswirkungen, als man beabsichtigt. Der Autor und Blogger Matthew Dicks postet an jedem Ersten des Monats seine Liste an Jahresvorsätzen und wie der Stand ist. Ein Punkt, der mir nicht mehr aus dem Gedächtnis geht, ist: »Ich werde mich weder positiv noch negativ über das Aussehen einer Person äußern, außer über meine Frau und meine Kinder, um den Fokus auf das Aussehen in unserer Kultur insgesamt zu verringern.« (Übersetzt mit Unterstützung von DeepL)

Es ist ein wunderbarer Vorsatz, den sich mehr Menschen vornehmen könnten. Ich versuche das selbst ebenfalls in meinem Alltag zu berücksichtigen. In Anbetracht der Nutzer*innen von Social Media, wie Instagram, TikTok und dergleichen, scheint dies allerdings eine weit entfernte Utopie zu sein. Bilder werden schon lange nicht mehr nur mit Photoshop ausgebessert oder manipuliert, sondern mit Hilfe von Filtern und KI „gefälscht“ oder sie sind überhaupt nicht mehr echt. Das schafft eine wahnsinnige Kluft, eine unüberbrückbare Diskrepanz zwischen Erwartungen, Anforderungen sowie Anspruch an die einzelne, normale Person und dem, was realistisch ist. Die Realität kann eben nur schwer mit einer scheinbar idealisierten, manchmal fiktiven Welt mithalten.

Eigentlich wollte ich nur über die Yazio-App schreiben und dass ich sie gerade sehr gerne verwende. Ich zähle nicht akribisch alle Kalorien, aber als Richtwert und dergleichen eignet sie sich wunderbar. Außerdem sind die Rezepte darin gut. Ich habe schon so manches nachgekocht und Smoothies probiert. Es bringt neue Ideen ins alltägliche Kochen, und man kann vorgeschlagene Rezepte sowieso immer modifizieren. Aber die obigen Abschweifungen zeigen, dass Essen eben ein sehr vielschichtiges Thema ist. Man kann sich ihm von unterschiedlichsten Seiten annähern. Reflexion und Hinterfragen der eigenen Gewohnheiten sind eine Sache. Es ist aber ebenso wichtig, unterscheiden zu können, was ich wirklich selbst möchte und was mir eventuell von der Gesellschaft eingeredet wird.

Texte von Theresa Bäuerlein:

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MCU Rewatch: Captain America – The First Avenger

Captain America ist der erste Film im MCU, der einen Zeitsprung in die Vergangenheit wagt. Bis auf Rückblenden oder seltenen Einträgen wie Captain Marvel bleibt diese Technik weitgehend einzigartig im MCU – zumindest wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Sie sind eher darauf bedacht, die Geschichte des MCU fortzuerzählen. Wobei man die tatsächliche Chronologie der Abläufe sehr viel ernster nehmen kann. So gibt es Listen im Internet zu finden, die nicht nur die Post-Credit-Szenen der Filme aufschlüsseln und die seltenen Kurzfilme von Marvel einbetten, sondern auch noch sämtliche Episoden von Serien in eine richtige chronologische Reihenfolge bringen. Das wirkt aber furchtbar anstrengend, etwas so anzuschauen. Da bleibe ich doch lieber bei den Filmen als Ganzes und ihrer Reihenfolge der Veröffentlichung.

Was bis heute an Captain America beeindruckt, ist die digitale Veränderung von Chris Evans in der ersten Hälfte des Films. Nicht nur wird seine Statur kleiner, sondern er ist entsprechend dünn und mager. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Proportionen wirken in keiner Szene falsch oder seltsam. Es wirkt nicht überborden oder fake, sondern passt sich gekonnt in die Szenarie ein. Die Interaktionen mit den anderen Schauspieler*innen, deren Blickrichtungen und alles, was dazugehört, ist stimmig. Wenn man den Studios, die für das CGI verantwortlich sind, ausreichend Zeit gibt, dann bekommt man so ein Ergebnis, das sich Jahre später noch sehen lassen kann.

Wie auch bei den bisherigen Filmen ist die Besetzung des Films überragend. Tommy Lee Jones als Colonel Phillips, Stanley Tucci als Dr. Erskine und Hayley Atwell als Agent Carter ergänzen sich hervorragend. Alle drei, auf ihre eigene Weise, wollen, dass das Supersoldier-Programm erfolgreich ist. Im Laufe des Films mag ich ihre Entwicklung und besonders Phillips beweist später eine Menschlichkeit und ein Vertrauen in Captain America. Aber besonders mag ich es, wenn Charaktere kleine Gesten oder Handlungen in Szenen bekommen, die das auf subtile Art unterstreichen. So ist es bei Phillips eine der letzten Szenen des Films, wo er Agent Carter den Raum allein überlässt, während sie und Steve Abschied nehmen.

Auf der anderen Seite haben wir Hugo Weaving als Red Skull und Toby Jones als Arnim Zola. Weaving verkörpert den Red Skull mit einer regelrechten Inbrunst und scheint Spaß an der Rolle zu haben. Er dominiert jede Szene, in der er agieren darf, und versprüht eine Machtbesessenheit, die Welt zu erobern. Die Technologien, die der Tesseract ermöglicht, sind so größenwahnsinnig, wie der Schädel von Skull rot ist.

Captain America gehört zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme des MCU. Die Geschichte ist unterhaltsam, die Charaktere sind mit viel Herz geschrieben und verkörpert, und es stimmt einfach das Gesamtpaket. Chris Evans ist Captain America, da führt kein Weg daran vorbei. Manche Charaktere mag man neu besetzen können, wenn es mit dem Schauspieler nicht mehr funktionieren sollte, aus welchen Gründen auch immer, aber jemand anderen als Captain America zu sehen wird für Jahre sehr schwer sein. Genauso wie Hugh Jackman der einzig wahre Wolverine ist, gilt das auch für Chris Evans als Captain America.