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Ananas-Debatte

Wenn es ein Thema gibt, das seit Jahren, nein seit Generationen, die Menschen spaltet, dann ist es wohl die Ananas. Man muss nur das Thema Pizza- oder Toast-Hawaii erwähnen und schon löst man eine stundenlange Diskussion aus, ob man das nun darf oder nicht. Ist es gestattet, eine Pizza mit Ananas zu belegen oder einen Toast mit einer perfekt rund ausgeschnittenen Scheibe, dieser goldgelben Frucht auszustatten? Sollte man das noch mit Kirschen verfeinern oder doch Paprika-Pulver? Hat man völlig den Verstand verloren? Ergibt überhaupt noch etwas Sinn? Und was zum Teufel haben Meerschweinchen damit zu tun?

Ich bin schon aus einer Laune heraus großer Verfechter der mit Ananas belegten Gerichte. Auch wenn ich selbst kaum solche Arten von Pizza oder Toast esse. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Toast Hawaii gegessen habe (abgesehen von dem, vergangener Woche). Nicht unbedingt, weil ich es nicht mag, sondern weil ich kaum Ananas zu Hause habe und auch nicht daran denke. Trotzdem ist es witzig zu beobachten, wie sich manche Menschen darüber echauffieren können. Es ist ein Paradebeispiel für Diskussionen, die unnötigerweise mit sehr viel Emotionen geführt werden. Aber das haftet dem Thema Essen wohl an sich schon an: eine sehr emotionale Sichtweise auf das Thema. Immerhin zeichnet Essen eine Kultur aus, ist ein Aushängeschild und definiert ein Teil ihrer Identität. Auch wenn manche Gerichte, die man speziellen Nationen zuteilt, nichts mit dieser zu tun haben. Aber das ist einfach nur Ignoranz oder simples Unwissen. Von dem ich übrigens selbst nicht gefeit bin.

Jedenfalls hatte ich mit Kollege J. das Thema Toast und Ananas (schon das zweite Mal, dass mich ein Essensthema aus einem Kaffeegespräch in der Arbeit weiter verfolgt, nach meinem Kraut-Abstecher). Zufälligerweise befand sich noch eine Dose mit Ananas-Scheiben (besser gesagt Ringen) in meiner Vorratsschublade, also habe ich mir noch Schinken und Käse besorgt und schon konnte es an dem Abend losgehen. Toastbrot hat man natürlich immer im Tiefkühlfach vorrätig. Seit Jahren friere ich Toastbrot in der Packung immer gleich ein, wenn ich es gekauft habe. Man kann die gefrorenen Scheiben wunderbar voneinander abbrechen und dann ganz normal im Toaster toasten. Schöner Lifehack. Toastbrot ist ja fast wie Kaffeesatz: beide haben den intrinsischen Drang zu schimmeln. So kann man zumindest dem Toastbrot ein Schnippchen schlagen.

Toast ist eine wunderbare Form des Essens. Ich habe auch ein Waffeleisen mit austauschbaren Platten. Ein Paar davon ist für Toast. Natürlich kann man damit keinen Toast-Hawaii machen, da sich die Eisen komplett zusammendrücken. So entstehen die dreieckigen Toast-Formen. Eine Ananas-Scheibe hätte da keinen Platz. Also habe ich mir diesen klassisch im Ofen gemacht. Statt extravaganter Sachen wie Kirschen habe ich allerdings einfach einen Doppeldecker daraus gemacht und eine weitere Toastscheibe darauf gelegt. Wenn man die oberste Scheibe mit etwas Butter einstreicht, wird diese etwas knuspriger und herrlich goldbraun.

Was ich allerdings bei Toast gerne ergänze, um den Eiweißgehalt etwas zu erhöhen (man lebt ja schließlich gesund) und weil es einfach fantastisch dazu passt: Spiegelei. Zwei Spiegeleier gebraten, auf den fertigen Toast platziert, etwas Pfeffer darauf und einen davon als Experiment noch mit etwas Parmesan bestreut. Fertig war das einfache, aber schmackhafte Essen. Was nun allerdings Meerschweinchen damit zu tun haben, kann ich auch nicht beantworten, aber auf Unsplash gab es ein entsprechendes Bild, das ich natürlich niemandem vorenthalten will.

Backe, backe, Kekse

In der Weihnachtszeit backt man Kekse oder man kauft sie bei der guten Bäckerei, die sie noch selbst per Hand macht. Es ist großartig, wenn auf dem Wohnzimmertisch eine kleine Dose steht, aus der man sich bedienen kann. Entweder zum Kaffee oder einfach nur zwischendurch. Ich mag die Mischung aus selbst gemachten und gekauften Keksen, so ist eine gewisse Vielfalt vorhanden. Was ich allerdings fast jedes Jahr selbst mache, sind Lebkuchenkekse. Wobei ich mir für dieses Unterfangen den Teig gerne beim Bäcker hole.

Zwar ist der Lebkuchenteig an sich nicht aufwendig, trotzdem habe ich mich noch nie wirklich getraut, es zu versuchen. Ich habe schon verschiedenste Brote gebacken und etliche Pizza-Teig-Varianten getestet, doch manches scheint mir dann den Aufwand nicht wert zu sein oder ist ein Berg, den ich noch nicht erklimmen möchte. Der Teig für Flammkuchen gehört beispielsweise auch dazu. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt. Zum einen hatte ich noch keine Motivation, mich genauer damit zu befassen, auf der anderen Seite sind die gekauften Teige nicht schlecht. Aber irgendwann versuche ich mich daran. Beim Lebkuchenteig war es dieses Jahr noch nicht so weit.

Der Vorteil ist zudem, dass die Kekse so recht schnell fertig sind. Den Teig ausrollen, mit Mehl bestäuben, sodass er nicht überall festklebt und ausstechen. Es sind insgesamt vier Bleche voller Kekse aus dem Teig herausgekommen, was eine ordentliche Menge ist. Jedes Blech ist anders. Mal habe ich den Teig zu viel, mal zu wenig ausgerollt und mal hat es perfekt gepasst. Vor dem Backen mit Eiklar bestreichen, die Hälfte der Lebkuchen mit Mandeln ausstatten und schon konnten sie in den Ofen. Ein großer Vorteil an Lebkuchen ist, dass sie nur besser werden, je länger sie liegen. Die halten die Weihnachtszeit über.

Dieses Wochenende habe ich allerdings noch eine zweite Sorte dazu gemacht. Kollege J. hat mich auf die Idee gebracht, Kokosbusserl zu machen. Erst dachte ich, diese wären etwas aufwendiger. Stellt sich heraus, man benötigt nur drei Zutaten: Eier, Staubzucker und Kokosflocken. Das zweite Blech habe ich gerade aus dem Ofen genommen und es duftet herrlich in der Küche, während ich diese Zeilen schreibe. Natürlich bekommen die Kollegen ein bisschen was davon ab. Man ist in der Adventszeit ja schließlich immer etwas großzügiger.

Ich brauche nicht viele Kekse, aber ein paar sollten es schon sein. Seien es gekaufte oder selbst gemachte. Aber ein paar zumindest aus eigenem Antrieb heraus zu backen gehört für mich zur Adventzeit dazu. In manchen Jahren backe ich jedes Wochenende eine Sorte (von Florentiner bis Zimtecken), manchmal werden es nur die Lebkuchen. Ich finde es eine tolle Einstimmung für Weihnachten.

Webcomics

Webcomics sind ein großartiges Medium. Lange Zeit habe ich es als eigenständiges Medium unterschätzt oder nicht ernst genommen, doch Podcasts, wie Talking Comics haben mich vor mittlerweile einigen Jahren schon bekehrt. Es ist eben ein weiteres Medium unter vielen. Wie bei Filmen, Serien, Büchern und Comics gibt es eine Unmenge an Geschichten, die von den unterschiedlichsten Autor*innen erzählt werden. Man muss sich erst etwas umsehen und herausfinden, was einem gefällt, ob einem das Medium anspricht und zusagt, bis man wirklich darüber urteilen kann.

Ich würde sogar fast sagen, dass der Zugang zu Webcomic einfacher ist als zu gewöhnlichen US-Comics oder Mangas. Bei diesen Ausprägungen muss man sich vielleicht erst damit beschäftigen, wo man anfangen will zu lesen. Welche Comics und Geschichten gut sind, was sich zu lesen lohnt. Doch bei Webcomics lädt man sich einfach nur die App herunter (Tapas und Webtoons sind die Platzhirschen), legt sich einen Account an und fängt an zu lesen. Es gibt die Bestenlisten direkt in den Apps und schon nach wenigen Kapiteln kann man meist beurteilen, ob einem die Geschichte taugt oder eben nicht. Außerdem kann man durch die eigenen in-App-Währungen die Autor*innen und Künstler*innen direkt dort unterstützen.

Viele bieten zudem an, sie per Patreon zu unterstützen, wodurch man als Leser*in noch ein paar Goodies bekommt. Seien es PDF-Ausgaben der gesamten, bisher erschienenen Kapitel oder zusätzliche Zeichnungen, Hintergründe zu den Charakteren, FAQs und was sie sich nicht sonst noch einfallen lassen. Viele berücksichtigen auch, dass man gerne mehrere Autorinnen unterstützt und fangen bereits bei einem oder drei Euro an.

Allerdings mag ich es auch, live in den Apps von Tapas und Webtoons mitzulesen, auch wenn ich die oder den Autor*in bereits auf Patreon unterstütze. Die Kommentare unter den jeweils erschienenen Kapiteln sind zum Großteil schön mitzulesen. Es gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück. Man freut sich kollektiv über die Geschichte, fiebert mit den Charakteren mit und spricht den Künstlerinnen gut zu, wenn sie eine schwierige Zeit durchmachen oder gerade nicht so viel posten können. Denn auch das ist natürlich intensiver als bei herkömmlichen Comics: der Zugang zu den Schöpfer*innen dieser großartigen Geschichten.

Dadurch, dass meist wöchentlich oder zweiwöchentlich neue Episoden erscheinen und manche Autor*innen unter den Kapiteln entweder aus ihrem Leben berichten oder an was sie gerade arbeiten, was sie durchmachen, fühlt man sich ihnen umso näher. Und seien es nur ein paar Worte, die sie ihrem Publikum hinterlassen. Es verändert das Lese-Gefühl. Was wahrscheinlich auch erklärt, warum man leichter bereit ist, sie auf Patreon oder ähnlichen Plattformen direkt zu unterstützen: Man wünscht ihnen den Erfolg und nur das Beste.

Webcomics sind ein großartiges Medium. Ich kann mich nur wiederholen. Eine fantastische Art, Geschichten zu erzählen, von Menschen, deren Comics man ansonsten vielleicht nie sehen würde. Geschichten über Charaktere, über Themen und Welten, die man ansonsten vielleicht nie entdecken oder veröffentlicht sehen würde. Deshalb macht es mir so viel Freude, jeden Dienstag einen neuen zu präsentieren. Bisher waren das:

Lottospiele

Man darf sich ja durchaus ein Laster zugestehen. Oder auch mehrere. Eines, das bei mir dazuzählt, ist gelegentliches Lottospielen. Ich gehe natürlich nicht davon aus, je zu gewinnen, aber mitunter reizt es mich, einen virtuellen Schein auszufüllen und mitzumachen. Alle paar Monate, vielleicht einmal pro halbes Jahr, gebe ich einen einzigen Tipp ab, spiele den für ein paar Ziehungen und schaue zu, was passiert. Manchmal gewinne ich den Einsatz zurück, manchmal gehe ich komplett leer aus. Aber dadurch, dass ich nur sporadisch Spiele und nicht immer, ist es für mich vertretbar.

Wichtig ist mir nur, bei meinem Prinzip von einem Tipp zu bleiben. Nicht gleich einen ganzen Schein ausfüllen. So habe ich länger etwas davon. Es ist nicht gerade Vorfreude, dafür ist die Gewinnchance zu gering, aber es geht zumindest in die Richtung. Vorfreude an sich kommt uns, denke ich, etwas abhanden. Durch die Erwartung, dass Bestellungen am besten am nächsten Tag bei uns eintreffen sollen, geht der positive Effekt des großartigen Konzepts der Vorfreude etwas verloren. Kommt es wirklich darauf an, ob ich das bestellte Steam Deck OLED 512 GB jetzt gleich in den Händen halte oder erst in zwei Tagen? Wenn ich doch ohnehin keine Zeit habe, weil ich mich mit ehemaligen Arbeitskollegen auf einen Plausch treffe und erst in ein paar Tagen mich damit intensiver mit dem Gerät auseinandersetzen kann? Natürlich ein rein fiktives Beispiel.

Vorfreude ist etwas Schönes. Bei Weihnachtsgeschenken, die ich bestellt habe, konnte ich die Woche auswählen, wann ich sie geliefert haben möchte. Zwar ist es bei Weihnachtsgeschenken grundsätzlich egal, wann sie eintreffen, hauptsächlich es ist vor dem 24. Dezember, aber die Idee finde ich prinzipiell nicht schlecht. Bei der Bestellung angeben zu können, ob es dringend ist, normal oder es nicht eilt, wäre eine tolle Option. So verschiebt sich auch der Frust über „zu späte“ Lieferungen. Man weiß ja, dass die Lieferservices alle überfordert sind – auch wenn man das mit entsprechenden Investitionen in Personal, Schaffung guter Arbeitsbedingungen und einer gerechtfertigten Entlohnung fixen könnte. Unser Leben, unsere Gesellschaft, ist darauf ausgerichtet, dass wir Dinge bestellen, da wäre es doch angebracht, für bessere Bedingungen zu sorgen.

Ob man sich die Vorfreude nun über die Angabe eines Lieferdatums holt, oder gelegentlich einen Lottoschein ausfüllt und auf einen Gewinn hofft, Laster sind grundsätzlich etwas Schönes. Sie lenken vom Alltag ab und können uns helfen, mental robust zu bleiben. Solange man es nicht übertreibt.

Eyestetix Studio | Unsplash

Spiel-Insuffizienz

Ich habe mir für die nächsten Monate ein Ziel gesetzt. Ob dieses Ziel so umzusetzen ist und ich mich daran halten kann, sei einmal dahingestellt. Aber ich mag die Idee dahinter, da es mir erlaubt, mich auf neue Spiele einzulassen und nicht alten, zugegebenermaßen, fantastischen und epischen Erlebnissen nachzuhängen. Das Ziel ist schlicht, keine Spiele zweimal zu spielen. Zumindest nicht direkt hintereinander. Sondern, wenn ich erst einmal damit durch bin, sie gut und gerne ein Jahr liegenzulassen und dann, wenn ich wirklich möchte, einen neuen Durchlauf zu starten.

In den vergangenen Monaten war ich mir immer wieder unsicher, welches Spiel ich denn in Angriff nehmen möchte. Es gab immer noch Dinge, die ich in Elden Ring machen und ausprobieren wollte, und in Lies of P habe ich trotz meiner beiden Durchgänge, die beide toll waren, nur ein Ende gesehen. Mein aktueller »MCU Rewatch« hätte fast dazu geführt, dass ich die drei bisher erschienenen Spider-Man-Spiele (Spider-Man, Miles Morales und Spider-Man 2) erneut in Angriff genommen hätte, was wahrscheinlich eher ein Automatismus als wirkliche Leidenschaft gewesen wäre. Aber was hindert mich daran, mich wirklich auf etwas Neues einzulassen?

Ich denke, es geht in eine ähnliche Richtung wie bei Filmen. Ich höre und verfolge gerne Diskussionen rund um verschiedene popkulturelle Themen; bleibe gerne auf dem Laufenden. Dazu gehören natürlich auch Rezensionen und Meinungen zu Filmen, Spielen oder Serien. Zwar bin ich stets bestrebt, entsprechende Quellen aufzusuchen und zu verfolgen, die Positivität ausstrahlen, aber gewisse negative Meinungen sind unumgänglich. Es gefällt eben nicht allen alles. Es geht eben darum, wie man diese Meinungen äußert und gegen wen. Erst durch mannigfaltige, nuancierte Meinungen entstehen spannende Diskussionen. Doch selbst wenn man sich nur auf solche differenzierten Meinungen einlassen will und nur solche verfolgt, kommt man doch nicht umhin, die Gegenseite dessen ebenfalls wahrzunehmen.

Wenngleich es nur eine Minderheit ist, die sich beispielsweise über eine non-binäre Person in Dragon Age: The Veilguard aufregt, so schreit diese Minderheit doch sehr laut. Dazu tragen natürlich ebenso die einschlägigen Medien bei, die sich von dieser hetzerischen Minderheit einen Diskurs aufzwängen lassen, der eigentlich keiner ist. Es gibt genug andere Spiele, denen man sich zuwenden kann, wenn mir eines nicht gefällt, dann spiele ich es eben nicht. Kein Grund, sich künstlich aufzuregen. Und wenn man keinen non-binären Charakter spielen will, dann tu es einfach nicht. Dafür gibt es einen Charakter-Editor, mit dessen Hilfe man sich besagten spielbaren Charakter so hindrehen kann, dass es einem passt. Aber ich schweife ab.

Es ist eben nicht immer einfach, sich solchen Diskussionen zu entziehen, vor allem wenn man selbst queer ist und zu der Community gehört, die in diesen Kommentaren angegriffen wird. Das trübt manchmal die Freude an der Sache. Spiele sollen doch eine Ablenkung sein, sie sollen unterhalten und im Idealfall natürlich auch die Personengruppen abbilden, die es in der Realität gibt. Das kann man auf eine eher faule Art machen, wie The Veilguard oder aber auf sehr kreative Weise und in die Fantasy-Umgebung einbauen, die man erschaffen hat. Wie alles im Leben ist auch das ein Spektrum.

Durch meinen MCU Rewatch, über den ich jeden Samstag hier auf dem Blog berichte, habe ich wieder gelernt, Filme zu lieben und die Meinung anderer darüber weitgehend auszublenden. Das muss ich auch für Spiele wieder lernen. Wir sind uns des Einflusses anderer vielleicht nicht immer so bewusst, wie sie unser Denken manipulieren und unsere Meinungen prägen. Reflektiv damit umzugehen und die eigene Meinung immer wieder auf die Probe zu stellen, tut da manchmal ganz gut. Denn, und das mag für manche Menschen ein regelrechter Schock sein, man kann sich auch mal irren, falschliegen. Das ist nichts Schlechtes. Es ist etwas Gutes, denn man hat etwas gelernt.

Bild von Unsplash

MCU Rewatch: Thor

Thor ist ein interessanter Film. Alleine schon von der Besetzung her. Ich weiß nicht, ob Thor als Marvel-Charakter zu dieser Zeit sehr beliebt oder bekannt war. Oder ob er ähnlich wie Iron Man erst durch die Filme den Durchbruch in den Mainstream schaffte. Jedenfalls ist es erstaunlich, welche Schauspieler*innen sich in einem solch mythischen und obskuren Eintrag ins MCU wiederfinden: Natalie Portman, die sich gerade einen Oscar für ihre Darstellung in Black Swan holte. Jeremy Renner, der gerade seinen Durchbruch mit The Hurt Locker feierte und bald in Mission Impossible mitmischen sollte. Außerdem traten die Schauspielgiganten Anthony Hopkins, Rene Russo, Idris Elba und Stellan Skarsgård auf. Und natürlich Samuel L. Jackson als Nick Fury.

Was nicht heißt, dass sich Chris Hemsworth, Tom Hiddleston und Jaimie Alexander verstecken müssen. Sie waren ebenfalls Namen, die man kannte, auch wenn sie vielleicht noch nicht den großen Durchbruch hatten. Zumindest, was eine kleine Wikipedia-Recherche ergab. Was allerdings die perfekte Besetzung von Charakteren anbelangt, so war dies schon immer eine Stärke von Marvel. Deshalb soll an dieser Stelle das Talent von Sarah Halley Finn ins Zentrum gestellt werden. Wer sich etwas dafür interessiert, kann nach ihr recherchieren und findet unzählige Geschichten, wie sie verantwortlich ist, dass Charaktere von den Schauspieler*innen gespielt werden, die wir heute kennen und lieben. Ihr Instinkt ist unschlagbar.

So erwachen die Götter und die Mythologie rund um Asgard scheinbar mühelos zum Leben. Wie könnte Odin anders sein als Anthony Hopkins Interpretation davon? Oder Heimdal sich anders verhalten als durch Idris Elba dargestellt, indem er sich zwar stoisch seines Dienstes hingibt, aber immer im Bedacht darauf, was Asgard benötigt und nicht deren aktuellen Herrscher? Nicht nur die Charaktere sind stimmig, auch die Kulissen und Marvels Design von Asgard wirkt durchdacht. Alles greift ineinander und ergänzt sich wunderbar zu einem größeren Ganzen. Die Aufnahmen, in denen die Kamera durch die Landschaften und Gebäude dieses mythischen Ortes fliegt, beeindrucken immer wieder. Wir sind es mittlerweile gewohnt, dass Dinge in Filmen so aussehen und alles möglich ist, trotzdem beeindruckt Asgard weiterhin. Alles glänzt und wirkt so göttlich; so wie es eben sein soll.

Ich mag auch den Humor des Films. Genau so sollte dieser umgesetzt werden. Er wird nicht in eine Szene mit aller Kraft hineingekippt, sondern ergibt sich organisch aus der Situation heraus. Thor weiß nicht, wie man sich auf der Erde benimmt oder wie man Hubble richtig ausspricht. Ich kaufe es dem Charakter ab, dass er sich so benimmt und auftritt. Er ist anderes gewohnt. So wird die Selbstverständlichkeit, mit der er durchs Leben geht, endgültig zerstört, wenn ihm die Kraft Mjölnirs verkannt bleibt. Eine Welt bricht zusammen und Loki versetzt ihr den Todesstoß, mit der Nachricht vom angeblichen Tod Odins.

Thor ist im Grunde ein Familiendrama. Alle Bedrohung kommen aus dem Hause Odin. Loki, genauso wie der Destroyer, den er auf seine ehemaligen Freunde und seinen Bruder loslässt. Die Szenen auf der Erde und die menschlichen Charaktere, die vorkommen, tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Welt Thors tatsächlich wie eine Welt voller Wunder und unbeschreiblicher Dinge wirkt. Jane, Darcy und Erik sind wunderbar porträtiert und tolle Charaktere, die man gerne bei ihren Abenteuern beobachtet. Sie erden die Erzählung buchstäblich. Thor bleibt ein großartiger Film, der Spaß macht, aber auch vor durchaus tragischen Momenten nicht zurückschreckt.

Krautleben

Ich bin mir nicht sicher, woran es liegt, aber wahrscheinlich an der kalten Jahreszeit. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob es so 100 % gut für meinen Magen ist, aber aktuell kann ich einfach nicht anders. Manche Bedürfnisse müssen erfüllt werden. Da muss man durch. Gemeinhin wird Kraut für seine gesunden Eigenschaften ja gelobt, wenn nicht sogar angepriesen. Da will ich mich natürlich nicht davor verschließen. Besonders jetzt, wo die Tage kürzer werden, der Winter langsam Einzug hält, benötigt man essenstechnisch etwas deftigere Gerichte. So habe ich in den vergangenen zwei Wochen regelmäßig Kraut-Gerichte zu mir genommen.

Angefangen hat es mit dem Klassiker: Bratwürstel und Sauerkraut. Dazu noch ein leckeres Vollkornweckerl (man lebt ja schließlich gesund) und das Abendessen war gerettet. Irgendwie bin ich mit Kollegen M. und C. bei einem Morgenkaffee auf das Thema gekommen und es hat mich dann den ganzen Tag über nicht losgelassen. Also bin ich an diesem Tag nach der Arbeit direkt zur Billa in der Nähe, um mir die notwendigen Dinge für das Abendessen zu holen. Ein paar Tage später entdeckte ich von Efko blöderweise schön vorportionierte Blaukraut- und Sauerkraut-Säckchen, um die ich natürlich auch keinen Bogen machen konnte. Auch, weil es ein sehr präsenter Aufsteller mitten im Supermarkt war. So blieb eigentlich nur mehr die Frage: was dazu essen?

Die Antwort lautet natürlich Fleischknödel. So gab es dann erst an einem Abend zwei Fleischknödel von Iglo mit Blaukraut. Leider war dieses Blaukraut mit Maroni verfeinert und nicht mit Äpfeln. Mit Maroni schmeckt es mir zugegebenermaßen nicht so gut, da es trocken wirkt und der Maroni-Geschmack für mich nicht wirklich zum Blaukraut passt. Aber es war ja nur eine Portion. Am nächsten Tag (in einer Packung sind blöderweise 4 Knödel drin) gab es dann die anderen beiden Fleischknödel mit Sauerkraut. Und da ich nun Lust auf richtiges Blaukraut hatte, habe ich mir ein Tiefgekühltes geholt, natürlich nun mit Apfel und dazu Original Salzburger Bratwürstel (die Dicken). Das gab es dann kurze Zeit später also auch noch.

Jetzt befindet sich nur mehr eine Packung Sauerkraut mit Speckwürfelchen im Kühlschrank, die noch verarbeitet werden will. Aber wahrscheinlich werde ich es dieses mit Wedges genießen und noch eine zu definierende fleischlastige Beilage. Wenn ich so darüber nachdenke, würde es mich direkt mal wieder reizen, das klassische Gründonnerstag-Gericht zu machen: Cremespinat mit Kartoffelpuffern und Spiegelei. Ich glaube, ich weiß schon, was auf dem nächsten Einkaufszettel steht.

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St. Peter – Zum Zweiten

Am Wochenende war ich mit Freund J. in Salzburg unterwegs. Doch dieses Mal nicht wie üblich erst am Nachmittag, sondern am Samstagmorgen. Es war herrlich, mit einer klaren, kalten Luft, und in der Stadt war es noch ruhig. Um 9 Uhr sind kaum Menschen unterwegs. Die Geschäfte und Stände am Adventmarkt bereiten sich auf den Ansturm der Leute vor. So leer sieht man den Adventmarkt am Dom selten. Man kann in Ruhe rumschlendern, ohne alle paar Sekunden jemandem aus dem Weg gehen zu müssen oder angerempelt zu werden. Ich kann die Uhrzeit sehr empfehlen für einen Stadtbesuch.

Unser Ziel war jedoch das Kloster St. Peter, genauer gesagt die Stiftskirche. Dort begann eine Führung durch die Kirche und einen Teil des Klosters. Es war das zweite Mal, dass wir diese Führung mitmachen. Die Stiftskirche gehört zu den schönsten Kirchen in der Umgebung, und man bekommt einen seltenen Blick in eine alte Bibliothek. Initiiert wurde die Führung natürlich von Irene Gramel; den Hauptteil übernahm allerdings ein Frater.

Dieser hat auch schon beim letzten Mal die Tour übernommen. Ich kann mich leider nicht mehr an den Namen erinnern. Er ist Historiker und hat entsprechend tiefgreifendes Wissen, was die Geschichte um Salzburg anbelangt. Die Tour war wieder sehr interessant, und ich hätte noch sehr viel länger den spannenden Anekdoten aus der Geschichte lauschen können. Der Schwerpunkt der Führung war dieses Mal wieder etwas anders als beim letzten Mal. Selbstverständlich ist der Großteil der Inhalte identisch, aber gewisse Dinge unterscheiden sich dann doch. Ein Grund mehr, die Führungen öfter zu machen, man bekommt immer mehr mit, andere Informationen und versteht die Zusammenhänge besser.

Wer in der Umgebung wohnt oder Salzburg besucht, sollte sich St. Peter nicht entgehen lassen und wenn dann noch eine Führung zu ergattern ist, umso besser. Die Veranstaltung dauerte etwa 2 Stunden. Wir waren stets in den Mauern des Klosters unterwegs oder eben in der Kirche. Als wir dann um kurz nach halb zwölf aus einem Seiteneingang hinaus in die Altstadt traten, war diese voller Menschen. Die zuvor leeren Straßen haben sich ordentlich angefüllt. Trotzdem ließen wir uns einen Glühwein nicht entgehen. Es war schon sehr kalt in der Kirche, und wir haben den Großteil dort verbracht. Einen Platz in einem Restaurant zu finden, war durch die Menge an Menschen nicht so einfach. Wir wurden aber schließlich im East, in der Linzergasse fündig. Ein tolles Lokal und bereits das Zweite in Salzburg. Das Essen ist stets großartig und die Menschen, die dort arbeiten, gehören zu den bemühtesten und freundlichsten in der Stadt. Ein guter Abschluss für einen spannenden Morgen.

Theurgy

Wer kennt es nicht? Man sitzt am Abend mit Freunden in einem Sitzkreis am Boden zusammen. Auf besagtem Boden sind diverse Symbole aufgezeichnet und Kerzen brennen. Diverse Gegenstände liegen um einen herum, man schreibt Bedürfnisse auf einen Zettel und sagt ein Sprüchlein auf, in der Hoffnung, die große Liebe zu finden. Doch leider passiert nichts. Schließlich ist man wieder alleine in der Wohnung und plant aufzuräumen, da kreuzt ein Dämon auf und flirtet mit einem. Ehe man sich versieht dated man also einen gut aussehenden Dämonen, der überraschend schlecht darin ist, seinen Job auszuführen, nämlich Seelen zu sammeln und nun droht diese tolle Beziehung auseinanderzufallen, weil die Bosse oben, genauer gesagt unten etwas dagegen haben, wenn sich ein Dämon mit einem Menschen verbandelt und seinen Job nicht erledigt. Ein typischer Dienstag eben.

So oder so ähnlich funktioniert die Prämisse von Theurgy einem herrlichen Webcomic, den ich ebenso, wie die bisherigen, die ich vorgestellt habe, schon seit einigen Jahren verfolge. Die Geschichte ist herzlich erzählt und nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Humoristische Einlagen finden dort ebenso Platz, wie gut geschriebene, tiefgründigere Dialoge. Besonders die Nebencharaktere, die Dez (so der Name des Dämons) und Gabe (den unbeholfenen Dämonenbeschwörer) auf ihrer Reise begleiten, haben immer wieder tolle Auftritte. Es ist die perfekte Dosis an weiteren Charakteren, die die Geschichte elegant voranbringen und die Protagonisten unterstützen.

Gabe und Dez haben eine tolle Chemie und ergänzen sich super. Dez kennt sich in der Welt der Menschen noch nicht allzu gut aus. Daher ergibt sich eine Art fish-out-of-water-Erzählung. So muss er für sich erst herausfinden, ob er Schnee mag und dass es nicht schlecht wäre Sonnencreme zu benutzen. Theurgy steckt voller netter Ideen, sowie kleinerer und größerer Geheimnisse, die im Laufe der Zeit enthüllt werden. Denn nicht nur Dez lernt die Welt der Menschen kennen, auch Gabe kommt in das Vergnügen, sich mit der (Unter-)Welt der Dämonen auseinandersetzen zu müssen.

Theurgy läuft mittlerweile seit zwei Jahren und hat eine herrliche Entwicklung durchgemacht. Aktuell befinden wir uns mitten in Teil 3 der Geschichte. Die ersten beiden Teile kann man sich bequem als PDF-Version kaufen und so in einem Rutsch durchlesen. Ich mag es, wenn Comics so etwas anbieten. Das macht es nicht nur für bestehende Leser*innen leicht, die Geschichte erneut zu erleben, sondern vereinfacht es für Neueinsteiger, einen Zugang zu finden. Ich bin gespannt, wie viele Teile es werden, hoffe aber, es geht noch länger mit der Geschichte um Gabe und Dez weiter.

Verwirrende Bluray-Editionen

Ich bin gerade dabei, einen Rewatch des Marvel Cinematic Universe (MCU) zu machen. In der chronologischen Reihenfolge, in der die Filme erschienen sind. Dazu gibt es jeden Samstag hier auf dem Blog einen kleinen Text. Aber natürlich besteht das MCU lange nicht mehr nur aus den von Marvel Entertainment und Disney produzierten Filmen. Mittlerweile ist es ein Multiversum, das viele Möglichkeiten bietet, alle vergangenen Produktionen an diesem großartigen Universum teilhaben zu lassen. Natürlich regt es ebenso zu viel Schabernack ein, der etwas zu sehr ausartet. Bei Deadpool & Wolverine ging es beispielsweise etwas zu weit. Aber der Text kommt erst im August 2025 (wenn mein Plan entsprechend aufgeht).

Jedenfalls sind die X-Men ein großer Teil von Marvel. Zumindest was die Comics anbelangt. Sie bilden ein eigenes kleines Universum im riesigen Marvel-Kosmos. Es sind großartige Geschichten, manchmal skurrile Charaktere und nach Spider-Man meine liebste Marvel-Nische. Deshalb fand ich es lange Zeit sehr charmant, dass Fox die Rechte an den Mutanten besaß und so ein eigenes, von Marvel getrenntes Film-Universum aufbauen konnte. Das ist ihnen auch recht gut gelungen. Zwar haben Unsicherheiten dazu geführt, dass sie die Reihe etwas zu oft rebootet haben und es hat ein Gesamtkonzept gefehlt, wie ich finde, aber im Endeffekt sind die X-Men Filme eine tolle Errungenschaft.

Die Filme habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Zum Glück gibt es Blu-ray-Boxen, die hier Abhilfe schaffen. Ich könnte mir auch Disney+ klicken, aber so oft schaue ich die Filme dann doch nicht und eine hübsche Box im Regal zu haben, neben den Collectors Editionen von den MCU-Phasen 1 bis 3 ist reizvoll. Nur muss man aufpassen, was man kauft, sonst hat man am Ende nur 6 Filme, anstatt der 10, die es maximal in einer Box gibt. Die Bezeichnungen auf Amazon sind da nicht gerade eindeutig.

Es gibt etwa eine X-Men – Complete Collection Blu-ray-Box als typische deutsche Version. Diese beinhaltet 5 Filme. Dann gibt es eine X-Men Collection. Ebenfalls eine deutsche Version und allerdings mit 6 Filmen. Die  X-Men Cerebro Collection beinhaltet 7 Filme. Es ist nicht immer einfach, herauszufinden, welche Filme wirklich enthalten sind. Hier ist es hilfreich, sich auf Rezensionen zu verlassen, die die Inhalte auflisten. Besonders lustig wird es aber, wenn man noch die UK-Importe einbezieht. Hier gibt es nämlich ebenso eine X-Men – Collection, allerdings als 10-Filme-Sammlung. Diese ist also wirklich fast komplett. Aber auch nur fast, denn aus irgendeinem Grund hat sich der Vertrieb entschieden, Logan aus der Sammlung zu exkludieren. Zum Glück habe ich den damals als eigene Blu-ray gekauft, die ich noch besitze.

Es gilt also genau zu lesen, bevor man sich an eine Collection heranwagt. Nicht nur sind die Inhalte anders, auch die Preise sind nicht immer nachvollziehbar. Deshalb finde ich die Importe aus anderen EU-Ländern oder UK interessant. Hier ist es von Vorteil, wenn man des Englischen mächtig ist und auf eine deutsche Synchro verzichten kann. Oder es sind bei manchen EU-Ländern ebenso die deutsche Tonspur enthalten. Der Blick in die Produktbeschreibung lohnt sich, um sicherzugehen, dass man auch wirklich das kauft, was man haben möchte.