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Race You

Der Dienstag entwickelt sich langsam zu einem Webcomic-Tag hier im Blog. Allerdings finde ich Gefallen daran, einmal in der Woche meine Lieblings-Webcomics vorzustellen. Das motiviert mich dazu, in diejenigen einen Blick reinzuwerfen, die ich schon länger nicht mehr regelmäßig verfolge. Zudem entdecke ich dadurch ebenso neue Schätze, die sicherlich ebenso noch Platz finden werden.

Race You gehört zu denjenigen Webcomics, die ich schon länger verfolge. Ich habe bereits zuvor über die Vorzüge dieses tollen Formats gesprochen. Sei es die Nähe zu den Künstler*innen, die Kommentarfunktion, die regelmäßigen Updates oder die Möglichkeit der Unterstützung. Über die Jahre sieht man außerdem, wie sich manche Künstler*innen weiterentwickeln, was ihnen wichtig ist und kann eventuell erkennen, wo die Reise hingeht. In keinem anderen Webcomic ist mir das so offensichtlich aufgefallen wie bei Race You.

Im Zentrum der Geschichte stehen Casper und Theo. Beide sind im Track-Team ihrer Schule, laufen also für ihr Leben gerne. Man lernt sie im Laufe der Geschichte sowohl einzeln kennen, wie sie mit ihren Freunden umgehen, wie sie auf Partys gehen und sich teilweise Unterstützung für die Schule suchen, als auch gemeinsam beim Sport. Im Zuge dessen kommen sie sich auch immer näher, bis sich aus der Rivalität im Team erst eine Freundschaft und vielleicht sogar mehr entwickelt. Es handelt sich also um eine »rivals to lovers« Trope, wie man es im Englischen so schön bezeichnet.

Race You hat eine angenehme Geschwindigkeit, mit der sich die Geschichte entwickelt. Es wirkt nichts gehetzt, die Charaktere haben Zeit, sich zu entwickeln, Geschehenes zu verarbeiten. Nicht immer gestehen Erzählungen ihren Charakteren zu, Momente auf sich wirken zu lassen, sich mit Freund*innen zu beraten, wie sie am besten mit einer Situation umgehen sollen, was ihre nächsten Schritte sein könnten. Ebenso sind die Dialoge toll geschrieben. Sie wirken glaubwürdig und jeder (Haupt-)Charakter scheint eine eigene Stimme zu haben, wie sie mit Situationen umgehen und darauf reagieren.

Was allerdings auffällt, an Race You, ist der Zeichenstil. Die Zeichnungen sind schwarz/weiß gehalten, mit Graustufen. Doch das ist nicht das Auffällige, sondern die Unterschiede in der Qualität der Zeichnungen, die teilweise krass ausfallen von Kapitel zu Kapitel. Manche wirken eher gehetzt gezeichnet, während andere, vorrangig die neuesten Kapitel, sehr viel detaillierter und ausgeklügelter wirken. Besonders im ersten Jahr hat der Autor noch sehr viel mehr experimentiert. Man hat gemerkt, die Priorität liegt beim Erzählen einer Geschichte und halbwegs regelmäßig Updates abzuliefern. Nicht unbedingt bei der künstlerischen Umsetzung.

Das heißt nicht, dass die einfacher wirkenden Zeichnungen schlecht wären. Die Charaktere sind immer noch eindeutig zu erkennen, nur auf den Hintergrund wird etwa völlig verzichtet. Die Dialoge sollen vorangebracht werden und nichts von diesen ablenken. Es geht um das Erzählen selbst. Ich finde das großartig. Vor kurzem habe ich ein Kapitel gelesen, in dem der Autor mit 3D-Hintergründen experimentiert und neue Techniken versucht. Ich mag das sehr gerne, wenn Künstler sich dermaßen ausprobieren. Dazu passt auch das »vertical scrolling«-Format, dessen sich der Autor für Race You bedient. Es wirkt freier, experimenteller. Ein klassisches Comic-Format mit strikten Seiten und Panels könnte ich mir nicht so sehr vorstellen, wäre aber für eine spätere polished-Version reizvoll.

Race You ist noch ein junger Webcomic und befindet sich am Ende seines zweiten Jahres. Ich freue mich immer wieder über neue Einträge in der Geschichte und bin gespannt, wo die Reise hingeht. Sowohl innerhalb der Geschichte als auch aus einem künstlerischen Aspekt gesehen.

Der Vorteil eines täglichen Blogs

Als ich vor knapp über einem Jahr mit diesem täglichen Blog angefangen habe, hatte ich so einige Bedenken. Habe ich wirklich jeden Tag ein Thema, über das ich schreiben kann und möchte? Wie umfangreich sollen die Texte sein? Entsprechen sie meinen eigenen Qualitätsansprüchen? Fragen, die man sich in dieser oder ähnlicher Form wahrscheinlich immer stellt, wenn man etwas von sich selbst preisgibt und im Internet veröffentlicht. Oder die man sich zumindest stellen sollte.

Die Frage nach den Themen hat sich recht schnell selbst beantwortet. Immerhin begegnen einem tagtäglich Dinge, über die man sich Gedanken macht. Diese zu virtuellem Papier zu bringen, zu ordnen und halbwegs kompakt als Text zu veröffentlichen ist da nicht mehr allzu schwer. Außerdem beschäftigt man sich mit Hobbys, begegnet Menschen und geht zur Arbeit, Themen gibt es da genug. Die Herausforderung bestand eher darin, sich jeden Tag konsequent hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben. Mittlerweile habe ich einen kleinen Puffer an Texten, sollte ich also mal einen Tag nicht dazu kommen, ist es nicht so tragisch.

Bei den Texten selbst ist die Schwierigkeit kompakt zu bleiben und nicht ins Plaudern zu kommen. Sprich, die Texte sollten nicht unnötig lang sein. Immerhin kann man im Zweifel ein Thema öfter besprechen, tägliche Inhalte lassen so etwas zu. In diesem Zuge kommt die Frage nach den eigenen Qualitätsansprüchen ins Spiel. Ist der Text, den ich gerade veröffentliche, gut genug? Habe ich etwas vergessen? Sind zu viele Füllwörter drin? Habe ich unnötige Längen herausgestrichen?

Doch auch hier hat ein täglicher Blog einen gewaltigen Vorteil: Es gibt immer einen neuen Text. Nicht jeder wird ein Pulitzerpreis-trächtiger, literarischer Erguss werden, der seinesgleichen sucht und der Menschenmengen ohnmächtig umfallen lässt, ob der wortgewandten Verklausulierungen und genial zu Papier gebrachten Gedanken. Dieses Ziel wäre unerreichbar und zum Scheitern verurteilt. Das Ziel ist schlicht, jeden Tag zu schreiben.

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Warum so mitteilsam?

Vor kurzem habe ich mich mit einem Kumpel darüber unterhalten, warum die Menschen so mitteilsam geworden sind. Es kann ein unfassbar großes Fass sein, dass man sich mit so einer scheinbar einfachen Frage aufmacht. Aber Social Media hat den Drang zur Selbstdarstellung erst so richtig populär gemacht. Davor musste man sich noch auf traditionelle Medien verlassen oder eine eigene TV-Sendung haben. Besonders Influencer*innen sprießen seit Jahren aus dem Boden wie Unkraut und wollen ihre eigenen Produkte und Produkte von Werbepartnern verkaufen. Ich bin froh, mittlerweile weitgehend auf Social Media verzichten zu können.

Meinen Facebook-Account habe ich vor Jahren gelöscht. Twitter, nachdem es eine gewisse Person gekauft hat, ebenfalls. Bei Instagram habe ich zwar noch einen Account, aber das letzte Mal habe ich vor vielen Monden dort reingesehen. Eigentlich interessiert es mich gar nicht, was dort passiert. Und es kostet heutzutage mehr Mühe, eine Timeline für sich zu organisieren, die halbwegs frei von Müll, Hass und anderen Schwachsinn bleibt.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter eine meiner liebsten Plattformen. Meine Timeline, die ich mir zusammengestellt habe, war voller kreativer Menschen, interessanter Themen und ein Fundus für alles Mögliche. Ich empfinde es zwar als etwas schade, dass dies nicht mehr da ist, allerdings habe ich eine andere Form entdeckt. Genauer gesagt wieder entdeckt. Denn nachdem viele Twitter-Accounts nun bei Bluesky, Threads, Mastodon oder anderen Social Media Angeboten gewechselt sind, ist es aufwendig, sich eine Art Raum aufzubauen, der dem vorherigen auch nur nahekommt.

Deshalb gefällt mir das Bloggen aktuell wieder sehr oder auch Newsletter, die mühelos in mein digitales Postfach flattern und geduldig darauf warten gelesen zu werden. Manchmal gehen die beiden Dinge Hand in Hand. Denn in dieser doch recht alten Form der digitalen Mitteilsamkeit entscheidet der oder die Autor*in, was sie schreiben will, wie lange es sein soll, ob es mit Bild oder ohne auskommt. Man ist außerdem keiner Plattform und damit einer Firma ausgesetzt. Deren guten Willen, die Plattform weiterhin zu pflegen und nicht verkommen zu lassen. Das Einzige, worauf es bei einem Blog wie diesem ankommt, ist, einen guten Webhosting-Anbieter zu haben. Alles andere, wie der Blog aussieht und wie die Inhalte gestaltet sein sollen, liegt an mir. Zudem bin ich keinem Algorithmus ausgeliefert, der hoffentlich meine Inhalte nach oben pusht.

Natürlich muss man erst einmal einen Blog unter den Abermillionen, die es gibt, finden. Aber deshalb betreibe ich die Seite hauptsächlich für mich und weil es mir Freude bereitet, über das zu Schreiben, was mich gerade so beschäftigt und interessiert. Wenn es dann noch Leser*innen gibt, die es lesen wollen, ihnen vielleicht weiterhilft oder gar inspiriert, umso besser. Warum so mitteilsam? Für mich ist die Antwort relativ einfach: weil ich gerne schreibe.

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MCU Rewatch: Iron Man

Seit ich angefangen habe, meinen YouTube-Konsum um einiges zurückzuschrauben, bleibt mehr Zeit für andere Dinge. Beispielsweise zum Lesen von Webcomics und auch Filme haben es mir wieder angetan. Beim MCU bin ich schon seit dem Ende der Infinity-Saga raus (bis auf ein paar Ausnahmen), deshalb war es an der Zeit, dem ganzen Unterfangen mal wieder eine Chance zu geben. Gewiss ist, dass die Infinity-Saga auf jeden Fall enormen Unterhaltungswert hat. Von dem, was danach kommt, lasse ich mich überraschen.

In der chronologischen Reihenfolge der Veröffentlichung habe ich die Filme schon sehr lange nicht mehr geschaut. Aber so ein Unterfangen, wirklich alle Filme zu schauen, hat den Vorteil, dass man Filme sieht, denen man vielleicht schon lange keine Chance mehr gegeben hat. The Incredible Hulk und Iron Man 2 kommen mir da als Erstes in den Sinn.

Diese Filme und damit dieses tolle Film-Universum begleiten uns immerhin schon seit 16 Jahren. Das MCU war zu dieser Zeit wirklich etwas anderes. Die Akquirierung von Marvel Entertainment durch Disney stand erst noch aus. Das iPhone war gerade einmal ein Jahr alt. George W. Bush war noch US-Präsident, und Barack Obama sollte die Wahl in diesem Jahr gewinnen. Das österreichische Wort des Jahres ist »Lebensmensch«. Ich war gerade einmal 19 Jahre jung. Und Anfang Mai 2008 feiert Robert Downey Jr. seine Premiere als Tony Stark, aka Iron Man.

Den Film erkennt man fast nicht mehr wieder als Teil des MCU. Es ist erfrischend, Iron Man heute anzuschauen. Es herrscht ein ernster Unterton, es werden nicht alle paar Minuten Witze gerissen oder dumme Sprüche zum Besten gegeben, nur um die Situation aufzulockern. Iron Man ist in dieser Hinsicht großartig gemacht und steht heute vielleicht auch dafür, was manche Fans von den heutigen Filmen erwarten würden. Dass sie für sich stehen können, im Kontext des größeren MCU. Die Cameos von Agent Coulson passen perfekt und sind nicht zu aufdringlich. Die Post-Credit-Szene mit Nick Fury enthält so viel Potenzial, was als Nächstes kommen könnte, und man ist voller Erwartung und Neugierde für die Zukunft. Das fehlt mir heute ein bisschen.

Dass Iron Man anders ist, als heutige Einträge ins MCU, erkennt man allein schon an den ersten 20 Minuten: Tony Stark wird entführt, gefoltert und sein lieb gewonnener Freund Yinsen, den er während seiner Gefangenschaft kennenlernt, stirbt in seinen Armen. Dann wird er auch noch von Obadiah Stane, sein Geschäftspartner und Vertrauter, verraten. Stane hat sogar den Anschlag auf ihn initiiert, tötet ihn fast. Das alles passiert, ohne dass jemand Meta-Kommentare zum Besten gibt oder versucht die Situation durch unpassende Sprüche aufzulockern. Es ist ein sehr stimmungsvoller Film, der von Anfang bis Ende begeistert.

Das soll aber nicht heißen, dass der Film keine witzigen Momente hat. Ganz im Gegenteil. Besonders weil die ernsteren Momente für sich stehen und auf die Zuschauer*innen wirken können, passen die witzigen Momente umso besser. Die Momente zwischen Tony und Pepper sind genauso hingebungsvoll geschrieben wie die tollen Dialoge zwischen Tony und Jarvis. Das CGI sieht noch immer toll aus und sämtliche Schauspieler sind perfekt gecastet. Es ist immer noch unfassbar, dass der erste Eintrag ins MCU von dermaßen hoher Qualität war.

In Retrospektive erkennt man den größeren Plan dahinter und dass dieser später so aufgehen sollte, wie er es tut, hat den größten Respekt verdient. Viele andere Studios haben versucht, es Marvel gleichzutun und sind bravourös gescheitert. Ich freue mich auf die weiteren Filme und habe meine Begeisterung für dieses Universum neu entdeckt.

Bartpflege

Seit ein paar Wochen lasse ich mir wieder einen Bart wachsen. Einen längeren Bart hatte ich das letzte Mal während des Studium (etwa 2016). Da habe ich ihn 6 Monate wachsen lassen. Ob es nun erneut solche Ausmaße annehmen wird, weiß ich noch nicht. Allerdings habe ich so erst wieder gemerkt, welch eine Wissenschaft es sein kann, sich um seinen Bart zu kümmern.

Angefangen bei den Pflegeprodukten. Es gibt Bartshampoo und Bartöl. Das Öl, habe ich vor Kurzem gelernt, ist nicht unbedingt für den Bart, sondern die Haut. Dadurch trocknet diese nicht aus. Schließlich gibt es noch Bartwachs, Bürsten, Kämme und alles, was man sich nur vorstellen kann. Vor allem haben es mir aber Bartshampoo und -öl angetan. Dadurch bleibt der Bart tatsächlich geschmeidig und sieht gepflegt aus.

Komplizierter wird es, wenn es um das Trimmen geht. Mittlerweile habe ich mir dazu ein paar Videos angesehen. Natürlich habe ich am Anfang gleich wieder ein paar Fehler gemacht. Beispielsweise eine Länge am Trimmer eingestellt und den ganzen Bart damit gestutzt, aber für das in Form bringen des Bartes gibt es eine eigene Technik. Damit kann man ihn auch wachsen lassen oder eben genau auf die Länge trimmen, die man haben möchte. Wie das allerdings genau funktioniert, beschreibe ich an dieser Stelle nicht. Man findet genug Seiten im Internet und Videos auf YouTube, die sich diesem Thema besser und ausführlicher widmen, als ich es hier in Textform könnte.

Die Techniken habe ich wohl in den vergangenen Jahren vergessen. Aber macht ja nichts. Der Bart hört ja nicht plötzlich auf zu wachsen. Wobei es manchmal ganz praktisch wäre, das kontrollieren zu können. Und nur um das auch festgehalten zu haben: Den Bart trimmt man eigentlich nur alle vier bis sechs Wochen. Dazwischen werden die Kanten sauber gehalten. Vor allem, wenn man ihn länger haben möchte, braucht es diese Wachstumsphasen zwischendurch. Mal sehen, wie lange ich dieses Mal den Bart behalte. Ich bin da relativ spontan.

Original oder Übersetzung

Bei Filmen mache ich es seit Jahren schon so, dass ich mir nur noch die Originalfassung anschaue. Meistens bedeutet das, den Film im englischen Original zu schauen. Es hat zwar anfangs etwas gedauert, sich daran zu gewöhnen, aber mittlerweile ist das kein Problem mehr. Ich mag es auch, mit englischen Untertiteln zu schauen, so wird das Hörverständnis immer besser. Doch nicht nur Hollywoodstreifen oder britische Filme und Serien schaue ich im Original, inzwischen mache ich das bei allen Produktionen so. Seien es koreanische, spanische oder französische Filme, es wird im Originalton geschaut, mit wahlweise deutschen oder englischen Untertiteln. Die Erfahrung der Geschichte ist eine andere, als wenn man sich eine synchronisierte Fassung ansieht.

Bei Büchern ist die Entscheidung etwas schwieriger. Hier entscheide ich von Fall zu Fall. Besonders bei Herr der Ringe habe ich mich beispielsweise viel damit beschäftigt, welche Übersetzung sich empfiehlt zu lesen. Wenn Klassiker wie Herr der Ringe schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, ist es nicht unüblich, dass es entweder eine überarbeitete oder komplett neue Übersetzung gibt. So habe ich auch Krieg und Frieden damals in der neu erschienenen Übersetzung gelesen. Aber bei herkömmlichen Romanen ist das eigentlich meist Gefühlssache. Entweder ich habe Lust, das englische Original zu lesen oder eben eine deutsche Übersetzung. Außer es gibt die Übersetzung nicht, dann wird mir die Entscheidung ohnehin abgenommen.

Bei Comics ist die Sache ebenso relativ einfach. Die meisten Online-Händler von Comics stammen aus dem amerikanischen oder britischen Raum, da werden kaum andere Sprachvarianten als die Originalen angeboten. Ebenso ist es bei Deals von HumbleBundle der Fall. Hier bekommt man die originalen englischen Comics angeboten oder die ins Englische übersetzten Versionen, wie es etwa bei Mangas der Fall ist.

Wenn man des Englischen mächtig ist, so kann ich es nur empfehlen, sich mit den genannten Medien etwas auseinanderzusetzen und die Originalversionen zu probieren. Anfangs mag es vielleicht etwas mühsam sein oder gewöhnungsbedürftig, aber die Mühe lohnt sich. Irgendwann fällt es einem kaum mehr auf und es wird egal. Bei mir kam die Lust, die Originale anzuschauen und zu lesen, auch erst nach der HTL (was nunmehr auch schon 16 Jahre her ist). Der Englischunterricht war nie wirklich das meine. Doch besonders durch meine Liebe zu Comics und das Anhören amerikanischer Podcasts, die sich mit dem Thema tiefgreifender auseinandersetzen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich daran zu gewöhnen. Ich kann es mir nun gar nicht mehr anders vorstellen.

R.U. Screwed

Neben Valentine und to the stars and back (und ein paar anderen, die es allerdings noch zu besprechen gilt) gehört R.U. Screwed zu meinen liebsten Webcomics. Die Geschichte dreht sich um Howie und Sooch, die gemeinsam eine Universität besuchen und die schon länger eine Freundschaft verbindet. Howie hat jedoch tiefgehendere Gefühle für Sooch, sich aber noch nie getraut, diese anzusprechen. Vor allem auch deshalb nicht, weil er sich nicht einmal sicher ist, ob Sooch überhaupt schwul oder bisexuell ist.

Doch irgendwann überwindet sich Howie und die beiden haben ein ausführliches Gespräch, wie sie mit dem Ganzen umgehen wollen. Es gibt im Laufe der Geschichte so einige Stolpersteine zu überwinden und die Freundschaft zwischen den beiden auf die Probe gestellt. Schön ist, dass diese Freundschaft und das grundlegende, was die beiden Verbindet, ins Zentrum gestellt wird. So kann sich auf dieser Basis später mehr entwickeln. Vor allem für Sooch ist es eine schwierige Zeit, da er unter anderem mit psychischen Problemen und Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Eine Identitätskrise benötigt er dann nicht auch noch.

R.U. Screwed besticht immer wieder durch gefühlvoll geschriebene Dialoge und gut pointierten Humor. Der Verzicht auf Farben und stattdessen mit Graustufen zu arbeiten, ist für diese Geschichte eine gute Wahl. So liegt der Fokus noch einmal mehr auf den Charakteren, ihrer Mimik und natürlich den Dialogen. Wenn ein Webcomic jahrelang läuft, vergisst man oft, wo die Künstler*innen dahinter herkommen und wie sie sich weiterentwickelt haben. Ich habe mir nochmal die ersten Kapitel angesehen und es ist schon erstaunlich, wie sehr sich die Autorin und Künstlerin verbessert hat. Ich dachte, der Stil wäre mehr oder weniger derselbe geblieben und in den Grundzügen stimmt das auch, trotzdem sind die Verbesserungen unübersehbar.

Was auffällt, an dem Format des Comics, ist, dass dieser als normale Comicseiten veröffentlicht und von rechts nach links gelesen wird. Die Veröffentlichung als normale Comicseiten hat den Vorteil, dass die Künstlerin später die vollständigen Kapitel als PDF-Datei zur Verfügung stellen kann. Ich mag es, wenn Künstler*innen ihre vergangenen Kapitel vollständig anbieten, so ist es leichter, sie nachzulesen. Dazu muss man wissen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, einen Webcomic zu präsentieren. Um genau zu sein, zwei. Zum einen eben als normale Comicseiten, mit Panels und allem, was dazu gehört.

Zum anderen mit vertikalem Bildverlauf (vertical scrolling). Vor allem auf Smartphones und kleinen Tablets ist dieses Format zu bevorzugen. Durch die vertikale Anordnung kommen die einzelnen Panels und Zeichnungen besser zur Geltung. Manche Künstler*innen entscheiden sich, beide Formate anzubieten. Erst werden die einzelnen Kapitel im vertikalen Format präsentiert und später die vollständigen Kapitel in einem PDF im üblichen Comic-Format zusammengefasst.

R.U. Screwed ist ebenso wie die anderen beiden, die ich bisher vorgestellt habe, ein Comic, den ich auf Patreon unterstütze. Da ich gerne mehrere Künstler*innen unterstütze, werfe ich meistens 1 € oder so in den Hut. Wenn einem etwas gefällt und man über Jahre eine Geschichte, die jemand zu erzählen hat, genießt, dann ist es angebracht, zumindest ein bisschen was beizusteuern. Der Vorteil ist, dass man nicht viel selbst investieren muss. Durch die Menge an Unterstützer*innen kommt aber doch etwas zusammen. Immerhin ist es aufwendig und zeitintensiv, einen Comic komplett selbst zu machen. Wenn jemand dann einen Teil seines Lebensunterhalts damit bestreiten kann, ist das eine erfreuliche Sache.

R.U. Screwed bei WebToon

Reis-Geheimnisse

Es heißt ja immer, man lernt nie aus. Was dieser kleine, vielleicht schon etwas angestaubte Spruch aber vergisst zu erwähnen, sind die steten Überraschungen, die damit einhergehen. Denn zu welchen Themengebieten man immer wieder etwas dazulernt, ist alles andere als vorhersehbar oder gar langweilig. Das mag ich so gerne an Podcasts wie Bitsundso, WRINT, Sprechkabine oder auch ThePod. Manche habe ich erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt, manche verfolge ich seit Anbeginn oder bereits seit über 12 Jahren. Die Podcaster*innen plaudern, wenn so ein Projekt länger anhält, und die Themen es natürlich zulassen, über alles Mögliche. Abschweifungen gehören zum Konzept.

So ging es in einer der letzten Bitsundso-Folgen um Reis. Eine Speise, der ich nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenke. Ich weiß gar nicht so genau warum, aber Reis ist eine Speise, die mir zwar in sehr vielen Varianten schmeckt, aber die ich mir kaum selbst zubereite. Wenn, dann verwende ich den abgepackten Reis. Diese vorportionierten Beutel ins kochende Wasser werfen, warten, bis dieser fertig ist, aus dem heißen Wasser herausfischen und schon kann man ihn essen.

Ich weiß, dass dies eigentlich keine Art ist, Reis zuzubereiten, doch welche Schritte dazu noch notwendig sind oder welche Werkzeuge es dafür gibt, war mir bislang nicht bewusst. Wie bei Kaffee kann man aus der Zubereitung von Reis eine eigene Wissenschaft machen.

Es fängt schon damit an, dass man natürlich nur losen Reis kauft. Bevor man auch nur daran denkt, diesen zu kochen, muss dieser gewaschen werden. Das hat irgendwas mit Stärke zu tun und dass die Körner in der Packung aneinander reiben. Gewaschen wird so lange, bis das Wasser klar ist. Nun kann man den Reis entweder kochen oder aber man legt ihn noch einmal ein paar Stunden in Wasser ein. Bei zweiter Variante lässt man ihn allerdings eher quellen, statt ihn richtig zu kochen. Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Jedenfalls ist das Waschen von essenzieller Bedeutung; man kann sogar Waschschüsseln kaufen.

Wer sich näher damit befassen will, findet jede Menge Methoden, Rezepte und Vorgehensweisen, wie der Reis gelingt. Scheinbar schmeckt man allein schon den Unterschied zwischen gewaschenem und ungewaschenem Reis erheblich. Vielleicht sollte ich doch mal wieder etwas mit Reis kochen.

Mehr als nur Spider-Man

Inspiration kann von überall kommen. Seien es fiktionale Charaktere oder reale Menschen, zu denen wir emporblicken. Es können Inspirationen im Kleinen sein oder lebensverändernde Entscheidungen mit sich bringen, die wir so nicht vorhergesehen haben. Das Wichtige dabei ist, dass man sich vor diesen Menschen nicht verschließt, sondern mit einem offenen Herzen durch die Welt geht. Denn manchmal können einen besonders diejenigen überraschen, die man zuvor nur aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen hat. Sie eventuell sogar in eine Schublade gesteckt hat.

Im Januar habe ich über ein langes Interview geschrieben, welches Tom Holland gehalten hat. Jetzt, fast ein Jahr später, hat er erneut ein solch längliches Interview geführt. Dieses Mal mit dem YouTube-Channel und Podcast Rick Roll. Im ersten Interview hat er sehr offen über mentale Gesundheit, seine persönliche Reise zu einem Leben ohne Alkohol, Filmprojekte und mehr gesprochen. Dies sind auch erneut die Kernthemen, aber eben mit einem Abstand von einem Jahr. Es ist erstaunlich, zu sehen, welche Entwicklung er durchgemacht hat.

Tom Holland ist nicht nur ein fantastischer Schauspieler, er wirkt bodenständig, bescheiden und sehr reif dafür, dass er erst 28 Jahre alt ist. Die Art, wie er an Projekte herangeht (nicht nur was Filme, Serien oder Theater anbelangt) ist inspirierend. Seine grundlegende Lebenseinstellung ist ansteckend. Ich bin sehr froh, erneut über ein so tolles und langes Interview mit ihm gestoßen zu sein. Zwar taucht er auch in diversen Late-Night-Shows und dergleichen auf, doch bei einem Gespräch, das über eineinhalb Stunden dauert, ist die Tiefe doch noch einmal etwas komplett anderes.

Außerdem mag ich die Art der Interviewführung bei diesen längeren Formaten sehr gerne. Sowohl der Interviewte als auch der Gastgeber lassen einander ausreden, hören sich zu und unterbrechen sich nicht dauernd. Es ist erfrischend und macht Freude. Ich könnte mir zwar nicht alle Interviews von den jeweiligen Formaten ansehen, weil mich nicht alle Menschen, die darin vorkommen interessieren, aber wenn man jemanden gefunden hat, den man respektiert und der vielleicht sogar eine kleine Vorbildrolle einnehmen kann, dann sind solche Formate großartig.

Photo by Joey Nicotra on Unsplash

Abstand von Social Media

Ich stelle gerne den Status quo infrage. Wobei von »gerne« eigentlich keine Rede sein kann, denn das Hinterfragen der eigenen Verhaltensweisen ist meist auch mit dem Verlassen der Komfortzone verbunden. Und wer verlässt schon gerne die eigene Komfortzone oder testet Dinge, die unangenehm (auf welche Art und Weise auch immer) sein könnten, wenn es doch in dieser Zone so schön gemütlich ist. Es gibt Kaffee, Kuchen, eine gemütliche Couch und so weiter. Natürlich nur im metaphorischen Sinne, denn die Komfortzone ist eine psychische Zone und hat nichts mit den eigenen vier Wänden zu tun, wie es manchmal fälschlicherweise missverstanden wird. Wie so oft, und ich versuche das stets so zu propagieren, müssen diese Veränderungen oder Dinge, die man infrage stellt, nichts Weltbewegendes sein.

Die Annahme ist doch häufig, dass Veränderungen immer etwas Großes sein müssen. Sei es etwas Sportliches, wie einen Marathon zu laufen oder etwas Gesundheitliches, wie 15 kg abzunehmen, oder etwas Kreatives, wie einen großen Roman zu schreiben. So vorbildlich diese Art von Zielen sein kann, so sind sie doch meist ein ganzes Stück weit von uns entfernt. Aber was führt uns zu diesen großen Zielen, wenn nicht kleine, inkrementelle Veränderungen? Veränderungen, die vielleicht gar nichts mit dem Ziel zu tun haben, sondern die wir nur ausprobieren wollen, damit wir sie ausprobiert haben. Sie können durchaus große Nachwirkungen mit sich ziehen, die man gar nicht vorhersehen kann.

Besonders gerne stelle ich Dinge infrage, bei denen meine automatische Antwort lautet: ohne das könnte ich nicht existieren, das brauche ich, das will ich nicht missen, nimm mir das auf keinen Fall weg. Was passiert wirklich, wenn ich mir dieses ominöse Ding wegnehme? Ich gehe gleich darauf ein, was es aktuell für mich ist. Im schlimmsten Fall finde ich heraus, dass es wirklich sehr wichtig für mich ist und dann kann ich mir Gedanken darüber machen, warum das so ist. Ich kann evaluieren, warum es diese Bedeutung für mich hat und ob ich es weiterhin nutzen will; weiterhin Zeit dafür »verschwenden« will. Im besten Fall finde ich heraus, dass es gar keine so große Rolle spielt, wie ich immer gedacht habe. Das kann schon eine Erleichterung sein.

Social Media habe ich schon vor einigen Jahren abgelegt. Instagram hat mir nicht gutgetan, Twitter war ein fantastischer Fundus an kreativen Menschen, bis es ein gewisser jemand gekauft hat und es nur mehr den Bach runterging. Meinen Facebook-Account habe ich schon lange gelöscht, mit Snapchat und TikTok und Co. wollte ich mich gar nicht mehr auseinandersetzen. Aber auf etwas, das ich seit Jahren nicht mehr verzichtet habe, war mein YouTube-Premium-Abo. Ich nutze YouTube mehr als alle anderen Streaming-Dienste zusammen. Netflix, Amazon, Apple TV+ und wie sie nicht alle heißen, abonniere ich immer nur monatsweise und kündige sie dann gleich wieder. Nur wenn mich wirklich etwas auf der Plattform interessiert, abonniere ich es, schaue mir die Serien oder Filme an und kündige wieder.

Aber YouTube-Premium zahle ich seit Jahren jeden Monat brav ein. Ich will einfach die Werbung nicht sehen. Ich schaue gerne lange Videos von Streamern über meine Lieblingsspiele, Essays zu den unterschiedlichsten Themen, verfolge per Held der Steine die Klemmbaustein-Welt oder folge diversen Warhammer-Kanälen. Es kommen jeden Tag neue Inhalte, die mich interessieren, von Kanälen, die ich im Abo habe, oder einfach nur zwischendurch in meiner Startseite landen. Doch in den vergangenen Monaten ist mir aufgefallen, dass ich doch sehr viel YouTube schaue. Das ist vielleicht auch an den Texten, die ich geschrieben habe, aufgefallen, da natürlich dann entsprechende Textideen aus diesem Konsumverhalten heraus entstehen. Und ich will für mich wissen, ob mir dieser Service wirklich so wichtig ist.

Deshalb habe ich vor einigen Tagen das Abo gekündigt. Es läuft noch bis Ende des Monats, dann ist es erst einmal vorbei mit werbefreiem YouTube schauen. Ich befürchte schon, dass mir die erste Werbung so sehr auf den Senkel geht, dass ich gleich wieder ein Abo abschließe. Aber manchmal muss es eben wehtun. Wer weiß, vielleicht schaue ich dadurch wirklich einfach weniger, selbst wenn ich es wieder abonnieren sollte, und das Experiment ist auf diese Art erfolgreich. Immerhin hängt mit dem Abo YouTube-Music zusammen und das nutze ich ebenfalls regelmäßig. Bevor ich dann einen anderen Musik-Service abonniere, kann ich auch wieder YT-Premium nutzen.

Wie gesagt, manchmal muss man oder besser gesagt will ich Dinge einfach nur ausprobieren. Festgefahrenes, das man schon seit Jahren so macht und nie etwas anderes ausprobiert oder getestet hat, muss bisweilen hinterfragt werden. Denn so werden Verhaltensweisen schnell zu Gewohnheiten. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, aber Hinterfragen lohnt sich dann doch gelegentlich.

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