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Einmal am Tag

Ich bin weiterhin im Aufräumen-Modus. Zwar bin ich in den vergangenen Wochen schon so einiges losgeworden, doch besonders in den vergessenen Schubladen, dunklen Ecken im Schrank und sonstigen guten Versteckmöglichkeiten lässt sich noch so einiges finden. Doch wie geht man am besten weiter vor? Alles nacheinander durchschauen und wieder sehr viel auf einmal ausmisten? Oder doch lieber mehr Zeit lassen und überlegen, was ich wirklich benötige?

Zufälligerweise war genau das auch Thema in der aktuellen Folge des Podcasts Sprechkabine. Zwar höre ich diesen meist nur zum Einschlafen, aber neue Folgen höre ich doch zumindest gerne einmal im wachen Zustand durch. Philipp Seidel hat darin erzählt, wie er seit Monaten jeden Tag ein Ding wegwirft, verschenkt oder verkauft. Denn nur weil man aufräumt und etwas nicht mehr benötigt, heißt das nicht, dass man es gleich wegwerfen muss. So wie ich es beispielsweise mit den ganzen Büchern gemacht habe. Und wenn jemand anderes noch Freude mit etwas hat, das mir ausgedient hat, umso besser.

Jedenfalls ist die Herausforderung, jeden Tag ein Ding loszuwerden. Um dem Ganzen etwas mehr Schwung zu verleihen, habe ich nachträglich mit dem 1. Oktober angefangen und so gleich mal 17 Teile auf einmal entsorgt. Seither mache ich mich einmal am Tag auf die Suche nach etwas, das ich nicht mehr benötige. Das Charmante an diesem Vorgehen ist, dass es alles Mögliche sein kann. Mal wirft man einen Monat nichts anderes als Stifte weg, die sich über die Jahrzehnte angesammelt haben und sowieso nicht mehr funktionieren. Mal sind es Farben zum Bemalen von Warhammer-Figuren, die schon längst eingetrocknet sind (nicht, dass mir so etwas passieren würde).

Schritt für Schritt wird es so weniger und man macht sich vielleicht häufiger Gedanken darüber, welche Gegenstände tatsächlich nützlich sind und welche nicht. Einen Nebeneffekt, den ich mir durch diese kleine Herausforderung ebenfalls erhoffe, ist, dass ich mir bei der Anschaffung von Neuem bewusster entscheide, ob ich das wirklich möchte. Oder ob es etwas ist, das ich sowieso in einem oder zwei Jahren wieder entsorgen möchte – auf welche Art auch immer.

Bewusstere Entscheidungen zu treffen und sich nicht nur durch äußere Einflüsse oder vermeintlichen gesellschaftlichen Druck zu etwas verleiten zu lassen, ist etwas, wovon wir alle etwas profitieren könnten. Social Media, Influencer, YouTube, Werbung und noch so viel mehr versuchen uns zu etwas zu verleiten, wovon sie gar nicht wissen, ob wir es wirklich benötigen. Mal sehen, ob diese Herausforderung etwas dabei hilft, gegenzusteuern. In jedem Fall macht es Freude, sich nach und nach von Dingen zu trennen. Ballast loszuwerden und Platz zu schaffen.

Sex Education – Season 4

Ja, ich bin ein bisschen spät dran. Die vierte Staffel von Sex Education erschien bereits vor über einem Jahr, im September 2023. Aber da ich gerade mal wieder ein Netflix-Abo habe, weil die dritte Staffel von Heartstopper geschaut werden musste, bietet es sich an, ein paar andere Serien nachzuholen.

Ich bin sehr froh, dass es meistens einen kleinen Zusammenschnitt darüber gibt, was bisher geschehen ist, wenn man eine neue Staffel bei Netflix anfängt. Leider ist das nicht bei allen Serien der Fall, aber bei Sex Education war es notwendig. Nach zwei Jahren Pause war ich mir während des Zusammenschnitts zum Teil nicht sicher, ob ich die Staffel davor überhaupt gesehen hatte. Aber langsam kamen die Erinnerungen zurück. So war ich gut eingestellt auf das wahrscheinlich letzte Abenteuer von Otis, Maeve, Eric, Adam, Ruby, Aimee und Co.

Die vierte Staffel umfasst wieder acht Folgen, die jeweils etwa eine Stunde lang sind. Nur die letzte Folge sticht mit knapp eineinhalb Stunden heraus. Ich weiß nicht, ob sie bewusst alle Handlungsstränge in der vierten Staffel beendet haben oder die Chancen auf eine Fortsetzung derart schlecht standen, dass sie keinen anderen Ausweg sahen. Was auch immer passiert ist, diese Staffel ist sehr voll mit alten und neuen Charakteren, Plots, Sub-Plots und Sub-Sub-Plots, dass es mindestens zwei Staffeln hätte füllen können. So bleibt es am Ende leider eine durchwachsene Staffel. Aber alles der Reihe nach.

Bereits die ersten 10 Minuten der ersten Folge fühlen sich anders an. Die Clique kommt für das letzte (?) Schuljahr (ich kenne mich beim englischen Schulsystem nicht aus) auf eine neue Schule. Das Cavendish College ist ein von Studierenden geführtes College und sehr modern. Man bekommt Tablets ausgehändigt, es ist bunt, farbenfroh, scheinbar sehr optimistisch und überaus divers. Es ist ein derartiger Kontrast zur vorherigen Staffel und Location, dass es sich beinahe falsch anfühlt. So als ob die Produzent*innen eine Checkliste für Diversität durchgegangen sind und einfach zu allem Ja gesagt haben.

Nicht falsch verstehen, Sex Education war schon immer mit unterschiedlichsten, auch queeren Charakteren ausgestattet. Aber dadurch, dass es in keiner Großstadt per se spielt, zeigten die Produzent*innen ein gutes Händchen dafür, dass es glaubwürdig bleibt. Von jetzt auf gleich haben sie allerdings einen regenbogenfarbenen Eimer über der Serie ausgeschüttet, der nicht so ganz zu den Staffeln davor passt. Allerdings ist das ein Muster, dieses zu viel von etwas, das sich durch die gesamte Staffel zieht.

Ein Kern der Serie war immer die Sex-Klinik, die Otis für die Studierenden hatte. Dadurch, dass seine Mutter Therapeutin ist und er sich scheinbar für das Thema interessiert, gut zuhören kann und intelligent ist, scheint er ein geborener Therapeut. Auf der neuen Schule gibt es allerdings schon eine solche Therapeutin: O. O hat aber nicht nur diese Klinik, sondern auch noch einen erfolgreichen YouTube-Kanal (sie nennen es nicht YouTube, aber wir wissen alle was gemeint ist). Otis ist davon sehr überrascht. Der ganze Konflikt zwischen den beiden, der sich durch die gesamte Staffel zieht, ist unnötig.

Wenn sich Otis wirklich für seine Freundinnen und die anderen Studierenden interessieren würde, würde er sich dann nicht über gewisse Themen informieren. Würde er nicht für seine Sex-Klinik recherchieren und sich weiterbilden? Ich denke schon. Deshalb scheint es unglaubwürdig, dass er noch nie über ein Video von O gestoßen ist und nichts von ihr weiß. Und dafür, dass er als der große Therapeut dargestellt wird, ist er unheimlich schlecht darin, mit seinen Freundinnen und Mitstudierenden zu reden. Haben wir die Entwicklungen der letzten Staffeln vergessen?

Eric macht eine sehr interessante Entwicklung in dieser Staffel durch. Es geht dabei nicht nur um seine Homosexualität, sondern um Religion, wer seine wirklichen Freunde sind und dergleichen. Ncuti Gatwa ist ein begnadeter Schauspieler und es macht einfach Freude, ihm zuzuschauen. Es ist großartig. Aber auch hier finde ich den Konflikt, der sich in der zweiten Hälfte der Staffel mit Otis, seinem besten Freund seit ihrer Kindheit, unglaubwürdig. Ja, Otis vernachlässigt ihn, nimmt ihn nicht ernst und hört ihm nicht zu, aber eine 5- bis 10-minütige Szene, wo die beiden einfach nur miteinander reden, hätte ausgereicht, um alles zu lösen.

In dem Konflikt geht es unter anderem darum, dass Eric sich von Otis teilweise nicht ernst genommen fühlt. Er fühlt sich von ihm nicht nur wegen seiner sexuellen Orientierung missverstanden oder genauer gesagt, dass er nicht mit ihm darüber reden kann. Genauso hat er das Gefühl, mit ihm nicht über sein Schwarzsein reden zu können und allem, was damit zusammenhängt. Zwar verstehen sie sich am Ende wieder, aber es gibt keine solchen Unterhaltungen. Die Stärke von Sex Education war es stets, nicht vor schwierigen, tiefgründigen Dialogen zurückzuschrecken. Ich hätte gerne den beiden bei solchen Unterhaltungen gelauscht, aber dieses Versprechen löst die Staffel leider nie ein.

Cal macht ebenfalls eine beeindruckende Entwicklung durch. Er kämpft mit seiner Transsexualität, fühlt sich von seiner Mutter nicht verstanden und weiß nicht, wie er mit allem umgehen soll. Auch hier gibt es oberflächlich eine Lösung des Konflikts, aber wirkliche Unterhaltungen und Dialoge gibt es nicht. Genauso bei Jackson und seiner Suche nach dem leiblichen Vater. Zwar gibt es eine Versöhnung mit seinen Müttern, aber es wäre durchaus mehr gegangen.

Diese weiteren Ebenen der Tiefgründigkeit kann die Staffel auch gar nicht erreichen, weil es mit der neuen Schule auch jede Menge neue Charaktere gibt. Diese benötigen ebenso Platz, um sich zu entwickeln. Sie alle kommen mit ihren eigenen Problemen, Herausforderungen und Schwierigkeiten. Es ist einfach zu viel. Ich mag manche der neuen Figuren ganz gerne, aber hätten sie mindestens noch eine Staffel gebraucht, um einen ähnlich wichtigen Standpunkt einzunehmen, wie die alten Charaktere.

So fühlen sich die schönen Momente der neuen Charaktere und deren schlussendlichen Lösungen nicht so aufrichtig und verdient an, wie von den alten. Nehmen wir Adam und Aimee als Beispiel. Adam und seine Familie sind seit Staffel 1 ein Thema. Der emotionslose Vater, der Adam immer unter Druck setzt und unterjocht, Adams Bisexualität und all die Konflikte, die mit der Trennung der Eltern einhergehen. Seine Reise in dieser Staffel fühlt sich authentisch und verdient an, weil wir ihn vier Staffeln lang begleitet haben.

Genauso Aimee. Die unmöglich zu erfüllenden Erwartungen ihrer Mutter, ihr überspielen von traumatischen Erlebnissen, wie dem Übergriff im Bus, sind alles Themen, die immer wieder aufgetaucht sind in den letzten Staffeln. Ihre Beziehung mit Isaac, den wir ebenfalls schon lange kennen, fühlt sich echt an und verdient. Sie hat endlich jemanden gefunden, der sie erst nimmt, ihre quirlige Art versteht und ihr hilft, sich von alten Lasten zu befreien. Adam und Aimee, gemeinsam mit Eric, sind die Höhepunkte der Staffel.

Ein weiterer Höhepunkt, den ich nicht unerwähnt lassen will, war für mich persönlich der Auftritt von Hanna Gatsby als Leiterin eines Radiosenders. Otis Mutter Jean fängt früh nach der Geburt ihrer Tochter dort zu arbeiten an. Ihre Klinik hat sie nicht mehr und der Sender sucht jemanden für eine Sex-Talkshow, wo Leute mit ihren Problemen anrufen können und echte Hilfe bekommen. Es sind schöne Szenen, und Jeans Kampf mit postnataler Depression ist auf vielen Ebenen beeindruckend.

Leider wird aber auch hier zu viel Zeit mit einem neuen Charakter verschwendet, den es nicht gebraucht hätte: Jeans Schwester. Hätte man sich hier auf Hanna Gatsbys Charakter fokussiert und hier eine Freundschaft entstehen lassen, wäre es um einiges besser gewesen. Außerdem ist der Vater, der lange Zeit nicht erwähnt wird, alles andere als eine gute Auflösung. Mit Jakob hatte man in den Staffeln davor einen wunderbaren Charakter eingeführt und entwickelt. Warum man diesen nicht weiter aufgebaut hat, verstehe ich nicht. Stattdessen wird viel Zeit mit der Schwester vergeudet, mit der man in der kurzen Zeit gar keine Verbindung aufbauen kann.

So bleibt diese Staffel mit gemischten Eindrücken zurück. Die vierte Staffel von Sex Education wirkt fremd, weil sich zu viel auf einmal ändert. Die Autor*innen sind mit einem sehr breiten Pinsel drüber gegangen. Dabei hätte eine letzte Staffel von sehr viel feineren Justierungen besser profitieren können. Die alten Charaktere zu sehen, wie sie ihre Probleme angehen und miteinander agieren sind die besten Momente der acht Folgen. Die neuen Charaktere, ihre Schule und die Probleme, die sie mitnehmen, hätte es nicht gebraucht. Zumindest nicht in diesem Ausmaß. Trotzdem bleibt Sex Education eine klare Empfehlung.

Besonders in den ersten drei Staffeln geht die Serie wichtige Themen an, die man sonst nicht auf diese direkte Art besprochen sieht. Die Schauspieler*innen sind großartig, allen voran natürlich Gillian Anderson, und man fiebert stets mit ihnen mit. Schade, dass die finale Landung nicht ganz gelingt, aber was sie davor aufgebaut haben, bleibt dennoch bestehen.

Sagenhaftes Mirabell

Nach wochenlanger Abstinenz war ich am Wochenende mal wieder mit Freund J. in Salzburg unterwegs. Und wie könnte man ein solches Ereignis besser zelebrieren, als mit einer Führung durch das wunderbare Schloss Mirabell? Natürlich mit einer der besten Guides von Salzburg: Irene Gramel.

Die Führung startete im Schloss selbst. Erst ging es um die geschichtliche Einordnung und Entstehung des Gebäudes. Dann stiegen wir die berühmte Marmortreppe empor. Die Treppe ist gesäumt von Statuen, die die Geschichte Roms wiedergeben, natürlich mythologisch angehaucht; wie könnte es anders sein? Leider war der noch erhaltene Marmorsaal geschlossen, aber den müssen wir bei Gelegenheit noch einmal besichtigen. Das Gute ist, dass man einfach so hineingehen und die Architektur bewundern kann. Trotzdem war es das erste Mal, dass ich die Treppe nach ganz oben gegangen bin.

Schließlich ging es in den Garten. Von den Einhörnern am Eingang des Gartens über den berühmten Pegasus-Brunnen weiter zu den vielen Statuen. Wobei die Pegasus-Statue schon so einige Standorte hinter sich gebracht hat, bis sie im Garten von Mirabell gelandet ist. Natürlich darf der Zwergengarten nicht fehlen, den ich mir auch schon lange nicht mehr angesehen habe. Beendet wurde die knapp zweistündige Führung mit den großen, unterschiedlich designten Steinvasen und den griechischen Götter-Statuen.

Zum Glück kenne ich mich etwas in der griechischen Mythologie aus, so kann man sich auf die Statuen mehr konzentrieren. Wenn man ein neues Thema bei solchen Führungen erklärt bekommt, kann man schnell überfordert werden und übersieht Dinge. Ist das Thema allerdings schon etwas vertrauter, dann entdeckt man neue Details oder kann sich wie hier auf die Kunst der Statuen konzentrieren.

Das Wetter hielt zum Glück durch, so konnten wir den kleinen Spaziergang durch den Garten genießen, auch wenn es überwiegend ein mit grauen Wolken bedeckter Himmel war. Es fanden im Schloss Mirabell parallel mehrere Hochzeiten statt. Deshalb war der Marmorsaal nicht für Besucher geöffnet. Die Frage ist nur, ob man das als Paar wirklich möchte. Zum einen bewegt man sich stets zwischen unzähligen Touristen, Führungen und Menschen, die nichts mit der Hochzeit zu tun haben. Zum anderen werden Hochzeiten hier im Akkord abgehandelt. Ich glaube, allein in den knapp zwei Stunden waren es mind. vier Hochzeiten.

Das Ambiente und die Umgebung sind mit Sicherheit wunderschön und unvergleichlich. Ich würde aber eher einen Termin mit einem Fotografen machen und ein paar nette Bilder schießen wollen und die Hochzeit woanders feiern. In einer etwas privateren und intimeren Atmosphäre. Ob bei dem ganzen Gewusel wirklich romantische Stimmung aufkommt, sei dahingestellt.

Die Führung war allerdings wie immer fantastisch und hat wieder einmal ein paar neue Einblicke in die Stadt ermöglicht. Vor allem auch, wie verheerend der große Stadtbrand wirklich war. Auch hierzu gibt es eine eigene Führung, die muss ich allerdings noch einmal nachholen. Auf der Seite Linzergasse, wo der Brand damals ausgebrochen ist, fiel sehr viel dem Feuer zu Opfer. Allerdings gibt es noch Zeichnungen und künstlerische Darstellungen, um zu sehen, wie sich die Umgebung und das Gebäude mit der Zeit verändert haben. Am meisten begeistert haben mich jedoch die Statuen und die Mythologie, aber das ist ja auch ein Steckenpferd von mir. Den netten Vormittag haben wir schließlich bei einem guten Essen in der L’Osteria ausklingen lassen.

Repräsentation ist wichtig

Für ein Projekt, welches ich allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen kann, schreibe ich gerade ein paar persönlichere Texte. Genauer gesagt Texte, die durchaus schwierigere Themen ansprechen. Diese noch etwas liegen lassen zu können und nicht direkt zu veröffentlichen, macht es leichter, sie zu schreiben. Zeit ist immer ein Faktor, der vermag so manches einfacher erscheinen zu lassen. Und sich beim Schreiben diese Zeit zu nehmen, ist hilfreich und zum Teil notwendig.

In besagten Texten geht es unter anderem um mentale Gesundheit und queere Geschichten. Darum, was mir diese Geschichten bedeuten; warum sie mir wichtig sind. Über das vergangene Jahr hinweg habe ich immer wieder über queere Themen und Geschichten aller Art geschrieben. Repräsentation ist wichtig. Für mich und alle in der LGBTQIA+-Community ist es wichtig, gesehen zu werden und sichtbar zu sein. Immerhin sind wir ein Teil dieser Welt und sollten deshalb auch in ihren Geschichten Platz finden.

Die Diskussion darüber wird mittlerweile leider viel zu oft unter dem Kampfbegriff »Woke« zusammengefasst. »Cancel Culture« und andere Begrifflichkeiten sind dermaßen bedeutungsschwanger und mit Vorurteilen jeder Art aufgeladen, dass eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema beinahe unmöglich erscheint. Dabei wird zu oft eine scheinbare „Agenda“ diskutiert und hergeleitet, die es gar nicht gibt. Und mit dieser Meta-Diskussion eines Themas, getrieben von Menschen, die es meistens gar nicht erst betrifft, scheint der eigentliche Sinn verloren gegangen zu sein. Worüber diskutiert und argumentiert man denn überhaupt noch? Oder streitet man nur um des Streitens willen?

Bei Repräsentation geht es grundsätzlich darum, Minderheiten sichtbar zu machen. Sichtbar machen heißt in diesem Fall nicht, sich über sie lustig zu machen. Sie zum Comic-Relief (einer Art Witzfigur) einer Serie abzustempeln oder die stereotypischste Darstellung zu wählen, die einem gerade einfällt. Sichtbar machen heißt, die Menschen mit Respekt zu behandeln. Natürlich beschränkt sich dies nicht nur auf die LGBTQIA+-Community, sondern betrifft unterschiedlichste Ethnien und Kulturen, Menschen verschiedenster Herkünfte und Hintergründe.

Egal, welcher Minderheit man angehört, wenn man sich selbst in einer Serie, einem Film oder Buch repräsentiert sieht, ist das stets eine positive Erfahrung (solange es, wie oben geschrieben, respektvoll geschieht). Besonders junge Menschen, die noch im Begriff sind, mit ihrer Identität, wie auch immer diese aussehen mag, zurechtzukommen, kann solch eine positive Repräsentation sehr helfen. Man fühlt sich nicht mehr so sehr als Außenseiter, nicht mehr so allein, sondern erkennt, dass es noch andere Menschen, wie einen selbst gibt. Eines der positivsten Beispiele der jüngeren Vergangenheit ist die dritte Staffel von Hearstopper. Der Umgang von queerer Liebe und mit mentaler Gesundheit ist bemerkenswert. Ich empfinde es als großartig, dass junge queere Menschen mit solch positiven Vorbildern aufwachsen.

Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich queere Geschichten und Themen mehr in den Vordergrund stellen will. Zwar schreibe ich schon des Öfteren über Bücher, Serien, Filme und Comics, die mir positiv auffallen, aber von nun an will ich dies noch öfter machen. In seltenen Fällen schreibe ich natürlich auch über schlechte Beispiele, aber das sollte eher die Ausnahme bleiben. Ich will Geschichten vorstellen mit unterschiedlichsten queeren Charakteren und Lebenssituationen, verschiedenen Genres und durch alle Medien hindurch. Auch wenn mein Fokus höchstwahrscheinlich auf schwule Charaktere bleiben wird.

Diese Texte müssen das jeweilige Thema oder die Geschichte und ihre Charaktere nicht immer in aller Tiefe diskutieren oder ausführlich analysieren. Manchmal geht es einfach nur darum, zu zeigen, dass sie existieren. Warum sie mich abgeholt, begeistert und bewegt haben. Ein netter Nebeneffekt, den ich mir von dieser kleinen persönlichen, regelmäßigen Frist erhoffe, ist, dass ich unter anderem wieder mehr lesen muss. Denn diese Geschichten müssen natürlich entdeckt werden, damit ich sie vorstellen kann. Den Anfang werden wahrscheinlich ein paar Webcomics machen, die mich seit Jahren begeistern. Es ist ein fantastisches Format, auf das ich immer wieder gerne zurückkomme.

Generell versuche ich und ist auch mein Ziel, Themen und Situationen stets etwas Positives abzugewinnen. Stets optimistisch zu bleiben. In der aktuellen Diskussionslage ist dies besonders beim Thema Repräsentation wichtig. Zu zeigen, worum es wirklich geht und worauf es ankommt. Um die Menschen, deren Welten und Lebensrealitäten, Identitäten und Herausforderungen in guten Geschichten erzählt werden.

Eine überraschende Verbindung

In der Vergangenheit habe ich über meine Suche nach einem guten Gaming-Podcast geschrieben. Seit Monaten höre ich deshalb The Pod – Das Spielemagazin zum Hören (oder Auf ein Bier, wie man es in Pod-Catcher-Apps findet). Ich bin auch Unterstützer, damit ich in den Genuss aller tollen Formaten komme, die die Spiele-Journalist*innen dahinter machen. Regelmäßig ist Christian Schmidt zu Gast, um das Format 10 Jahre Klüger mit André zu betreiben. Christian ist vom Podcast Stay Forever, ebenfalls ein Spiele-Podcast.

Ich kann beide sehr empfehlen, da sie sehr unterschiedliche Herangehensweisen haben. Stay Forever behandelt eher alte Spiele und bespricht diese ausführlich. Darin geht es nicht nur um den Inhalt des Spiels und die Mechaniken, sondern ebenso um die Entstehungsgeschichte, die Studios und die Menschen dahinter. Zufällig stieß ich auf eine etwas ältere Folge über Zelda: A Link to the Past. Es war ein Nostalgie-Trip, der seinesgleichen sucht.

A Link to the Past ist mein absolutes Lieblingsspiel aus der Zelda-Reihe. Zugegebenermaßen, das einzige Zelda-Spiel, das ich je beendet habe. In meiner Kindheit habe ich dieses großartige Stück Spielgeschichte unzählige Stunden gespielt und es hat immer wieder Spaß gemacht. Die Stay Forever Episode hat mich dazu gebracht, wieder einmal einen Blick reinzuwerfen. Es ist überraschend gut gealtert. Der Stil ist einfach zeitlos.

Während Christian und Fabian Käufer in dem Podcast über das Spiel sprechen, blenden sie immer wieder Musikstücke und Soundeffekte ein. Sie erzählen über die Geschichte, die Welt, die Charaktere. Alles, worüber sie sprechen, kenne ich noch oder kommt mir zumindest bekannt vor. Es weckt Erinnerungen.

Doch während des Hörens wurde mir plötzlich eine Verbindung zu einem aktuellen Spiel, das mich sehr begeistert, bewusst. Die Missionen und Quests in A Link to the Past sind sehr ominös, genauso wie die Einführung ins Spiel. Es wird nicht viel erklärt. Man wird in die Welt geworfen und lernt sowohl die Steuerung als auch die Geschichte aus dem Kontext. Man kann zwar mit vielen NPC reden und begegnet diversen Personen, doch was man denen bringen muss oder wie deren konkrete Quest aussieht, ist nicht immer eindeutig.

Beispielsweise läuft ein Junge, dem man in einem Dorf begegnet, immer vor uns davon. Später erhält man dann Schuhe, mit denen man sehr schnell rennen kann. Nun muss man erst einmal daran denken, diesem Charakter begegnet zu sein und auf die Idee kommen, ihn damit einzuholen. Das kommt immer wieder vor. Man findet Dinge in der Welt und muss sich zusammenreimen, welchem Charakter es gehören oder was man damit anstellen könnte.

Diese Herangehensweise an Quests erinnert sehr stark an Elden Ring. Auch hier bekommt man die Eckdaten der Geschichte mit und gelegentlich begegnet man jemandem, der einem Details erklärt, aber man kann genauso gut völlig ahnungslos durch die Welt laufen und sie für das Genießen, was sie ist. Nur sind die Charaktere in Elden Ring noch ominöser und unkonkreter bei ihren Aufgabenstellungen, als es in A Link to the Past war.

In beiden Spielen entwickelt sich gewissermaßen ein eigenes Bild der Welt, je mehr man spielt. Man kann versuchen alles zu machen, wird es aber beim ersten Durchgang nicht schaffen, da es überwältigend ist und man Verbindungen übersieht. Der Wiederspielwert ist bei beiden sehr hoch. Immerhin spiele ich A Link to the Past nun immerhin knapp 30 Jahre später immer noch. Nicht jedes Jahr oder regelmäßig, aber alle paar Jahre gibt es Dinge, wie den Podcast Stay Forever, die mich an dieses großartige Spiel erinnern. Ich kann dann einfach nicht anders, als einen Blick reinzuwerfen. Am Ende spiele ich es dann meistens durch und erfreue mich der Details, die ich immer noch weiß oder derjenigen, die ich erneut entdecken kann.

Manche Spiele sind für die Ewigkeit geschaffen und begleiten uns ein Leben lang. Entweder, weil wir uns gerne an sie erinnern oder sie immer wieder spielen können. Es ist ein großartiges Medium und eine tolle Art, Geschichten zu erleben. Mal sehen, ob Elden Ring ähnlich beeindruckend für mich bleibt wie A Link to the Past. Die Zeichen dafür stehen zumindest nicht schlecht.

Heartstopper – Season 3

Anfang Oktober erschien endlich die dritte Staffel der großartigen Serie Heartstopper. Charlie und Nick haben ihre frische Beziehung öffentlich gemacht und gehen nun neuen Herausforderungen entgegen. Wie schon im Vorhinein zu lesen war, ist diese Staffel durchaus ernster. Sie behandelt schwierige Themen. Doch besonders, weil die Serie, wie auch die Comic-Vorlage, nicht davor zurückschreckt, diese Thematiken anzusprechen und sie mit Respekt, Feingefühl und der notwendigen Ernsthaftigkeit begleitet, feiere ich sie umso mehr. Selbstverständlich bleibt der Serie aber die Leichtigkeit und der Fokus auf Nebencharaktere ebenso erhalten.

Das Thema, das sich besonders in der Beziehung zwischen Charlie und Nick abspielt, ist Charlies Essstörung. Über die gesamte Staffel wird seine mentale Gesundheit und die Essstörung immer wieder angesprochen, bis er sich schließlich Hilfe holt. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller sind immer wieder überwältigend. Die gefühlvoll geschriebenen Szenen holten mich immer wieder ab. Kit Connor und Joe Lock sind perfekt gecastet und haben eine wunderbare Chemie.

Es ist auch schön zu sehen, dass die Behandlung von Charlies psychischen Problemen sehr realitätsnah umgesetzt ist. Wie im echten Leben gibt es gute und schlechte Tage. Er verbringt zwei Monate in einer Klinik, ist danach aber nicht wie durch Magie geheilt, sondern muss sich weiterhin damit auseinandersetzen. Besonders toll fand ich auch die Szenen mit seinem Therapeuten. Es ist einfach wunderbar, eine glaubwürdige Umsetzung davon zu sehen und keine romantisierte Hollywood-Interpretation.

Doch natürlich sind Charlies Probleme nicht nur für ihn belastend. Auch die Menschen um ihn herum müssen entdecken, dass es nicht an ihnen ist, Charlie zu heilen und dass sie auf sich selbst acht geben müssen. Besonders deutlich wird dies an drei Charakteren: Nick, Charlies Mutter und seiner Schwester, Tori. Manchmal tauschen Tori und Nick einfach nur Blicke aus, allerdings weiß man genau, was sie gerade denken. Sie machen sich beide Sorgen und hoffen auf die Unterstützung des jeweils anderen. Sie helfen sich schließlich immer mehr auch gegenseitig. Vor allem an Nick wird gezeigt, wie wichtig es manchmal ist, einfach nur für jemanden da zu sein. Einen besonders eindrucksvollen Moment teilen beispielsweise Tao und Nick. Diese Momente gehören für mich zu den besten Szenen der Staffel.

Apropos Freude, auch diese machen in dieser Staffel einiges an Entwicklung durch. Isaac setzt sich mit seiner Asexualität auseinander und was das für ihn bedeutet. Auch hier wird deutlich, dass die bloße Erkenntnis einen nicht automatisch glücklich macht. Zwar hat er für sich eine zutreffende Beschreibung und Einordnung gefunden, doch muss er, ob dieser Erkenntnis, erst damit zurechtkommen. Um ihn herum sind alle in Beziehungen und denken, das sei das beste auf der Welt. Doch Isaac möchte das nicht und es belastet ihn. Großartig geschrieben, großartig geschauspielert – _Heartstopper_ findet immer wieder die richtigen Töne und Worte.

Die Beziehung von Tao und Elle erreicht ebenso neue Ebenen, wie die von Tara und Darcy. Jeder Charakter findet auf ihre eigene Weise zu sich selbst und mehr über sich selbst heraus. Es ist pure Freude, den Geschehnissen zuzuschauen und mit den Charakteren mitzufiebern. Die Autorin Alice Oseman, die sich auch für die Comic-Vorlage verantwortlich zeichnet, beweist zum wiederholten Male ihr Talent und Genie. Heartstopper darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Besonders die Bedeutung für junge queere Menschen darf man nicht unterschätzen. Es braucht solche Serien.

Flüchtige Textideen

Nachdem ich nun fast ein Jahr diesen täglichen Blog hier betreibe, habe ich ein System entwickelt, um Textideen und dergleichen festzuhalten. Mein Hauptschreibprogramm am Mac ist Ulysses. Es ist eine wunderbare Software, die ich schon seit vielen Jahren verwende. Es ist minimalistisch angelegt und erlaubt es so, sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Formatierungen, die man vornehmen kann, außer die Basics natürlich, sucht man vergebens. Da es auf Markdown aufgebaut ist, steht das Schreiben im Vordergrund. So kann man das Geschriebene leicht exportieren. Erst dann kümmert man sich darum, wie der Text aussehen soll.

Zwar gibt es Ulysses sowohl am iPad als auch am iPhone, aber ich schreibe am liebsten auf einer richtigen Tastatur. Am iPhone zwischendurch etwas zu notieren und aufzuschreiben, ist zwar kein Problem, aber längere Texte kann ich mir damit nicht vorstellen. Das iPad ist wieder etwas anderes, weil es dafür ein Tastatur-Cover gibt, auf dem sich ebenfalls einigermaßen gut tippen lässt. So verarbeite ich meine Ideen also am Mac per Ulysses zu den Texten, die auf dem Blog erscheinen.

Das Praktische an Ulysses ist, dass man sich Ordner und Strukturen aufbauen kann. So habe ich für jedes Jahr und jeden Monat einen Ablage-Ort erstellt. Genauso für Geschichten und andere Texte, die ich schreibe. So ist es einfach, einen Überblick zu behalten. Man kann Statistiken auslesen, als auch Schreibziele setzen. Diese nutze ich zwar nicht besonders häufig, aber gelegentlich sind sie ganz praktisch. Beispielsweise, wenn man am NaNoWriMo mitmacht (dem National Novel Writing Month, wo das Ziel ist, im November 1.000 Wörter pro Tag zu schreiben).

Für schnelle Notizen zwischendurch ist mir allerdings Ulysses zu aufgebläht. Ich will nur kurz was aufschreiben, da ist es unnötig, dass sich noch was synchronisieren muss oder die App eventuell einen Tick länger benötigt, bis sie offen ist. Durch den Podcast Bitsundso bin ich auf die App Bebop gestoßen. Das ist eine kleine App, die nur für die Texteingabe da ist und zum Speichern des Eingegebenen. Sie gefällt mir besonders gut, weil man sie mit Ulysses verknüpfen kann. Das heißt, die am iPhone gespeicherten Notizen landen später automatisch am Mac, wo ich die Idee direkt in einen Text umsetzen kann.

Es ist eine fantastische Verbindung, die mir schon so einige Textideen gerettet hat. Einfach kurz die App öffnen, eingeben, speichern, fertig. Was allerdings nicht bedeutet, dass mir keine Ideen mehr entkommen. Manchmal denke ich mir, dass es doch offensichtlich sei, über etwas zu Schreiben, es mir nicht notiere und 20 Minuten später nicht mehr weiß, was es war. Deshalb wird rigoros (fast) alles notiert. Im Zweifel kann man es ja wieder löschen. Aber so entwickelt sich mit der Zeit ein System, das hoffentlich funktioniert. Das Wichtigste ist, einfach loszuschreiben. Redigieren und korrigieren kann man später immer.

Ein knuffiger Roboter

Eigentlich wollte ich mit der Anschaffung von Astro Bot warten, bis das Spiel etwas günstiger ist. Aber die Spiele-Kanäle, die ich so verfolge, waren alle sehr begeistert von dem Spiel und ich hatte mal wieder Lust auf einen richtig guten Plattformer. Solche Spiele gibt es nicht allzu oft und wenn es dann ein so herausragendes Spiel wie Astro Bot gibt, muss man die Gelegenheit beim Schopfe packen.

Zwar haben mich in den vergangenen Monaten gute Metroidvania-Spiele, wie Prince of Persia: The Lost Crown oder Blasphamous II ausgezeichnet unterhalten, aber dabei handelt es sich eben um Side-Scoller (also 2,5D-Spiele). Ein nettes 3D-Abenteuer, mit einer Portion Nostalgie und vielen netten Ideen, ist da schon ein anderes Kaliber.

Ich bin noch nicht ganz durch mit Astro Bot, aber ich kann schon jetzt sagen, dass es sich ausgezahlt hat. Aber worum geht es? Unser kleiner Held ist mit seinen Astro Bot Kollegen mit einem Raumschiff durch die Galaxis unterwegs, als sie von einem Alien angegriffen werden. Dieses zerstört beinahe ihr Schiff, sodass sie abstürzen und auf einem einsamen Planeten landen. Das Alien hat Teile des Raumschiffes gestohlen, die es jetzt auf diversen Planeten wieder einzusammeln gilt. So weit und so einfach die Geschichte.

Das Spiel bedient sich dabei des gesamten Playstation-Fundus und dessen Historie. Das Raumschiff ist beispielsweise eine PS5 und unser Raumgleiter, wenn man diesen so bezeichnen kann, mit dem wir uns von Planet zu Planet bewegen, ist der PS5-Controller. Die Art der Steuerung und der Herausforderungen, die einen Erwarten, erinnert stark an 3D Mario Abenteuer. Die Welten sind mit viel Liebe zum Detail gemacht und über die Hälfte der 300 Astro Bots, die man retten muss, sind an Spiele-Charaktere angelehnt. Man schaltet mit der Zeit auch diverse Ausrüstungen und Diorama-artige Boni für die gefundenen Bots frei, die sich dann um das abgestürzte Raumschiff herum tummeln.

Aber die gefundenen Bots stehen nicht nur in der Gegend herum. Auf dem Planeten, auf dem man abgestürzt ist, gibt es so einige Dinge zu entdecken. Mal benötigt man die Unterstützung von 20 Bots, mal von 200. Es ist fantastisch zu beobachten, wie sich die ganzen Bots auf dem Bildschirm bewegen und herumwuseln. Es stecken wirklich tolle und großartige Ideen in dem Spiel.

Das Spielprinzip und die Steuerung nutzen auch sämtliche Elemente, die der PS5-Controller zu bieten hat. Was ich allerdings alsbald ausgeschaltet habe, war die Bewegungssensitivität des Controllers. Ich tue mir einfach leichter, das Raumschiff oder diverse Werkzeuge mit dem Stick zu kontrollieren, als mit dem Controller in der Luft herumzufuchteln. Das ist mir zu unpräzise und wirkt seltsam.

Der Schwierigkeitsgrad für die normalen Levels ist in Ordnung, es macht Freude, sich durch die einzelnen Levels zu bewegen. Jedes hat ihren eigenen Kniff und manche kommen mit speziellen Ausrüstungsgegenständen daher, die das Abenteuer abermals kurzweiliger machen.

Man schaltet allerdings ebenfalls diverse kleinere Levels frei, in denen sich dann nur ein Bot zur Rettung befindet. Diese speziellen, sehr kurzen Level haben es ganz schön in sich. Unter 10 Versuche habe ich davon, glaube ich, noch keinen geschafft. Man muss sich äußerst präzise und ohne sich auch nur einen Fehler zu erlauben, durch diese Levels bewegen. Das kann unter Umständen frustrierend sein und hat meine Geduld und Nerven gefordert. Aber wenn man diese Herausforderungen gemeistert hat und sich auch diese Bots in Sicherheit befinden, hat man doch ein schönes Erfolgserlebnis.

Wer diese Art von Spiel mag, macht mit Astro Bot auf keinen Fall etwas falsch. Und wer schon über Jahre Playstation-Spiele und Spiele im Allgemeinen zockt, wird mit den speziellen Bots an das ein oder andere Abenteuer der vergangenen Jahrzehnte erinnert.

Bilder und Illustrationen

Vor ein paar Wochen habe ich mir einen Jahreszugang bei Unsplash geklickt. Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mit der gratis Version auskomme, aber sämtliche Illustrationen sind hinter dem Abo-Modell versteckt. Allerdings zahle ich gerne für gute Bilder und Illustrationen, um die Künstler*innen zu unterstützen, die diese erstellt haben. Doch was genau verbirgt sich hinter Unsplash?

Dabei handelt es sich um ein Bilder-Archiv, dessen Inhalte für kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden können. Viele der Bilder lassen sich gratis herunterladen und nutzen. Natürlich ist es dann angebracht, zumindest die Quelle des Bildes anzugeben und so dem- oder derjenigen eine gewisse Anerkennung zukommen zu lassen. Es ist eine großartige Quelle, und seit Jahren nutze ich Unsplash immer wieder gerne.

Als ich beispielsweise an der Universität Tübingen beim Magazin Faktor14 mitgewirkt habe, haben wir manchmal für die Titelseite oder aber auch Artikel Bilder von Unsplash verwendet. Faktor14 war ein Magazin, das Studierenden ermöglicht hat, ihre Bachelorarbeiten und andere Projekte einem breiteren Publikum vorzustellen. Es war toll, das Magazin zusammenzustellen und eine dazugehörige Webseite zu pflegen. Wir haben zwar nicht oft die Stock-Bilder verwendet, aber gelegentlich halfen sie, Dinge anschaulicher zu machen oder haben einen Text gut ergänzt.

Bisher habe ich im Blog ausschließlich Bilder verwendet, die ich selbst erstellt habe, seien es Fotos oder das Logo. Das soll auch weitgehend so bleiben, nur wenn ich denke, dass ein Bild als Ergänzung vorteilhaft wäre, bediene ich mich bei besagtem Anbieter. Immerhin geht es hier hauptsächlich um Texte und nicht um Bilder. Primär habe ich mir den Account zugelegt, weil ich für ein anderes Projekt Illustrationen benötige, um es etwas aufzuhübschen und ein gewisses Design-Element hineinzubringen. Was dieses Projekt allerdings genau ist, kann ich leider erst nächstes Jahr verraten.

Jedenfalls kann ich Unsplash nur empfehlen. Die Qualität der Bilder ist hervorragend, und man wird fast zu jedem Thema oder Schlagwort fündig. Man sollte sich vielleicht nicht gerade des ersten Ergebnisses bedienen. Aber wenn man sich etwas durchwühlt, wird man etwas Originelles finden, das die eigenen Inhalte gut ergänzt.

Snooker, Bingo

Ich bin nicht der große Sport-Zuschauer. Von Formel-1 über Fußball hin zum Skifahren geht das alles geflissentlich an mir vorbei. Doch was ich vor vielen Jahren durchaus intensiver und seitdem gelegentlich verfolge, ist Snooker. Wie bei vielen anderen Dingen auch, sind es häufig die nischigen Sachen, die mich mehr interessieren, als das, was man gemeinhin als Mainstream verstehen könnte. Sei es Warhammer, Comics, Let’s Plays oder eben Snooker.

Was mich bei Snooker begeistert hat oder besser gesagt mich für den Sport erst so richtig begeistern konnte, war der fantastische Europort-Moderator Rolf Kalb. Seine Leidenschaft für den Sport und die tolle Moderation der Turniere und Spiele haben mich angesteckt. Sooft ich konnte, habe ich die Snooker-Turniere verfolgt und bin gespannt vor meinem Fernseher gesessen. Natürlich war mein Favorit immer Ronnie O’Sullivan. Seine Shots und die Geschwindigkeit, mit der er den Tisch abgeräumt hat, sind schon fast legendär. Als auch die Tatsache, dass er mit linker und rechter Hand spielen konnte.

Was mich an Snooker immer fasziniert hat, ist die Technik und Präzision, mit der die Spieler agieren müssen. Der Tisch ist um einiges größer als ein herkömmlicher Pool-Tisch und dafür die Löcher kleiner. Außerdem sind die Banden der Löcher runder, sodass die Bälle bei Bandenberührung eher wieder herausrollen, als die Tendenz haben, sich lochen zu lassen. Ebenso ist die Zählweise und der Aufbau der Bälle am Tisch komplett anders. Man muss immer abwechselnd eine rote und dann eine der anderen Farben lochen. Die roten bleiben vom Tisch, grün bis schwarz wird zurückgesetzt, bis alle roten vom Tisch geräumt wurden.

Ein faszinierender Sport, den ich heute gelegentlich noch gerne schaue. Aber wie so oft ist nicht nur der Sport an sich interessant. Was es, wie bereits erwähnt, zu etwas wirklich Faszinierendem machen, sind die Kommentatoren und Moderatoren. Rolf Kalb habe ich immer gerne zugehört, weil er auch Einsteiger wie mich immer wieder abgeholt hat, indem er Regeln wiederholt erklärte. Sowohl die normale Vorgehensweise beim Snooker als auch speziellere Regeln und Strategien, die die Spieler anwenden können.

Etwas Ähnliches erlebe ich gerade bei einem anderen Format, das eine Leidenschaft von mir mit guten Kommentatoren mischt: Elden Ring Bingo. Es gibt ein paar Streamer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jede mögliche Elden Ring Herausforderung zu bestehen und immer wieder besser in dem Spiel zu werden. Sei es, Boss-Kämpfe zu optimieren oder neue, zuvor unmöglich gedachte Abkürzungen zu finden. Seit über einem Jahr veranstalten diese Streamer, angeleitet durch Captain-Domo, immer wieder solche Bingo-Turniere.

Ich war überrascht von der professionellen Umsetzung. Es gibt einen eigenen YouTube-Channel dafür (man kann das Turnier natürlich auch auf Twitch verfolgen) und Moderatoren, die die beiden Spieler, die gerade gegeneinander antreten, kommentieren. Sie erklären immer wieder die Regeln, welche Strategien angewendet werden und welchen Hintergrund die Spieler haben oder welche Vorbereitungen sie getroffen haben. Es gibt Schiedsrichter, eine Elden Ring Map, die die aktuelle Position der Spieler auf der Karte zeigt und mehr. Wirklich toll und spannend umgesetzt.

Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich so etwas spannend finden würde, aber von Let’s Plays auf ein Format wie Elden Ring Bingo zu kommen war wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Wie bei Snooker hat mich die Begeisterung und Leidenschaft der Moderatoren angesteckt. Und wie bei Snooker geht es auch hier um Präzision, Geschwindigkeit und die Fähigkeit, sich auf neue Situationen und Gegebenheiten einstellen zu können, ohne die Nerven zu verlieren.

Was ich mir auch nie gedacht hätte: eine Verbindung zwischen Snooker und Elden Ring zu finden. Aber hier sind wir nun einmal und es ist fantastisch. Wer beides nicht kennt, sollte vielleicht einmal einen Blick riskieren. Oder auch andere Formate und Sportarten ausprobieren, die man zuvor nicht in Erwägung gezogen hat. Vielleicht bestechen sie durch exzellente Kommentatoren und wecken so eine gewisse Leidenschaft in einem selbst. Vielleicht lernt man ja auch eine neue Seite von sich kennen.